Discussion:
TAZ zu toten Enten auf dem Kopf
(zu alt für eine Antwort)
Olaf Schultz
2011-04-02 11:05:30 UTC
Permalink
Moin moin,

mal ein relativ guter Artikel zum Plastikmüll...

http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/knautschzone-hirn/

Olaf
k***@familieknaak.de
2011-04-02 13:57:51 UTC
Permalink
Post by Olaf Schultz
mal ein relativ guter Artikel zum Plastikmüll...
http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/knautschzone-hirn/
die Aufforderung zum "defensiv fahren" am Ende des Artikels um das
eigene Risiko zu vermindern lässt allerdings noch Automobil-Textbausteine
vermuten.

---<)kaimartin(>---
--
Kai-Martin Knaak
Öffentlicher PGP-Schlüssel:
http://pgp.mit.edu:11371/pks/lookup?op=get&search=0x6C0B9F53
Helmut Springer
2011-04-02 15:57:54 UTC
Permalink
Post by Olaf Schultz
mal ein relativ guter Artikel zum Plastikmüll...
Aber auch nur relativ zu den sonst sehr schlechten Artikeln.

Gut waere er gewesen, wenn der Autor den Absatz mit dem
Glaubensbekenntnis des Unfallchirurgen weggelassen haette. Was
immer ihn da geritten hat, vermutlich seine eigenen Religioesitaet
an diesem Punkt. Kommt ja auch schoen im letzten Satz raus, damit
es auch ja jeder im Kopf behaelt: "Schaden aber kann der Helm bei
einem Unfall wohl kaum."
--
MfG/Best regards
helmut springer panta rhei
Ralph Angenendt
2011-04-02 18:17:36 UTC
Permalink
Post by Helmut Springer
Gut waere er gewesen, wenn der Autor den Absatz mit dem
Glaubensbekenntnis des Unfallchirurgen weggelassen haette. Was
immer ihn da geritten hat, vermutlich seine eigenen Religioesitaet
an diesem Punkt. Kommt ja auch schoen im letzten Satz raus, damit
es auch ja jeder im Kopf behaelt: "Schaden aber kann der Helm bei
einem Unfall wohl kaum."
Ja, ich frag mich ja immer wo die arbeiten, wenn die *alle* täglich mit
solchen Fällen zu tun haben. Das können die UNfallzahlen deutschlandweit
ja kaum hergeben.

Ralph
--
If the future isn't bright, at least it's colourful.

Nicht schreiben können: http://lestighaniker.de/
Kaí ŧeranskí
2011-04-02 18:38:29 UTC
Permalink
Post by Helmut Springer
Post by Olaf Schultz
mal ein relativ guter Artikel zum Plastikmüll...
Aber auch nur relativ zu den sonst sehr schlechten Artikeln.
Gut waere er gewesen, wenn der Autor den Absatz mit dem
Glaubensbekenntnis des Unfallchirurgen weggelassen haette. Was
immer ihn da geritten hat, vermutlich seine eigenen Religioesitaet
an diesem Punkt.
Typisch Onkel Doktor. Erst das Studienbashing: "Ich kenne keine Studie,
die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen würde - das wäre ja ethisch gar
nicht vertretbar" , um dann zwei Sätze später nachzulegen, als wenn er das
vorhin gesagtes schon wieder vergessen hätte: "Seit Jahrzehnten sehe er
schwere Verletzungen bei Radfahrern ohne Helm - und viele Unverletzte,
deren Helme nach Unfällen stark beschädigt seien" Als wenn subjektive
Beobachtungen, zu denen es wahrcheinlich noch nicht mal Aufzeichnungen
gibt, solchen Kriterien auch nur im Entferstesten genügen würden.
Post by Helmut Springer
Kommt ja auch schoen im letzten Satz raus, damit
es auch ja jeder im Kopf behaelt: "Schaden aber kann der Helm bei
einem Unfall wohl kaum."
Ich nehme an, der wurde redigiert. Auffallend in der Zusammenfassung oben,
wo der Chirurg als "Fachmann" bezeichnet wird, und in dem Schlußsatz. Die
passen beide nicht zu dem Rest.
--
Kai
Florian Gross
2011-04-02 18:49:52 UTC
Permalink
Post by Kaí ŧeranskí
Post by Helmut Springer
Post by Olaf Schultz
mal ein relativ guter Artikel zum Plastikmüll...
Aber auch nur relativ zu den sonst sehr schlechten Artikeln.
Gut waere er gewesen, wenn der Autor den Absatz mit dem
Glaubensbekenntnis des Unfallchirurgen weggelassen haette. Was
immer ihn da geritten hat, vermutlich seine eigenen Religioesitaet
an diesem Punkt.
Typisch Onkel Doktor. Erst das Studienbashing: "Ich kenne keine Studie,
die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen würde - das wäre ja ethisch gar
nicht vertretbar" , um dann zwei Sätze später nachzulegen, als wenn er das
vorhin gesagtes schon wieder vergessen hätte: "Seit Jahrzehnten sehe er
schwere Verletzungen bei Radfahrern ohne Helm - und viele Unverletzte,
deren Helme nach Unfällen stark beschädigt seien"
Ich frage mich gerade wieso ein Chirurg derart viele *Un*verletzte
zu Gesicht bekommt...

flo
--
Die soziale Divergenz von Henning muss einfach nur resozialisiert werden.
Ich bin froh, dass er hier in dag° den richtigen Ort gefunden hat, wo man Ihn
vielleicht noch helfen kann... [Frank Toennes in dag°]
Markus Luft
2011-04-03 15:40:38 UTC
Permalink
Post by Kaí ŧeranskí
Typisch Onkel Doktor. Erst das Studienbashing: "Ich kenne keine Studie,
die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen würde - das wäre ja ethisch
gar nicht vertretbar" , um dann zwei Sätze später nachzulegen, als wenn
er das vorhin gesagtes schon wieder vergessen hätte: "Seit Jahrzehnten
sehe er schwere Verletzungen bei Radfahrern ohne Helm - und viele
Unverletzte, deren Helme nach Unfällen stark beschädigt seien"
Ich frage mich gerade wieso ein Chirurg derart viele *Un*verletzte zu
Gesicht bekommt...
Weil der Chirurg den Patienten in die Radiologie geschickt hatte und der
Patient mit den Bildern und ohne Befund zurück kommt?
Was der Onkel Doktor aber vermutlich verschweigt ist, daß er auch diesen
Patienten eine Beobachtung im KH nahelegt und daß er auch Unbehelmte ohne
Befund sieht und er wird sicher auch Behelmte mit schweren SHT sehen.
Was der Doktor nicht sieht, sind Patienten die gar nicht zu ihm kommen
und da würde ich doch mal vermuten, daß Behelmte, ganz besonders wenn man
Schäden am Helm sieht, eher zum Onkel Doktor gehen als Unbehelmte.
Markus Sander
2011-04-05 13:26:17 UTC
Permalink
Post by Helmut Springer
es auch ja jeder im Kopf behaelt: "Schaden aber kann der Helm bei
einem Unfall wohl kaum."
Dabei steht im selben Artikel weiter oben das Gegenteil
(Überholabstände).
--
Kurz gesagt: es ist teilweise lebensgefährlich auf der Strasse zu
fahren, weil es tatsächlich Menschen gibt, die glauben es sei eine
gute Idee, Radfahrern zu zeigen, warum Radwege lebenswichtig sind.
(Richard Blume in d.r.f.)
Helmut Springer
2011-04-03 09:40:10 UTC
Permalink
Post by Olaf Schultz
mal ein relativ guter Artikel zum Plastikmüll...
In der Printausgabe der Sonntaz ist der uebrigens links oben auf
einer Doppelseite. Links aussen daneben Herstellerinformationen zu
modischen Helmen, rechts oben daneben eine "ohne Helm waere ich tot
und nie mehr ohne!" Anekdote.

