Discussion:
E-Bike-Nutzung
(zu alt für eine Antwort)
Anton Ertl
2018-08-14 07:09:20 UTC
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E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau) spielen
in Medien und in den Diskussionen hier eine relativ grosse Rolle.
Diejenigen, die sich "Radverkehrsfoerderung" auf die Fahnen
geschrieben haben, versprechen sich einen Radfahrboom davon (ob das
jetzt wirklich Radfahren ist, will ich jetzt hier nicht betrachten);
andere befuerchten Schlimmes von E-Bikes. der Handel freut sich ueber
einen grossen Umsatz durch E-Bikes. Z.B. sind laut
<https://www.elektrobike-online.com/e-bike-statistik> 2017 (wohl in
Deutschland) 720.000 E-Bikes bei 3,85Mio Fahrraedern und E-Bikes
insgesamt verkauft worden (also 18.7% E-Bike-Anteil), davon 99%
E-Bikes 25, 1% E-Bikes 45.

Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen, mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes
mit Anhaenger einer Supermarktkette. Meine Erklaerung dafuer war
bislang, dass E-Bikes halt einfach Freizeitgeraete sind. Heuer habe
ich aber waehrend der Freizeitfahrten drauf geachtet, und da faehrt
auch kaum jemand mit einem E-Bike, vielleicht 1%-2%, und zwar sowohl
im auf dem Donauradweg (flach und Radweg), als auch im Wienerwald
(huegelig und Fahrbahn).

Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden. Das ist nicht unbedingt das, was sich die Kaeufer
erwarten, aber das ist offenbar das, was sie tun.

Und das wundert mich auch nicht: E-Bikes werden mit dem Versprechen
ver- und gekauft, einen (vorgeblichen) Grund fuer das Nicht-Radfahren
zu eliminieren (und deswegen sind die meisten "Radverkehrsfoerderer"
auch so begeistert), dann wird das Ding probiert, ja, ok, ist weniger
anstrengend, aber dann tut einem der Hintern weh, oder man hat am
naechsten Wochenende bzw. bei der naechsten Nutzfahrt einfach keine
Zeit bzw. was anderes zu tun, oder die Batterie ist nicht aufgeladen
etc. Ganz wie bei Radwegen, nur dass es keine
E-Bike-Benutzungspflicht gibt und dass Radwege alle Radfahrer bremsen,
E-Bikes nur einige.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
Bernhard Kraft
2018-08-14 08:47:14 UTC
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Post by Anton Ertl
E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau)
In Deutschland sind die Pedelecs beliebt. Die kann man ohne Helm
und Nummernschild fahren. Die schnellere Klasse mit Nummernschild
ist noch nicht so sehr verbreitet.
Post by Anton Ertl
Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen, mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes
mit Anhaenger einer Supermarktkette.
Auf dem Firmenparkplatz eines Großkonzerns in meiner Stadt nimmt der
Anteil stetig zu. Ob die E-Bikes die Gesamtzahl der Zweiräder auf dem
Parkplatz nennenswert erhöht hat, möchte ich bezweifeln. Die Menge ist
im wesentlichen vom Wetter abhängig.
Post by Anton Ertl
Meine Erklaerung dafuer war
bislang, dass E-Bikes halt einfach Freizeitgeraete sind.
Fahrräder sind auch meist Sport/Freizeitgeräte.
Post by Anton Ertl
ich aber waehrend der Freizeitfahrten drauf geachtet, und da faehrt
auch kaum jemand mit einem E-Bike, vielleicht 1%-2%, und zwar sowohl
im auf dem Donauradweg (flach und Radweg), als auch im Wienerwald
(huegelig und Fahrbahn).
In Deutschland ist der Anteil auf Touristenpfaden mit Sicherheit höher.
Post by Anton Ertl
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden.
Das ist aber auch logisch. Wer Anstrengung beim Radfahren vermeidet, wird auch
wenig Interesse daran haben bei Schlechtwetter unterwegs zu sein.
Post by Anton Ertl
E-Bikes werden mit dem Versprechen
ver- und gekauft, einen (vorgeblichen) Grund fuer das Nicht-Radfahren
zu eliminieren (und deswegen sind die meisten "Radverkehrsfoerderer"
auch so begeistert), dann wird das Ding probiert, ja, ok, ist weniger
anstrengend,
Der Aktionsradius wird vergrößert. Darauf beruhen die Hoffnungen.
Die Wetterabhängigkeit ist recht groß. Der Klimawandel hilft.

Es würde mich interessieren, ob im Mittelmehrraum (Italien) die (Knatter-)Vespas
langsam durch Elektrofahrzeuge abgelöst werden.

Ich war dieses Jahr in Südfrankreich und habe dort vereinzelt Pedelecs gesehen. Frankreich ist aber auch das totale Auto-Land, kein Vespa-Land. Radfahren
ist als Freizeitsport beliebt. Einige der Pedelecs waren im Rennrad-Design.
So etwas habe ich in Deutschland noch nicht gesehen. Hier wird eher das
MTB-Design bei den Elektrofahrädern bevorzugt, wenn es denn etwas "sportlicher"
aussehen soll.
Anton Ertl
2018-08-14 09:27:37 UTC
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Post by Bernhard Kraft
E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau)=20
In Deutschland sind die Pedelecs beliebt. Die kann man ohne Helm
und Nummernschild fahren. Die schnellere Klasse mit Nummernschild
ist noch nicht so sehr verbreitet.
Die von mir zitierte Verkaufsstatistik nannte nur E-Bike 25 und E-Bike
45. Den Begriff Pedelec verwendeten die ueberhaupt nicht.
Post by Bernhard Kraft
Meine Erklaerung dafuer war
bislang, dass E-Bikes halt einfach Freizeitgeraete sind.
Fahrr=C3=A4der sind auch meist Sport/Freizeitger=C3=A4te.
Hier in Wien schon. Aber auch hier gibt es Alltagsradverkehr; nur
werden halt die vielen hier verkauften* E-Bikes kaum dafuer eingesetzt.

*) Zumindest 2015 lag .at laut
<https://www.vcoe.at/presse/presseaussendungen/detail/vcoe-oesterreich-bei-e-fahrrad-verkaeufen-an-dritter-stelle-in-europa>
vor .de im E-Bike-Verkauf pro Kopf: 8980/Mio EW im Vergleich zu 6540
in .de. Es gab Ende 2015 auch schon ueber 300.000 E-Bikes in .at,
inzwischen vermutlich schon >500.000. Dass der VCOe diese Meldung
mit der Forderung nach "Radfahr-Infrastruktur" verbindet, und diese
Forderung auch noch mit Beschaeftigungswirkung begruendet, passt in
das Bild, das ich von diesem Verein habe.
Post by Bernhard Kraft
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden.=20
Das ist aber auch logisch. Wer Anstrengung beim Radfahren vermeidet, wird a=
uch=20
wenig Interesse daran haben bei Schlechtwetter unterwegs zu sein.
Nur wurden meine Beobachtungen zu Freizeitfahrten bei Schoenwetter
gemacht, das ist in dem Fall also nicht der Grund.
Post by Bernhard Kraft
Der Aktionsradius wird vergr=C3=B6=C3=9Fert.
Erhofft oder tatsaechlich? Ich bin letzten Sonntag 100km und 1400Hm
gefahren. Ich habe so meine Zweifel, dass ich das mit einem E-Bike
geschafft haette, auch wenn das keine besonders lange Tour war.
Post by Bernhard Kraft
Darauf beruhen die Hoffnungen.
Die Wetterabh=C3=A4ngigkeit ist recht gro=C3=9F. Der Klimawandel hilft.
Du meinst, bei 38 Grad im Schatten hat man keine Lust, sich
anzustrengen? Mag sein, aber ich glaube, wer zu bequem ist, um sich
anzustrengen, wird bei solchen Temperaturen auch nicht fahren. Und
nein, die Tage und Zeiten meiner Freizeitbeobachtungen waren auch
temperaturmaessig nicht extrem.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
Bernhard Kraft
2018-08-14 13:43:59 UTC
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Post by Anton Ertl
Der Aktionsradius wird vergroessert
Erhofft oder tatsaechlich? Ich bin letzten Sonntag 100km und 1400Hm
gefahren. Ich habe so meine Zweifel, dass ich das mit einem E-Bike
geschafft haette, auch wenn das keine besonders lange Tour war.
Eben am Sonntag. Für die Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen reicht der
Akku allemal.
Nur würden viele Leute ab 100 Höhenmeter mit dem Rad lieber das Auto
nehmen. Oder 15km sind schon zu viel. Das geht mir auch so.

Wenn ich derzeit keine Lust habe mit dem Rad den Berg hoch zu fahren, nehme
ich das Brompton und packe es in den Linienbus. Das ist für mich die besser
Lösung. Ich werde mir auf jeden Fall irgendwann ein Elektrofahrzeug kaufen.
Derzeit weiß ich nicht wo hin damit. Das Brompton braucht halt unschlagbar
wenig Platz. Hätte ich eine Garage, hätte ich auch ein Ebike. Einige
Autofahrten würden dann durch Ebike-Fahrten ersetzt.

Man kann nicht sagen, dass ein Ebike nichts bringt. Für Autobesitzer sind
die Anwendungsfälle nicht so häufig, aber sinnvoll. Für Nicht-Autobesitzer
(bzw. Fußgänger oder Wenig-Radfahrer) sind die Ebikes ein Segen. Man kann
z.B. günstigeren Wohnraum außerhalb der Stadtzentren nutzen und wird in
seinem Möglichkeiten nicht mehr so stark eingeschränkt. Ich kenne jemanden
in meinem Bekanntenkreis, der das so gemacht hat.
Anton Ertl
2018-08-14 14:10:32 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Der Aktionsradius wird vergroessert
Erhofft oder tatsaechlich? Ich bin letzten Sonntag 100km und 1400Hm
gefahren. Ich habe so meine Zweifel, dass ich das mit einem E-Bike
geschafft haette, auch wenn das keine besonders lange Tour war.
Eben am Sonntag. FÃŒr die Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen reicht der
Akku allemal.
Nur wÌrden viele Leute ab 100 Höhenmeter mit dem Rad lieber das Auto
nehmen. Oder 15km sind schon zu viel. Das geht mir auch so.
Wenn mir 15km auf dem HPV (human-powered vehicle) zuviel sind*, dann
auch auf dem E-Bike, vermutlich in noch groesserem Mass. Die 100Hm
waeren eher ein Argument, je nach Steigung. Wenn das z.B. auf 2km
ist, kaeme ich da vermutlich mit dem E-Bike deutlich schneller rauf
(und nicht soviel langsamer herunter) als mit dem HPV. Aber ich wohne
ja nicht in Genua, und die meisten anderen auch nicht. Und wenn ich
in Genua wohnen wuerde, wuerde ich bergauf wohl Dein Brompton in die
Funicolare (Standseilbahn) oder den Bus nehmen, und bergab dann das
Brompton.

*) Mein taeglicher Arbeitsweg waren 1989 13km, mit betraechtlichem
Radweganteil. 15km ohne Radwege waeren ueberhaupt kein Problem.
Man kann nicht sagen, dass ein Ebike nichts bringt. FÃŒr Autobesitzer sind
die AnwendungsfÀlle nicht so hÀufig, aber sinnvoll. FÌr Nicht-Autobesitzer
(bzw. FußgÀnger oder Wenig-Radfahrer) sind die Ebikes ein Segen.
Also von der von "Radverkehrsfoerderern" versprochenen Verkehrswende
keine Spur.
Man kann
z.B. gÃŒnstigeren Wohnraum außerhalb der Stadtzentren nutzen und wird in
seinem Möglichkeiten nicht mehr so stark eingeschrÀnkt. Ich kenne jemanden
in meinem Bekanntenkreis, der das so gemacht hat.
Ich vermute, ein gewisser Anteil derer, die das machen, schafft sich
dann auf die Dauer doch ein Auto an, weil da draussen kann man es ja
parken, und man hat dann noch mehr Moeglichkeiten, oder die
Lebensumstaende machen es noetig, o.ae. Dann waere das E-Bike der
Tueroeffner fuer das Auto, genau das Gegenteil von dem, was uns die
"Radverkehrsfoerderer" versprechen.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
frank paulsen
2018-08-15 08:51:44 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Wenn mir 15km auf dem HPV (human-powered vehicle) zuviel sind*, dann
auch auf dem E-Bike, vermutlich in noch groesserem Mass. Die 100Hm
waeren eher ein Argument, je nach Steigung. Wenn das z.B. auf 2km
ist, kaeme ich da vermutlich mit dem E-Bike deutlich schneller rauf
(und nicht soviel langsamer herunter) als mit dem HPV. Aber ich wohne
ja nicht in Genua, und die meisten anderen auch nicht.
ich beobachte aktuell umstiegsbedingt den radverkehr "Am Höchsten" in
Dortmund. wenn ich mit strava eine route vom Phoenixsee zum Höchsten
plane, sind das 97 Hm auf 3,2 km.

der Pedelec-anteil dort liegt irgendwo bei 80%, und das ueber alle
altersklassen, tatsaechlich sieht man da morgens schulkinder mit
pedelecs.

der Phoenixsee liegt auf 100 m, Sommerberg auf 200 m, der schulweg nach
Hörde ist knapp kleiner als die 3,5 km, die fuer eine bezuschusste
fahrkarte notwendig werden. nicht Genua, sondern Dortmund, achtgroesste
stadt deutschlands. (man kann auch nach Schwerte zur schule, gleiches
hoehenverhaeltnis, etwas laengere strecke, kein nuetzlicher bus)

die paar leute, die sich da ohne elektrische unterstuetzung hochquaelen,
sind typische freizeitfahrer auf rennraedern, und ganz selten mal ein
paar mountainbiker, die weiter in den wald wollen.
--
frobnicate foo
Helmut Springer
2018-08-15 09:11:45 UTC
Permalink
nicht Genua, sondern Dortmund, achtgroesste stadt deutschlands.
Stuttgart hat einen signifikanten und noch immer steigenden Anteil
von Pedelecs auf den Pendelstrecken. Mittlerweile auch einiges an
entsprechende Lastenfahrraeder zum Kindertransport, jedenfalls in
den hipperen Stadtteilen. Bei jedem Wetter, denn das ersetzt ein
Auto, und oefter im mittleren vierstelligen Kostenbereich, denn die
Leute wissen, was ein Auto kostete.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Anton Ertl
2018-08-15 13:33:02 UTC
Permalink
Post by Helmut Springer
nicht Genua, sondern Dortmund, achtgroesste stadt deutschlands.
Stuttgart hat einen signifikanten und noch immer steigenden Anteil
von Pedelecs auf den Pendelstrecken.
Wobei Stuttgart deutlich mehr mit Genua gemeinsam hat als Dortmund.
Aber ja, das viele auf der genannten Strecke in Dortmund nicht mit dem
HPV fahren, auch wenn die durchschnittliche Steigung da nur 3% ist,
ist nicht ueberraschend. Ich bin schon lange ueberzeugt, dass
Flachheit ein entscheidendes Kriterium fuer einen hohen
Radverkehrsanteil ist (wobei die bezirksweisen Radverkehrsanteile in
Wien dem widersprechen: da haben die huegeligen Bezirke 4-9 hoehere
Radverkehrsanteile als die flachen Bezirke 21 und 22).
Post by Helmut Springer
Mittlerweile auch einiges an
entsprechende Lastenfahrraeder zum Kindertransport, jedenfalls in
den hipperen Stadtteilen. Bei jedem Wetter, denn das ersetzt ein
Auto, und oefter im mittleren vierstelligen Kostenbereich, denn die
Leute wissen, was ein Auto kostete.
Das dagegen klingt eher nach einem Wunschtraum. Klar gibt's
Einzelfaelle, die sowas machen, ich habe aber starke Zweifel, dass
Stuttgart in, sagen wir, 10 Jahren, 10% weniger Autoanteil und dafuer
10% mehr E-Bike-Anteil haben wird.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
Helmut Springer
2018-08-15 13:57:45 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Wobei Stuttgart deutlich mehr mit Genua gemeinsam hat als
Dortmund.
Du unterschaetzt Dortmund.
Post by Anton Ertl
Ich bin schon lange ueberzeugt, dass Flachheit ein entscheidendes
Kriterium fuer einen hohen Radverkehrsanteil ist
Du unterschlaegst, dass es hier um Pedelcs geht, die genau das
aendern.
Post by Anton Ertl
jedem Wetter, denn das ersetzt ein Auto, und oefter im mittleren
vierstelligen Kostenbereich, denn die Leute wissen, was ein Auto
kostete.
Das dagegen klingt eher nach einem Wunschtraum. Klar gibt's
Einzelfaelle, die sowas machen, ich habe aber starke Zweifel, dass
Du spekulierst, ich rede mit diesen Leuten.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Anton Ertl
2018-08-15 16:29:50 UTC
Permalink
Post by Helmut Springer
Post by Anton Ertl
Wobei Stuttgart deutlich mehr mit Genua gemeinsam hat als
Dortmund.
Du unterschaetzt Dortmund.
Erzaehle naeheres. Haben sich da seit meinem Besuch vor zwei Jahren
grosse tektonische Aenderungen ergeben und die Innenstadt ist um
Post by Helmut Springer
200Hm abgesunken und ist jetzt von steilen Anstiegen umringt?
Post by Anton Ertl
Ich bin schon lange ueberzeugt, dass Flachheit ein entscheidendes
Kriterium fuer einen hohen Radverkehrsanteil ist
Du unterschlaegst, dass es hier um Pedelcs geht, die genau das
aendern.
Selbst wenn man sie zum Radverkehrsanteil statt zum MIV-Anteil zaehlt
(und ich glaube, die ueblichen Modal-Split-Erhebungen tun das), bis
jetzt haben sie das nicht geaendert.
Post by Helmut Springer
Post by Anton Ertl
jedem Wetter, denn das ersetzt ein Auto, und oefter im mittleren
vierstelligen Kostenbereich, denn die Leute wissen, was ein Auto
kostete.
Das dagegen klingt eher nach einem Wunschtraum. Klar gibt's
Einzelfaelle, die sowas machen, ich habe aber starke Zweifel, dass
Du spekulierst, ich rede mit diesen Leuten.
Mit wieviel Prozent der Einwohner Stuttgarts hast Du diesbezueglich
geredet?

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
R.Stein-Cadenbach
2018-08-16 04:31:23 UTC
Permalink
Post by Helmut Springer
Post by Anton Ertl
Wobei Stuttgart deutlich mehr mit Genua gemeinsam hat als
Dortmund.
Du unterschaetzt Dortmund.
Dortmund ist flach. Ich bin dort gebürtig. Das niedersächsiche Lüneburg,
in dessen Nähe ich jetzt wohne, hat bemerkenswerte Anstiege: geringes
Pedelec-Vorkommen. Ich hab mal die 2 Fahrradparkhäuser am Bahnhof
(Pendlerhochburg) plus Außenparkbereich durchkämmt: kaum Pedelecs zu sehen.
Eine große Pedelcdichte ist mir zum ersten mal in Fehmarn aufgefallen
(flache Urlaubsinsel mit absehbar kurzen Wegen).
In den Vogesen hab ich keine Pedelecs gesehen, in Holland boomen sie.
Kultur spielt m.E. eine große Rolle. Das Ruhrgebiet war noch nie eine
Fahrradhochburg - Ausnahme: Bottrop.
Post by Helmut Springer
Post by Anton Ertl
Ich bin schon lange ueberzeugt, dass Flachheit ein entscheidendes
Kriterium fuer einen hohen Radverkehrsanteil ist
Du unterschlaegst, dass es hier um Pedelcs geht, die genau das
aendern.
Post by Anton Ertl
jedem Wetter, denn das ersetzt ein Auto, und oefter im mittleren
vierstelligen Kostenbereich, denn die Leute wissen, was ein Auto
kostete.
Das dagegen klingt eher nach einem Wunschtraum. Klar gibt's
Einzelfaelle, die sowas machen, ich habe aber starke Zweifel, dass
Du spekulierst, ich rede mit diesen Leuten.
Karsten H.
2018-08-17 11:11:36 UTC
Permalink
(...) Ich hab mal die 2 Fahrradparkhäuser am Bahnhof
(Pendlerhochburg) plus Außenparkbereich durchkämmt: kaum Pedelecs zu sehen.
(...)

Ich besichtige regelmäßig dieselben Parkhäuser und kann den
Befund voll bestätigen.

Bahnpendlerinnen sind mMn keineswegs typische Ele-RadlerInnen.
Die nutzen Ele-Räder vielmehr um die Arbeitsstelle direkt mit jenem
Fahrzeug anzufahren.
Ele-Fahrrad wird dabei vor allem genutzt, um den Arbeitsweg ähnlich
mühelos, wie mit dem Outo, aber deutlich preiswerter zu bewältigen.
Wie bei allem Verhalten im Leben sind so Sachen, wie Umweltschutz,
"gesunde" Fortbewegung etc. dabei "nice to have" aber nicht kausal.

Gruss Karsten

Fahrrad-->Fahrbahn
frank paulsen
2018-08-19 06:27:19 UTC
Permalink
Post by R.Stein-Cadenbach
Dortmund ist flach. Ich bin dort gebürtig.
dann gehe ich davon aus, dass du bereits vor der entstehung des
Ardeygebirges[1] dort weggezogen bist, was allerdings schon ein
paar tausend jahre her sein sollte.

in der aktuelle geologischen situation sieht es so aus, dass Dortmund
noerdlich der B1 der hoehenstruktur des Münsterlandes entspricht, also
vergleichsweise flach ist. die absolute hoehe der innenstadt bewegt
sich so um 100 m, am marktplatz in Brechten ist man auf 50 m.

der hoechste punkt Dortmunds duerfte der Klusenberg[2] sein, mit etwas
ueber 250 m. ich lade dich gern zu einer radtour dorthin ein, der
gipfel wird dabei nicht erreicht, aber der zufahrtsweg zum wohngebiet Am
Klusenberg ueberquert die 220 m hoehenlinie. wir fahren gern in
Brechten los...

das ist jetzt ein extremum, weil dort nur ganz besonders arme leute
wohnen, wie sagenwirmal in Buchholz auf etwa 210 m, und die koennen sich
kein pedelec leisten, weil der Maserati, der Porsche und der Lambo halt
auch ein bisserl was kosten.

aber es gibt ansonsten haufenweise tatsaechlich genutzte radverkehrs-
verbindungen innerhalb dortmunds, die aus der ebene kommend ein- bis
zweimal die 150 m linie ueberqueren, und zwar ganz ueberwiegend mit
pedelecs.

stell dich halt beim naechsten besuch mal an die Brandisstraße, die
Hagener Strasse, die Höchstener, Berghofener oder Lichtendorfer Straße,
und schau dir den real existierenden radverkehr dort an. vor der
Pedelec-welle sah man da ueberwiegen sportler mit dem rad, heute sind
das ueberwiegend alltags- und freizeitradler.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Ardeygebirge
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Klusenberg
--
frobnicate foo
j***@post.rwth-aachen.de
2018-08-15 17:16:26 UTC
Permalink
Ich bin schon lange ueberzeugt, dass Flachheit ein entscheidendes Kriterium
fuer einen hohen Radverkehrsanteil ist [...].
Hmm, ist dem tatsächlich so?
Hierzustadt ist eher hügelig, der Radverkehrsanteil ist aber vergleichweise hoch. In meiner Geburtstadt muss man Höhenmeter fast suchen, trotzdem ist der Radverkehrsanteil deutlich niedriger.
Natürlich spielt auch die Topographie einer Stadt eine Rolle, aber andere Faktoren wie ihre Kompaktheit (Wieviele der regelmäßig zurückzulegenden Wege lassen sich in 15 Fahrradminuten erledigen?) oder die Alters- und Sozialstruktur (Universitätsstädte dürften einen signifikant höheren Radverkehrsanteil aufweisen) dürften nicht weniger entscheident sein. Und auch Alternativen spielen sicher eine Rolle. Dort, wo ein guter ÖPNV angeboten wird wird's eher etwas weniger Radverkehr geben, dort wo der MIV regelmäßig im Stau steht und/oder die Hälfte der effektiven Fahrzeit mit Parkplatzsuche verbringt dürfte es mehr sein. Die Wahl des bevorzugten Verkehrsmittels hängt von vielen Faktoren ab, ob's von A nach B ein paar Höhenmeter mehr oder weniger sind spielt sicher auch eine Rolle, aber gewiss nicht die maßgeblich entscheidende.
Anton Ertl
2018-08-16 05:29:59 UTC
Permalink
Ich bin schon lange ueberzeugt, dass Flachheit ein entscheidendes Kriteri=
um
fuer einen hohen Radverkehrsanteil ist [...].
Hmm, ist dem tats=C3=A4chlich so?=20
Hierzustadt ist eher h=C3=BCgelig, der Radverkehrsanteil ist aber vergleich=
weise hoch.
Ist das Aachen?