Der zustaendigen Redaktion sei die eingehende Lektuere des Artikels
ueber unabhaengige Berichterstattung und Qualitaetsjournalismus
ihres Kollegen in der gleichen Ausgabe ans Herz gelegt.
--
MfG/Best regards
helmut springer panta rhei
Karsten H.
2011-04-03 20:26:28 UTC
Permalink
Ich Dokumentiere:

Liebe Leser,

Im Februar hatte ich zum Thema „Fahrradhelm- die Lebensversicherung
des Radfahrers“
geschrieben. Für die große Resonanz – persönlich wie per Mail - danke
ich herzlich. Leider schreibe
ich Ihnen noch einmal zu dem Thema, denn vor zwei Wochen musste ich
den ersten
Hirnverletzten dieses Jahres nach Sturz vom Rad behandeln. Eine Reihe
von Kopfverletzen ohne
Hirnschaden sehe ich sowieso jede Woche.

Im Brief vom Februar hatte ich eine Polizeibeamtin in Gütersloh
erwähnt, Frau Ellen Haase, die sich intensiv mit diesen Fragen
beschäftigt. Sie hat mir einiges an Material zukommen lassen und
stimmt auch der Weiterverbreitung an die Empfänger dieses Briefes zu,
wofür ich ihr herzlich danke. Die übermittelten Fotos von
Unfallopfern, gerade von Kindern, will ich Ihnen – den Lesern dieser
Zeilen -lieber ersparen. Doch ihr Text ist gut. Einige Schulen haben
diesen Info-Brief abonniert und vielleicht können im Unterricht die
unten aufgeführten Überlegungen einfließen.

Ellen Haase:
Argumente pro Fahrradhelm
Helm, die Lebensversicherung des Radfahrers/Skaters/Reiters/Skifahrers
• Unfälle passieren ganz plötzlich. Wenn man es vorher gewusst hätte,
hätte man an dem Tag was anderes gemacht.
• Keiner steht morgens auf und weiß: heute werde ich Unfallopfer.
Heute Abend liege ich in der Kiste/oder bin Pflegefall.
• Mehr Sechstklässler haben eine Zahnspange als einen Fahrradhelm. Mit
dem einen machen sich die Eltern Stress, mit dem anderen nicht.....
• Das kann uns nicht egal sein, ob unsere Kids mit Helm fahren.
Notfalls muss man sie mal laufen lassen zu Fuß.
• Als Eltern hilft nur „gutes Vorbild“! Helmtragen aus Verantwortung:
für sich selbst, für den Partner, für die eigenen Kinder, für die
Eltern.
Helmtragen ist die billigste Lebensversicherung gegen Pflegefall,
Sozialfall durch Unfallopferwerden.
• Helmtragen ist ein Verhütungsthema. Man verhütet, was man für die
eigene Zukunft nicht haben will. Nicht für die ganze Klasse, sondern
für sich ganz allein. Eine Schwangerschaft mit 14 wäre furchtbar
( ginge aber vorbei...), ein Schädel-Hirn-Trauma wäre schlimmer. Wenn
das Kind sagen würden „Mama, ich habe jetzt einen Freund und wir
bumsen auch ohne Kondom“ würde Mama auch nicht sagen: Kind, du bist ja
jetzt schon groß und wenn dann mal was passiert, musst du auch die
Konsequenzen selbst tragen.( Beim Helm hörte ich das oft so. )
• Frisurenproblem: Auf Intensivstation gibt es auch keine Frisur,
sondern Glatze.
• Zu heiß?. Auf Intensivstation ist es auch warm.
• Helm oder Hubschrauber, du hast die Wahl.
• Zu kalt: gegen kalte Ohren gibt es Fahrradhelmunterziehmützen.
• Bei Elternveranstaltungen… am Schluss einen Tennisball in die Mitte
werfen und erklären, dass Sie da hinten sich jetzt sicher wundern,
dass ich mit einem Ball werfe. Genauso unverhofft, wie sie jetzt was
gefangen haben, werden andere Leute Unfallopfer. Werfen Sie den Ball
gerne zurück. Einen Ball kann man zurückwerfen, ein Opferschicksal
nicht....
• Eltern fragen nach Helmberatung für Kind... Schlussfrage: Und Sie
selbst? Meist Gelächter. Dann Frage: Was hält Sie davon ab, Ihrem Kind
ein gutes Vorbild zu sein. Zu einem gesunden Aufwachsen von Kindern
gehören möglichst gesunde Eltern. Eltern zuerst, Mütter und Väter
werden gebraucht zuhause.

• Helme zu teuer? Was ein Helm gekostet hätte, zahlen die Angehörigen
in der 1. Woche schon an Sprit zur Intensivstation, so der Oberarzt
unserer Intensivstation.
• Helmtragen, die billigste und wirksamste
Unfallinvaliditätsversicherung (schadet aber nicht, trotzdem eine
solche Versicherung noch abzuschließen...)
• Die meisten Menschen kommen ins Grab, ohne je einen Helm gebraucht
zu haben, manche aber auch nur, weil sie keinen getragen haben.
• Helme kann man neu kaufen, Gehirn nicht.
• Helm kaputt, Kopf heile.
• ein gut sitzender Helm schützt noch das ganze Gesicht mit, selbst
die Zähne.
• Wenn einer sagt: „Fußgänger haben doch auch keinen Helm auf.“ Das
stimmt. Aber: Fußgänger haben Reflexe, fallen nicht sofort auf den
Kopf außer besoffen). Ziehen noch Knie hoch und Hände. Radfahrer
fallen ohne Reflexe über den Lenker oder mit dem Rad seitlich um.
Allein diese Hebelwirkung lässt riesige Kräfte auf den Kopf wirken.
• 20% aller tödl. Fahrradunfälle sind Alleinunfälle!! Also nicht immer
die bösen Autofahrer schuld.
• 2/3 aller tödl. Verletzten sind älter als 60 Jahre. Helm auf auch im
Seniorenalter. Das ist man dem Partner schuldig!!
• Helme bestehen aus „Kügelchen ( Styropor-)“. Wenn man diese
Kügelchen lose sieht, sehen sie aus wie homöopathischen Kügelchen:
daher: Helmkügelchen, die wirksamste homöopathische Medizin gegen
Hirnverletzungen. Hochwirkungsvoll und nebenwirkungsfrei gegen
Kopfschmerz, Gedächtnisstörungen, Schwindelgefühle, Aggressionen
Aphasien, ....... Man muss die Kügelchen aber vorher „nehmen“ – auf
den Kopf.
• Mütter zuerst untern Helm, wer soll denn sonst kochen??? – Dabei
geht es mir gar nicht ums Kochen, sondern um das „Kümmern zuhause“.
Dieses Argument verblüfft Mütter sehr.
• Väter zuerst untern Helm, wer soll denn sonst Geld verdienen? – Wie
vor
• Helmtragen aus Verantwortung; sich selbst zuliebe, dem Partner
zuliebe, der Familie zuliebe
• Lieber mit Helm „blöd“ aussehen als „blöd“ werden durch SHT

Haase

So der Text der Frau Ellen Haase, einer Polizeibeamtin aus Gütersloh,
die weiß, wovon sie
spricht.

Ihr,

Dr.Karsten Mülder
Chirurg-Durchgangsarzt-Unfallarzt
Krefelder Str. 7
D-10555 Berlin
Tel: +49-30-391 39 00
Fax: +49-30-399 022 89
Mail: ***@muelder.info
Web: www.dr-muelder.de

P.S: Ich hoffe, der Text hat Sie interessiert. Themenvorschläge und
Kommentare nehme ich
gerne entgegen. Kostenloses Abonnement und eventuelle Abbestellung des
Info-Briefes
unter: ***@muelder.info. Ich verpflichte mich, die Adressen der
Abonnenten auf keinen Fall
weiterzugeben.


Frühere Info-Briefe finden Sie im Internet auf meiner Web-Präsenz
unter www.dr-muelder.de

September 2007: Zeckenbisse
Oktober 2007: Der Endoprothesenskandal
November 2007: Grippe-Vogelgrippe-Grippeimpfung
Dezember 2007: Kopfgeld für Kranke?

Januar 2008: Tagfahrlicht für PKWs
Februar 2008: Der Fahrradhelm

Rechtlicher Hinweis:
Der INFO-BRIEF Dr. Mülder ist urheberrechtlich geschützt. Eine
Verwendung wird auch ohne
ausdrückliche Erlaubnis Dritten zugesagt, sofern auf seine Herkunft
hingewiesen wird.


Dr.Karsten Mülder
Chirurg-Durchgangsarzt-Unfallarzt
Krefelder Str. 7
D-10555 Berlin
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Fax: +49-30-399 022 89
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Web: www.dr-muelder.de
Dokumentation Ende-

Gruß
Karsten H.
Karsten H.
2011-04-03 20:32:40 UTC
Permalink
Moin,
Weitere Dokumentation von Herrn Dr Karsten Mülder zum Thema:

Liebe Leser,

Das heraufziehende Frühjahr erkennt man gleich an der zunehmenden Zahl
der
Fahrradfahrer auf Berlins Straßen. Nur wenige schützen sich mit einem
Helm. Manche empfinden den als lästig, Jugendliche als uncool und
besonders Frauen wehren sich gegen Helme, die angeblich die Frisuren
verderben. Dabei bestreitet niemand, dass Helme schützen können.

Eine Pressemitteilung vor einigen Tagen zwang mich, den Text dieses
Info-Briefs noch einmal zu überarbeiten. Dabei kam mir die Meldung wie
gerufen: „11-Jähriger durch Fahrradhelm gerettet.“ Er war bei einem
Verkehrsunfall schwer verletzt worden – aber dank eines Fahrradhelms
blieb er am Kopf unverletzt. Ohne Helm wäre das Kind jetzt tot.

Seit vielen Jahren versuche ich, meist vergeblich, bei meinen
Patienten für das Tragen eines Helms zu werben. Viele der Verletzten
in meiner Praxis sind Opfer von Fahrradunfällen. Immerhin kommen
manche Eltern mit Kindern in die Praxis, denen Helme aufgesetzt
wurden, die Eltern aber tragen selber keine. Dabei sind Eltern bei
Stürzen genauso gefährdet wie ihre Kinder und jeder weiß, dass sie
mit einer Hirnverletzung ihren Kindern meist wenig nutzen.

Viele meinen, bei kleineren Strecken in der Stadt brauche man den Helm
nicht. Dabei starb vor einigen Jahren ein junger Arzt und
Hochleistungssportler nach einem Sturz auf den Kopf, der auf dem
Wanderweg im Tegeler Fließ mit einem Fußgänger zusammenstieß – trotz
Fahrens im Schritt-Tempo. Es kommt ja nicht nur darauf an, wie schnell
man fährt, sondern wie man mit dem Kopf auftrifft. Mit Helm wäre dem
Kollegen wahrscheinlich gar nichts passiert.

Die große Firma BASF hat nach einer Reihe von schweren Unfällen den
Fahrradhelm auf ihrem Firmengelände zur Pflicht gemacht. In einigen
Staaten gibt es zumindest eine Helmpflicht für Kinder. In Deutschland
scheint das nicht durchsetzbar zu sein(Bundestagsdrucksache 15/2942 ,
im Internet abrufbar) und 2007 lehnte die Bundesregierung eine
allgemeine Helmpflicht ab. Der ehemalige Verteidigungsminister
Scharping, sonst ein Anhänger des Helms, hatte noch als
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz einen schweren Sturz ohne Helm
und trug eine Hirnverletzung davon. Als er als Minister nach Berlin
kam, habe ich ihm geschrieben und auf gesetzgeberische Initiativen
gedrängt. Die Reaktion war lau und meine Nachfrage ein Jahr später
wurde gar nicht mehr beantwortet. Heute ist Scharping Vorsitzender des
Bundes Deutscher Radfahrer, der sich auf seiner Homepage zum
Fahrradhelm nur im Zusammenhang mit Radrennen äußert.

Im Internet gibt es dagegen eine Veröffentlichung einer Polizeibeamtin
aus Gütersloh, die sich viel mit Fahrradhelmen beschäftigt hat. Sie
kommt zum Schluss, der Fahrradhelm sei „die Lebensversicherung des
Radfahrers“. ( http://www.frithjof.de/helmhilft.pdf)

Und bei mir? Ich selber fahre das ganze Jahr über Rad – aber keinen
Meter ohne Helm.
Einmal hat der mich auch geschützt, als mir eine Fußgängerin ins Rad
lief und ich im hohen Bogen durch die Luft flog und mit dem Kopf
aufkam. Andererseits – bei meinen Kindern bin ich mit dem Werben für
den Helm ähnlich erfolglos geblieben wie bei vielen meiner Patienten.
Leider.


Vielleicht hört aber der eine oder andere auf die Botschaft dieses
Schreibens – dann hätte es sich gelohnt.

Herzlichst,

Ihr,

Dr.Karsten Mülder
Chirurg-Durchgangsarzt-Unfallarzt
Krefelder Str. 7
D-10555 Berlin
Tel: +49-30-391 39 00
Fax: +49-30-399 022 89
Mail: ***@muelder.info
Web: www.dr-muelder.de

P.S: Ich hoffe, der Text hat Sie interessiert. Themenvorschläge und
Kommentare nehme ich
gerne entgegen. Kostenloses Abonnement und eventuelle Abbestellung des
Info-Briefes
unter: ***@muelder.info. Ich verpflichte mich, die Adressen der
Abonnenten auf keinen Fall
weiterzugeben.


Frühere Info-Briefe finden Sie im Internet auf meiner Web-Präsenz
unter www.dr-muelder.de
Ende der Dolkumentation-