City Country Year Popul Walk Bike PT Car
Aachen Germany 2012 249000 22 12 15 51
In meiner Geburtstadt muss man H=C3=B6henmeter fast suchen, tro=
tzdem ist der Radverkehrsanteil deutlich niedriger.
Welche Stadt ist das?
Nat=C3=BCrlich spielt auch die Topographie einer Stadt eine Rolle, aber and=
ere Faktoren wie ihre Kompaktheit (Wieviele der regelm=C3=A4=C3=9Fig zur=C3=
=BCckzulegenden Wege lassen sich in 15 Fahrradminuten erledigen?)
Die Dichte der Besiedlung ist das andere Kriterium, das ich fuer
entscheidend halte, aber nicht so, wie Du denkst: Das Fahrrad ist die
letzte Wahl. Wenn Die Dichte hoch genug ist, dass man die einen Wege
zu Fuss erledigen kann, und sich fuer die laengeren Wege ein
attraktives OePNV-Netz auszahlt, dann wird viel zu Fuss gegangen und
mit den oeffentlichen gefahren (z.B. Wien). Wenn die Dichte niedrig
genug ist, dass man mit dem Auto fahren kann und einen Parkplatz
findet, wird viel mit dem Auto gefahren (z.B. Milton Keynes). Bei
Dichte dazwischen wird viel mit dem Auto und dem Fahrrad gefahren
(z.B. NL).
oder die =
Alters- und Sozialstruktur (Universit=C3=A4tsst=C3=A4dte d=C3=BCrften einen=
signifikant h=C3=B6heren Radverkehrsanteil aufweisen) d=C3=BCrften nicht w=
eniger entscheident sein.
Es kann helfen, aber Wien hat trotzdem keinen hohen Radverkehrsanteil.
Es ist aber meine Erklaerung, warum Muenster nach weitgehend
erfolgreicher Reduzierung des Radverkehrsanteils durch Radwegbau dann
doch wieder einen hohen Radverkehrsanteil erreicht hat.
Die Wahl des bevorzugten Verkehrsmittels h=C3=A4ngt von v=
ielen Faktoren ab, ob's von A nach B ein paar H=C3=B6henmeter mehr oder wen=
iger sind spielt sicher auch eine Rolle, aber gewiss nicht die ma=C3=9Fgebl=
ich entscheidende.
Nenne mir eine Fahrradstadt (sagen wir, >20% Radverkehrsanteil), die
huegelig oder gar bergig ist.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
j***@post.rwth-aachen.de
2018-08-16 09:42:55 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Ist das Aachen?
Yepp. Wobei ich, präsizer hätte formulieren und "Herizuinnenstadt" hätte schreiben sollen, s.u.
Post by Anton Ertl
City Country Year Popul Walk Bike PT Car
Aachen Germany 2012 249000 22 12 15 51
Das dürfte den Stadtrand mit einschließen. Für den Stadtkern, alles, was sich vom Dom/Rathaus binnen 15-20 Minuten mit dem Rad erreichen lässt dürfte der Radvekrehrsanteil merklich höher liegen.
Post by Anton Ertl
Welche Stadt ist das?
Mönchengladbach. Ähnliche Einwohnerzahl wie Aachen, verteilt auf deutlich mehr Fläche und zwei getrennte Stadtzentren, also deutlich weniger kompakt. Während man, wenn man in Aachen-Innenstadt wohnt nd nicht allzuweit draußen arbeiten nahezu alle täglicen Wege problemlos binnen 20 Minuten mit den Rad erleidgen kann braucht man die 20 Minuten in Mönchengladbach schon für die Strecke von einen Zentrum zum anderen.
Post by Anton Ertl
Die Dichte der Besiedlung ist das andere Kriterium, das ich fuer
entscheidend halte, aber nicht so, wie Du denkst: Das Fahrrad ist die
letzte Wahl.
Das Fahrad ist /eine/ Option. Wenn's zu Fuß genau schnell geht wie mit dem Rad bleibt letzteres halt im Hof oder Keller. Wenn die Fahrzeit mit dem Rad länger wird gewinnt ggf. der ÖPNV, wenn er schneller und/oder bequemer ist, zumal dann, wenn er ggf. schon bezahlt ist (in Aachen beispielsweise über das Semesterticket der Hochschulen). Wie jedes andere Verkehrsmittel auch hat das Rad Vor- und Nachteile, die bestimmen wann, wo und wozu es häufig(er) genutzt wird oder auch nicht.
Post by Anton Ertl
Es kann helfen, aber Wien hat trotzdem keinen hohen Radverkehrsanteil.
Wien ist ja auch keine klassische Universitätsstadt. Die aachener Hochschulen haben derzeit über 50.000 Studierende, ein Großteil davon wohnt auch in der Stadt. Hinzu kommen nochmal mehr als 10.000 Beschäftigte an den Hochschulen und zusätzlich noch etliche tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen mit starkem Hochschulbezug. Meinem Eindruck nach schafft das ein Umfeld, in dem das Fahrrad als Alltasvekehrsmittel vergleichsweise normal ist. Wer hier mit dem Rad zur Arbeit fährt ist aus Sicht der Kolleginnen und Kollegen kein verschrobener Exot (zumindest nicht ob der Verkehrsmittelwahl ;-), sondern eben jemand, der mit dem Rad kommt.
Ralph Aichinger
2018-08-16 10:06:39 UTC
Permalink
Post by j***@post.rwth-aachen.de
Wien ist ja auch keine klassische Universitätsstadt.
Wien hat aber eine sehr junge Bevölkerung (v.a. durch viele Zuwanderer),
verglichen mit anderen Städen im deutschen Sprachraum.

/ralph
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
j***@post.rwth-aachen.de
2018-08-16 14:08:07 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Wien hat aber eine sehr junge Bevölkerung (v.a. durch viele Zuwanderer),
verglichen mit anderen Städen im deutschen Sprachraum.
Es geht dabei nicht (nur) um die Altersstruktur, sondern auch um das Umfeld, seine Prägung und die Möglichkeiten und Optionen, die daraus resultieren.
Wer in Bezug auf die eigenen Arbeitszeiten flexibler ist kann, zumindest gelegentlich, auch schon mal 'nen heftigen Regenschauer mit 'ner zusätzlichen Tasse Kaffee am Frühstückstisch aussitzen, schlägt halt ein paar Minuten später auf der Arbeit auf und hängt die Zeit am Abend dran. In einem industriell geprägten Umfeld dürfte das deutlich schwieriger sein als im Dunstkreis von Hochschulen, Wissenschaft und Forschung. Auch solche Dinge entscheiden mit darüber, ob das Fahrrad als Verkehrmittel eher attraktiv oder unattraktiv ist.
Anton Ertl
2018-08-16 14:23:57 UTC
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Es geht dabei nicht (nur) um die Altersstruktur, sondern auch um das Umfeld=
, seine Pr=C3=A4gung und die M=C3=B6glichkeiten und Optionen, die daraus re=
sultieren.=20
Wer in Bezug auf die eigenen Arbeitszeiten flexibler ist kann, zumindest ge=
legentlich, auch schon mal 'nen heftigen Regenschauer mit 'ner zus=C3=A4tzl=
ichen Tasse Kaffee am Fr=C3=BChst=C3=BCckstisch aussitzen, schl=C3=A4gt hal=
t ein paar Minuten sp=C3=A4ter auf der Arbeit auf und h=C3=A4ngt die Zeit a=
m Abend dran. In einem industriell gepr=C3=A4gten Umfeld d=C3=BCrfte das de=
utlich schwieriger sein als im Dunstkreis von Hochschulen, Wissenschaft und=
Forschung.
Du meinst, man laesst die Vorlesung, Uebung, Diplompruefung oder ein
Meeting dann einmal eine halbe Stunde spaeter anfangen? Ich kann mir
nicht vorstellen, dass das in Aachen so laeuft, hier jedenfalls nicht.

Auch wenn das Wetter von Autofahrern gerne als Ausrede benutzt wird,
habe ich bis jetzt noch keine Daten gesehen, die einen Zusammenhang
zwischen geringen Niederschlagsmengen und hohen Radverkehrsanteilen
zeigen wuerden.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
j***@post.rwth-aachen.de
2018-08-16 15:47:13 UTC
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Post by Anton Ertl
Du meinst, man laesst die Vorlesung, Uebung, Diplompruefung oder ein
Meeting dann einmal eine halbe Stunde spaeter anfangen?
Wenn's einen fixen Starttermin gibt, dann sicher nicht. Aber immer dann, wenn ich nicht gleich als erste berufliche Aktivität des Tages einen Termin habe schaue ich durchaus aus dem Fenster und warte ggf. noch fünf Minuten, bis die Regenwolken durch sind oder die Regenmenge zumindest ein wenig nachläßt. Die Selbstausbeutung in einem Job der Spaß macht führt dann dazu, dass man am Ende statt der fünf mindestens zehn Minuten hinten dran hängt, der Arbeitgeber hat also unterm Strich auch was davon. Solche Freiheiten gibt's halt nicht überall, und das wirkt sich ggf. auch auf die Wahl des Verkehrsmittels aus.
U***@web.de
2018-08-17 09:23:37 UTC
Permalink
Post by j***@post.rwth-aachen.de
Post by Ralph Aichinger
Wien hat aber eine sehr junge Bevölkerung (v.a. durch viele Zuwanderer),
verglichen mit anderen Städen im deutschen Sprachraum.
Es geht dabei nicht (nur) um die Altersstruktur, sondern auch um das Umfeld, seine Prägung und die Möglichkeiten und Optionen, die daraus resultieren.
Wer in Bezug auf die eigenen Arbeitszeiten flexibler ist kann, zumindest gelegentlich, auch schon mal 'nen heftigen Regenschauer mit 'ner zusätzlichen Tasse Kaffee am Frühstückstisch aussitzen, schlägt halt ein paar Minuten später auf der Arbeit auf und hängt die Zeit am Abend dran. In einem industriell geprägten Umfeld dürfte das deutlich schwieriger sein als im Dunstkreis von Hochschulen, Wissenschaft und Forschung.
Jein. Nicht jeder Dozent schätzt es, wenn die Hälfte der Hörer
20 Minuten nach Vorlesungsbeginn oder sonst irgendwann später
hereinschneit.

Gruß, ULF
Helmut Springer
2018-08-17 10:27:43 UTC
Permalink
Post by j***@post.rwth-aachen.de
Wer in Bezug auf die eigenen Arbeitszeiten flexibler ist kann,
zumindest gelegentlich, auch schon mal 'nen heftigen Regenschauer
mit 'ner zusätzlichen Tasse Kaffee am Frühstückstisch aussitzen,
schlägt halt ein paar Minuten später auf der Arbeit auf und hängt
die Zeit am Abend dran.
Und plant den eigenen Anfang ausreichend weit vor dem ersten Termin,
um ausreichend Puffer selbstverwalteter Zeit dafuer zu haben, genau.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Anton Ertl
2018-08-16 10:08:33 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Ist das Aachen?
Yepp. Wobei ich, pr=C3=A4sizer h=C3=A4tte formulieren und "Herizuinnenstadt=
" h=C3=A4tte schreiben sollen, s.u.
=20
Post by Anton Ertl
City Country Year Popul Walk Bike PT Car
Aachen Germany 2012 249000 22 12 15 51
Das d=C3=BCrfte den Stadtrand mit einschlie=C3=9Fen. F=C3=BCr den Stadtkern=
, alles, was sich vom Dom/Rathaus binnen 15-20 Minuten mit dem Rad erreiche=
n l=C3=A4sst d=C3=BCrfte der Radvekrehrsanteil merklich h=C3=B6her liegen.=
Ja, in Wien ist in den Innenbezirken der Radverkehrsanteil auch hoeher
als in den Aussenbezirken.
Post by Anton Ertl
Es kann helfen, aber Wien hat trotzdem keinen hohen Radverkehrsanteil.
Wien ist ja auch keine klassische Universit=C3=A4tsstadt.
Uni Wien gegruendet 1365, zwar nicht so klassisch wie Bologna oder
Prag, aber klassischer als alles, was Deutschland zu bieten hat.
Die aachener Hoch=
schulen haben derzeit =C3=BCber 50.000 Studierende, ein Gro=C3=9Fteil davon=
wohnt auch in der Stadt.
Und die Wiener Universitaeten und Fachhochschulen haben 196.000
Studierende, und Wien hat damit die meisten Studierenden von allen
Staedten im deutschsprachigen Raum. Ok, das sind "nur" etwas mehr als
10% der Bevoelkerung, waehrend es in Aachen 20% sind. Jedenfalls
haben sowohl Aachen als auch Wien angesichts ihrer vielen Studierenden
relativ geringe Radverkehrsanteile, und ich denke, daran haben die
Huegel ihren Anteil.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
U***@web.de
2018-08-16 13:19:08 UTC
Permalink
Am Donnerstag, 16. August 2018 12:29:58 UTC+2 schrieb Anton Ertl:

[Im Zitatzitat hat's die Umlaute zersägt]
Post by Anton Ertl
City Country Year Popul Walk Bike PT Car
Aachen Germany 2012 249000 22 12 15 51
Das d=C3=BCrfte den Stadtrand mit einschlie=C3=9Fen. F=C3=BCr den Stadtkern=
, alles, was sich vom Dom/Rathaus binnen 15-20 Minuten mit dem Rad erreiche=
n l=C3=A4sst d=C3=BCrfte der Radvekrehrsanteil merklich h=C3=B6her liegen.=
Ja, in Wien ist in den Innenbezirken der Radverkehrsanteil auch hoeher
als in den Aussenbezirken.
Es kann helfen, aber Wien hat trotzdem keinen hohen Radverkehrsanteil.
Wien ist ja auch keine klassische Universit=C3=A4tsstadt.
Uni Wien gegruendet 1365, zwar nicht so klassisch wie Bologna oder
Prag, aber klassischer als alles, was Deutschland zu bieten hat.
Ist die Frage, ob man nach Gründungsdatum oder Bevölkerungsanteil geht.
Post by Anton Ertl
Und die Wiener Universitaeten und Fachhochschulen haben 196.000
Studierende, und Wien hat damit die meisten Studierenden von allen
Staedten im deutschsprachigen Raum. Ok, das sind "nur" etwas mehr als
10% der Bevoelkerung, waehrend es in Aachen 20% sind. Jedenfalls
haben sowohl Aachen als auch Wien angesichts ihrer vielen Studierenden
relativ geringe Radverkehrsanteile, und ich denke, daran haben die
Huegel
und ggf. neuere günstige ÖPNV-Angebote
Post by Anton Ertl
ihren Anteil.
Tübingen. Oh, die haben auch Hügel.

Gruß, ULF
j***@post.rwth-aachen.de
2018-08-16 14:33:34 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Ja, in Wien ist in den Innenbezirken der Radverkehrsanteil auch hoeher
als in den Aussenbezirken.
Und vermutlich nicht wegen einer anderen Topographie, sondern weil dort andere Wege dominieren und die Zusammensetzung der Bevölkerung eine andere ist.
Post by Anton Ertl
Und die Wiener Universitaeten und Fachhochschulen haben 196.000
Studierende, und Wien hat damit die meisten Studierenden von allen
Staedten im deutschsprachigen Raum.
Die starke Prägung Aachens durch seine Hochschulen ist nicht unbedingt nur der Anzahl der Studierenden geschuldet, sondern auch der Zahl der Hochschulmitarbeiter und der Größe des Hochschuldunstkreises. Die Zahl der Beschäftigten der aachener Hochschulen macht alleine fast 10% der Erwerbstätigen in Aachen aus. Leute die wie ich im Hochschulumfeld arbeiten machen grob nochmnal 5% aus. 1/3 aller Einwohner hier haben irgendwie mit den Hochschulen oder ihrem Dunstkreis zu tun, das dürfte in Wien, trotz deutlich höherer Studierendenzahlen, merklich anders sein.
Post by Anton Ertl
Jedenfalls haben sowohl Aachen als auch Wien angesichts ihrer vielen
Studierenden relativ geringe Radverkehrsanteile, und ich denke, daran haben
die Huegel ihren Anteil.
Wie schon geschrieben, im Kernbereich der Stadt, dort wo insbesondere auch die RWTH als mit weitem Abstandgrößte aachener Hochschule sitzt, dürfte der Radverkehrsanteil, trotz reichlich Höhenmetern, deutlich höher liegen.
Aber im Grunde können wir uns vermutlich schnell darauf einigen, dass die Verkehrsmittelwahl eher selten monokausal ist und i.d.R. mehrere Faktoren die jeweilige Entscheidung beeinflussen. Die Topographie ist sicher oft ein wichtiger, aber eher selten der einzige Faktor. Wo wir auseinaderliegen ist lediglich die Frage, ob die Topographie nun /der wichtigste/ oder nur /ein wichtiger/ Faktor ist.
Robert Waldner
2018-08-16 15:33:21 UTC
Permalink
Post by j***@post.rwth-aachen.de
Wien ist ja auch keine klassische Universitätsstadt.
Aeh. "Wien ist größte Unistadt im deutschen Sprachraum", ~170k Studenten.
https://www.wien.gv.at/bildung/hochschulen/unistadt-wien.html

Oder meintest du in % der Gesamteinwohner?

cheers,
&rw
--
-- "vi is my shepherd; I shall not font." -- Psalm 0.1 beta
j***@post.rwth-aachen.de
2018-08-16 15:53:48 UTC
Permalink
Post by Robert Waldner
Oder meintest du in % der Gesamteinwohner?
Ich würde es weniger an irgendwelchen Zahlen und mehr dran wie prägend die Hochschulen für die Stadt sind festmachen, wobei natürlich der prozentuale Anteil derjenigen die mit den Hochschulen zu tun haben an der Gesamtbevölkerung schon mal ein guter Indikator ist.
Ich kenne Wien nur von einem einwöchigen Konferenzbesuch, würde aber vemuten, dass Wien ohne Hochschulen zwar anders, aber immer noch Wien wäre. Aachen ohne Hochschulen wäre eine komplett andere Stadt.
Wolfgang Strobl
2018-08-16 21:21:05 UTC
Permalink
Am 15 Aug 2018 09:11:45 GMT schrieb Helmut Springer
Post by Helmut Springer
nicht Genua, sondern Dortmund, achtgroesste stadt deutschlands.
Stuttgart hat einen signifikanten und noch immer steigenden Anteil
von Pedelecs auf den Pendelstrecken. Mittlerweile auch einiges an
entsprechende Lastenfahrraeder zum Kindertransport, jedenfalls in
den hipperen Stadtteilen. Bei jedem Wetter, denn das ersetzt ein
Auto, und oefter im mittleren vierstelligen Kostenbereich, denn die
Leute wissen, was ein Auto kostete.
Lastenfahrräder, egal ob mit oder ohne Motor, sind eine ganz andere
Kategorie. Man muß nicht jeden Etikettenschwindel mitmachen.

Die Masse der verkauften Pedelec sind dazu gedacht, Fahrräder im
herkömmlichen Verständnis dieses Begriffs durch ähnlich ausssehende
Motorfahrzeuge zu ersetzen und damit ein dickes Geschäft zu machen. Dies
funktioniert, das Geschäft brummt offensichtlich.

Lastenfahrräder waren und sind eine Nischenanwendung. Wenn diese durch
die Motorisierung wieder Anschub und etwas Leben eingepustet bekommt,
dann finde ich das, wie ich schon mal schrieb, recht erfreulich. Ob es
mehr als eine Nische und nette Ergänzung zum Zweitwagen wird, muß sich
noch herausstellen.

An den Gründen für eine Kritik am Ersatz von normalen Fahrrädern durch
eine Neuauflage des ursprünglichen Mofas unter anderem Namen ändert dies
nichts.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Ralph Aichinger
2018-08-17 05:28:43 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Strobl
Lastenfahrräder waren und sind eine Nischenanwendung. Wenn diese durch
die Motorisierung wieder Anschub und etwas Leben eingepustet bekommt,
dann finde ich das, wie ich schon mal schrieb, recht erfreulich. Ob es
mehr als eine Nische und nette Ergänzung zum Zweitwagen wird, muß sich
noch herausstellen.
Lastenräder waren vor 10 Jahren (oder so) eine Nische. Seit ca. 5 Jahren
sehe ich sie bei mir in der Stadt in verstärktem Maße in Verwendung, und
zwar gefühlt mit fast einer Verdopplung jedes Jahr. Und ich denke, daß hat
wenig mit der Möglichkeit eines Elektromotors zu tun, die Mehrheit der
Lastenräder die ich rumfahren seh hat keinen. Hauptanwendung ist
Kindertransport. Ich denke es ist zu bald von einem Lastenradboom
zu sprechen, aber es geht schon fast in diese Richtung.

/ralph
--
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Marcus Jodorf
2018-08-17 23:23:20 UTC
Permalink
die Mehrheit der Lastenräder die ich rumfahren
seh hat keinen.
Also die Mehrheit der Lastenfahrräder, die ich rumfahren sehe, sind die
von der Post und deren Konkurrenten - und die haben Elektromotoren.
Die großen Postbotendreiräder fallen für mich unter Lastenräder.
Hauptanwendung ist Kindertransport. Ich denke es ist zu bald von einem
Lastenradboom zu sprechen, aber es geht schon fast in diese Richtung.
Ich sehe hier am Arbeitsplatz jeden Tag alle möglichen Cargobikes auf
dem Gelände rumkurven. Weil hier ist ein Hersteller/Händler in der
Nachbarschaft und da machen dauernd Leute Probefahrten.

Mir fällt auf: Die sind fast alle mit Motor und die Dinger sind auf
Geschwindigkeit ausgelegt. Das sind praktisch alles Dreiradvarianten
(aber auch Zweiradvarianten) und bei fast allen ist die Konstruktion
derart, daß sich die Dinger mehr oder weniger ausgefeilt in die Kurven
legen - eben weil sie unverkennbar auch auf Tempo ausgelegt sind.

Jedesmal, wenn die hier rumheizen, fällt mir wieder auf, daß ich als
Fußgänger von so einem Ding - möglichst auch noch gut beladen -
vorzugsweise nicht plattgemacht werden möchte.


Gruß,

Marcus
⚂⚃
Ralph Aichinger
2018-08-18 06:15:17 UTC
Permalink
Post by Marcus Jodorf
Also die Mehrheit der Lastenfahrräder, die ich rumfahren sehe, sind die
von der Post und deren Konkurrenten - und die haben Elektromotoren.
Die großen Postbotendreiräder fallen für mich unter Lastenräder.
Die sind bei uns leider (fast?) ausgestorben. Postler haben Mopeds oder so
seltsame Quads mit Elektroantrieb, die sehr gefährlich aussehen, aber
IMHO nichts mehr mit einem Fahrrad gemein haben.
Post by Marcus Jodorf
Ich sehe hier am Arbeitsplatz jeden Tag alle möglichen Cargobikes auf
dem Gelände rumkurven. Weil hier ist ein Hersteller/Händler in der
Nachbarschaft und da machen dauernd Leute Probefahrten.
Bei mir am Gelände sind Bromtons das meistprobegefahrene Rad, einfach weil
der Händler bei meiner Arbeit einen Brompton-Schwerpunkt hat. Und so stark
wie die im Stadtbild zunehmen dürfte das ein gutes Geschäft sein.
Post by Marcus Jodorf
Mir fällt auf: Die sind fast alle mit Motor und die Dinger sind auf
Geschwindigkeit ausgelegt. Das sind praktisch alles Dreiradvarianten
(aber auch Zweiradvarianten) und bei fast allen ist die Konstruktion
derart, daß sich die Dinger mehr oder weniger ausgefeilt in die Kurven
legen - eben weil sie unverkennbar auch auf Tempo ausgelegt sind.
Jedesmal, wenn die hier rumheizen, fällt mir wieder auf, daß ich als
Fußgänger von so einem Ding - möglichst auch noch gut beladen -
vorzugsweise nicht plattgemacht werden möchte.
Ich hab auch so ein Lastendreirad, aber kein auf Geschwindigkeit
ausgelegtes. Vermutlich wird besonders bei einer Probefahrt die
Grenze des ganzen ausgetestet. Wenn man sich das erste mal eben nicht
in die Kurve legt, dann wird man schon bei einer Kurve mit 15km/h
leicht nervös ;)

Neigeautomatik ist sicher sinnvoll, aber solche Teile kosten dann
mit Elektromotor und allem oft 6000 Euro oder mehr. Ja, auch nicht mehr
als ein uralt-Gebrauchtwagen oder Carbon-Bike, aber das muß man auch
erst mal bereit sein zu investieren.

Zumindest haben die Dreiräder einen Vorteil: Man *kann* beliebig
langsam fahren, z.B. wenn man durch die Fußgängerzone fährt.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Marcus Jodorf
2018-08-18 23:39:19 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Ich hab auch so ein Lastendreirad, aber kein auf Geschwindigkeit
ausgelegtes. Vermutlich wird besonders bei einer Probefahrt die
Grenze des ganzen ausgetestet. Wenn man sich das erste mal eben nicht
in die Kurve legt, dann wird man schon bei einer Kurve mit 15km/h
leicht nervös ;)
Ich rede von solchen Teilen hier:

Loading Image...

Scheint das beliebteste Modell zu sein oder zumindest bei den
Probefahrten den meisten Spaß zu machen ;-)
Post by Ralph Aichinger
Neigeautomatik ist sicher sinnvoll, aber solche Teile kosten dann mit
Elektromotor und allem oft 6000 Euro oder mehr. Ja, auch nicht mehr
als ein uralt-Gebrauchtwagen oder Carbon-Bike, aber das muß man auch
erst mal bereit sein zu investieren.
Ist glaube ich nicht wirklich für privat gedacht. Wenn ich mir das
Sortiment des Händlers anschaue, sind die meisten für privat too much
und so richtig günstig sieht da kein Rad aus.
Post by Ralph Aichinger
Zumindest haben die Dreiräder einen Vorteil: Man *kann* beliebig
langsam fahren, z.B. wenn man durch die Fußgängerzone fährt.
Du glaubst gar nicht, wie langsam ein LKW im Kriechgang fahren kann ;-)

Ich hab wie gesagt so ein klein wenig das Gefühl, der Name „Butcher“ bei
dem Modell oben ist evtl. schon leicht selbst-ironisch auf den Fall
bezogen, daß man mal einen Fußgänger richtig mit Schwung und gut beladen
umnietet.


Gruß,

Marcus
⚂⚃
Ralph Aichinger
2018-08-19 07:25:58 UTC
Permalink
Post by Marcus Jodorf
https://rideonmagazine.com.au/wp-content/uploads/2016/06/Butchers-and-Bicycles-MK1-E_built-to-tilt-white.jpg
Scheint das beliebteste Modell zu sein oder zumindest bei den
Probefahrten den meisten Spaß zu machen ;-)
Ja, damit bin ich auch kurz mal pobefefahren, ist wirlich
geil (auch ohne Elekrohilfsantieb), gerade wegen der Neigeautomatik.
Post by Marcus Jodorf
Post by Ralph Aichinger
Neigeautomatik ist sicher sinnvoll, aber solche Teile kosten dann mit
Elektromotor und allem oft 6000 Euro oder mehr. Ja, auch nicht mehr
als ein uralt-Gebrauchtwagen oder Carbon-Bike, aber das muß man auch
erst mal bereit sein zu investieren.
Ist glaube ich nicht wirklich für privat gedacht. Wenn ich mir das
Sortiment des Händlers anschaue, sind die meisten für privat too much
und so richtig günstig sieht da kein Rad aus.
Das Butchers&Bicycles ist definitiv für privat gedacht, als Kindertransporter.
Drum gibt es eine Einstiegstür vorne, und ein Regendach. "Für die sportliche
Mamma" meint mein örtlicher Händler dazu. Bei uns in der Stadt fahren zwei
davon rum, beide meistens mit Kindern vorn drin.
Post by Marcus Jodorf
Ich hab wie gesagt so ein klein wenig das Gefühl, der Name „Butcher“ bei
dem Modell oben ist evtl. schon leicht selbst-ironisch auf den Fall
bezogen, daß man mal einen Fußgänger richtig mit Schwung und gut beladen
umnietet.
Ich nicht. Butcher kommt von den Fahrrädern, die Fleischhauer oder Bäcker
früher zum Ausliefern verwendet haben (mit einem großen Korb vorne dran).
Und gerade mit Kindern drin wird keine Fußgänger umnieten.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Martin Gerdes
2018-08-19 13:07:25 UTC
Permalink
Post by Marcus Jodorf
Also die Mehrheit der Lastenfahrräder, die ich rumfahren sehe, sind die
von der Post und deren Konkurrenten - und die haben Elektromotoren.
Die großen Postbotendreiräder fallen für mich unter Lastenräder.
Bei uns fährt der Postbote auch mit einem E-Bike herum, allerdings einem
Zweirad mit tiefem Durchstieg und großem Zweiradständer.

https://www.elektrobike-online.com/news/e-mobilitaets-news-e-bikes-e-autos-mehr/post-liefert-mit-1-000-e-bikes-aus.1679064.410636.htm
Post by Marcus Jodorf
Ich sehe hier am Arbeitsplatz jeden Tag alle möglichen Cargobikes auf
dem Gelände rumkurven. Weil hier ist ein Hersteller/Händler in der
Nachbarschaft und da machen dauernd Leute Probefahrten.
Bist Du selbst denn auch mal mit einem solchen Ding herumgefahren?
Post by Marcus Jodorf
Mir fällt auf: Die sind fast alle mit Motor
Das ist logisch.
Post by Marcus Jodorf
und die Dinger sind auf Geschwindigkeit ausgelegt.
Du meinst hier vermutlich eine Geschwindigkeit von 25 km/h, was bereits
nahe an der Schallgeschwindigkeit liegt.
Post by Marcus Jodorf
Das sind praktisch alles Dreiradvarianten (aber auch Zweiradvarianten)
und bei fast allen ist die Konstruktion derart, daß sich die Dinger
mehr oder weniger ausgefeilt in die Kurven legen - eben weil sie
unverkennbar auch auf Tempo ausgelegt sind.
Die können mit Tempo 25 km/h rasen (siehe oben).
Post by Marcus Jodorf
Jedesmal, wenn die hier rumheizen,
"Rasen", meinst Du vermutlich.
Post by Marcus Jodorf
fällt mir wieder auf, daß ich als Fußgänger von so einem Ding - möglichst
auch noch gut beladen - vorzugsweise nicht plattgemacht werden möchte.
In der Tat hat es für Fußgänger Vorteile, nicht auf Rad-weg!-en
herumzutaumeln. Mancher Fußgänger glaubt das aber nicht, sondern muß es
erst fühlen.

Fahr mal selbst mit einem solchen Ding, dann wirst Du merken, daß Du
ohne Neigetechnik kaum um die Kurve kommst. Das Fahrverhalten mit
Neigung ist entscheidend gutmütiger -- allerdings steht ein Dreirad
damit nicht im Stand (was ein starres tut).
Wolfgang Strobl
2018-08-19 13:52:00 UTC
Permalink
Am Sat, 18 Aug 2018 01:23:20 +0200 schrieb Marcus Jodorf
Post by Marcus Jodorf
die Mehrheit der Lastenräder die ich rumfahren
seh hat keinen.
Also die Mehrheit der Lastenfahrräder, die ich rumfahren sehe, sind die
von der Post und deren Konkurrenten - und die haben Elektromotoren.
Die großen Postbotendreiräder fallen für mich unter Lastenräder.
Praktisch alle Lastenfahrräder der Post, die hier in meinem Bonner
Stadtviertel anzutreffen sind, haben keinen Elektromotor, sondern sind
die klassischen Zustellfahrräder, wie sie hier seit vielen Jahren von
der Post eingesetzt werden. Das dürfte auch daran liegen, daß die
einzelnen Zustellbezirke klein genug sind, um überwiegend im Flachland
zu liegen.

Zustellfahrräder anderer Postzusteller habe ich bisher noch keine
bemerkt.

Die Tage sah ich draußen auf dem Lande in der Einöde einen großen
Streetscooter der Post, ausgeliefert wurde ein Brief. Nun ja. Hier in
der Stadt werden die Elektrotranporter von DHL für die Paketzustellung
eingesetzt, einige anderen Zustelldienste bedienen sich großer, lauter
und stinkender Benzin- und Dieselfahrzeuge, manche davon augenscheinlich
ausgemusterte Seelenverkäufer, die von Subunternehmern gefahren werden.

Es fehlt eindeutig an Regulierung.

Die Bebilderung in <https://de.wikipedia.org/wiki/Postfahrrad> hat m.E.
mit ihrer prominenten Herausstellung von elektrifizierten Lastenrädern
eine ziemliche Schieflage, vmtl. der Nerdlastigkeit der Wikipedia
geschuldet. Im Text ist bloß unbeziffert von "häufig" die Rede. Das
Zustellfahrrad der Deutschen Post taucht lediglich auf einem Bild im
Hintergrund auf.
Post by Marcus Jodorf
Hauptanwendung ist Kindertransport. Ich denke es ist zu bald von einem
Lastenradboom zu sprechen, aber es geht schon fast in diese Richtung.
Ich sehe hier am Arbeitsplatz jeden Tag alle möglichen Cargobikes auf
dem Gelände rumkurven. Weil hier ist ein Hersteller/Händler in der
Nachbarschaft und da machen dauernd Leute Probefahrten.
Lastenräder, auch für den Kindertransport, im Stil des Christiana fahren
seit Jahren hier in der Nachbarschaft herum, unmotorisiert. Allerdings
nicht viele.
<Loading Image...>
Post by Marcus Jodorf
Mir fällt auf: Die sind fast alle mit Motor und die Dinger sind auf
Geschwindigkeit ausgelegt. Das sind praktisch alles Dreiradvarianten
(aber auch Zweiradvarianten) und bei fast allen ist die Konstruktion
derart, daß sich die Dinger mehr oder weniger ausgefeilt in die Kurven
legen - eben weil sie unverkennbar auch auf Tempo ausgelegt sind.
In der letzten Zeit fährt hier ein moderner aussehendes Cargobike herum,
mit Lastenkiste aus Plastik. Kürzlich wurde es an unserer Eckkneipe
vorbeigefahren, drei blonde Lockenschöpfe in der Kiste, wie der Fahrer
ohne Nudelsieb auf dem Kopf, sah wesentlich weniger bescheuert aus als
das obige Foto von Christianabikes.

Brauchbar ist dergleichen nur für diejenigen, die eine Garage oder einen
Hinterhof mit Zufahrt zur Verfügung haben, der nicht bereits mit Autos
zugestellt ist. Dies dürfte neben dem hohen Preis ein Grund sein,
warum die Dinger eine Nischenanwendung sind und es vermutlich auch
bleiben werden.
Post by Marcus Jodorf
Jedesmal, wenn die hier rumheizen, fällt mir wieder auf, daß ich als
Fußgänger von so einem Ding - möglichst auch noch gut beladen -
vorzugsweise nicht plattgemacht werden möchte.
Ehrlich gesagt, das gilt für jedes eBike. Kurz nach meinem Unfall hatte
ich diesbezüglich ein sehr unangenehmes Erlebnis auf dem Bürgersteig.

Das oben erwähnte moderne Lasten-Pedelec wurde übrigens ganz korrekt auf
der Fahrbahn gefahren. Daß viele Bürgersteige hier brutalbeparkt werden,
teilweise bis an die Hauswände, hat bisweilen auch Vorteile. Die
klassische Pedelec-Fahrerin kann das allerdings leider auch nicht
abhalten.

Die Lastenfahrräder der Post werden von den Zustellern recht vorsichtig
auf dem Bürgersteig gefahren, an den Stellen, wo ohnehin alle fünf bis
zehn Meter angehalten wird. Eine Beschleunigung per Motor wäre so
ziemlich das Letzte, was man sich dort als Kunde, Anlieger oder
Spaziergänger wünschte.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
frank paulsen
2018-08-19 20:33:19 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Strobl
Die Bebilderung in <https://de.wikipedia.org/wiki/Postfahrrad> hat m.E.
mit ihrer prominenten Herausstellung von elektrifizierten Lastenrädern
eine ziemliche Schieflage, vmtl. der Nerdlastigkeit der Wikipedia
geschuldet. Im Text ist bloß unbeziffert von "häufig" die Rede. Das
Zustellfahrrad der Deutschen Post taucht lediglich auf einem Bild im
Hintergrund auf.
um die jahrtausendwende hatte die Post ca. 25.000 fahrraeder im einsatz,
davon 4000 elektrische. 2010 waren es 7000 von 26.000. aktuell ist
etwas mehr als die haelfte von 25.000 raedern elektrisch, 2020 sollen es
2/3 elektrische raeder werden.

das liegt vor allem daran, dass mehr paeckchen mit raedern ausgeliefert
werden. fuer reine briefzustellung waeren konventionalle raeder oft
ausreichend, aber der briefverkehr geht halt zurueck.
--
frobnicate foo
Martin Gerdes
2018-08-19 21:51:30 UTC
Permalink
Post by frank paulsen
um die jahrtausendwende hatte die Post ca. 25.000 fahrraeder im einsatz,
davon 4000 elektrische. 2010 waren es 7000 von 26.000. aktuell ist
etwas mehr als die haelfte von 25.000 raedern elektrisch, 2020 sollen es
2/3 elektrische raeder werden.
2000 4000 von 25000 - 16%
2010 7000 von 26000 - 27% eine erstaunlich mäßige Steigerung
2018 13000 von 25000 - 52% (geschätzt)
2020 16000 von 25000 - 64% (geschätzt)

Klare Tendenz.
Post by frank paulsen
das liegt vor allem daran, dass mehr paeckchen mit raedern ausgeliefert
werden. fuer reine briefzustellung waeren konventionalle raeder oft
ausreichend, aber der briefverkehr geht halt zurueck.
E-Bikes sind verhältnismäßig billig, sie erhöhen die Produktivität der
Postzusteller aber erheblich. Es ist klar, daß vermutlich alle neuen
Postzustellerräder einen elektrischen Zusatzantrieb haben.
Wolfgang Strobl
2018-08-20 10:27:29 UTC
Permalink
Am Sun, 19 Aug 2018 22:33:19 +0200 schrieb frank paulsen
Post by frank paulsen
Post by Wolfgang Strobl
Die Bebilderung in <https://de.wikipedia.org/wiki/Postfahrrad> hat m.E.
mit ihrer prominenten Herausstellung von elektrifizierten Lastenrädern
eine ziemliche Schieflage, vmtl. der Nerdlastigkeit der Wikipedia
geschuldet. Im Text ist bloß unbeziffert von "häufig" die Rede. Das
Zustellfahrrad der Deutschen Post taucht lediglich auf einem Bild im
Hintergrund auf.
um die jahrtausendwende hatte die Post ca. 25.000 fahrraeder im einsatz,
davon 4000 elektrische. 2010 waren es 7000 von 26.000. aktuell ist
etwas mehr als die haelfte von 25.000 raedern elektrisch, 2020 sollen es
2/3 elektrische raeder werden.
Danke für die konkreten Daten, die das bestätigen, was ich oben als
"Schieflage" bezeichnete. Was ungefähr die Hälfte des Bestandes
ausmacht, wird nur noch beiläufig und untergeordnet dargestellt.
Post by frank paulsen
das liegt vor allem daran, dass mehr paeckchen mit raedern ausgeliefert
werden. fuer reine briefzustellung waeren konventionalle raeder oft
ausreichend, aber der briefverkehr geht halt zurueck.
In der Summe sind die Fahrräder der Postzusteller der Post jedenfalls in
meinem Viertel inzwischen nicht mehr so überladen wie früher. Vor
Jahren hatte mir ein Zusteller mal in einer Mischung aus Stolz und
Schulterzucken geschildert, welche Lasten den Zustellern so zugemutet
werden. Jeweils 30 kg vorne und hinten, wenn ich mich recht erinnere.

Zweifellos ist dies eine weit sinnvollere Verwendung eines elektrischen
Zusatzantriebs, als den als vorgebliche Förderung der Altenmobilität und
des Massensports zu propagieren. Dennoch, ich erinnere mich, daß der
betreffende Zusteller mit seinem überquellenden Rad seinerzeit nicht
über die zu transportierende Last oder die nötige Tretleistung maulte,
sondern über diverse Schwächen des Rades, wie man es auf den Ständer
bekommt, Güte der Schaltung usw.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Martin Gerdes
2018-08-19 21:38:16 UTC
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Post by Wolfgang Strobl
Praktisch alle Lastenfahrräder der Post, die hier in meinem Bonner
Stadtviertel anzutreffen sind, haben keinen Elektromotor
Das dürfte auch daran liegen, daß die einzelnen Zustellbezirke klein
genug sind, um überwiegend im Flachland zu liegen.
Die Lastenfahrräder der Deutschen Post, die hier in diesem Viertel
herumfahren sehen so aus:

Loading Image...

Offensichtlich ist das Viertel hier hügeliger als ich es dachte.
Post by Wolfgang Strobl
Die Lastenfahrräder der Post werden von den Zustellern recht vorsichtig
auf dem Bürgersteig gefahren, an den Stellen, wo ohnehin alle fünf bis
zehn Meter angehalten wird. Eine Beschleunigung per Motor wäre so
ziemlich das Letzte, was man sich dort als Kunde, Anlieger oder
Spaziergänger wünschte.
In meiner ruhigen Wohnstraße halten unsere Postboten mitten auf der
Fahrbahn (geht ob des geringen Outoverkehrs) oder in einer
Garageneinfahrt, versorgen von dort meist 4 Häuser mit Post und fahren
dann 20 m weiter. Offensichtlich sind die Häuser in Bonn schmaler als
hier.

Angesichts des nicht unerheblichen Gewichts zweier Körbe voller Post
(und auch des nicht unstabilen Fahrrads) halte ich einen Elektroantrieb
für diesen Zweck geradezu für ideal.
Wolfgang Strobl
2018-08-19 20:08:54 UTC
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Am Fri, 17 Aug 2018 07:28:43 +0200 (CEST) schrieb Ralph Aichinger
Post by Ralph Aichinger
Post by Wolfgang Strobl
Lastenfahrräder waren und sind eine Nischenanwendung. Wenn diese durch
die Motorisierung wieder Anschub und etwas Leben eingepustet bekommt,
dann finde ich das, wie ich schon mal schrieb, recht erfreulich. Ob es
mehr als eine Nische und nette Ergänzung zum Zweitwagen wird, muß sich
noch herausstellen.
Lastenräder waren vor 10 Jahren (oder so) eine Nische. Seit ca. 5 Jahren
sehe ich sie bei mir in der Stadt in verstärktem Maße in Verwendung, und
zwar gefühlt mit fast einer Verdopplung jedes Jahr. Und ich denke, daß hat
wenig mit der Möglichkeit eines Elektromotors zu tun, die Mehrheit der
Lastenräder die ich rumfahren seh hat keinen. Hauptanwendung ist
Kindertransport. Ich denke es ist zu bald von einem Lastenradboom
zu sprechen, aber es geht schon fast in diese Richtung.
Auf Basis von mikroskopischen Prozentzahlen sieht jede Steigerung
gewaltig aus.

Lastenfahrräder fallen, ähnlich wie Autos, in Straßenbild auf, auch wenn
es nur wenige sind. Bei Fahrrädern ist es umgekehrt, die fallen nicht
mal auf, wenn es viele sind.

Lastenfahrräder haben ähnlich wie Autos in der Stadt ein
Parkplatzproblem, anders als bei Autos ist für sie aber kein Platz
vorgesehen.