Gruß
Karsten H.
E. Schwarz
2011-04-03 21:00:59 UTC
Permalink
<tofu>
Ich empfehle Schnuffi: Schnuffi ist mein kleinerweißer Stoffhund. Ich fahre
seit über 10 Jahren täglich mit dem Rad durch Berlin und mir ist noch nie
etwas passiert. OK, einmal bin ich von alleine umgefallen, weil ich in eine
Straßenbahnschiene geraten bin, aber Dank Schnuffi hab ich mir nur das
Handgelenk verstaucht. Dann habe ich Schnuffi vor 3 Jahren in der WaMa
gewaschen und an seinem Bauch ist ca. 1 cm Naht aufgegangen. Seitdem liegt
er zu Hause rum, weil ich keine Lust/Zeit zum Nähen hatte. Trotzdem hatte
ich gar keinen Unfall, noch nicht mal eine brenzlige Situation. Man kann
also sagen: Schnuffi wirkt auch von zu Hause und ich spare mir den Helm,
denn meine Frisur ist mir wirklich sehr wichtig - Haare gut alles gut und
Schnuffi sei Dank.
Elke
</tofu>
Post by Karsten H.
Moin,
Liebe Leser,
Das heraufziehende Frühjahr erkennt man gleich an der zunehmenden Zahl
der
Fahrradfahrer auf Berlins Straßen. Nur wenige schützen sich mit einem
Helm. Manche empfinden den als lästig, Jugendliche als uncool und
besonders Frauen wehren sich gegen Helme, die angeblich die Frisuren
verderben. Dabei bestreitet niemand, dass Helme schützen können.
Eine Pressemitteilung vor einigen Tagen zwang mich, den Text dieses
Info-Briefs noch einmal zu überarbeiten. Dabei kam mir die Meldung wie
gerufen: „11-Jähriger durch Fahrradhelm gerettet.“ Er war bei einem
Verkehrsunfall schwer verletzt worden – aber dank eines Fahrradhelms
blieb er am Kopf unverletzt. Ohne Helm wäre das Kind jetzt tot.
Seit vielen Jahren versuche ich, meist vergeblich, bei meinen
Patienten für das Tragen eines Helms zu werben. Viele der Verletzten
in meiner Praxis sind Opfer von Fahrradunfällen. Immerhin kommen
manche Eltern mit Kindern in die Praxis, denen Helme aufgesetzt
wurden, die Eltern aber tragen selber keine. Dabei sind Eltern bei
Stürzen genauso gefährdet wie ihre Kinder und jeder weiß, dass sie
mit einer Hirnverletzung ihren Kindern meist wenig nutzen.
Viele meinen, bei kleineren Strecken in der Stadt brauche man den Helm
nicht. Dabei starb vor einigen Jahren ein junger Arzt und
Hochleistungssportler nach einem Sturz auf den Kopf, der auf dem
Wanderweg im Tegeler Fließ mit einem Fußgänger zusammenstieß – trotz
Fahrens im Schritt-Tempo. Es kommt ja nicht nur darauf an, wie schnell
man fährt, sondern wie man mit dem Kopf auftrifft. Mit Helm wäre dem
Kollegen wahrscheinlich gar nichts passiert.
Die große Firma BASF hat nach einer Reihe von schweren Unfällen den
Fahrradhelm auf ihrem Firmengelände zur Pflicht gemacht. In einigen
Staaten gibt es zumindest eine Helmpflicht für Kinder. In Deutschland
scheint das nicht durchsetzbar zu sein(Bundestagsdrucksache 15/2942 ,
im Internet abrufbar) und 2007 lehnte die Bundesregierung eine
allgemeine Helmpflicht ab. Der ehemalige Verteidigungsminister
Scharping, sonst ein Anhänger des Helms, hatte noch als
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz einen schweren Sturz ohne Helm
und trug eine Hirnverletzung davon. Als er als Minister nach Berlin
kam, habe ich ihm geschrieben und auf gesetzgeberische Initiativen
gedrängt. Die Reaktion war lau und meine Nachfrage ein Jahr später
wurde gar nicht mehr beantwortet. Heute ist Scharping Vorsitzender des
Bundes Deutscher Radfahrer, der sich auf seiner Homepage zum
Fahrradhelm nur im Zusammenhang mit Radrennen äußert.
Im Internet gibt es dagegen eine Veröffentlichung einer Polizeibeamtin
aus Gütersloh, die sich viel mit Fahrradhelmen beschäftigt hat. Sie
kommt zum Schluss, der Fahrradhelm sei „die Lebensversicherung des
Radfahrers“. ( http://www.frithjof.de/helmhilft.pdf)
Und bei mir? Ich selber fahre das ganze Jahr über Rad – aber keinen
Meter ohne Helm.
Einmal hat der mich auch geschützt, als mir eine Fußgängerin ins Rad
lief und ich im hohen Bogen durch die Luft flog und mit dem Kopf
aufkam. Andererseits – bei meinen Kindern bin ich mit dem Werben für
den Helm ähnlich erfolglos geblieben wie bei vielen meiner Patienten.
Leider.
Vielleicht hört aber der eine oder andere auf die Botschaft dieses
Schreibens – dann hätte es sich gelohnt.
Herzlichst,
Ihr,
Dr.Karsten Mülder
Chirurg-Durchgangsarzt-Unfallarzt
Krefelder Str. 7
D-10555 Berlin
Tel: +49-30-391 39 00
Fax: +49-30-399 022 89
Web: www.dr-muelder.de
P.S: Ich hoffe, der Text hat Sie interessiert. Themenvorschläge und
Kommentare nehme ich
gerne entgegen. Kostenloses Abonnement und eventuelle Abbestellung des
Info-Briefes
Abonnenten auf keinen Fall
weiterzugeben.
Frühere Info-Briefe finden Sie im Internet auf meiner Web-Präsenz
unter www.dr-muelder.de
Ende der Dolkumentation-
Gruß
Karsten H.
Karsten H.
2011-04-03 21:39:50 UTC
Permalink
Post by E. Schwarz
<tofu>
Ich empfehle Schnuffi: Schnuffi ist mein kleinerweißer Stoffhund. Ich fahre
seit über 10 Jahren täglich mit dem Rad durch Berlin und mir ist noch nie
etwas passiert. OK, einmal bin ich von alleine umgefallen, weil ich in eine
Straßenbahnschiene geraten bin, aber Dank Schnuffi hab ich mir nur das
Handgelenk verstaucht. Dann habe ich Schnuffi vor 3 Jahren in der WaMa
gewaschen und an seinem Bauch ist ca. 1 cm Naht aufgegangen. Seitdem liegt
er zu Hause rum, weil ich keine Lust/Zeit zum Nähen hatte. Trotzdem hatte
ich gar keinen Unfall, noch nicht mal eine brenzlige Situation. Man kann
also sagen: Schnuffi wirkt auch von zu Hause und ich spare mir den Helm,
denn meine Frisur ist mir wirklich sehr wichtig - Haare gut alles gut und
Schnuffi sei Dank.
Elke
</tofu>
Moin,
Jaa, das wars:
Mein Stoff-Schweinchen "Monika" (Original Steiff) hat mich in Berlin
(West) zehn Jahre lang vor jedem Unfall bewahrt. Zwar bin ich auf
meinem Fahrrad mehrfach von Taxifahrern tätlich angegriffen worden
( mit dem Taxi und mit der Faust), einmal auch von einem BVG-Busfahrer
(also mit der Faust - nicht mit dem Bus)aber in zehn Fahrrad-Jahren im
Großstadt Gewusel gar kein Unfall.
Merke:r Verlass ist nur auf Marken Stoff-tiere.
Die Billig Produkte vom Grabbeltisch bieten nur bedingten Schutz.

Gruß
Karsten h.
Ralf Bader
2011-04-03 22:00:49 UTC
Permalink
Post by Karsten H.
Moin,
Liebe Leser,
Das heraufziehende Frühjahr erkennt man gleich an der zunehmenden Zahl
der
Fahrradfahrer auf Berlins Straßen. Nur wenige schützen sich mit einem
Helm. Manche empfinden den als lästig, Jugendliche als uncool und
besonders Frauen wehren sich gegen Helme, die angeblich die Frisuren
verderben. Dabei bestreitet niemand, dass Helme schützen können.
Eine Pressemitteilung vor einigen Tagen zwang mich, den Text dieses
Info-Briefs noch einmal zu überarbeiten. Dabei kam mir die Meldung wie
gerufen: „11-Jähriger durch Fahrradhelm gerettet.“ Er war bei einem
Verkehrsunfall schwer verletzt worden – aber dank eines Fahrradhelms
blieb er am Kopf unverletzt. Ohne Helm wäre das Kind jetzt tot.
Aha. Chirurgen haben vermutlich spezielle Kristallkugeln, mit denen sie
sowas erkennen können.
Post by Karsten H.
Seit vielen Jahren versuche ich, meist vergeblich, bei meinen
Patienten für das Tragen eines Helms zu werben. Viele der Verletzten
in meiner Praxis sind Opfer von Fahrradunfällen. Immerhin kommen
manche Eltern mit Kindern in die Praxis, denen Helme aufgesetzt
wurden, die Eltern aber tragen selber keine. Dabei sind Eltern bei
Stürzen genauso gefährdet wie ihre Kinder und jeder weiß, dass sie
mit einer Hirnverletzung ihren Kindern meist wenig nutzen.
Helmpflicht für Eltern minderjähriger Kinder!
Post by Karsten H.
Viele meinen, bei kleineren Strecken in der Stadt brauche man den Helm
nicht.
"Da stellen wir die "Helmverweigerer" mal ganz blöd hin" gehört zur
rhetorischen Grundausstattung jedes Uryzmissionars.
Post by Karsten H.
Dabei starb vor einigen Jahren ein junger Arzt und
Hochleistungssportler nach einem Sturz auf den Kopf, der auf dem
Wanderweg im Tegeler Fließ mit einem Fußgänger zusammenstieß – trotz
Fahrens im Schritt-Tempo. Es kommt ja nicht nur darauf an, wie schnell
man fährt, sondern wie man mit dem Kopf auftrifft. Mit Helm wäre dem
Kollegen wahrscheinlich gar nichts passiert.
Aber darauf, daß man fährt, scheint es aus rätselhaften Gründen anzukommen.
Sonst müßte der Herr Dr. Karsten Mülder auch einen Helm aufsetzen, wenn er
zu Fuß unterwegs ist. "Schritt-Tempo" kann man nämlich auch im Gehen
erreichen.