Gegen auf Handtuchbreite reduzierten Bürgersteigen abgeparkte Fahrräder
wird in der veröffentlichten Meinung schon seit Jahren heftig gehetzt,
nicht erst seit obike und co, obwohl dies - Parken von Fahrrädern auf
dem Gehweg sei Gemeingebrauch - die offizielle Lehrmeinung ist.
Letzteres insbesondere dann, wenn man mit einem Fahrrad versucht, Teile
des sog. öffentlichen Parkraums zu benutzten, etwa einen
Anwohnerparkstreifen, den man mit einer Zwangsabgabe selber finanzieren
musste. Da wird man ganz routinemäßig auf den Gehweg verwiesen. Ich
bezweifle aber, daß man glücklich wird, wenn man das mit einem breiten
Lastenrad versucht. Daß es jemand mal versucht hätte, habe ich noch nie
gesehen. Ausnahmen gibt es, ja. Pro Wohnkarree mit hundert Wohneinheiten
findet sich meist eine Kreuzung, auf der sich in einer der Ecken ein
Lastenrad abparken läßt, wenn der Platz nicht schon von einem Roller
oder Motorrad belegt ist. Das skaliert aber nicht.

So lange in der Stadt nur Leute mit Garage oder großem eigenen Vorgarten
ein Lastenrad so komfortabel parken können wie ein Auto, wird das schon
deswegen Nische bleiben. Ich sehe nicht, wodurch sich das kurzfristig
ändern sollte.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Ralph Aichinger
2018-08-19 20:28:00 UTC
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Post by Wolfgang Strobl
Auf Basis von mikroskopischen Prozentzahlen sieht jede Steigerung
gewaltig aus.
Klar. Trotzdem ist sie eine gewaltige Steigerung.
Post by Wolfgang Strobl
Lastenfahrräder fallen, ähnlich wie Autos, in Straßenbild auf, auch wenn
es nur wenige sind. Bei Fahrrädern ist es umgekehrt, die fallen nicht
mal auf, wenn es viele sind.
Das stimmt auch. Trotzdem erlebe ich eine gewaltige Steigerung bei
Lastenrädern.
Post by Wolfgang Strobl
Lastenfahrräder haben ähnlich wie Autos in der Stadt ein
Parkplatzproblem, anders als bei Autos ist für sie aber kein Platz
vorgesehen.
Jein. Zum Teil stimmt das. Man muß mit dem Lastenrad teilweise wirklich
"auf Parkplatzsuche" gehen. Vor allem wenn man es halbwegs sicher, und
noch dazu überdacht haben will (mein Nihola hat zwar unten Löcher, daß es
nicht wie eine Badewanne volläuft, aber die Ladung ist naß, wenn man
"offen" fährt).

Möglichkeit 1: "Auto-Parpkplatz" (Nachteil: Meistens nicht überdacht, nix
zum anschließen)
Möglichkeit 2: Neben einen Radständer (geht meistens)
Möglichkeit 3: "irgendwohin" auf dem Gehsteig etc.
Möglichkeit 4: Parkgaragen (ernsthaft)

Wenn es blöd hergeht, dann muß man halt ein bißchen gehen, aber deutlich
weniger als typischerweise mit dem Auto.
Post by Wolfgang Strobl
Gegen auf Handtuchbreite reduzierten Bürgersteigen abgeparkte Fahrräder
wird in der veröffentlichten Meinung schon seit Jahren heftig gehetzt,
nicht erst seit obike und co, obwohl dies - Parken von Fahrrädern auf
dem Gehweg sei Gemeingebrauch - die offizielle Lehrmeinung ist.
musste. Da wird man ganz routinemäßig auf den Gehweg verwiesen. Ich
bezweifle aber, daß man glücklich wird, wenn man das mit einem breiten
Lastenrad versucht. Daß es jemand mal versucht hätte, habe ich noch nie
gesehen.
Der einzige Parkplatz wo ich immer etwas Hemmungen gehabt habe mich
hinzustellen war die Kurzparkzone vor einer Apotheke bei meinem früheren
Arbeitsplatz. Es scheint rechtlich nicht so klar, ob die Kurzparkzone
dort auch für Radfahrer gilt, und wenn ich dort Arbeite und das öfter
mache, dann kenn man mich. Ansonsten stell ich mich überall hin, und wenn
Linien abmarkiert sind mitten rein.

Und ja, ich hab eine Garage daheim, wenn ich die nicht hätte, dann
würde ich mir aber auch z.B. nicht trauen ein "normles" edleres Rad
dauernd auf die Straße zu stellen, wegen der Diebstahlsgefahr.
Post by Wolfgang Strobl
Ausnahmen gibt es, ja. Pro Wohnkarree mit hundert Wohneinheiten
findet sich meist eine Kreuzung, auf der sich in einer der Ecken ein
Lastenrad abparken läßt, wenn der Platz nicht schon von einem Roller
oder Motorrad belegt ist. Das skaliert aber nicht.
Wenn das so oft auftritt, daß es ein Problem ist, dann kann man sich
ja immer noch was überlegen (Parkplätze umwidmen, Radständer vergrößern
und mit entsprechenden Bereichen ausstatten, etc.).
Post by Wolfgang Strobl
So lange in der Stadt nur Leute mit Garage oder großem eigenen Vorgarten
ein Lastenrad so komfortabel parken können wie ein Auto, wird das schon
deswegen Nische bleiben. Ich sehe nicht, wodurch sich das kurzfristig
ändern sollte.
Auch in Wohnhäusern mit Tiefgaragen dürfte es meistens möglich sein, das
Lastenrad wo "hinzuschummeln", und in größeren Fahrradräumen geht sicher
auch manchmal was.

Warum ein Lastenrad das einen Erwachsenen und 1 oder 2 Kinder mit ca.
1/3 des Flächenbedarfs eines Autos transportieren kann jetzt so das große
Problem damit haben soll, ist mir nicht klar. Im Extremfall tun sich halt
2-3 Leute zusammen und mieten *einen* Garagenstellplatz für 2 oder 3
Lastenräder, den man dann sicher auch mit entsprechenden Ketten ausstatten
kann.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Wolfgang Strobl
2018-08-20 11:22:55 UTC
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Am Sun, 19 Aug 2018 22:28:00 +0200 (CEST) schrieb Ralph Aichinger
Post by Ralph Aichinger
Möglichkeit 1: "Auto-Parpkplatz" (Nachteil: Meistens nicht überdacht, nix
zum anschließen)
Wenn Du hier auf den Anwohnerparkstreifen ein Fahrrad abparkst, findest
Du es am nächsten Tag auf dem Bürgersteig liegend vor, oder wenn Du Pech
hast, auf der Straße und hast dann die Stadtwerke am Hals, weil der Bus
nicht mehr durchkommt.
Post by Ralph Aichinger
Möglichkeit 2: Neben einen Radständer (geht meistens)
Wie gesagt, pro Karree gibt es ein oder zwei Ecken, wo man, sofern keine
Roller oder Motorräder die guten Stellen besetzen, ein Lastenrad nicht
verkehrsbehindert hinstellen könnte. Das skaliert nicht und erfordert
längere Fußwege, als ich im Schnitt zu unserem Auto brauche. Und ich
nehme i.d.R. der ersten, der sich anbietet.
Post by Ralph Aichinger
Möglichkeit 3: "irgendwohin" auf dem Gehsteig etc.
Irgendwo auf dem Gehsteigen hieße in den meisten Fällen hier im Viertel,
den Gehweg komplett zu versperren.
Post by Ralph Aichinger
Möglichkeit 4: Parkgaragen (ernsthaft)
Anekdote am Rande, ich habe mal mit einen Betreiber einer mit meinen
Anliegerbeiträgen teilfinanzierten Quartiersgarage in der Nähe eine
gerichtliche Auseinandersetzung gehabt, in dessen unterbelegter Garage -
warum zahlen, wenn man auf der Straße kostenlos parken kann? - ich einen
Stellplatz gemietet hatte, um mir die Suche nach Platz auf den damals
etwa sechsfach überbelegten Anwohnerparkplätzen zu ersparen.

Ich hatte damals an wechselnden Arbeitsplätzen gearbeitet und bin
gelegentlich mit dem Rad zur Garage gefahren, um von dort aus dann mit
dem Auto weiterzufahren.

Das damals noch recht wertige Peugeot-Rennrad fand ich dann eines Tages
achtlos vor die Tür gestellt vor, mit einem Zettel "Lieber Kunde, bitte
nicht in der Garage abstellen".

Auf Nachfrage verwies der Betreiber dann auf seine Hausordnung, die
Vertragsbestandteil sei und zeigte sich kompromisslos. Also habe ich den
Vertrag wegen Leistungsverweigerung fristlos gekündigt und die Zahlung
des aktuellen Monats rückgängig gemacht. Damit war der Betreiber aber
auch nicht zufrieden, er klagte auf Zahlung. Den Zahn hat ihm der
Richter gezogen. Mein Einwand, die Hausordnung sei nicht
Vertragsbestandteil geworden, sei irrelevant, weil deren Passus, es
seien nur "zugelassene" Fahrzeuge erlaubt, auf den sich der Betreiber
berufen hatte, Fahrräder nicht ausschließe, das seinen im Sinne von
StVO/STVZO Fahrzeuge, die keiner Zulassung bedürften, insofern sei das
kein Mangel. Auch auf die dann nachgeschobene angebliche Feuergefährdung
- auf die beim Zustellen von Gängen und Fluchtwegen zu Recht abgestellt
wird - hat er sich nicht eingelassen, das Fahrrad stand ja nicht in
einem Gang, sondern praktisch zwischen Stoßstange und Stirnwand einer
Parknische.

Im Endeffekt lief es dann auf einen Vergleich hinaus, der Betreiber zog
seine Klage zurück und verzichtete auf die Miete, ich verzichtete auf
irgendwelche weiteren Regressforderungen.

Aber, ernsthaft, weder hätte ich das ggfs. weiter durchgefochten, noch
glaube ich, daß da nicht auch ein wenig Glück im Spiel war. Jedenfalls
kommt mir dieser Vorschlag doch genauso theoretisch vor wie die drei
anderen Varianten.

[..]
Post by Ralph Aichinger
Post by Wolfgang Strobl
Ausnahmen gibt es, ja. Pro Wohnkarree mit hundert Wohneinheiten
findet sich meist eine Kreuzung, auf der sich in einer der Ecken ein
Lastenrad abparken läßt, wenn der Platz nicht schon von einem Roller
oder Motorrad belegt ist. Das skaliert aber nicht.
Wenn das so oft auftritt, daß es ein Problem ist, dann kann man sich
ja immer noch was überlegen (Parkplätze umwidmen, Radständer vergrößern
und mit entsprechenden Bereichen ausstatten, etc.).
Es ist ein Problem, daß dadurch gelöst wird, daß die Leute Fahrräder
überwiegend in die Vorgärten stellen oder in den Hausflur tragen. In
unserem Hausflur stehen derzeit drei Fahrräder, ein weiteres steht in
einem Vorraum im Erdgeschoss. Die Räder, mit denen meine Kinder zur
Schule gefahren sind, standen draußen im Vorgarten, an die Gitter der
Kellerfenster angeschlossen. Die Nachbarn zur Rechten haben einen der
seltenen Durchgänge, die können ihre Räder hinter das Haus fahren oder
im Durchgang stehen lassen, alle anderen Nachbarn zur Rechten und Linken
tragen ihre Räder ins Haus.

Aus Sicht von Politik und Verwaltung besteht hier überhaupt kein Problem
und Handlungsbedarf. Wie meistens, wirkt sich auch hier die enorme
Flexibilität des Fahrrades zu seinem Schaden aus, das ist nicht nur bei
Radwegen so.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Ralph Aichinger
2018-08-20 11:48:33 UTC
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Post by Wolfgang Strobl
Post by Ralph Aichinger
Möglichkeit 1: "Auto-Parpkplatz" (Nachteil: Meistens nicht überdacht, nix
zum anschließen)
Wenn Du hier auf den Anwohnerparkstreifen ein Fahrrad abparkst, findest
Du es am nächsten Tag auf dem Bürgersteig liegend vor, oder wenn Du Pech
hast, auf der Straße und hast dann die Stadtwerke am Hals, weil der Bus
nicht mehr durchkommt.
Also ehrlich: Glaub ich nicht. Und eim Längsparken paßt in den Platz eines
Lastenrades sowieso kein Auto mehr rein.
Ich schätze die meisten Menschen doch als so zivilisiert ein, daß sie
sich nicht am Eigentum anderer so vergreifen.
Post by Wolfgang Strobl
verkehrsbehindert hinstellen könnte. Das skaliert nicht und erfordert
längere Fußwege, als ich im Schnitt zu unserem Auto brauche. Und ich
nehme i.d.R. der ersten, der sich anbietet.
Das mit den Längeren Fußwegen glaub ich nur, wenn es am Ziel einen
"eigenen" Parkplatz gibt. Wo ein Autofahrer 10 Minuten im Kreis fährt,
da hab ich immer noch in 1 oder 2 eine Abstellmöglichkeit gefunden.
Post by Wolfgang Strobl
Post by Ralph Aichinger
Möglichkeit 4: Parkgaragen (ernsthaft)
Anekdote am Rande, ich habe mal mit einen Betreiber einer mit meinen
Anliegerbeiträgen teilfinanzierten Quartiersgarage in der Nähe eine
gerichtliche Auseinandersetzung gehabt, in dessen unterbelegter Garage -
Solche Fälle gibt es immer, aber wenn man das Rad ansperrt (d.h.
"einfach wegtragen" nicht trivial einfach ist) dürfte die Beflissenheit
des Garagenbetreibers merklich gedämpft werden, denn was schriftlich
zu machen ist im Zweifelsfall oft zuviel Arbeit).

Ich habe auf meinem früheren Arbeitsweg immer ein Bakfiets in einer
Tiefgarage abgestellt gesehen (wenn sie offen war), es scheint also
durchaus vernünftige Betreiber auch zu geben. Ich selbst hab beim
kurzfristigen Abstellen auch noch nie Probleme gehabt.
Post by Wolfgang Strobl
glaube ich, daß da nicht auch ein wenig Glück im Spiel war. Jedenfalls
kommt mir dieser Vorschlag doch genauso theoretisch vor wie die drei
anderen Varianten.
Siehe oben: Ich kenne solche Fälle aus der Praxis, und ich bin zeitweise
täglich mit dem Lastenrad in die Arbeit gefahren (auch weil mich mein
Lastenrad aufgrund eines österreichischen Spezifikums von der
Radwegbenutzungspflicht befreit). Es ist also nicht theoretisch.

Ich hab genau einmal ein Parkproblem gehabt: Ich hab mich zum
Fahrradabstellplatz des Spitals neben meinem Arbeitgeber gestellt,
weil der überdacht ist, und einen Ständer zum seitlich anketten
hat. Draufhin hat mich jemand zugeparkt (Auto ins Halteverbot vor
den Fahrradabstellplatz.

Ich hab beim Portier und ein paar "wissend" aussehenden Menschen gefragt
ob wer den Besitzer kenn, weil ich sonst die Polizei rufen muß, es ist
relativ schnell gegange bis eine Frau aufgetaucht ist, zorniges Gesicht,
keine Entschuldigung oder so, typische "das ist mein Anrecht"-Mentalität
halt.

In der Praxis ist selbst ein Nihola nicht so riesig, daß man es nicht
irgendwo dranschummeln kann. Es ist immer noch wesentlich kleiner als
selbst die kleinsten Autos, ähnlich wie ein größeres Moped.
Post by Wolfgang Strobl
Es ist ein Problem, daß dadurch gelöst wird, daß die Leute Fahrräder
überwiegend in die Vorgärten stellen oder in den Hausflur tragen.
Glaub mir: Ein Niola trägst du nicht in den Hausflur, wenn du nicht
so wie bei meinem aktuellen Arbeitgeber einen Lastenaufzug hast, in dem
du damit reinradeln kannst.
Post by Wolfgang Strobl
Aus Sicht von Politik und Verwaltung besteht hier überhaupt kein Problem
und Handlungsbedarf. Wie meistens, wirkt sich auch hier die enorme
Flexibilität des Fahrrades zu seinem Schaden aus, das ist nicht nur bei
Radwegen so.
Für mich ist klar, daß der Platz für die Lastenräder von den "Autoparkplätzen"
die ja nicht wirklich Autoparkplätze sind, sondern die jeder nutzen darf,
kommen muß. Die Frage ist eher wie man wütende Automobilisten daran hindert
das eigene Rad zu vandalisieren (hab noch nie das Problem gehabt).

Sagen wir so: Wenn kurz nachdem man das Rad auf einem Parkplatz gestellt
hat ein Vandale es entfernt hat und ein Auto mit dem Kennzeichen XY
dort steht, dann hat man zumindest einen Ansatz wer verdächtig und einer
Anzeige würdig ist.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Wolfgang Strobl
2018-08-20 15:00:23 UTC
Permalink
Am Mon, 20 Aug 2018 13:48:33 +0200 (CEST) schrieb Ralph Aichinger
Post by Ralph Aichinger
Post by Wolfgang Strobl
Post by Ralph Aichinger
Möglichkeit 1: "Auto-Parpkplatz" (Nachteil: Meistens nicht überdacht, nix
zum anschließen)
Wenn Du hier auf den Anwohnerparkstreifen ein Fahrrad abparkst, findest
Du es am nächsten Tag auf dem Bürgersteig liegend vor, oder wenn Du Pech
hast, auf der Straße und hast dann die Stadtwerke am Hals, weil der Bus
nicht mehr durchkommt.
Also ehrlich: Glaub ich nicht.
Was glaubst Du nicht? Daß sich die Stadtwerke in so einem Fall an
denjenigen halten, dem das Fahrrad gehört? Erzähl' doch mal, dann
erzähl ich Dir evtl. eine Geschichte, die glaubst Du erst recht nicht,
obwohl sie genau so passiert ist.
Post by Ralph Aichinger
Und eim Längsparken paßt in den Platz eines
Lastenrades sowieso kein Auto mehr rein.
Und? In solche Lücken werden hier gerne Smarts quer reingestellt. Wenn
von 1.20 m Bürgersteig bis zur Gartenmauer noch 60 cm übrig bleiben,
passt das doch, da geht ein Kinderwagen doch zwei mal durch.
Post by Ralph Aichinger
Ich schätze die meisten Menschen doch als so zivilisiert ein, daß sie
sich nicht am Eigentum anderer so vergreifen.
Da täuschst Du Dich.

Nachts sind alle Katzen grau und Fahrräder gelten im Gegensatz zu Blech
nicht als sakrosankt.
Post by Ralph Aichinger
Post by Wolfgang Strobl
verkehrsbehindert hinstellen könnte. Das skaliert nicht und erfordert
längere Fußwege, als ich im Schnitt zu unserem Auto brauche. Und ich
nehme i.d.R. der ersten, der sich anbietet.
Das mit den Längeren Fußwegen glaub ich nur, wenn es am Ziel einen
"eigenen" Parkplatz gibt. Wo ein Autofahrer 10 Minuten im Kreis fährt,
da hab ich immer noch in 1 oder 2 eine Abstellmöglichkeit gefunden.
Gibt es nicht, aber eine ziemliche Fluktuation bei den
Anwohnerparkplätzen, mit im Tagesverlauf wechselndem Umfang.

Kreise bin ich mit dem Auto nur gefahren, wenn es überhaupt keinen Platz
im Viertel mehr gab, sonst habe ich wie gesagt den ersten genommen, der
sich anbot. Der Punkt, den Du übersiehst, ist, daß es flächenmäßig
hier etwa zwei Größenordnungen mehr für den Autoverkehr reservierte
Parkflächen gibt als solche, die man für ein größeres Lastenfahrrad
nutzen könnte. Bonn ist extrem zugestellt. Und Fahrräder, die erkennbar
weit außerhalb der Sicht des Besitzers in noch nicht besetzten Ecken
abgestellt sind, bleiben nicht lange undemoliert. Es hat i.d.R. seinen
Grund, warum gewisse Ecken unbeliebt sind.
Post by Ralph Aichinger
Post by Wolfgang Strobl
Post by Ralph Aichinger
Möglichkeit 4: Parkgaragen (ernsthaft)
Anekdote am Rande, ich habe mal mit einen Betreiber einer mit meinen
Anliegerbeiträgen teilfinanzierten Quartiersgarage in der Nähe eine
gerichtliche Auseinandersetzung gehabt, in dessen unterbelegter Garage -
Solche Fälle gibt es immer, aber wenn man das Rad ansperrt (d.h.
"einfach wegtragen" nicht trivial einfach ist) dürfte die Beflissenheit
des Garagenbetreibers merklich gedämpft werden, denn was schriftlich
zu machen ist im Zweifelsfall oft zuviel Arbeit).
Du kommst auf seltsame Ideen. Wo soll ein einer schlichten Betonwand
einer solchen Garagenetage denn eine Anschließmöglichkeit herkommen?

Wenn ich da mit dem Bohrhammer und einem Wandanker angerückt wäre, hätte
das beim Betreiber wenig Freude ausgelöst und mir ganz schlechte Karten
verpasst.
Post by Ralph Aichinger
Ich habe auf meinem früheren Arbeitsweg immer ein Bakfiets in einer
Tiefgarage abgestellt gesehen (wenn sie offen war), es scheint also
durchaus vernünftige Betreiber auch zu geben. Ich selbst hab beim
kurzfristigen Abstellen auch noch nie Probleme gehabt.
Äpfel und Birnen. Ein ganzer Arbeitstag ist kein kurzfristiges
Abstellen.
Post by Ralph Aichinger
Post by Wolfgang Strobl
glaube ich, daß da nicht auch ein wenig Glück im Spiel war. Jedenfalls
kommt mir dieser Vorschlag doch genauso theoretisch vor wie die drei
anderen Varianten.
Siehe oben: Ich kenne solche Fälle aus der Praxis, und ich bin zeitweise
täglich mit dem Lastenrad in die Arbeit gefahren (auch weil mich mein
Lastenrad aufgrund eines österreichischen Spezifikums von der
Radwegbenutzungspflicht befreit). Es ist also nicht theoretisch.
Ja sicher. Ich kenne auch viele Leute mit einer oder zwei großen
Garagen. Die haben allerdings überwiegend ihre Kinder nicht mit dem Rad
in den Kindergarten gebracht und mit eigenem Rad in die Schule fahren
lassen, weil sie ihr Lage nicht so gewählt haben, zu allen wichtigen
Zielen hin laufen oder radfahren zu können, sondern eher so, um das
bequem mit dem Auto erledigen zu können.

Ich beklage mich ja auch gar nicht, sondern weise nur darauf hin, daß es
ziemlich naiv ist, von dort aus zu unterstellen, das Abstellen von
Lastenfahrrädern im öffentlichen Raum könne ja kein Problem sein.

Tatsächlich ist ja sogar schon das Abstellen von ganz normalen
Fahrrädern aufgrund der Verdichtung für Mieter oft ein Riesenproblem.
Deswegen geben Leute das Radfahren auf.

Oder eklig. Nicht jedem bereitet es Vergnügen, sein Fahrrad jeden Morgen
aus einer Baumscheibe herauszuwuchten, die auch als Scheißplatz für
Hunde dient und bei der jeden Tag der Poller etwas schräger steht, weil
ein SUV täglich dran meisselt.

Nur weil Du das Problem nicht hast, bedeutet das nicht, daß keiner oder
fast keiner es hat.

[...]
Post by Ralph Aichinger
Glaub mir: Ein Niola trägst du nicht in den Hausflur, wenn du nicht
so wie bei meinem aktuellen Arbeitgeber einen Lastenaufzug hast, in dem
du damit reinradeln kannst.
Auch deswegen habe ich kein Lastenrad und das auch nie konkret erwogen.
Post by Ralph Aichinger
Post by Wolfgang Strobl
Aus Sicht von Politik und Verwaltung besteht hier überhaupt kein Problem
und Handlungsbedarf. Wie meistens, wirkt sich auch hier die enorme
Flexibilität des Fahrrades zu seinem Schaden aus, das ist nicht nur bei
Radwegen so.
Für mich ist klar, daß der Platz für die Lastenräder von den "Autoparkplätzen"
die ja nicht wirklich Autoparkplätze sind, sondern die jeder nutzen darf,
kommen muß. Die Frage ist eher wie man wütende Automobilisten daran hindert
das eigene Rad zu vandalisieren (hab noch nie das Problem gehabt).
Ein erster Schritt wäre es, das Abstellen zu einem klar erkennbaren
Recht zu machen, statt es in eine Grauzone zu belassen, wo es von
jemandem, der parken will, ein Rad als ein verbotswidrig abgestelltes
Hindernis betrachtet wird und dies zu legitimeren scheint, sich die
gestohlene Fläche durch Wegtragen, Wegschieben oder Vandalismus
wiederzuholen.

Schwierig ist es, nicht wieder in die Separierungsfalle zu tappen. Vor
Jahren, als Anliegerbeiträge zu kassieren waren, sind hier mal eine
ganze Reihe Felgenkiller in den toten Ecken der Kreuzungen montiert
worden, nachdem vorher solche auf den Parkstreifen in Aussicht gestellt
worden waren. Das ist natürlich schon vor dem ersten
Realisierungsversuch gestorben. Aber auch die in den Ecken sind längst
wieder verschwunden, bei irgend einer Kanalbaumaßnahme mußten sie
demontiert werden, danach waren sie weg, niemand hat sie vermißt.

Das funktioniert also nicht. Gefragt wäre eine Lösung, die eine
dynamische Nutzung des Parkraums zuläßt, aber Vandalismus durch
Wegschieben mit der Stoßstange sicher verhindert. Angesichts des
Zustands von Pollern glaube ich nicht, daß mechanische Lösungen viel
helfen, die werden einfach kaputtgefahren.

Versuchen könnte man es trotzdem. Ich würde einfach ein paar
Betontrenner, wie sie in Straßenbau verwendet werden, fahrbahnseitig
hinstellen, alle paar Autolängen einen, und dann schauen, wo sich hinter
denen Fahrräder ansammeln und wo nicht, und die Verteilung dann alle
paar Monate anpassen. Hauptproblem dürfte sein, die Radfahrer zu
diszipliniertem Parken zu bewegen, sekundäres Problem, für die
Umverteilung genügend freie Platze zu finden. Die Ferienzeit bietet sich
dafür an.

Langfristig hilft nur, die Leute daran zu gewöhnen, daß man auch von
Fahrrädern bitte die Finger zu lassen hat. Die Frage ist halt, wer sein
Fahrrad für das notwendige Training opfert.
Post by Ralph Aichinger
Sagen wir so: Wenn kurz nachdem man das Rad auf einem Parkplatz gestellt
hat ein Vandale es entfernt hat und ein Auto mit dem Kennzeichen XY
dort steht, dann hat man zumindest einen Ansatz wer verdächtig und einer
Anzeige würdig ist.
Funktioniert in der Praxis nicht. Verdacht ist kein Beweis und im real
life hat man auch besseres zu tun, als sich auf die Lauer zu legen.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Udo Steinbach
2018-08-22 13:33:08 UTC
Permalink
dann erzähl ich Dir evtl. eine Geschichte, die glaubst Du erst recht
nicht, obwohl sie genau so passiert ist.
Ich bin zwar nicht gläubig, würde sie dennoch gerne lesen.
--
Fahrradverkehr in Deutschland: http://radwege.udoline.de/
GPG: A245 F153 0636 6E34 E2F3 E1EB 817A B14D 3E7E 482E
Udo Steinbach
2018-08-21 09:44:36 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Ich schätze die meisten Menschen doch als so zivilisiert ein, daß sie
sich nicht am Eigentum anderer so vergreifen.
Man sollte mit dem Verwöhnfaktor rechnen. Autofahrern wird jeder Wunsch
erfüllt, gleichzeitig steht das Fahrrad und dessen Benutzer in allen
Belangen in der Hirachie ganz unten. Da verschiebt sich schonmal der
Maßstab der Zivilisation.
--
Fahrradverkehr in Deutschland: http://radwege.udoline.de/
GPG: A245 F153 0636 6E34 E2F3 E1EB 817A B14D 3E7E 482E
L***@web.de
2018-08-20 05:36:17 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Strobl
So lange in der Stadt nur Leute mit Garage oder großem eigenen Vorgarten
ein Lastenrad so komfortabel parken können wie ein Auto, wird das schon
deswegen Nische bleiben. Ich sehe nicht, wodurch sich das kurzfristig
ändern sollte.
Wenn ich mir die StVO anschaue, sollen Lastenräder fast so wie PKW geparkt werden.
Da man die Räder übersehen kann, sollen hier aber Parkwarntafeln, wie bei
Anhängern üblich, angebracht werden. Soweit Parkgebühren anfallen würden kann
man sich ja einen anderen Platz suchen.

Da es Gemeinden gab, die mal die Parkregelung nach dem Wortlaut durchsetzen
wollten, habe sich dort einige 2-Rad-Fahrer gefunden, die vorzugsweise am
Samstagvormittag 100% vorschriftsmäßig in der Innenstadt geparkt haben.
Helmut Springer
2018-08-17 05:50:43 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Strobl
Post by Helmut Springer
Stuttgart hat einen signifikanten und noch immer steigenden Anteil
von Pedelecs auf den Pendelstrecken. Mittlerweile auch einiges an
entsprechende Lastenfahrraeder zum Kindertransport, jedenfalls in
den hipperen Stadtteilen. Bei jedem Wetter, denn das ersetzt ein
Auto, und oefter im mittleren vierstelligen Kostenbereich, denn
die Leute wissen, was ein Auto kostete.
Lastenfahrräder, egal ob mit oder ohne Motor, sind eine ganz
andere Kategorie. Man muß nicht jeden Etikettenschwindel
mitmachen.
Satz 3 bezieht sich auf Satz 2 und Satz 1, auch wenn es Deiner
Religion widerspricht.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Wolfgang Strobl
2018-08-19 20:12:26 UTC
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Am 17 Aug 2018 05:50:43 GMT schrieb Helmut Springer
Post by Helmut Springer
Post by Wolfgang Strobl
Post by Helmut Springer
Stuttgart hat einen signifikanten und noch immer steigenden Anteil
von Pedelecs auf den Pendelstrecken. Mittlerweile auch einiges an
entsprechende Lastenfahrraeder zum Kindertransport, jedenfalls in
den hipperen Stadtteilen. Bei jedem Wetter, denn das ersetzt ein
Auto, und oefter im mittleren vierstelligen Kostenbereich, denn
die Leute wissen, was ein Auto kostete.
Lastenfahrräder, egal ob mit oder ohne Motor, sind eine ganz
andere Kategorie. Man muß nicht jeden Etikettenschwindel
mitmachen.
Satz 3 bezieht sich auf Satz 2 und Satz 1, auch wenn es Deiner
Religion widerspricht.
Du mich auch.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Martin Gerdes
2018-08-14 21:16:10 UTC
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Post by Anton Ertl
Post by Bernhard Kraft
Post by Anton Ertl
E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau)
In Deutschland sind die Pedelecs beliebt. Die kann man ohne Helm
und Nummernschild fahren. Die schnellere Klasse mit Nummernschild
ist noch nicht so sehr verbreitet.
Die von mir zitierte Verkaufsstatistik nannte nur E-Bike 25
Die heißen im grossen Kanton "Pedelecs".
Post by Anton Ertl
und E-Bike 45.
Die heißen im grossen Kanton "S-Pedelecs"
Post by Anton Ertl
Den Begriff Pedelec verwendeten die ueberhaupt nicht.
So isses halt. Dafür gibts hierzustaat keinen Erlagsschein und keinen
Karfiol.
Ralph Aichinger
2018-08-14 21:25:38 UTC
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Post by Martin Gerdes
So isses halt. Dafür gibts hierzustaat keinen Erlagsschein
Kein Wunder, der heißt Erlagschein ;)

/ralph
--
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
U***@web.de
2018-08-16 08:40:27 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
So isses halt. Dafür gibts hierzustaat keinen Erlagsschein
Kein Wunder, der heißt Erlagschein ;)
Manche sagen so, manche sagen so.
https://books.google.de/books?id=-tVCAAAAcAAJ&pg=PA625-IA13&lpg=PA625-IA13&dq=%22Erlagsschein%22&source=bl&ots=v_VrDxv6IC&sig=f1xXOlX74fKb3M44oz0Rx9DHVC0&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjakbCt3e_cAhVFZVAKHYc3BxcQ6AEwBHoECAYQAQ#v=onepage&q=%22Erlagsschein%22&f=false

Mittlerweile würde ich aber vermuten, daß außerhalb Österreichs
solche Scheine außer Gebrauch geraten sind.

Gruß, ULF
Anton Ertl
2018-08-15 08:06:42 UTC
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Post by Bernhard Kraft
Post by Anton Ertl
E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau)
In Deutschland sind die Pedelecs beliebt. Die kann man ohne Helm
und Nummernschild fahren. Die schnellere Klasse mit Nummernschild
ist noch nicht so sehr verbreitet.
Die von mir zitierte Verkaufsstatistik nannte nur E-Bike 25=20
Die hei=DFen im grossen Kanton "Pedelecs".
und E-Bike 45. =20
Die hei=DFen im grossen Kanton "S-Pedelecs"
Wie sie in Graubuenden heissen, ist eigentlich egal, denn die zitierte
Verkaufsstatistik bezog sich offensichtlich auf Deutschland, was
einerseits daran ersichtlich ist, dass sie das nicht benennt,
andererseits an den Zahlen (fuer 720.000 verkaufte E-Bikes in einem
Jahr haben Graubuenden, die Gesamtschweiz, und auch Oesterreich zu
wenig Einwohner).

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
Martin Gerdes
2018-08-16 20:14:42 UTC
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Post by Anton Ertl
Post by Martin Gerdes
Die heißen im grossen Kanton "S-Pedelecs"
Wie sie in Graubuenden heissen, ist eigentlich egal
"Der grosse Kanton" ist ein Schweizer Ausdruck für Germanistan.
Wolfgang Strobl
2018-08-16 08:26:03 UTC
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Am Tue, 14 Aug 2018 01:47:14 -0700 (PDT) schrieb Bernhard Kraft
Post by Bernhard Kraft
Post by Anton Ertl
E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau)
In Deutschland sind die Pedelecs beliebt. Die kann man ohne Helm
und Nummernschild fahren. Die schnellere Klasse mit Nummernschild
ist noch nicht so sehr verbreitet.
Post by Anton Ertl
Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen, mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes
mit Anhaenger einer Supermarktkette.
Auf dem Firmenparkplatz eines Großkonzerns in meiner Stadt nimmt der
Anteil stetig zu. Ob die E-Bikes die Gesamtzahl der Zweiräder auf dem
Parkplatz nennenswert erhöht hat, möchte ich bezweifeln. Die Menge ist
im wesentlichen vom Wetter abhängig.
Post by Anton Ertl
Meine Erklaerung dafuer war
bislang, dass E-Bikes halt einfach Freizeitgeraete sind.
Fahrräder sind auch meist Sport/Freizeitgeräte.
Mag sein. Das erklärt die beobachteten unterschiedlichen Nutzungen aber
nicht.

Ich beobachte das hier übrigens auch. Während der Anteil von eBikes und
Pedelecs im alltäglichen städtischen Straßenbild im Bonner Stadtkern und
in der Südstadt zwar zugenommen hat, stellen richtige Fahrräder dort zu
jeder Zeit die große Mehrheit dar. Anders im Kottenforst*). Wenn man da
am Wochenende durchfährt, sieht man an schönen Tagen mehr Pedelec als
Fahrräder. Eine interessante Beobachtung meiner Frau ist, daß
insbesondere die Pedelecnutzung durch junge Frauen stark zugenommen
habe. Sie führt das darauf zurück, daß die nicht schwitzen wollen.

Das deutet ebenfalls sehr darauf hin, daß Pedelec derzeit
Freitzeitgeräte sind, nicht Sport/Freizeitgeräte.
Post by Bernhard Kraft
Post by Anton Ertl
ich aber waehrend der Freizeitfahrten drauf geachtet, und da faehrt
auch kaum jemand mit einem E-Bike, vielleicht 1%-2%, und zwar sowohl
im auf dem Donauradweg (flach und Radweg), als auch im Wienerwald
(huegelig und Fahrbahn).
In Deutschland ist der Anteil auf Touristenpfaden mit Sicherheit höher.
Post by Anton Ertl
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden.
Das ist aber auch logisch. Wer Anstrengung beim Radfahren vermeidet, wird auch
wenig Interesse daran haben bei Schlechtwetter unterwegs zu sein.
Sonderlich überzeugend finde ich das nicht. Ich bin viel bei schlechtem
Wetter zur Arbeit gefahren. Sowohl mit dem alten Peugeot (Reiserad mit
Rennlenker) als auch mit dem Sparta (Hollandrad) habe ich es eine ganze
Weile mal mit einem Plastikponcho als Regenschutz versucht, um mich auf
der Arbeit nicht erst umziehen zu müssen. Funktioniert im Prinzip ganz
gut, wenn man davon absieht, daß das Ding wie ein Segel wirkt und man
sich darunter nicht gut bewegen kann. Von dem leuchtfarbenen
Plastikoverall, den ich während meines Studiums auf dem Motorrad über
den Krauser gezogen hatte, erinnere ich ähnliches, auf der Autobahn fing
der ziemlich an zu flattern.

Auf dem Peugeot und dem Sparta hätte ich mir durchaus gelegentlich einen
Motorantrieb gewünscht, einfach weil es erheblich einfacher ist, unter
bzw. mit so einem Wetterschutz zu fahren, wenn man praktisch keine
Leistung durch Treten aufbringen muß.

Tatsächlich bin ich später dann aber dazu übergegangen, in
Funktionskleidung zu fahren, auf Regenschutz zu verzichen und mich vor
der Arbeit umzuziehen.

Im Endeffekt muß man sich halt entscheiden, ob man radfahren will, oder
nicht.

Hybridfahrzeuge funktionieren nur in einer Phantasiewelt, in der
Realität wird optimiert, und da sind die Optimierungen bei nicht
motorisierten Fahrrädern und motorisierten Fahrrädern gegenläufig.
Post by Bernhard Kraft
Post by Anton Ertl
E-Bikes werden mit dem Versprechen
ver- und gekauft, einen (vorgeblichen) Grund fuer das Nicht-Radfahren
zu eliminieren (und deswegen sind die meisten "Radverkehrsfoerderer"
auch so begeistert), dann wird das Ding probiert, ja, ok, ist weniger
anstrengend,
Der Aktionsradius wird vergrößert. Darauf beruhen die Hoffnungen.
Die Wetterabhängigkeit ist recht groß. Der Klimawandel hilft.
Der Klimawandel sorgt für mehr Schwankungen. Mehr Schwitzen bei mehr
Hitze, mehr Nässe bei stärkerem Regen. Weniger "gemäßigte" Perioden.
Post by Bernhard Kraft
Es würde mich interessieren, ob im Mittelmehrraum (Italien) die (Knatter-)Vespas
langsam durch Elektrofahrzeuge abgelöst werden.
Ich war dieses Jahr in Südfrankreich und habe dort vereinzelt Pedelecs gesehen. Frankreich ist aber auch das totale Auto-Land, kein Vespa-Land. Radfahren
ist als Freizeitsport beliebt. Einige der Pedelecs waren im Rennrad-Design.
In Südfrankreich habe ich jenseits der Touristenfallen nur wenige
Pedelec gesehen. Dies mag allerdings daran liegen, daß wir auch wegen
der Radwegseuche solche Attraktionen und das Umland von Städten, die
groß genug sind, um ein solches zu haben, großräumig meiden und die
etwas ruhigeren hügeligen Gebiete bevorzugen. Da findet man in den
einsamen Gegenden praktisch nur noch Rennradfahrer, die dannn aber
erheblich häufiger als hierzulande.

Gruselig sind aber die touristischen Radfahrattraktionen in der Ebene.
Da fahren dann ganze Familien auf eBikes resp. Pedelec, die Routenkarte
vom eBikeverleih in der Hand, z.B. auf einem schnurgeraden Damm einer
aufgelassenen alten Eisenbahnlinie, obwohl es gleich nebenan massenhaft
wunderschöne, wenig befahrene Landstraßen gibt, die sich durch die
Landschaft schlängeln.

eBike-Verleihs an Touristenattraktionen oben auf den Hügeln sind
offenbar ein blühendes Geschäftsmodell geworden. Die Leute fahren mit
dem Auto hoch, stellen das Auto auf den Parkplatz am Rand des Dorfs oder
Städtchens, mieten sich für jedes Familienmitglied ein eBike, fahren
damit den Berg runter, in der Ebene ein bißchen im Kreise herum und dann
wieder hinauf. Die Anbieter in der Ebene sind schwerer auffindbar und
kompensieren das z.T. damit, einen Lieferservice anzubieten. Die eBikes
werden in einen Lieferwagen gepackt und am Hotel/Campingplatz oder der
Ferienwohnung angeliefert.



*) https://de.wikipedia.org/wiki/Kottenforst
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Ralph Aichinger
2018-08-14 09:26:28 UTC
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Post by Anton Ertl
E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau) spielen
in Medien und in den Diskussionen hier eine relativ grosse Rolle.
Diejenigen, die sich "Radverkehrsfoerderung" auf die Fahnen
geschrieben haben, versprechen sich einen Radfahrboom davon (ob das
jetzt wirklich Radfahren ist, will ich jetzt hier nicht betrachten);
Ich glaube es ist das Paradoxon, daß E-Bikes als "umweltfreundlich"
wahrgenommen werden, weil man sie mit Autos und Motorrädern
vergleicht, und sie ein neue Entwicklung sind, während Fahrräder
halt Fahrräder sind.

So habe ich es immer als paradox gesehen, daß E-Bikes stark gefördert
werden (finanziell, beim Kauf), normale Räder aber nicht.
Post by Anton Ertl
Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen, mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes
mit Anhaenger einer Supermarktkette.
Die Frage ist: sieht man das immer gleich so deutlich? Meistens muß man
genau hinsehen, manche haben einen Motor beim Tretlager, andere im
Laufrad, manche den Akku dort wo die Trinkflasche wäre, andere unterm
Gepäckträger. Bei einem Rad mit womöglich noch Gepäck am Gepäckträger
ist das oft gar nicht so schnell festzustellen.

Mein Eindruck ist, daß ein mittlerweile ganz erklecklicher Anteil mit
sowas fährt (vielleicht zwischen 10-20%), Lieferräder mal ausgenommen.
Post by Anton Ertl
Meine Erklaerung dafuer war
bislang, dass E-Bikes halt einfach Freizeitgeraete sind. Heuer habe
ich aber waehrend der Freizeitfahrten drauf geachtet, und da faehrt
auch kaum jemand mit einem E-Bike, vielleicht 1%-2%, und zwar sowohl
im auf dem Donauradweg (flach und Radweg), als auch im Wienerwald
(huegelig und Fahrbahn).
Bei mir hier in Linz sind es sicher mehr. Bei schönem Wetter sicher
10%. Am Montagmorgen beim Arbeitsweg weniger.
Post by Anton Ertl
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden. Das ist nicht unbedingt das, was sich die Kaeufer
erwarten, aber das ist offenbar das, was sie tun.
Das gibt es bestimmt auch. Ich vermute beim E-Bike muß der Durchschnitts-
user noch mehr als beim klassischen Fahrrad einen Händler haben, zu
dem er das Teil zur Wartung bringt. Eventuell trägt auch das zum
Verkaufsboom bei.
Post by Anton Ertl
Und das wundert mich auch nicht: E-Bikes werden mit dem Versprechen
ver- und gekauft, einen (vorgeblichen) Grund fuer das Nicht-Radfahren
zu eliminieren (und deswegen sind die meisten "Radverkehrsfoerderer"
auch so begeistert), dann wird das Ding probiert, ja, ok, ist weniger
anstrengend, aber dann tut einem der Hintern weh,
Ich vermute die meisten dieser Dinger werden in einem Bereich eingesetzt,
wo Hinternschmerzen noch keine Rolle spielen (Fahrten unter 10km, eventuell
mit kleinen Steigungen drin).

Eine Freundin von mir ist täglich mit dem E-Bike zu ihrer Arbeit gefahren,
einfach weil die auf einem Berg gelegen war, keine Ahnung, vielleicht 100 oder
200 Höhenmeter?

Ohne E-Bike hätte sie das eher nicht gemacht. Wenn das E-Bike kaputt war,
wurde es zum Händler gebracht, was auch innerhalb der Gewährleistung
etliche Male notwendig war (z.B. ist die Vorderbremse vom Rahmen geflogen ;)

Oft sieht man auch spürbar technikverliebte ältere Herren, die mit dem
E-Bike Flott durch die Gegend ziehen, und Radtouristen, wo es offenbar
darum geht, daß der schwächste in der Gruppe mithalten kann.

Ist nich ganz das gleiche, aber bei uns in der Firma sind auch die
Elektroroller grade groß angesagt. In dem Stadtteil in dem ich arbeite
findet man sie meist auf der Fahrbahn (was auch sinnvoll ist, wenn auch
nicht legal, wegen irgendeiner Regelung mit dem Laufraddurchmesser).