[blablablabla...]
Post by Karsten H.
Im Internet gibt es dagegen eine Veröffentlichung einer Polizeibeamtin
aus Gütersloh, die sich viel mit Fahrradhelmen beschäftigt hat. Sie
kommt zum Schluss, der Fahrradhelm sei „die Lebensversicherung des
Radfahrers“. ( http://www.frithjof.de/helmhilft.pdf)
Das glaube ich, daß die zu solchen Schlüssen kommt. Ist schon jemals jemand
wegen seiner Lebensversicherung nicht gestorben?
Post by Karsten H.
Und bei mir? Ich selber fahre das ganze Jahr über Rad – aber keinen
Meter ohne Helm.
Und wenn der Herr Dr. Karsten Mülder sein eigenes Geschreibsel durchdenken
würde, dann müßte er daraufkommen, daß das bei weitem nicht ausreicht.
Post by Karsten H.
Einmal hat der mich auch geschützt, als mir eine Fußgängerin ins Rad
lief und ich im hohen Bogen durch die Luft flog und mit dem Kopf
aufkam.
Interessant. Ich bezweifle nicht, daß man da schmerzhaft hinfliegen und sich
alle möglichen Blessuren zuziehen kann. Aber durch die Luft fliegen und auf
dem Kopf zu landen, einen solchen Stunt muß man m.E. üben, einfach so kriegt
man das nicht hin. Ich erinnere mich aber daran, daß mir einmal, Gefälle,
Straßenbaustelle, ein Kieshaufen unachtsam vors Vorderrad gesprungen ist. Da
hatte ich auch während des Geschehens so einen Eindruck, ich fliege und
lande mit dem Kopf voran. Hätte ich einen Helm aufgehabt, wäre der
wahrscheinlich kaputtgegangen. So ist nur ein Träger von einer seitlich
davongeflogenen Packtasche reparabel abgerissen, und ich mußte mir den Staub
abklopfen.


Ralf
Michael Manner
2011-04-03 22:13:07 UTC
Permalink
Post by Karsten H.
Moin,
Liebe Leser,
Das heraufziehende Frühjahr erkennt man gleich an der zunehmenden Zahl
der
Fahrradfahrer auf Berlins Straßen. Nur wenige schützen sich mit einem
Helm. Manche empfinden den als lästig, Jugendliche als uncool und
besonders Frauen wehren sich gegen Helme, die angeblich die Frisuren
verderben. Dabei bestreitet niemand, dass Helme schützen können.
Ja, Helme können schützen, das bestreitet niemand, aber Helme können auch
schaden, das bestreiten zwar schon einige, liegt aber auf der Hand, wenn man
seine grauen Zellen ein wenig anstrengt.
Nun stellt sich die Frage, überwiegt der Nutzen den Schaden? Hier sollte man
die Wissenschaft bemühen. Ich weiß, die Medizin halt als Disziplin seit
jeher einen starken Drang zur Religion, medizinische Fortschritte lassen
sich allerding nur durch ordentliche wissenschaftliche Arbeit erzielen.

Nun zur Wissenschaft: Hier konnte noch keine seriöse wissenschaftliche
Studie einen Nutzen der Helme feststellen, den die Helmhersteller ständig
versprechen.
Post by Karsten H.
Eine Pressemitteilung vor einigen Tagen zwang mich, den Text dieses
Info-Briefs noch einmal zu überarbeiten. Dabei kam mir die Meldung wie
gerufen: „11-Jähriger durch Fahrradhelm gerettet.“ Er war bei einem
Verkehrsunfall schwer verletzt worden – aber dank eines Fahrradhelms
blieb er am Kopf unverletzt. Ohne Helm wäre das Kind jetzt tot.
Wären alle meine Bekannten, die behaupten der Helm hätte sie vor dem Tot
geschützt tatsächlich gestorben oder schlimmeres, die Radhelmverweigerer
müssten auf den Straßen sterben wie die Fliegen. - Tun sie aber nicht.
Von den Radhelmverweigeren höre ich überhaupt wenige Unfallgeschichten.
Vermutlich sind sie dementsprechend selten beim Unfallchirugen.
Post by Karsten H.
Seit vielen Jahren versuche ich, meist vergeblich, bei meinen
Patienten für das Tragen eines Helms zu werben.
Wenn du dich irrst, haben die Patienten recht.
Post by Karsten H.
Viele der Verletzten
in meiner Praxis sind Opfer von Fahrradunfällen.
Sie haben eine große Praxis. Hier passieren gar nicht so viel
Fahrradunfälle.
Post by Karsten H.
Immerhin kommen
manche Eltern mit Kindern in die Praxis, denen Helme aufgesetzt
wurden, die Eltern aber tragen selber keine. Dabei sind Eltern bei
Stürzen genauso gefährdet wie ihre Kinder und jeder weiß, dass sie
mit einer Hirnverletzung ihren Kindern meist wenig nutzen.
Kinder(TM) sind immer ein gutes Argument. Wissenschaftlich belegbar ist
obiges auch?
Post by Karsten H.
Viele meinen, bei kleineren Strecken in der Stadt brauche man den Helm
nicht. Dabei starb vor einigen Jahren ein junger Arzt und
Hochleistungssportler nach einem Sturz auf den Kopf, der auf dem
Wanderweg im Tegeler Fließ mit einem Fußgänger zusammenstieß – trotz
Fahrens im Schritt-Tempo.
Vor einiger Zeit hatte ein Gemeindarzt in meiner ehemaligen Heimatgemeinde
einen schwern Radunfall. Er hat wegen eines zu großen Schirmchen am Helm
einen Ast in Augenhöhe übersehen. Sie wissen bestimmt, wie schwierig es sein
kann gebrochene Gesichtsknochen wieder zu kurieren.
Post by Karsten H.
Es kommt ja nicht nur darauf an, wie schnell
man fährt, sondern wie man mit dem Kopf auftrifft. Mit Helm wäre dem
Kollegen wahrscheinlich gar nichts passiert.
Kann sein oder auch nicht. Ich hatte auch mal einen Unfall, bin mit relativ
hoher Geschwindigkeit im rechten Winkel gegen eine Auto gefahren, dass mir
brutal den Weg abgeschitten hatte. Bin nach einen 10m Flug kopfüber gelandet
und brach mir dabei das Schüsselbein und einen Handknochen. Am Kopf hatte
ich nur ein paar harmlose Abschürfungen. Heftig Schmerzen, allerdings keine
ernsthafte Verletzung hatte ich an der Halswirbelsäule. Hätte ich mir das
Genick gebrochen, hätte ich einen Helm getragen? Vielleich, vielleicht auch
nicht.
Post by Karsten H.
Die große Firma BASF hat nach einer Reihe von schweren Unfällen den
Fahrradhelm auf ihrem Firmengelände zur Pflicht gemacht. In einigen
Staaten gibt es zumindest eine Helmpflicht für Kinder. In Deutschland
scheint das nicht durchsetzbar zu sein(Bundestagsdrucksache 15/2942 ,
im Internet abrufbar) und 2007 lehnte die Bundesregierung eine
allgemeine Helmpflicht ab. Der ehemalige Verteidigungsminister
Scharping, sonst ein Anhänger des Helms, hatte noch als
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz einen schweren Sturz ohne Helm
und trug eine Hirnverletzung davon. Als er als Minister nach Berlin
kam, habe ich ihm geschrieben und auf gesetzgeberische Initiativen
gedrängt. Die Reaktion war lau und meine Nachfrage ein Jahr später
wurde gar nicht mehr beantwortet. Heute ist Scharping Vorsitzender des
Bundes Deutscher Radfahrer, der sich auf seiner Homepage zum
Fahrradhelm nur im Zusammenhang mit Radrennen äußert.
Auch hier, wenn du dich irrst, sind die anderen möglicherweise im Recht.
Post by Karsten H.
Und bei mir? Ich selber fahre das ganze Jahr über Rad – aber keinen
Meter ohne Helm.
Wenn du an die Wirkung des Helms glaubst, dann ist die Wirkung des Helm mit
Post by Karsten H.
Einmal hat der mich auch geschützt, als mir eine Fußgängerin ins Rad
lief und ich im hohen Bogen durch die Luft flog und mit dem Kopf
aufkam.
Fußgänger laufen nur selten in Fahrräder. Irgendwas lief da falsch. Kann es
sein, dass sie mit nicht angepasster Geschwindigkeit auf Radwegen unterwegs
waren? Ansonst Sicherheitsabstand einhalten!
Post by Karsten H.
Andererseits – bei meinen Kindern bin ich mit dem Werben für
den Helm ähnlich erfolglos geblieben wie bei vielen meiner Patienten.
Leider.
Heute vor der Wiener Radparade habe ich ein paar Kinder auf einer BMX Bahn
beobachten können. Alle mussten einen Helm anziehen. Einige der Kinder haben
sich beim Stürzen ohne sichtbare Ausweichbewegung auf den Helm fallen
lassen. Andere haben den Kopf instinktiv hochgezogen, und der Helm hat nicht
mal den Boden berührt. Welche Kinder haben nun das Radfahren mit Helm
gelernt?
Post by Karsten H.
Vielleicht hört aber der eine oder andere auf die Botschaft dieses
Schreibens – dann hätte es sich gelohnt.
Und wenn du ignorriert wirst, schadet es vielleicht auch gar nicht.
Michael Paap
2011-04-04 07:02:07 UTC
Permalink
Post by Michael Manner
Von den Radhelmverweigeren höre ich überhaupt wenige Unfallgeschichten.
Vermutlich sind sie dementsprechend selten beim Unfallchirugen.
Neinneinnein. Die sind alle mausetot und erzählen deswegen nichts mehr.
Post by Michael Manner
Sie haben eine große Praxis. Hier passieren gar nicht so viel
Fahrradunfälle.
Bekanntlich landen auf dem Tisch jedes Unfallchirurgen oder Pathologen,
der sich an Helmfeldzügen beteiligt etwa so viele Helmverweigerer, wie
insgesamt Radfahrer in ganz Deutschland verunglücken. Ein Mysterium,
welches zeigt, dass wissenschaftliche oder statistische
Herangehensweisen an das Phänomen Fahrradhelm sinnlos sind, und es viel
wichtiger ist, dem zu vertrauen, was man (= Feldzügler) sieht oder zu
sehen glaubt.
Post by Michael Manner
Kann sein oder auch nicht. Ich hatte auch mal einen Unfall, bin mit relativ
hoher Geschwindigkeit im rechten Winkel gegen eine Auto gefahren, dass mir
brutal den Weg abgeschitten hatte. Bin nach einen 10m Flug kopfüber gelandet
und brach mir dabei das Schüsselbein und einen Handknochen. Am Kopf hatte
ich nur ein paar harmlose Abschürfungen.
Hättest du einen Helm getragen, hätte der durch die ihm inneohnende
Magie mindestens 85% des Schlüsselbeinbruchs vermieden.