Da scheint auch gerade eine Medienkampagne zu laufen, vermutlich sind
den Autofahrerclubs zu viele von den Dingern auf den Straßen.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Anton Ertl
2018-08-14 10:03:32 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Anton Ertl
Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen, mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes
mit Anhaenger einer Supermarktkette.
Die Frage ist: sieht man das immer gleich so deutlich?
Ja, einfach daran, wie sich die Radfahrer bewegen. Ich sehe es, ob
die Radfahrer eine der Geschwindigkeit und Steigung entsprechende
Leistung erbringen oder nicht.
Post by Ralph Aichinger
Post by Anton Ertl
Und das wundert mich auch nicht: E-Bikes werden mit dem Versprechen
ver- und gekauft, einen (vorgeblichen) Grund fuer das Nicht-Radfahren
zu eliminieren (und deswegen sind die meisten "Radverkehrsfoerderer"
auch so begeistert), dann wird das Ding probiert, ja, ok, ist weniger
anstrengend, aber dann tut einem der Hintern weh,
Ich vermute die meisten dieser Dinger werden in einem Bereich eingesetzt,
wo Hinternschmerzen noch keine Rolle spielen (Fahrten unter 10km, eventuell
mit kleinen Steigungen drin).
Das ist natuerlich auch eine Erklaerung fuer einen geringen Anteil bei
meinen Beobachtungen: Wenn E-Bike-Fahrer nur 5km fahren, waehrend
Radfahrer bei den Freizeitfahrten, sagen wir, im Durchschnitt 25km
fahren, ist, selbst, wenn der Freizeitwegeanteil der E-Bikes bei 10%
liegt, der km-Anteil (und das ist, was ich beobachtet habe), bei 2%.
Post by Ralph Aichinger
Oft sieht man auch spürbar technikverliebte ältere Herren, die mit dem
E-Bike Flott durch die Gegend ziehen, und Radtouristen, wo es offenbar
darum geht, daß der schwächste in der Gruppe mithalten kann.
"Oft" kann ich nicht bestaetigen, aber letzteres habe ich am Sonntag
tatsaechlich gesehen: Zwei MTB-Fahrer, und eine E-MTB-Fahrerin. Finde
ich durchaus sinnvoll, wenn es darum geht, etwas gemeinsam zu
unternehmen. Wenn es darum geht, dass die E-MTB-Fahrerin einen
Trainingseffekt hat, muesste man genauer hinschauen.
Post by Ralph Aichinger
Ist nich ganz das gleiche, aber bei uns in der Firma sind auch die
Elektroroller grade groß angesagt. In dem Stadtteil in dem ich arbeite
findet man sie meist auf der Fahrbahn (was auch sinnvoll ist, wenn auch
nicht legal, wegen irgendeiner Regelung mit dem Laufraddurchmesser).
Um welche Roller geht es hier? Vespa-aehnliche Dinger, oder
E-Tretroller. Letztere sehe ich hier in Wien mindestens so oft wie
E-Bikes, allerdings nur auf Gehsteigen und Radwegen. Dass
Vespa-aehnliche Dinger woanders als auf der Fahrbahn fahren sollten,
waere mir neu.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
Bernhard Kraft
2018-08-14 10:46:17 UTC
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Post by Anton Ertl
Um welche Roller geht es hier? Vespa-aehnliche Dinger, oder
E-Tretroller. Letztere sehe ich hier in Wien mindestens so oft wie
E-Bikes, allerdings nur auf Gehsteigen und Radwegen. Dass
Vespa-aehnliche Dinger woanders als auf der Fahrbahn fahren sollten,
waere mir neu.
In Berlin (Ich war schon länger nicht mehr da) sollen die Miet-Roller recht beliebt sein.

<https://joincoup.com/de/berlin>
<https://emmy-sharing.de/>
<https://www.berlin.de/tourismus/nachrichten/4908856-1721038-e-schwalbe-ddrkultmoped-als-elektroversi.html>
Wolfgang Strobl
2018-08-16 21:56:13 UTC
Permalink
Am Tue, 14 Aug 2018 10:03:32 GMT schrieb
Post by Anton Ertl
"Oft" kann ich nicht bestaetigen, aber letzteres habe ich am Sonntag
tatsaechlich gesehen: Zwei MTB-Fahrer, und eine E-MTB-Fahrerin. Finde
ich durchaus sinnvoll, wenn es darum geht, etwas gemeinsam zu
unternehmen. Wenn es darum geht, dass die E-MTB-Fahrerin einen
Trainingseffekt hat, muesste man genauer hinschauen.
Müsste man, ja.

Wir, d.h. meine Frau und ich, haben ungefähr das Problem. Ich fahre eine
eine knapp 60km-Runde, die sie in 3:45 h schafft, wenn ich sie antreibe,
alleine in 2:45, wenn ich nicht trödele. Wie schnell sie alleine führe,
weiß ich nicht, denn das macht sie nicht.

Meine Lösung ist nicht, sie zu einem Pedelec zu überreden, sondern
darin, mein Fahrverhalten anzupassen, also auf dafür gut geeigneten,
glatten und übersichtlichen Strecken zu sprinten, etwas holperiges
Gefälle mit ihr zusammen nur sehr verhalten herunterzufahren, oft
anzuhalten und zu warten, etc.

Das schont nicht nur meine Knochen merklich, interessanterweise bin ich
danach aber trotzdem etwas mehr geschlaucht, als wenn ich alleine
schneller und kürzer fahre. Grund ist vermutlich die ineffizientere
Fahrweise, öfter anhalten, weniger rollen lassen, Höhengewinn nicht
nutzen usw.

Auf die Weise können wir zusammen fahren und haben beide was davon.

Mit Pedelec würde ich ihr bei leichten Steigungen, in der Ebene und
natürlich erst recht im Gefälle weiterhin davonfahren, während ich bei
den richtigen Steigungen dann nicht mehr mithalten könnte. Es würde sich
also nichts ändern, außer natürlich der wegfallende Trainingseffekt bei
ihr - den sie übrigens sehr zu schätzen gelernt hat.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
R.Stein-Cadenbach
2018-08-17 20:21:06 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Strobl
Am Tue, 14 Aug 2018 10:03:32 GMT schrieb
Post by Anton Ertl
"Oft" kann ich nicht bestaetigen, aber letzteres habe ich am Sonntag
tatsaechlich gesehen: Zwei MTB-Fahrer, und eine E-MTB-Fahrerin. Finde
ich durchaus sinnvoll, wenn es darum geht, etwas gemeinsam zu
unternehmen. Wenn es darum geht, dass die E-MTB-Fahrerin einen
Trainingseffekt hat, muesste man genauer hinschauen.
Müsste man, ja.
Wir, d.h. meine Frau und ich, haben ungefähr das Problem. Ich fahre eine
eine knapp 60km-Runde, die sie in 3:45 h schafft, wenn ich sie antreibe,
alleine in 2:45, wenn ich nicht trödele. Wie schnell sie alleine führe,
weiß ich nicht, denn das macht sie nicht.
Meine Lösung ist nicht, sie zu einem Pedelec zu überreden, sondern
darin, mein Fahrverhalten anzupassen, also auf dafür gut geeigneten,
glatten und übersichtlichen Strecken zu sprinten, etwas holperiges
Gefälle mit ihr zusammen nur sehr verhalten herunterzufahren, oft
anzuhalten und zu warten, etc.
Das schont nicht nur meine Knochen merklich, interessanterweise bin ich
danach aber trotzdem etwas mehr geschlaucht, als wenn ich alleine
schneller und kürzer fahre. Grund ist vermutlich die ineffizientere
Fahrweise, öfter anhalten, weniger rollen lassen, Höhengewinn nicht
nutzen usw.
Meine Frau und ich machen das ähnlich. Berg hoch, warten, Pause machen,
trinken/pinkeln, Fotos schießen - oder mit jemanden quatschen. Der
Elsasässer auf dem Col erzählte, dass er es auch so macht.
Nennt sich Intervalltraining. Ist effizienter, als wenn man gleichmäßig
durchzieht.
Es ist beliebter Irrtum der Pedelec-Jünger: Leistungsspitzen einebnen.
Statt starker Benaspruchung (angeblich) längere Fahrten mit gleichmäßig
geringer Belastung - sie glauben, dass sie damit gleichen
Trainingseffekt haben.
Post by Wolfgang Strobl
Auf die Weise können wir zusammen fahren und haben beide was davon.
Mit Pedelec würde ich ihr bei leichten Steigungen, in der Ebene und
natürlich erst recht im Gefälle weiterhin davonfahren, während ich bei
den richtigen Steigungen dann nicht mehr mithalten könnte. Es würde sich
also nichts ändern, außer natürlich der wegfallende Trainingseffekt bei
ihr - den sie übrigens sehr zu schätzen gelernt hat.
Helmut Springer
2018-08-17 20:33:53 UTC
Permalink
Post by R.Stein-Cadenbach
Meine Frau und ich machen das ähnlich. Berg hoch, warten, Pause
machen, trinken/pinkeln, Fotos schießen - oder mit jemanden
quatschen.
Ist halt sehr individuell. Das halte ich nur selten aus, nervt mich
nach einiger Zeit ungemein und laesst keinen Spass am Fahren mehr
aufkommen. Dann lieber langsam mitfahren.

Wir haben das damals uebrigens mit einem Tandem geloest.
Post by R.Stein-Cadenbach
Nennt sich Intervalltraining.
Intervalltraining macht man nicht mit Pausen zum kaltwerden, selbst
bei HIIT bettet man das in Bewegung ein, die auch die Durchblutung
auf entsprechendem Niveau haelt. Das letzte, was ich persoenlich
brauchen kann, wenn ich mir mit Intervallen die Kante gebe, ist auf
irgendwen warten passiv zu muessen.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
R.Stein-Cadenbach
2018-08-19 13:19:02 UTC
Permalink
Post by Helmut Springer
Post by R.Stein-Cadenbach
Meine Frau und ich machen das ähnlich. Berg hoch, warten, Pause
machen, trinken/pinkeln, Fotos schießen - oder mit jemanden
quatschen.
Ist halt sehr individuell. Das halte ich nur selten aus, nervt mich
nach einiger Zeit ungemein und laesst keinen Spass am Fahren mehr
aufkommen. Dann lieber langsam mitfahren.
Wir haben das damals uebrigens mit einem Tandem geloest.
Post by R.Stein-Cadenbach
Nennt sich Intervalltraining.
Intervalltraining macht man nicht mit Pausen zum kaltwerden, selbst
bei HIIT bettet man das in Bewegung ein, die auch die Durchblutung
auf entsprechendem Niveau haelt.
Danke für den Hinweis!

Grüße

Ralf




Das letzte, was ich persoenlich
Post by Helmut Springer
brauchen kann, wenn ich mir mit Intervallen die Kante gebe, ist auf
irgendwen warten passiv zu muessen.
Wolfgang Strobl
2018-08-19 21:00:22 UTC
Permalink
Am Sun, 19 Aug 2018 15:19:02 +0200 schrieb "R.Stein-Cadenbach"
Post by R.Stein-Cadenbach
Post by Helmut Springer
Post by R.Stein-Cadenbach
Meine Frau und ich machen das ähnlich. Berg hoch, warten, Pause
machen, trinken/pinkeln, Fotos schießen - oder mit jemanden
quatschen.
Ist halt sehr individuell. Das halte ich nur selten aus, nervt mich
nach einiger Zeit ungemein und laesst keinen Spass am Fahren mehr
aufkommen. Dann lieber langsam mitfahren.
Wir haben das damals uebrigens mit einem Tandem geloest.
Post by R.Stein-Cadenbach
Nennt sich Intervalltraining.
Intervalltraining macht man nicht mit Pausen zum kaltwerden, selbst
bei HIIT bettet man das in Bewegung ein, die auch die Durchblutung
auf entsprechendem Niveau haelt.
Danke für den Hinweis!
Es ist mir ziemlich schnuppe, ob meine Fahrweise dem sog.
Intervalltraining ähnelt oder nicht, ich bin kein Sportler und will es
auch nicht werden.

Mag auch sein, daß mich mein jahrzehntelanges Training durch jeweils 30
Minuten Stop & Go am Leistungslimit auf dem Weg von und zur Arbeit so
abgehärtet hat, daß das immer noch nachwirkt und mir das deswegen
weniger ausmacht.

Ich habe diese Stakkato-Fahrweise immer gehasst, hatte aber halt einfach
keine Wahl. Das permanente Rauf- und Runterfahren des Kreislauf bei
Ampelsprints gefolgt von unerwarteten Stopps tut weh und schlägt einem
anfangs ziemlich auf die Pumpe, insb. im Hochsommer und neben
überhitzten Motorhauben. Es braucht lange, bis man sich daran gewöhnt
hat und auch dann macht es nicht wirklich Spaß.

Nur war das gar nicht mein Punkt und ist auch nicht die jetzt
geschilderte Fahrweise. Außerdem war es kein Rezept, sondern lediglich
eine Schilderung, wie wir bei gemeinsamen Fahrten gut zurechtkommen.

Was ich schilderte, unterscheidet sich von der obigen nervigen Fahrweise
vornehmlich dadurch, daß ich bei Freizeitfahrten selber entscheiden
kann, wann ich Pausen mache und wie ich diese gestalte, und wie ich mich
zwischendurch verausgabe. Dazu gehört auch, die Pausen kurz oder aktiv
genug zu halten, um den Kreislauf in Gang zu halten und sich beim Fahren
nicht zu sehr zu verausgaben. Für ein Foto oder einen Schluck aus der
Flasche braucht man keine Minute, warten dauert aber meist länger,
typischerweise drei bis vier Minuten. Warum? Hat sich einfach irgendwie
so eingespielt.

Eine Möglichkeit, die mir Spaß macht, das zu überbrücken, besteht darin,
mal ein ein paar Minuten lang langsam freihändig zu fahren, oder
möglichst enge und langsame Achten. Oder den Kreisel zehn mal umrunden
statt nur durchzufahren. Das Achtenfahren ist auch bestens geeignet,
das Gleichgewichtsgefühl zu trainieren und ersetzt in gewissem Umfang
das für mich notwendige Muskeltraining. Bei kontinuierlichem Fahren,
inbesondere aber bei kontinuierlich langsamen Fahren wird mir sehr
schnell der linke Arm taub. Im Büro habe ich alle zwei Stunden kurz
Hanteltraining gemacht oder eine Übung mit dem Teraband, beim Radfahren
mache ich halt, was da geht.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Thomas Bliesener
2018-08-22 17:12:01 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Strobl
Das schont nicht nur meine Knochen merklich, interessanterweise bin ich
danach aber trotzdem etwas mehr geschlaucht, als wenn ich alleine
schneller und kürzer fahre. Grund ist vermutlich die ineffizientere
Fahrweise, öfter anhalten, weniger rollen lassen, Höhengewinn nicht
nutzen usw.
Zusammen mit wenig geübten Radfahrern zu fahren, ist ein Kreuz. ;-)
Geringere Kraft und Ausdauer sind in der Stadt nicht einmal die
Haupthindernisse. Das fängt schon beim Losfahren und dem Aufsteigen von
rechts an. Tja, dann ist der Ständer noch draußen, also wieder
absteigen. Natürlich nach rechts, und dann beugt man sich tief übers
Rad, um umständlich den Ständer von Hand einzuklappen. Und dann das
Anfahren. Ein geübter Radfahrer hat eine Pedale zum Anfahren oben, ein
Anfänger hat sie unten. Gefühlt sogar beide gleichzeitig. Wenn ich auf
eine rote Ampel zufahre, und diese springt auf Grün, dann nutze ich den
Schwung, um weiterzufahren (natürlich mit einem Blick auf den
Querverkehr). Ein Anfänger hält erstmal an, denn eine Ampel, die eben
noch Rot zeigte, kann nicht plötzlich auf Grün stehen. Auch auf leichtem
Gefälle wird grundsätzlich gebremst. Etc, etc. Ächz! ;-)
--
bli
Robert Waldner
2018-08-22 19:41:41 UTC
Permalink
Post by Thomas Bliesener
Zusammen mit wenig geübten Radfahrern zu fahren, ist ein Kreuz. ;-)
<...>
Post by Thomas Bliesener
Ein geübter Radfahrer hat eine Pedale zum Anfahren oben, ein
Anfänger hat sie unten. Gefühlt sogar beide gleichzeitig.
Ich hab momentan groesste Muehe, meiner Angetrauten besseres Anfahren
beizubringen. Zur Verdeutlichung: sie steigt erst mal durch den Rahmen
(Tiefeinstieg), dann wird der Hintern in den Sattel geparkt (dabei sind
_beide_ Fuesse am Boden, mit entsprechenden Folgen fuer die Sattelhoehe),
dann erst wird muehsam ein Pedal in Stellung gebracht.

Dann das Fahren. Erst mal auf ~20km/h hochstrampeln. Dann ausrollen lassen
bis so 12-15km/h. Wieder hoch auf 20. Rollen lassen. Etc.
Da hinterherzudackeln, ist _wesentlich_ anstrengender fuer mich als halbwegs
gleichmaessig 25-27km/h zu fahren.

Sie meint, sie haette es so gelernt, und waere als Kind/Jugendliche immer
so gefahren (seitdem ich mal den Schwiegereltern zugesehen hab, glaub ich
das auch).

Ich hoffe mal, das legt sich ein wenig Uebung von allein. Immerhin faehrt
sie mom. die 2,5km zum Bahnhof mit dem Rad.
Post by Thomas Bliesener
Wenn ich auf
eine rote Ampel zufahre, und diese springt auf Grün, dann nutze ich den
Schwung, um weiterzufahren (natürlich mit einem Blick auf den
Querverkehr). Ein Anfänger hält erstmal an, denn eine Ampel, die eben
noch Rot zeigte, kann nicht plötzlich auf Grün stehen. Auch auf leichtem
Gefälle wird grundsätzlich gebremst.
Nein, nein, nein. Jegliches Gefaelle wird zum bewegungslosen Rollenlassen
genutzt. Und gegenueber laesst man dann weiterrollen, bis man fast steht ;)
Post by Thomas Bliesener
Etc, etc. Ächz! ;-)
cheers,
&rw
--
-- Das wirklich interessante wird schon ueberleben. Und der Porn natuerlich;
-- weil der wird ja in Permanenz kopiert respektive re-posted. Aber das
-- dokumentiert dann wenigstens zuverlaessig, was den Leuten wirklich wichtig
-- war ... - Clemens Zauner ueber Langzeitarchivierung digitaler Daten
Martin Gerdes
2018-08-14 21:16:10 UTC
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Post by Ralph Aichinger
So habe ich es immer als paradox gesehen, daß E-Bikes stark gefördert
werden (finanziell, beim Kauf), normale Räder aber nicht.
Werden sie es? Ich habe nicht den Eindruck. E-Bikes sind teurer als ein
von der Ausstattung vergleichbares Fahrrad + der Elektroantrieb.
Post by Ralph Aichinger
Die Frage ist: sieht man das immer gleich so deutlich?
In den meisten Fällen sieht man das gleich deutlich.
Post by Ralph Aichinger
Meistens muß man genau hinsehen,
Eigentlich nicht.
Post by Ralph Aichinger
manche haben einen Motor beim Tretlager, andere im Laufrad,
... wo er eindeutig erkennbar ist.
Post by Ralph Aichinger
manche den Akku dort, wo die Trinkflasche wäre,
Das sind ganz wenige.
Post by Ralph Aichinger
andere unterm Gepäckträger. Bei einem Rad mit womöglich noch
Gepäck am Gepäckträger ist das oft gar nicht so schnell
festzustellen.
Man erkennt Pedelecs auch beim Fahren, und zwar an der für die
Geschwindigkeit unrealistisch langsamen Kadenz.
Post by Ralph Aichinger
Bei mir hier in Linz sind es ... Bei schönem Wetter sicher
10%.
Das kann hinkommen.
Ralph Aichinger
2018-08-14 21:29:51 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Werden sie es? Ich habe nicht den Eindruck. E-Bikes sind teurer als ein
von der Ausstattung vergleichbares Fahrrad + der Elektroantrieb.
In meinem Bundesland wurden E-Bikes teilweise bis zu 40% mit
einer Obergrenze von 400 Euro gefördert. Keine Ahnung ob das das
Maximum war, oder ob andere Bundesländer großzügiger waren.

Ein "normales" Fahrrad wurde überhaupt nicht gefördert.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Dirk Wagner
2018-08-15 14:40:58 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
In meinem Bundesland wurden E-Bikes teilweise bis zu 40% mit
einer Obergrenze von 400 Euro gefördert. Keine Ahnung ob das das
Maximum war, oder ob andere Bundesländer großzügiger waren.
Das mit den 40% ist dann aber Augenwischerei...
Auch bei real und Konsorten gibt es Pedelecs nur selten unter 1000
Euro...
Bei Fahrrad.de (als beliebigen Online-Shop ausgewählt) finde ich genau
EIN Pedelec (Typ "Cityrad") für unter 1000 Euro.

Die anderen Radtypen (Trecking, HardTail, Fully, Cross) sind deutlich
teurer...

Bei uns gab/gibt es ein Model, bei dem der Arbeitgeber die Leasing-Rate
fürs Pedelec bezahlt (https://www.leasing-ebike.de/)

Für normale Räder in ähnlicher Preisklasse gilt das wohl nicht...


Ciao

dirk
Michael Heydenbluth
2018-08-15 17:14:57 UTC
Permalink
Post by Dirk Wagner
Bei uns gab/gibt es ein Model, bei dem der Arbeitgeber die Leasing-Rate
fürs Pedelec bezahlt (https://www.leasing-ebike.de/)
Seit die Finanzbehörden die Köpfe zusammengesteckt haben, ist das Model
nicht mehr so wirklich interessant.

In den "wilden Jahren" des Firmenfahrrads funktionierte das so:

Der Arbeitgeber stellt dem Arbeitnehmer ein Fahrrad/Pedelec zur
Verfügung. Da der Arbeitnehmer dieses Fahrzeug nutzen kann, ohne es
selbst gekauft zu haben, entsteht ihm ein "geldwerter Vorteil". Dieser
ist vom Arbeitnehmer zu versteuern, und es sind
Sozialversicherungsbeiträge abzuführen. Es wird dazu das Brutto um 1%
des Fahrzeuglistenpreises angehoben (als Berechnungsgrundlage für
Steuern und SozVers) und der Auszahlungbetrag um diesen Betrag
reduziert. Soweit die eine Seite...

Auf der anderen Seite sieht der Arbeitgeber gar nicht ein, warum er dem
Arbeitnehmer etwas schenken sollte. Er kauft daher nicht das Fahrrad,
sondern least es. Die Leasingrate läßt er vom Arbeitnehmer
gegenfinanzieren, indem er das Bruttogehalt um die Leasingrate
verringert, und zwar um den NETTO-Betrag der Leasingrate, denn die
Umsatzsteuer der Leasingrate erhält er vom Finanzamt erstattet (sofern
vorsteueranzugsberechtigt, aber das sind fast alle Unternehmer). Da in
Niedrigzinszeiten auch die Leasingraten gering sind und zudem die
Fahrzeuge in den 36 Monaten Laufzeit nahezu vollamortisiert wurden,
konnten (und hatten) die Leasinggeber die Fahrzeuge nach 36 Monaten
für'n Appel und 'n Ei dem Arbeitnehmer zum Kauf angeboten. Bei
jobrad.org waren am Ende 10%, der mein-dienstrad.de am Ende teilweise
nur noch 4% der Leasingsumme zu entrichten.