Gruß,
Michael
Markus Luft
2011-04-04 15:04:32 UTC
Permalink
Post by Michael Paap
Post by Michael Manner
Sie haben eine große Praxis. Hier passieren gar nicht so viel
Fahrradunfälle.
Bekanntlich landen auf dem Tisch jedes Unfallchirurgen oder Pathologen,
der sich an Helmfeldzügen beteiligt etwa so viele Helmverweigerer, wie
insgesamt Radfahrer in ganz Deutschland verunglücken. Ein Mysterium,
welches zeigt, dass wissenschaftliche oder statistische
Herangehensweisen an das Phänomen Fahrradhelm sinnlos sind, und es viel
wichtiger ist, dem zu vertrauen, was man (= Feldzügler) sieht oder zu
sehen glaubt.
Ich hätte da eine wissenschaftliche Erklärung:
Die verunfallten Helmverweigerer werden solange sie noch ein bischen
leben von KH zu KH durchgereicht und landen am Ende dann *alle* bei
*einem* Pathologen in Berlin.
Michael Paap
2011-04-04 15:44:41 UTC
Permalink
Post by Markus Luft
Die verunfallten Helmverweigerer werden solange sie noch ein bischen
leben von KH zu KH durchgereicht und landen am Ende dann *alle* bei
*einem* Pathologen in Berlin.
Das wäre in der Tat eine Erklärung...

Gruß,
Michael
Mathias Böwe
2011-04-04 16:45:19 UTC
Permalink
Post by Michael Paap
Post by Markus Luft
Die verunfallten Helmverweigerer werden solange sie noch ein bischen
leben von KH zu KH durchgereicht und landen am Ende dann *alle* bei
*einem* Pathologen in Berlin.
Das wäre in der Tat eine Erklärung...
Gegenbeweis: Ich war nicht beim Tsokos.

Mathias
--
inzwischen wieder ohne Signatur
Ulrich Fürst
2011-04-04 18:24:17 UTC
Permalink
Post by Karsten H.
Moin,
[...]
Einmal hat der mich auch geschützt, als mir eine Fußgängerin ins Rad
lief und ich im hohen Bogen durch die Luft flog und mit dem Kopf
aufkam.
Fallen lernen... Wenn jemand mit dem Kopf zuerst aufkommt, dann macht
er was sehr falsch! Kinder lernen im Laufe des ersten
Lebensjahres das es weh tut auf den Kopf zu fallen; deshalb lernen
sie auch sehr schnell wie man das vermeidet. Wenn man das verlernt,
muss man es halt neu lernen.

Ulrich Fürst
Thomas Paulsen
2011-04-04 19:51:37 UTC
Permalink
Post by Ulrich Fürst
Post by Karsten H.
Moin,
[...]
Einmal hat der mich auch geschützt, als mir eine Fußgängerin ins Rad
lief und ich im hohen Bogen durch die Luft flog und mit dem Kopf
aufkam.
Fallen lernen... Wenn jemand mit dem Kopf zuerst aufkommt, dann macht
er was sehr falsch!
Er handelt entsprechend seiner eigenen Theorie: Fahrradfahrer haben
keine Reflexe, daher fallen sie wie Kartoffelsäcke. Wenn man sich
selbst widerspricht, wirkt man doch unglaubwürdig.

Thomas
Matthias Frank
2011-04-04 09:24:11 UTC
Permalink
Am 03.04.2011 22:26, schrieb Karsten H.:

Also bis hier hin dachte ich ja noch ...
Post by Karsten H.
• Helme bestehen aus „Kügelchen ( Styropor-)“. Wenn man diese
daher: Helmkügelchen, die wirksamste homöopathische Medizin gegen
Hirnverletzungen. Hochwirkungsvoll und nebenwirkungsfrei gegen
Kopfschmerz, Gedächtnisstörungen, Schwindelgefühle, Aggressionen
Aphasien, ....... Man muss die Kügelchen aber vorher „nehmen“ – auf
den Kopf.
• Mütter zuerst untern Helm, wer soll denn sonst kochen??? – Dabei
geht es mir gar nicht ums Kochen, sondern um das „Kümmern zuhause“.
Dieses Argument verblüfft Mütter sehr.
• Väter zuerst untern Helm, wer soll denn sonst Geld verdienen? – Wie
vor
• Helmtragen aus Verantwortung; sich selbst zuliebe, dem Partner
zuliebe, der Familie zuliebe
• Lieber mit Helm „blöd“ aussehen als „blöd“ werden durch SHT
Aber das ist doch Satire oder?

MfG
Matthias
Thomas Paulsen
2011-04-04 14:23:37 UTC
Permalink
Post by Karsten H.
• Wenn einer sagt: „Fußgänger haben doch auch keinen Helm auf.“
Das stimmt. Aber: Fußgänger haben Reflexe, fallen nicht sofort auf den
Kopf außer besoffen). Ziehen noch Knie hoch und Hände. Radfahrer
fallen ohne Reflexe über den Lenker oder mit dem Rad seitlich um.
Allein diese Hebelwirkung lässt riesige Kräfte auf den Kopf wirken.
Obiges möchte ich mir mal exemplarisch rauspicken.

Wer mit dem Fahrrad seitlich umfällt, ohne sich zu rühren (das wäre
dann ein Reflex, um den Sturz zu verhindern/abzumildern/abzuwenden),
war vermutlich schon tot, bevor das Umkippen begann.

Wenn Radfahrer keine Reflexe haben, warum bin ich bei meinen ganzen
Alleinunfällen noch nie auf den Kopf gefallen? Ich landete immer auf
Knien und/oder Händen - bis auf die beiden Male, wo ich viel zu schnell
in eine Kurve gefahren bin - aber ein leHm hätte dort auch nichts zu
schützen gehabt.

Zudem habe ich bei meinen beiden letzten Allein"unfällen" 2007 und 2008¹
vom Rad springen können, ehe es am Boden lag. Schade, dass das nicht
filmisch dokumentiert wurde, ich würde das gern auswerten. Nein, für
Wiederholungen gebe ich mich nicht her.

Thomas (eigentlich sollte man sowas unkommentiert in die Rundablage
verschieben)


¹ 2007 durch reflexhaftes "Notbremsen" aus unsinnigem Grund =>
Möchtegernpenninger; das Oberrohr hat noch meinen Oberschenkel noch
leicht gestreift.
2008 gut dosiertes Notbremsen aus wichtigem Grund, aber als ich nach
rechts auf das geschotterte Bankett fuhr, war die Geschwindigkeit noch
zu hoch => Vorderrad weggerutscht
Mathias Böwe
2011-04-04 16:40:12 UTC
Permalink
Post by Karsten H.
Im Brief vom Februar hatte ich eine Polizeibeamtin in Gütersloh
erwähnt, Frau Ellen Haase, die sich intensiv mit diesen Fragen
beschäftigt.
Und die auch nach jahrelanger Beschäftigung mit dem Therma nicht nur
nichts verstanden hat, sondern weiterhin ihre Mission fortsetzt.
Post by Karsten H.
[...] Doch ihr Text ist gut.
Nein. Er ist schlecht. Grottenschlecht und völlig unbeeinflußt von der
Realität. So eine Verweigerung vor den Tatsachen findet man sonst
höchstens noch bei anderen religiösen Eiferern.
Post by Karsten H.
Argumente pro Fahrradhelm
Helm, die Lebensversicherung des Radfahrers/Skaters/Reiters/Skifahrers
Hier wurden diejenigen vergessen, die ein ähnliches oder sogar weitaus
höheres Risiko eingehen: Fußgänger, Autofahrer, Treppengeher,
Duschbenutzer (tbc).
Post by Karsten H.
• Unfälle passieren ganz plötzlich. Wenn man es vorher gewusst hätte,
hätte man an dem Tag was anderes gemacht.
Falsch. Sie passieren nicht, sie werden verursacht.
Post by Karsten H.
• Mehr Sechstklässler haben eine Zahnspange als einen Fahrradhelm. Mit
dem einen machen sich die Eltern Stress, mit dem anderen nicht.....
Stimmt. Der Streß mit dem Helm ist nicht nachvollziehbar, sofern man
seine grauen Zellen eingeschaltet hat. Daß sie ohne Streß eine Korrektur
der Zahnstellung anstreben ist hingegen nachvollziehbar und zu begrüßen.
Post by Karsten H.
• Das kann uns nicht egal sein, ob unsere Kids mit Helm fahren.
Notfalls muss man sie mal laufen lassen zu Fuß.
Sofern sie dabei einen "Helm" aufsetzen...
Post by Karsten H.
für sich selbst, für den Partner, für die eigenen Kinder, für die
Eltern.
Die Idee, ein gutes Vorbild zu sein, ist uneingeschränkt zu begrüßen.
Aufgrund der Tatsache, daß ein Nutzen des "Helms" nirgendwo belegt ist,
der Schaden aber mehrfach nachgewiesen, bleibt als logische Konsequnez,
sich nicht zum Affen zu machen und mit klarem, umbe"helm"tem Kopf
unterwegs zu sein.
Post by Karsten H.
Helmtragen ist die billigste Lebensversicherung gegen Pflegefall,
Sozialfall durch Unfallopferwerden.
Das entspringt allein der Phantasie eines religiösen Eiferers. Abgesehen
davon ist diese Formulierung auch deshalb blödsinn weil eine
Lebensversicherung, wie hier schon geschrieben wurde, im Falle eines
Falles zwar materielle Sorgen abfangen kann, aber kaum ein
Unfallgeschehen positiv beeinflußt.
Post by Karsten H.
• Helmtragen ist ein Verhütungsthema.
Ja: Ein "Helm" verhütet wirksam die Benutzung umweltfreundlicher
Verkehrsmittel.
Post by Karsten H.
Man verhütet, was man für die
eigene Zukunft nicht haben will. Nicht für die ganze Klasse, sondern
für sich ganz allein. Eine Schwangerschaft mit 14 wäre furchtbar
( ginge aber vorbei...), ein Schädel-Hirn-Trauma wäre schlimmer.
Das ist natürlich Unfug. Eine Platzwunde gibt zwar eine gewaltige
Sauerei, ist aber harmlos. Wenn man mich vor die Wahl stellt, eine
Platzwunde an der Stirn oder einen zertrümmerten Unterkiefer zu haben,
dann müßte ich nicht lange überlegen. Allerdings entzeihe ich damit
Unfallchirurgen ihre Existenzgrundlage, weshalb nachvollziehbar ist,
warum sie zum Gebrauch so gefährlicher Utensilien raten.
Post by Karsten H.
Wenn
das Kind sagen würden "Mama, ich habe jetzt einen Freund und wir
bumsen auch ohne Kondom" würde Mama auch nicht sagen: Kind, du bist ja
jetzt schon groß und wenn dann mal was passiert, musst du auch die
Konsequenzen selbst tragen.( Beim Helm hörte ich das oft so. )
Ganz schwach: Die Konsequenzen sind nämlich mit und ohne "Helm" nahezu
identisch, leicht zuungunsten des "Helms" allerdings.
Post by Karsten H.
• Frisurenproblem: Auf Intensivstation gibt es auch keine Frisur,
sondern Glatze.
Ein Grund mehr, die Intensivstation möglichst zu meiden und sich nicht
auf den Schutz untauglicher Modeartikel zu verlassen.
Post by Karsten H.
• Zu heiß?. Auf Intensivstation ist es auch warm.
Deshalb bleibt man ihr auch besser fern. Zum Beispiel dadurch, daß man
im Falle eines Unfalls die Folgen nicht durch untaugliche Pacebos
verschlimmert.
Post by Karsten H.
• Helm oder Hubschrauber, du hast die Wahl.
Lieber Hubschrauber. Mit "Helm" wäre nämlich eher der Kombi mit
gardinenverhängten Scheiben angesagt.
Post by Karsten H.
• Zu kalt: gegen kalte Ohren gibt es Fahrradhelmunterziehmützen.
Ja. Noch besser funktionieren aber Mützen, die ohne Narrenkappe getragen
werden.
Post by Karsten H.
• Bei Elternveranstaltungen… am Schluss einen Tennisball in die Mitte
werfen und erklären, dass Sie da hinten sich jetzt sicher wundern,
dass ich mit einem Ball werfe. Genauso unverhofft, wie sie jetzt was
gefangen haben, werden andere Leute Unfallopfer. Werfen Sie den Ball
gerne zurück. Einen Ball kann man zurückwerfen, ein Opferschicksal
nicht....
Stimmt. Und deshalb ist es sinnvoll, sich so zu verhalten, daß man erst
gar nicht zum Opfer wird. Eine Monstranz in Form eines
Styropordeckelchens vor sich her zu tragen ist garantiert ungeeignet,
dieses Ziel zu erreichen.
Post by Karsten H.
• Eltern fragen nach Helmberatung für Kind... Schlussfrage: Und Sie
selbst? Meist Gelächter. Dann Frage: Was hält Sie davon ab, Ihrem Kind
ein gutes Vorbild zu sein. Zu einem gesunden Aufwachsen von Kindern
gehören möglichst gesunde Eltern. Eltern zuerst, Mütter und Väter
werden gebraucht zuhause.
Eben! Und deshalb vorbildlich stets ohne "Helm"!
Post by Karsten H.
• Helme zu teuer? Was ein Helm gekostet hätte, zahlen die Angehörigen
in der 1. Woche schon an Sprit zur Intensivstation, so der Oberarzt
unserer Intensivstation.
Dieses Geld hätten sie dann zusätzlich zur Verfügung, wenn sie es nicht
einem Dealer für ein benebelndes Mittel in den Rachen geworfen hätten.
Post by Karsten H.
• Helmtragen, die billigste und wirksamste
Unfallinvaliditätsversicherung (schadet aber nicht, trotzdem eine
solche Versicherung noch abzuschließen...)
Ja, er vermeidet nämlich die Teilnahme am Verkehr. In der Folge tauscht
man das (winzige) Risiko einer Verletzung gegen das Erhebliche Risiko
von Herz-Kreislauferkrankungen aufgrund von Bewegungsmangel ein.
Post by Karsten H.
• Die meisten Menschen kommen ins Grab, ohne je einen Helm gebraucht
zu haben, manche aber auch nur, weil sie keinen getragen haben.
Andere wiederum, *weil* sie einen "Helm" getragen haben. Es gibt starke
Indizien, daß ketztere Gruppe größer ist als diejenige, die auf ihr
Schlangenöl verzichtet haben.
Post by Karsten H.
• Helme kann man neu kaufen, Gehirn nicht.
Stimmt. Tamagotchis kann man auch neu kaufen. Ist das ein Argument für
den Tamagotchigebrauch im Straßenverkehr? Für die Sinnhaftigkeit solcher
Spielzeuge?
Post by Karsten H.
• Helm kaputt, Kopf heile.
Kein "Helm" kaputt, Kopf heile. Wenn diese Gewissensberuhiger so schnell
zu zerstören sind, dann kann es mit deren Schutz ja kaum weit her sein.
Post by Karsten H.
• ein gut sitzender Helm schützt noch das ganze Gesicht mit, selbst
die Zähne.
Solche Helme nennt man Integralhelme, die möglicherweise wirklich einen
leichten Schutz bieten könnten, jedoch jegliche Form körperlicher
Betätigung wirksam unterbinden. Diese unterbleibt also, weshalb die
betroffenen Menschen verfetten und vorzeitig an
Herz-Kreislauferkrankungen versterben.
Post by Karsten H.
• Wenn einer sagt: "Fußgänger haben doch auch keinen Helm auf." Das
stimmt. Aber: Fußgänger haben Reflexe, fallen nicht sofort auf den
Kopf außer besoffen). Ziehen noch Knie hoch und Hände. Radfahrer
fallen ohne Reflexe über den Lenker oder mit dem Rad seitlich um.
Das ist Satire pur. Kein Mensch verliert seine Reflexe in dem Moment, in
dem er sich auf ein Fahrrad schwingt. Wer das Gegenteil behauptet, der
hat damit lediglich unter Beweis gestellt, daß er nicht im Ansatz
medizinisches Grundwissen besitzt.
Post by Karsten H.
Allein diese Hebelwirkung lässt riesige Kräfte auf den Kopf wirken.
Diese Hebelwirkung wird durch einen "Helm" deutlich verstärkt, die die
erheblichen Verletzungen im nicht bedeckten Bereich des Kopfes führen.
Post by Karsten H.
• 20% aller tödl. Fahrradunfälle sind Alleinunfälle!! Also nicht immer
die bösen Autofahrer schuld.
Diese Quote ändert sich nicht durch öffentliches Herumführen eines
materialisierten Glaubensbekenntnisses.
Post by Karsten H.
• 2/3 aller tödl. Verletzten sind älter als 60 Jahre. Helm auf auch im
Seniorenalter. Das ist man dem Partner schuldig!!
Damit man die Rest leichter zusammensammeln kann, um sie in die
Never-come-back-box einzufüllen?
Post by Karsten H.
• Helme bestehen aus "Kügelchen ( Styropor-)". Wenn man diese
daher: Helmkügelchen, die wirksamste homöopathische Medizin gegen
Hirnverletzungen. Hochwirkungsvoll und nebenwirkungsfrei gegen
Kopfschmerz, Gedächtnisstörungen, Schwindelgefühle, Aggressionen
Aphasien, ....... Man muss die Kügelchen aber vorher "nehmen" – auf
den Kopf.
Jaja, die "Globuli": Man muß nur fest genug daran glauben... Am besten
wirken sie übrigens in hochpotenzierter Form. In einer Potenz von D10
oder D12 (also ein Kügelchen je eine Billion Radfahrer) ist die Wirkung
nachweislich höher, als wenn man den Wirkstoff unverdünnt anwendet.
Post by Karsten H.
• Mütter zuerst untern Helm, wer soll denn sonst kochen??? – Dabei
geht es mir gar nicht ums Kochen, sondern um das "Kümmern zuhause".
Dieses Argument verblüfft Mütter sehr.
Jaja, den Mütter sind ja immer ein wenig dümmlich - sind ja auch nur
Frauen. Dabei handeln sie intuitiv sinnvoll, sofern sie nicht einer
massiven Hirnwäsche unterzogen wurden und sich von Quacksalbern
einlullen lassen, die ihnen weismachen wollen, daß ein Plastikfetisch
ihr Seelenheil retten könnte.
Post by Karsten H.
• Väter zuerst untern Helm, wer soll denn sonst Geld verdienen? – Wie
vor
Wie soll der schwer verletzte oder tödlich verunglückte Vater Geld
verdienen? Wenn er seine Sinne beisammen hat, dann tut er nichts, was
sein Risiko erhöhen würde. Insbesondere verzichtet er auf die unnötige
Ausgabe für ein untaugliches Utensil.
Post by Karsten H.
• Helmtragen aus Verantwortung; sich selbst zuliebe, dem Partner
zuliebe, der Familie zuliebe
Barhäuptig aus Verantwortung: Sich selbt zuliebe, dem Partner zuliebe,
der Familie zuliebe.
Post by Karsten H.
• Lieber mit Helm "blöd" aussehen als "blöd" werden durch SHT
Lieber ohne Helm gut aussehen als blöde werden durch die Folgen eines
"helm"induzierten Sturzes und der "helm"induzierten Komplikation beim
Sturz.
Post by Karsten H.
Haase
Selten paßt der Spruch so gut wie bei dieser "Dame": "Mein Name ist
Haase, ich weiß von nichts."
Post by Karsten H.
So der Text der Frau Ellen Haase, einer Polizeibeamtin aus Gütersloh,
die weiß, wovon sie spricht.
Das Gegenteil ist der Fall. Sie ist penetranter in ihrer Mission als die
Zeugen Jehovas, und genau wie diese stützt sie ihre Überzeugung
ausschließlich auf einen festen Glauben, der sich durch Fakten nicht
erschüttern läßt.