Die Reduzierung des Brutto um die Leasingrate war ca 2,5 mal höher als
die Erhöhung des Brutto um 1% des ListenVK. Unterm Strich reduzierten
sich daher Steuern und Sozialabgaben. Jeder, der sich noch an
Weihnachtsgeld erinnern kann oder der schon mal eine Gehaltserhöhung
erhielt, weiß, daß davon nur die Hälfte im Geldbeutel ankommt. Derselbe
Effekt führt aber auch dazu, daß die Verringerung des Brutto sich nur
hälftig im Geldbeutel bemerkbar macht.

Schlußendlich zahlte man aufgrund der diversen Effekte (kaum Zinsen,
weniger Steuern und SozVers, keine Mehrwertsteuer, niedriger Restwert)
lediglich ca 65% des normalen Preises. Und da die Leasinggesellschaft
auf einer Versicherung besteht und der Arbeitgeber ja auch Sozialabgaben
spart, kann bzw muß der Arbeitgeber von seinem Gesparten auch noch eine
Vollkaskoversicherung für das Fahrzeug abschließen. Das Ganze war
hochinteressant für den Arbeitnehmer.

Und dann hatten die Finanzbehörden plötzlich den Eindruck, daß da etwas
an ihnen vorbeiläuft. Sie einigten sich auf die nun geltende Sichtweise:

Ein Fahrrad wird auf 5 Jahre abgeschrieben. Nach 3 Jahren ist es noch 40
% Wert. Wenn der Arbeitnehmer dieses Fahrzeug nun für 10 % oder gar nur
4 % übernimmt, dann entsteht ihm ein geldwerter Vorteil, der zu
versteuern ist. Nach 36 Monaten käme das böse Erwachen, wenn dann
plötzlich auf 30 oder 36% des VK unerwartet Steuern und
Sozialversicherungsbeiträge auf einen Rutsch fällig würden. Das Modell
von Jobrad und Co. wäre verloren.

Daher gilt zur Zeit: Sowohl Mein-Dienstrad als auch Jobrad haben sowohl
die Leasingraten als auch Restwerte angehoben. Bei Jobrad.org kann man
nach 36 Monaten für 17%, bei mein-dienstrad.de für 15% das Fahrrad
übernehmen. Dafür übernehmen beide Gesellschaften die Versteuerung des
geldwerten Vorteils (in Einzelfällen ist es erlaubt, die Steuern eines
anderen zu übernehmen - so eben auch hier).

Die Konditionen haben sich dadurch aber so sehr verschlechtert, daß man
nun eher von 90 % ausgehen kann, die ein Fahrrad jetzt kostet. 10 %
Rabatt könnte man auch bei einem Kauf raushandeln. Weiterhin bleibt aber
der Vorteil der Vollkaskoversicherung während der gesamten Laufzeit.
Dieser wird in den Angeboten auf den Webseiten immer stark
herausgestellt, die am Ende zu zahlende Restsumme ist weit weniger
prominent dargestellt.
Post by Dirk Wagner
Für normale Räder in ähnlicher Preisklasse gilt das wohl nicht...
Doch. Gilt genauso, lediglich für S-Pedelecs gilt es in etwas
abgeänderter Form, nämlich daß zusätzlich zu den 1 % auch noch 0,03 %
des ListenVK für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte zu versteuern und SozVers-Beiträge zu zahlen sind. Klingt
wenig, aber schon bei 16 km versteuert man dann bei einem S-Pedelec
schon ca 1,5 % statt 1 % bei einem Fahrrad/Pedelec.

Mich"kannst Du mir mal ausrechnen-Leasingbikeopfer"ael
Dirk Wagner
2018-08-15 17:31:41 UTC
Permalink
Post by Michael Heydenbluth
Post by Dirk Wagner
Für normale Räder in ähnlicher Preisklasse gilt das wohl nicht...
Doch. Gilt genauso, lediglich für S-Pedelecs gilt es in etwas
abgeänderter Form, nämlich daß zusätzlich zu den 1 % auch noch 0,03 %
des ListenVK für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte zu versteuern und SozVers-Beiträge zu zahlen sind. Klingt
wenig, aber schon bei 16 km versteuert man dann bei einem S-Pedelec
schon ca 1,5 % statt 1 % bei einem Fahrrad/Pedelec.
Ah - das mit dem normalen Rad ist irgendwie an mir vorbeigefahren.
Ich meine aber mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass damit
das Leasing-Model nicht so liefe. Aber gut!

Das mit den 5 Jahren Nutzungsdauer ist ja auch irgendwie realistischer.
Zumal in den AFA-Tabellen 7 Jahren steht...

Ciao

dirk
Bernd Ullrich
2018-08-15 17:44:19 UTC
Permalink
Post by Michael Heydenbluth
Post by Dirk Wagner
Bei uns gab/gibt es ein Model, bei dem der Arbeitgeber die Leasing-Rate
fürs Pedelec bezahlt (https://www.leasing-ebike.de/)
Seit die Finanzbehörden die Köpfe zusammengesteckt haben, ist das Model
nicht mehr so wirklich interessant.
Der Arbeitgeber stellt dem Arbeitnehmer ein Fahrrad/Pedelec zur
Verfügung. Da der Arbeitnehmer dieses Fahrzeug nutzen kann, ohne es
selbst gekauft zu haben, entsteht ihm ein "geldwerter Vorteil". Dieser
ist vom Arbeitnehmer zu versteuern, und es sind
Sozialversicherungsbeiträge abzuführen. Es wird dazu das Brutto um 1%
des Fahrzeuglistenpreises angehoben (als Berechnungsgrundlage für
Steuern und SozVers) und der Auszahlungbetrag um diesen Betrag
reduziert. Soweit die eine Seite...
Auf der anderen Seite sieht der Arbeitgeber gar nicht ein, warum er dem
Arbeitnehmer etwas schenken sollte. Er kauft daher nicht das Fahrrad,
sondern least es. Die Leasingrate läßt er vom Arbeitnehmer
gegenfinanzieren, indem er das Bruttogehalt um die Leasingrate
verringert, und zwar um den NETTO-Betrag der Leasingrate, denn die
Umsatzsteuer der Leasingrate erhält er vom Finanzamt erstattet (sofern
vorsteueranzugsberechtigt, aber das sind fast alle Unternehmer). Da in
Niedrigzinszeiten auch die Leasingraten gering sind und zudem die
Fahrzeuge in den 36 Monaten Laufzeit nahezu vollamortisiert wurden,
konnten (und hatten) die Leasinggeber die Fahrzeuge nach 36 Monaten
für'n Appel und 'n Ei dem Arbeitnehmer zum Kauf angeboten. Bei
jobrad.org waren am Ende 10%, der mein-dienstrad.de am Ende teilweise
nur noch 4% der Leasingsumme zu entrichten.
Die Reduzierung des Brutto um die Leasingrate war ca 2,5 mal höher als
die Erhöhung des Brutto um 1% des ListenVK. Unterm Strich reduzierten
sich daher Steuern und Sozialabgaben. Jeder, der sich noch an
Weihnachtsgeld erinnern kann oder der schon mal eine Gehaltserhöhung
erhielt, weiß, daß davon nur die Hälfte im Geldbeutel ankommt. Derselbe
Effekt führt aber auch dazu, daß die Verringerung des Brutto sich nur
hälftig im Geldbeutel bemerkbar macht.
Schlußendlich zahlte man aufgrund der diversen Effekte (kaum Zinsen,
weniger Steuern und SozVers, keine Mehrwertsteuer, niedriger Restwert)
lediglich ca 65% des normalen Preises. Und da die Leasinggesellschaft
auf einer Versicherung besteht und der Arbeitgeber ja auch Sozialabgaben
spart, kann bzw muß der Arbeitgeber von seinem Gesparten auch noch eine
Vollkaskoversicherung für das Fahrzeug abschließen. Das Ganze war
hochinteressant für den Arbeitnehmer.
Und dann hatten die Finanzbehörden plötzlich den Eindruck, daß da etwas
Ein Fahrrad wird auf 5 Jahre abgeschrieben. Nach 3 Jahren ist es noch 40
% Wert. Wenn der Arbeitnehmer dieses Fahrzeug nun für 10 % oder gar nur
4 % übernimmt, dann entsteht ihm ein geldwerter Vorteil, der zu
versteuern ist. Nach 36 Monaten käme das böse Erwachen, wenn dann
plötzlich auf 30 oder 36% des VK unerwartet Steuern und
Sozialversicherungsbeiträge auf einen Rutsch fällig würden. Das Modell
von Jobrad und Co. wäre verloren.
Daher gilt zur Zeit: Sowohl Mein-Dienstrad als auch Jobrad haben sowohl
die Leasingraten als auch Restwerte angehoben. Bei Jobrad.org kann man
nach 36 Monaten für 17%, bei mein-dienstrad.de für 15% das Fahrrad
übernehmen. Dafür übernehmen beide Gesellschaften die Versteuerung des
geldwerten Vorteils (in Einzelfällen ist es erlaubt, die Steuern eines
anderen zu übernehmen - so eben auch hier).
Die Konditionen haben sich dadurch aber so sehr verschlechtert, daß man
nun eher von 90 % ausgehen kann, die ein Fahrrad jetzt kostet. 10 %
Rabatt könnte man auch bei einem Kauf raushandeln. Weiterhin bleibt aber
der Vorteil der Vollkaskoversicherung während der gesamten Laufzeit.
Dieser wird in den Angeboten auf den Webseiten immer stark
herausgestellt, die am Ende zu zahlende Restsumme ist weit weniger
prominent dargestellt.
Post by Dirk Wagner
Für normale Räder in ähnlicher Preisklasse gilt das wohl nicht...
-----------------------------------------------------------------------
Post by Michael Heydenbluth
Doch. Gilt genauso, lediglich für S-Pedelecs gilt es in etwas
abgeänderter Form, nämlich daß zusätzlich zu den 1 % auch noch 0,03 %
des ListenVK für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte zu versteuern und SozVers-Beiträge zu zahlen sind. Klingt
wenig, aber schon bei 16 km versteuert man dann bei einem S-Pedelec
schon ca 1,5 % statt 1 % bei einem Fahrrad/Pedelec.
Mich"kannst Du mir mal ausrechnen-Leasingbikeopfer"ael
Danke für die Nachricht

BU
Martin Gerdes
2018-08-16 20:14:42 UTC
Permalink
Post by Michael Heydenbluth
Post by Dirk Wagner
Bei uns gab/gibt es ein Model, bei dem der Arbeitgeber die Leasing-Rate
fürs Pedelec bezahlt (https://www.leasing-ebike.de/)
Seit die Finanzbehörden die Köpfe zusammengesteckt haben, ist das Model
nicht mehr so wirklich interessant.
[Feinstziselierte Regelung hochdetailliert dargestellt]
Post by Michael Heydenbluth
Mich"kannst Du mir mal ausrechnen-Leasingbikeopfer"ael
Ich habe Deine Darstellung zweimal mit wachsendem Erstaunen
durchgelesen. Ist das denn auch wirklich gerecht? Gibt es nicht
eventuell noch besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen, denen man
möglicherweise mit einer noch etwas feiner ziselierten Lösung gerecht
werden müßte?

Zum Glück leben wir ja in Deutschland, wo die Maxime gilt: Gerechtigkeit
schaffen mit noch mehr Paragraphen.
Michael Heydenbluth
2018-08-17 05:12:57 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Michael Heydenbluth
Post by Dirk Wagner
Bei uns gab/gibt es ein Model, bei dem der Arbeitgeber die Leasing-Rate
fürs Pedelec bezahlt (https://www.leasing-ebike.de/)
Seit die Finanzbehörden die Köpfe zusammengesteckt haben, ist das Model
nicht mehr so wirklich interessant.
[Feinstziselierte Regelung hochdetailliert dargestellt]
Ging mir darum, aufzuzeigen, woher die, ja tatsächlich gegebene,
Ersparnis kommt bzw herkam und daß da weder Magie noch Schmu
hintersteckt(e).

Ich hätte noch präziser darstellen können, daß die Ersparnis erheblich
von den persönlichen Merkmalen abhängt (Steuerklasse, Kinderzahl, eigene
Krankenkasse, Beitragsbemessungsgrenzen,...) und daß ggfs der
Arbeitgeber gar keine Ersparnis hat, sofern der Angestellte bereits
jenseits der Beitragsbemessungsgrenzen liegt.
Post by Martin Gerdes
Post by Michael Heydenbluth
Mich"kannst Du mir mal ausrechnen-Leasingbikeopfer"ael
Ich habe Deine Darstellung zweimal mit wachsendem Erstaunen
durchgelesen. Ist das denn auch wirklich gerecht?
Tschuldigung, aber mein Parser kommt mit dieser Frage in Verbindung mit
Steuern nicht ganz klar.
Post by Martin Gerdes
Gibt es nicht
eventuell noch besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen, denen man
möglicherweise mit einer noch etwas feiner ziselierten Lösung gerecht
werden müßte?
Da ist doch überhaupt gar nichts "fein ziseliert". Ich beschrieb
lediglich die Effekte. Seit nahezu einer Generation steht im
Einkommensteuergesetz, daß bei überlassenen Dienst-Kfz ein geldwerter
Vorteil in Höhe von 1 % zzgl 0,03 % je Entfernungskilometer vom
Listenpreis zu versteuern sind. Da die Beiträge der Sozialversicherung
den Regelungen der Einkommensteuer folgen, gilt dasselbe für die
Versicherungsbeiträge.

Neu ab 2012 war lediglich, daß die Behörden sich einigten, eine analoge
Regelung auch für Fahrräder und Pedelecs einzuführen und hierbei auf die
0,03 % zu verzichten. Insofern war die Anwendung der 1 % lediglich dem
Gleichbehandlungsgrundsatz geschuldet, die 0,03 % sind dann, wenn man
will, eine Subvention, a.k.a. "Förderung".
Post by Martin Gerdes
Zum Glück leben wir ja in Deutschland, wo die Maxime gilt: Gerechtigkeit
schaffen mit noch mehr Paragraphen.
Wir leben in Deutschland, wo die Maxime gilt: Umverteilung von unten
nach oben, denn selbstverständlich haben die hohen Einkommen einen
erheblich größeren Anteil am Verteilungskuchen. Wer keine Steuern zahlt,
spart auch keine.
Martin Gerdes
2018-08-17 22:40:09 UTC
Permalink
Post by Michael Heydenbluth
Post by Martin Gerdes
Post by Michael Heydenbluth
Post by Dirk Wagner
Bei uns gab/gibt es ein Model, bei dem der Arbeitgeber die Leasing-Rate
fürs Pedelec bezahlt (https://www.leasing-ebike.de/)
Seit die Finanzbehörden die Köpfe zusammengesteckt haben, ist das Model
nicht mehr so wirklich interessant.
[Feinstziselierte Regelung hochdetailliert dargestellt]
Ging mir darum, aufzuzeigen, woher die, ja tatsächlich gegebene,
Ersparnis kommt bzw herkam und daß da weder Magie noch Schmu
hintersteckt(e).
Und mir ging es darum, daß es (ein Pedelec von 3000 Euro Kaufpreis im
Blick) um überschaubare Beträge geht, was dennoch die deutsche
Steuerbürokratie auf Hochtouren bringt.

Du hast geschrieben, daß nach der alten (für den Pedelecfahrer)
günstigen Regelung das Pedelec 65% des Listenpreises kostet (also statt
3000 Euro deren 2000), nach der neuen 90% (somit der ganze bürokratische
Aufwand letztlich zu schlichten 300 Euro Ersparnis führt). Ach Jottchen!
Für so wenig Geld würde ich den Zirkus nicht mitmachen. Diese 300
Flocken hätte ich (so ich denn ein Pedelec wollte) durch Verhandlung mit
dem Verkäufer bzw. dem Zuschlagen bei einem Sonderangebot allemal
herausgeholt -- und wäre dann rechtlich mein eigener Herr mit dem Ding,
was mir persönlich wichtig ist.
Post by Michael Heydenbluth
Ich hätte noch präziser darstellen können, daß die Ersparnis erheblich
von den persönlichen Merkmalen abhängt (Steuerklasse, Kinderzahl, eigene
Krankenkasse, Beitragsbemessungsgrenzen,...) und daß ggfs der
Arbeitgeber gar keine Ersparnis hat, sofern der Angestellte bereits
jenseits der Beitragsbemessungsgrenzen liegt.
Ich bin immer wieder vor Erstaunen ganz atemlos, wie hochdetailliert die
Wege der deutschen Steuerbürokratie sind.
Post by Michael Heydenbluth
Post by Martin Gerdes
Ich habe Deine Darstellung zweimal mit wachsendem Erstaunen
durchgelesen. Ist das denn auch wirklich gerecht?
Tschuldigung, aber mein Parser kommt mit dieser Frage in Verbindung mit
Steuern nicht ganz klar.
Bei Steuerersparnis spart der Hochsteuerzahler (also "der Reiche") aus
arithmetischen Gründen stets mehr als der Wenigsteuerzahler (also "der
Arme"). DAS IST DOCH SCHREIEND UNGERECHT! Oder etwa nicht? Ich betrachte
derlei Diskussionen jedenfalls amüsiert (aber natürlich immer
interessiert) aus der Distanz.
Post by Michael Heydenbluth
Post by Martin Gerdes
Gibt es nicht eventuell noch besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen,
denen man möglicherweise mit einer noch etwas feiner ziselierten
Lösung gerecht werden müßte?
Da ist doch überhaupt gar nichts "fein ziseliert".
Ansichtssache.
Post by Michael Heydenbluth
Ich beschrieb lediglich die Effekte. Seit nahezu einer Generation steht im
Einkommensteuergesetz, daß bei überlassenen Dienst-Kfz ein geldwerter
Vorteil in Höhe von 1 % zzgl 0,03 % je Entfernungskilometer vom
Listenpreis zu versteuern sind.
Auch diese Regelung ist fein ziseliert.
Post by Michael Heydenbluth
Neu ab 2012 war lediglich, daß die Behörden sich einigten, eine analoge
Regelung auch für Fahrräder und Pedelecs einzuführen und hierbei auf die
0,03 % zu verzichten. Insofern war die Anwendung der 1 % lediglich dem
Gleichbehandlungsgrundsatz geschuldet, die 0,03 % sind dann, wenn man
will, eine Subvention, a.k.a. "Förderung".
Eben, eben. Aber damit man das merkt, muß man den Gedankengang erstmal
nachvollziehen können. Mir bereitet das zwar keine großen Probleme, aber
einer Mehrzahl der Bevölkerung.

Gerade vorgestern habe ich mal wieder eine feministische Philippika zur
Abschaffung des Ehegattensplittings gelesen. Es hat lange gebraucht, bis
ich begriffen habe, wieso sich FeministInnen daran so festbeißen.
Mittlerweile weiß ich das -- und die VerfechterInnen sind völlig auf dem
falschen Dampfer.
Post by Michael Heydenbluth
Post by Martin Gerdes
Zum Glück leben wir ja in Deutschland, wo die Maxime gilt: Gerechtigkeit
schaffen mit noch mehr Paragraphen.
Wir leben in Deutschland, wo die Maxime gilt: Umverteilung von unten
nach oben,
Auch darüber könnte man streiten.
Post by Michael Heydenbluth
denn selbstverständlich haben die hohen Einkommen einen erheblich
größeren Anteil am Verteilungskuchen. Wer keine Steuern zahlt, spart
auch keine.
Eben.
Martin Gerdes
2018-08-16 20:14:42 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Martin Gerdes
Werden sie es? Ich habe nicht den Eindruck. E-Bikes sind teurer als ein
von der Ausstattung vergleichbares Fahrrad + der Elektroantrieb.
In meinem Bundesland wurden E-Bikes teilweise bis zu 40% mit
einer Obergrenze von 400 Euro gefördert. Keine Ahnung ob das das
Maximum war, oder ob andere Bundesländer großzügiger waren.
Ein "normales" Fahrrad wurde überhaupt nicht gefördert.
Erfahrungsgemäß greifen sich die Händler die Förderung ab. Allerdings
(so zumindest ist es in Deutschland) schaltet eine "staatliche
Förderung" jeden finanziellen Sachverstand ab und löst einen Kaufreflex
aus.
Thomas Bliesener
2018-08-15 23:07:03 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Ich glaube es ist das Paradoxon, daß E-Bikes als "umweltfreundlich"
wahrgenommen werden, weil man sie mit Autos und Motorrädern
vergleicht, und sie ein neue Entwicklung sind, während Fahrräder
halt Fahrräder sind.
Wenn es um Umweltfreundlichkeit, Preis und Platzbedarf geht, werden
Pedelecs gerne mit Kraftfahrzeugen verglichen. In den Punkten
Krafteinsatz, Geschwindigkeit und Reichweite vergleicht man sie dann
lieber mit Fahrrädern. Je nach dem, wie es besser paßt.
--
bli
R.Stein-Cadenbach
2018-08-16 04:39:35 UTC
Permalink
Post by Thomas Bliesener
Post by Ralph Aichinger
Ich glaube es ist das Paradoxon, daß E-Bikes als "umweltfreundlich"
wahrgenommen werden, weil man sie mit Autos und Motorrädern
vergleicht, und sie ein neue Entwicklung sind, während Fahrräder
halt Fahrräder sind.
Wenn es um Umweltfreundlichkeit, Preis und Platzbedarf geht, werden
Pedelecs gerne mit Kraftfahrzeugen verglichen. In den Punkten
Krafteinsatz, Geschwindigkeit und Reichweite vergleicht man sie dann
lieber mit Fahrrädern. Je nach dem, wie es besser paßt.
Genau. Das geniale am hybriden Prinzip besteht nicht in der Technik,
sondern in einen Marketigkonzept, mit dem man sich genau das
herauassucht wird, was einem passt. Radfahren ohne zu Schwitzen - aber
die körperlich Fitness nimmt man selbstverständlich auch imn Anspruch.

Grüße

Ralf
Chr. Maercker
2018-08-16 10:37:06 UTC
Permalink
Post by Thomas Bliesener
Wenn es um Umweltfreundlichkeit, Preis und Platzbedarf geht, werden
Pedelecs gerne mit Kraftfahrzeugen verglichen. In den Punkten
Krafteinsatz, Geschwindigkeit und Reichweite vergleicht man sie dann
lieber mit Fahrrädern. Je nach dem, wie es besser paßt.
Was - wieder einmal - fehlt, sind Untersuchungen/Zählungen, *wer* von
welchem Fahrzeug auf E-Rad umsteigt. Ich halte es aber für noch
wahrscheinlicher als bei der vermeintlichen Verlockung durch "Radwege",
dass die Umsteiger vorher *nicht* Auto gefahren sind.
--
CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Ralph Aichinger
2018-08-16 11:35:02 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
welchem Fahrzeug auf E-Rad umsteigt. Ich halte es aber für noch
wahrscheinlicher als bei der vermeintlichen Verlockung durch "Radwege",
dass die Umsteiger vorher *nicht* Auto gefahren sind.
Letztdendlich ist es egal, ob die Verschiebung dadurch passiert, daß
(ältere) umsteigen, oder Leute erst gleich nicht mit dem Autofahren
anfangen.