Mathias
--
inzwischen wieder ohne Signatur
Christoph Maercker
2011-04-05 10:56:16 UTC
Permalink
Post by Karsten H.
• Wenn einer sagt: „Fußgänger haben doch auch keinen Helm auf.“ Das
stimmt. Aber: Fußgänger haben Reflexe, fallen nicht sofort auf den
Kopf außer besoffen). Ziehen noch Knie hoch und Hände. Radfahrer
fallen ohne Reflexe über den Lenker oder mit dem Rad seitlich um.
Allein diese Hebelwirkung lässt riesige Kräfte auf den Kopf wirken.
Diese Scheinlogik zu Ende gedacht, muss zwangsläufig zu der Annahme
führen, dass Autofahrer scheintot hinterm Lenkrad sitzen.
--
CU Christoph Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER!
Mathias Böwe
2011-04-05 15:09:05 UTC
Permalink
Post by Christoph Maercker
Diese Scheinlogik zu Ende gedacht, muss zwangsläufig zu der Annahme
führen, dass Autofahrer scheintot hinterm Lenkrad sitzen.
Die Beobachtung legt nahe, daß das auf nicht wenige Exemplare genau so
auch zutrifft.

Mathias
--
inzwischen wieder ohne Signatur
Christoph Maercker
2011-04-05 15:31:48 UTC
Permalink
• Wenn einer sagt: „Fußgänger haben doch auch keinen Helm auf.“ Das
stimmt. Aber: Fußgänger haben Reflexe, fallen nicht sofort auf den
Kopf außer besoffen). Ziehen noch Knie hoch und Hände. Radfahrer
fallen ohne Reflexe über den Lenker oder mit dem Rad seitlich um.
Allein diese Hebelwirkung lässt riesige Kräfte auf den Kopf wirken.
Mir fällt eben auf, dass hier jegliche Erklärung fehlt, welcher Hebel
gemeint ist. Wenn überhaupt, wirkt der doch vor allem auf Genick +
Halswirbel, oder?
--
CU Christoph Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER!
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