Ich habe das Gefühl, daß E-Bike eher ältere Leute fahren, und die
jüngeren die aufs Auto verzichten eher ein echtes Rad nehmen, ich
kann mich aber täuschen. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen
bei mir in der Gegend hat das E-Bike die Zielgruppe 45+, bei
jüngeren eventuell noch am Lastenrad zum Kindertransport.

/ralph -- gestern bin ich an der Ampel neben einer Frau gestanden,
die hat ein komplett "unsportliches" E-Bike gehabt (schweres
Trekkingrad mit Korb und vielen Anbauteilen), sie war
aber wie ein Sportler angezogen, Lyrca-Tikot, Radhose,
Helm natürlich. Seltsam. Vermutlich wird auch das
elektrounterstützte Fahren in der Stadt als "Sport"
wahrgenommen (was es für mich nicht wäre).
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Martin Gerdes
2018-08-16 21:28:08 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Ich habe das Gefühl, daß E-Bike eher ältere Leute fahren, und die
jüngeren die aufs Auto verzichten eher ein echtes Rad nehmen,
Ich habe diesen Eindruck auch. Wichtig ist der Helm im Genick und die
langsame Kadenz. Rentner-Pedelecs sind offenbar auf maximale
Unterstützung gestellt, was vom Fahrverhalten durchaus gewöhnungs- und
daher übungsbedürftig ist.
Post by Ralph Aichinger
Aus dem Bauch heraus würde ich sagen bei mir in der Gegend hat das
E-Bike die Zielgruppe 45+, bei jüngeren eventuell noch am Lastenrad
zum Kindertransport.
Ich sehe hier gelegentlich larvierte S-Pedelecs (entweder echte ohne
Kennzeichen oder chipgetunte normale. Das sind natürlich keine
Rentnerfahrzeuge.

Ein Bekannter hat sein Pedelec ganz einfach "ritzelgetunt" (was bei
seinem geht, weil der Geschwindigkeitssensor im Tretlager steckt). Es
fährt seinen Angaben zufolge 32 km/h, das könnte mir auch gefallen.
Post by Ralph Aichinger
/ralph -- gestern bin ich an der Ampel neben einer Frau gestanden,
die hat ein komplett "unsportliches" E-Bike gehabt (schweres
Trekkingrad mit Korb und vielen Anbauteilen), sie war
aber wie ein Sportler angezogen, Lycra-Tikot, Radhose,
Helm natürlich. Seltsam. Vermutlich wird auch das
elektrounterstützte Fahren in der Stadt als "Sport"
wahrgenommen (was es für mich nicht wäre).
Die Hersteller von Sportkleidung verdienen viel Geld mit der Ausrüstung
von Pseudosportlern. Ich finds gelegentlich auch lächerlich, aber so ist
es nun einmal. Leben und leben lassen.
Thomas Bliesener
2018-08-22 16:46:27 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Ein Bekannter hat sein Pedelec ganz einfach "ritzelgetunt" (was bei
seinem geht, weil der Geschwindigkeitssensor im Tretlager steckt). Es
fährt seinen Angaben zufolge 32 km/h, das könnte mir auch gefallen.
Das heißt im Umkehrschluß, daß Kettenblatt und Ritzel, also etwas, was
man bei einem Fahrrad nach Belieben tauschen kann, beim Pedelec
kritische Teile sind, die gegebenenfalls eine Führerschein-,
Versicherungs- und Helmpflicht auslösen können.
Post by Martin Gerdes
Die Hersteller von Sportkleidung verdienen viel Geld mit der Ausrüstung
von Pseudosportlern. Ich finds gelegentlich auch lächerlich, aber so ist
es nun einmal. Leben und leben lassen.
Manchmal komme ich mittags mit dem Renner in Papageienkluft nach Hause,
wechsel nur die Schuhe, und schwinge mich aufs Einkaufsrad, um noch
schnell die Zutaten fürs Mittagessen zu besorgen. Mag sein, daß
bunte Sportkleidung und Damenrad für manche Leute nicht zusammenpaßt,
aber das ist mir so was von egal ...

Witziger finde ich die Kombination von 6-kg-Carbonrenner und
40-kg-Wampe.
--
bli
Helmut Springer
2018-08-22 17:20:48 UTC
Permalink
Post by Thomas Bliesener
Das heißt im Umkehrschluß, daß Kettenblatt und Ritzel, also etwas,
was man bei einem Fahrrad nach Belieben tauschen kann, beim
Pedelec kritische Teile sind, die gegebenenfalls eine
Führerschein-, Versicherungs- und Helmpflicht auslösen können.
Das sollte jetzt nicht ueberraschend oder kritisch sein? Da eine
definierte und definierende Eigenschaft der Fahrzeugart die
Unterstuetzung nur bis 25km/h ist, ist jede das nach oben
verschiebende Aenderung eine Aenderung der Fahrzeugart zum Kfz.

Dass man beim Aendern der Uebersetzung wissen sollte, was man tut,
erscheint hinreichend trivial.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
b***@googlemail.com
2018-08-23 09:45:12 UTC
Permalink
Post by Thomas Bliesener
Post by Martin Gerdes
Ein Bekannter hat sein Pedelec ganz einfach "ritzelgetunt" (was bei
seinem geht, weil der Geschwindigkeitssensor im Tretlager steckt). Es
fährt seinen Angaben zufolge 32 km/h, das könnte mir auch gefallen.
Das heißt im Umkehrschluß, daß Kettenblatt und Ritzel, also etwas, was
man bei einem Fahrrad nach Belieben tauschen kann, beim Pedelec
kritische Teile sind, die gegebenenfalls eine Führerschein-,
Versicherungs- und Helmpflicht auslösen können.
Der Geschwindigkeitssensor steckt nicht im Tretlager, sondern üblicherweise im Bereich des Hinterrades, ähnlich eines Fahrradtachos (der vorne). Über den Anschluss im Tretlager wird ein Kontatakt geschaltet (an/aus), je nachdem ob man tritt oder nicht - ohne treten wird der Motor abgeschaltet, an- mit treten je nach eingestellter Unterstützungsstufe. Ab ~25km/h schaltet der Kontakt im Hinterrad den Motor ab. Eine Übersetzungsänderung erleichtert ggfs. das "Bergsteigen" oder ermöglicht in der Ebene bei entsprechender Beinleistung, aber ohne Motorunterstützung, eine höhere Geschwindigkeit, die auch bei einem "Pedelec" zulässig ist. Aber vieles kann natürlich trotzdem, irgendwie, manipuliert werden.
Martin Gerdes
2018-08-26 15:52:00 UTC
Permalink
Post by Thomas Bliesener
Post by Martin Gerdes
Ein Bekannter hat sein Pedelec ganz einfach "ritzelgetunt" (was bei
seinem geht, weil der Geschwindigkeitssensor im Tretlager steckt). Es
fährt seinen Angaben zufolge 32 km/h, das könnte mir auch gefallen.
Das heißt im Umkehrschluß, daß Kettenblatt und Ritzel, also etwas, was
man bei einem Fahrrad nach Belieben tauschen kann, beim Pedelec
kritische Teile sind, die gegebenenfalls eine Führerschein-,
Versicherungs- und Helmpflicht auslösen können.
Ich habe es doch extra erwähnt: Bei diesem Modell steckt der
Geschwindigkeitssensor im Tretlager, das kann man per Ritzeltausch
"länger" auslegen.

Bei den heute allgemein üblichen Bosch-Antrieben steckt der
Geschwindigkeitssensor im Hinterrad (Magnet an den Speichen, Sensor an
der Hinterstrebe). Da funktioniert dieses Verfahren dann nicht (aber
halt eine (verbotene) Modifikation der Firmware).

Bernd Ullrich
2018-08-17 02:37:20 UTC
Permalink
Am Thu, 16 Aug 2018 13:35:02 +0200 (CEST) schrieb Ralph Aichinger
[...]
Mit Sport, ob eingebildet oder nicht, hat das m.E. weniger zu tun als
mit dem Wunsch, nach außen zu zeigen, daß man Geld reingesteckt hat. Wie
beim Auto die breiten Reifen und die Metallic-Lackerung, Symbole halt.
Es wird Zeit dass Herbst und Winter kommen um die Spinner in ihren
Hütten festzunageln. Dann fahren nur noch die Profis...
Die Kotzgestalten die auf Strassenn nur linksfahren kotzen mich an. Die
müssen weg...

BU
Chr. Maercker
2018-08-17 06:02:11 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Letztdendlich ist es egal, ob die Verschiebung dadurch passiert, daß
(ältere) umsteigen, oder Leute erst gleich nicht mit dem Autofahren
anfangen.
Unter der im letzten Satzteil genannten Voraussetzung. Und da habe ich
gewisse Zweifel, weil eben auch "Radwege" zwar Veränderungen des Modal
splits bewirken können, aber beileibe nicht unbedingt zulasten des Autos.
Post by Ralph Aichinger
Ich habe das Gefühl, daß E-Bike eher ältere Leute fahren, und die
jüngeren die aufs Auto verzichten eher ein echtes Rad nehmen, ich
kann mich aber täuschen. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen
bei mir in der Gegend hat das E-Bike die Zielgruppe 45+, bei
jüngeren eventuell noch am Lastenrad zum Kindertransport.
Ich hoffe, statistisch ist es tatsächlich so. Wie sich das auf die
Unfallbilanz auswirken wird, werden wir bald erleben.
Post by Ralph Aichinger
/ralph -- gestern bin ich an der Ampel neben einer Frau gestanden,
die hat ein komplett "unsportliches" E-Bike gehabt (schweres
Trekkingrad mit Korb und vielen Anbauteilen), sie war
aber wie ein Sportler angezogen, Lyrca-Tikot, Radhose,
Helm natürlich. Seltsam. Vermutlich wird auch das
elektrounterstützte Fahren in der Stadt als "Sport"
wahrgenommen (was es für mich nicht wäre).
Ich habe kürzlich eine ältere Dame überholt, bei der hab ich erst an der
nachfolgenden Steigung gemerkt, dass sie elektrisch fuhr, Rohloff sei
Dank. ;-)
--
CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Martin Wohlauer
2018-08-14 09:31:37 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen,
Hier ähnlich.
Post by Anton Ertl
mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes mit Anhaenger
einer Supermarktkette.
Haben wir dagegen wenig, aber auch.
Post by Anton Ertl
Meine Erklaerung dafuer war bislang, dass E-Bikes halt einfach
Freizeitgeraete sind. Heuer habe ich aber waehrend der
Freizeitfahrten drauf geachtet, und da faehrt auch kaum jemand mit
einem E-Bike, vielleicht 1%-2%, und zwar sowohl im auf dem
Donauradweg (flach und Radweg), als auch im Wienerwald (huegelig und
Fahrbahn).
Hierzustadt kannst du sie vor allem im Stadtwald am Wochenende und in
den Ferien bei gutem Wetter sackweise haben.
Post by Anton Ertl
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden. Das ist nicht unbedingt das, was sich die Kaeufer
erwarten, aber das ist offenbar das, was sie tun.
So auch der Nachbar. Ist klar: Ein bisschen Anstrengung fällt vielleicht
weg, aber der ganze Rest bleibt plus man muss sich um den Ladestand des
blöden Akkus kümmern.
Post by Anton Ertl
Und das wundert mich auch nicht: E-Bikes werden mit dem Versprechen
ver- und gekauft, einen (vorgeblichen) Grund fuer das Nicht-Radfahren
zu eliminieren (und deswegen sind die meisten "Radverkehrsfoerderer"
auch so begeistert), dann wird das Ding probiert, ja, ok, ist weniger
anstrengend, aber dann tut einem der Hintern weh, oder man hat am
naechsten Wochenende bzw. bei der naechsten Nutzfahrt einfach keine
Zeit bzw. was anderes zu tun, oder die Batterie ist nicht aufgeladen
etc. Ganz wie bei Radwegen, nur dass es keine
E-Bike-Benutzungspflicht gibt und dass Radwege alle Radfahrer bremsen,
E-Bikes nur einige.
So isses. Wenn man schlicht keine Lust hat, sich den Wind um die Nase
pfeifen zu lassen, Bewegung generell nicht so toll findet, und letztlich
keinerlei Erfahrung auf dem Rad mitbringt (mit allen negativen Effekten,
die das hat), ist es halt nicht so toll, wie einem die Werbebroschüre
weiß zu machen versucht.

Grüßle,

Martin.
Anton Ertl
2018-08-14 10:53:15 UTC
Permalink
Post by Martin Wohlauer
Post by Anton Ertl
mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes mit Anhaenger
einer Supermarktkette.
Haben wir dagegen wenig, aber auch.
Viele sind das hier auch nicht, bei denen ist der Elektroanteil aber
hoch. In einer nicht total flachen Stadt wie Wien auch durchaus
verstaendlich.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
H.-P. Schulz
2018-08-14 09:53:59 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen, mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes
mit Anhaenger einer Supermarktkette.
À propos Lastenfahrrad!
DAS ist m.E. ein wirklich sinnvoller Einsatz von "E-Bike". Ich sehe
auch *deutlich* vermehrt diese Lang-Gefährte mit Kasten vorneweg, in
welchem oft ein bis drei Kleinkinder die Ausfahrt genießen - *weit*
mehr als im Kindersitz hinten drauf! Und wenn keine Kinder oder Hunde
durch die Gegend zu karren sind, taugt der Kasten für richtig große
Ladung. Nee, echt, für *Transport*räder ist "E-Bike" ein Bringer! (Man
denke auch etwa mal an eine mögliche Belebung des
Fahrradrikscha-Geschäfts!)
Ralph Aichinger
2018-08-14 10:01:40 UTC
Permalink
Post by H.-P. Schulz
DAS ist m.E. ein wirklich sinnvoller Einsatz von "E-Bike". Ich sehe
auch *deutlich* vermehrt diese Lang-Gefährte mit Kasten vorneweg, in
welchem oft ein bis drei Kleinkinder die Ausfahrt genießen - *weit*
mehr als im Kindersitz hinten drauf!
Ich hab so ein Rad, und fahre meine Tochter regelmäßig in die
Krabbelstube. Vor allem mit mehr als einem Kind vorne drin
kann das schon anstrengend werden, mir wäre es die Mühe mit dem
Elektroantrieb trotzdem nicht wert: Aufladen, Fehlerquellen,
Akkuverschleiß und Akkudiebstahlsgefahr. Da streng ich mich lieber
5 Minuten an um meinen Hügel im 1. Gang raufzustrampeln.

Ich denke eine Chance die Elektrolastenräder und
diese kleinen Elektroroller bieten, ist daß es zum ersten mal
seit langem neue Fahrzeugklassen gibt, die die Logik: "Man fährt
ein Auto mit zwei Sitzreihen und Kofferraum" zumindest etwas in
Frage stellt. Warum muß ein Elektrofahrzeug zwei Tonnen haben?
Der Logik der Automobilbranche müssen sie das, und da wird auch
munter an derartigen Mythen weitergebastelt (wie auch an dem,
daß ein Elektroauto unbedingt 400km Reichweite bräuchte).

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Chr. Maercker
2018-08-14 10:58:33 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau) spielen
in Medien und in den Diskussionen hier eine relativ grosse Rolle.
Noch mehr in der Werbung der Fahrradhändler. Manche bieten auf Messen
u.ä. Anlässen kaum noch echte Fahrräder an.
Post by Anton Ertl
Diejenigen, die sich "Radverkehrsfoerderung" auf die Fahnen
geschrieben haben, versprechen sich einen Radfahrboom davon (ob das
jetzt wirklich Radfahren ist, will ich jetzt hier nicht betrachten);
andere befuerchten Schlimmes von E-Bikes. der Handel freut sich ueber
einen grossen Umsatz durch E-Bikes. Z.B. sind laut
<https://www.elektrobike-online.com/e-bike-statistik> 2017 (wohl in
Deutschland) 720.000 E-Bikes bei 3,85Mio Fahrraedern und E-Bikes
insgesamt verkauft worden (also 18.7% E-Bike-Anteil), davon 99%
E-Bikes 25, 1% E-Bikes 45.
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden. Das ist nicht unbedingt das, was sich die Kaeufer
erwarten, aber das ist offenbar das, was sie tun.
Dein Eindruck kann täuschen: E-Bikes werden erst seit einigen Jahren
verkauft, Fahrräder seit Jahrzehnten. Entsprechend unterschiedlich ist
der Ausstattungsgrad. In de-Ost sind E-Bikes preisbedingt bisher noch
relative Ausnahme, aber sie nehmen auch hier zu und werden von etlichen
Leuten im Alltag gefahren.
Post by Anton Ertl
Und das wundert mich auch nicht: E-Bikes werden mit dem Versprechen
ver- und gekauft, einen (vorgeblichen) Grund fuer das Nicht-Radfahren
zu eliminieren (und deswegen sind die meisten "Radverkehrsfoerderer"
auch so begeistert), dann wird das Ding probiert, ja, ok, ist weniger
anstrengend, aber dann tut einem der Hintern weh, oder man hat am
naechsten Wochenende bzw. bei der naechsten Nutzfahrt einfach keine
Zeit bzw. was anderes zu tun, oder die Batterie ist nicht aufgeladen
etc.
Mir wurde von jemandem berichtet, der - altershalber und wegen schwerem
Werkzeugkoffer - ein E-Bike als Geschaftsfahrzeug einsetzen wollte, das
teure Utopia Velo mit zwei Batterien hätte nicht im entferntesten
gehalten, was der Hersteller versprochen hat. Wäre mit anderen E-Bikes
nicht besser gewesen, deshalb fährt er/sie jetzt wieder Utopia mit
Rohloffnabe. :-)
Ähnliche Versuche mit einem Dreirad scheinen ebenfalls gescheitert zu sein.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Anton Ertl
2018-08-14 11:13:48 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden. Das ist nicht unbedingt das, was sich die Kaeufer
erwarten, aber das ist offenbar das, was sie tun.
Dein Eindruck kann tÀuschen: E-Bikes werden erst seit einigen Jahren
verkauft, FahrrÀder seit Jahrzehnten.
Trotzdem: In .at wurden bis 2015 schon >300.000 E-Bikes verkauft,
inzwischen vermutlich 500.000, im Vergleich zu 6.378.495 Fahrraedern
in 2009/10 (laut
<https://www.bmvit.gv.at/service/publikationen/verkehr/fuss_radverkehr/downloads/riz201503.pdf>).
Also wenn der Nutzungsanteil repraesentativ fuer den Anteil im Besitz
sein sollte, muesste der Nutzungsanteil bei 8% liegen. Das ist aber
nach meinen Beobachtungen nicht der Fall.

Zusaetzlich kommt noch der Effekt dazu, dass neuere Geraete
tendenziell mehr genutzt werden: Man kauft sich das Ding ja nicht
direkt, um es abzustellen, sondernnutzt es am Anfang oefters, bis
technische Probleme auftauchen, der Reiz des Neuen verflogen ist, sich
die Lebensumstaende aendern, etc. Demnach wuerde man erwarten, dass
sich der Nutzungsanteil der Antail der im vorigen Jahr verkauften
E-bikes annaehert (in .de 2016 18,7%, hier wohl aehnlich). Das ist
nach meinen Beobachtungen noch weniger der Fall.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.
Juergen
2018-08-14 13:13:45 UTC
Permalink
Am Tue, 14 Aug 2018 07:09:20 GMT schrieb
Post by Anton Ertl
andere befuerchten Schlimmes von E-Bikes.
Denke ich habe die Tage von einem Wohnhausbrand gelesen der von einem
E-Bike-Akku im Keller ausging. Wenn ich mir überlege, dass inzwischen
die Akkus der ersten Pedelecs schon einige Kilometer und Rüttelei auf
dem Buckel haben wird mir ganz anders.
Andererseits bin auch gespannt ob das große Jammern beginnt wenn die
Akkus mal hinüber sind und Ersatz teuer wird.
Post by Anton Ertl
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
Also hier ist insbesondere der Mainradweg an den Wochenenden voll mit
den Dingern. Viele der Fahrer sind vom Typ "guck in die Luft" und
erschrecken trotz Rückspiegel wenn ich sie dann mit meinem alten
Gravel-Bike (das viel älter ist als diese Bezeichnung) überhole.

cu.
Juergen
--
\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\
\ Freie Bits für frei Buerger \
\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\
Joerg
2018-08-14 14:52:08 UTC
Permalink
Post by Juergen
Am Tue, 14 Aug 2018 07:09:20 GMT schrieb
Post by Anton Ertl
andere befuerchten Schlimmes von E-Bikes.
Denke ich habe die Tage von einem Wohnhausbrand gelesen der von einem
E-Bike-Akku im Keller ausging. Wenn ich mir überlege, dass inzwischen
die Akkus der ersten Pedelecs schon einige Kilometer und Rüttelei auf
dem Buckel haben wird mir ganz anders.
Andererseits bin auch gespannt ob das große Jammern beginnt wenn die
Akkus mal hinüber sind und Ersatz teuer wird.
Passiert sogar in Fahrradlaeden.


Post by Juergen
Post by Anton Ertl
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
Also hier ist insbesondere der Mainradweg an den Wochenenden voll mit
den Dingern. Viele der Fahrer sind vom Typ "guck in die Luft" und
erschrecken trotz Rückspiegel wenn ich sie dann mit meinem alten
Gravel-Bike (das viel älter ist als diese Bezeichnung) überhole.
In unserer Gegend sind es fast nur aeltere Semester, die E-Bikes
benutzen. Einer ist etwa 90 und faehrt wie frueher taeglich fast 100km,
dem goenne ich das. Dagegen ist nichts zu sagen, weil es vermeiden kann,
dass Leute im Alter bei nachlassender Kraft und zunehmenden Zipperlein
den Autogebrauch steigern.

Gelegentlich sehe ich junge Leute auf sauschnellen E-Bikes und wenn sich
das verbreitet, wird es unangenehm. Motorisierte Fahrzeuge auf Radwegen
wie es inzwischen in den Niederlanden ist, faende ich ueberhaupt nicht
cool. Auf Singletrack, ok, da fahren fast nur Koenner, aber nicht auf
Stadtradwegen.

Ein Bekannter hat im Rentenalter zwei seiner MTB auf E-Betrieb umgebaut,
benutzt aber nur Stufe 1 mit 20% Assist. Ich habe mal eines
probegefahren und wenn man da mal am "Gasgriff" dreht, geht voll die
Post ab. Man kann Zentralmotore mit mehr als 4kW bekommen. Wie lange das
Kette und Ritzel mitmachen, ist natuerlich eine andere Frage.
--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/
Bernd Ullrich
2018-08-14 15:32:37 UTC
Permalink
Post by Joerg
Post by Juergen
Am Tue, 14 Aug 2018 07:09:20 GMT schrieb
Post by Anton Ertl
andere befuerchten Schlimmes von E-Bikes.
Denke ich habe die Tage von einem Wohnhausbrand gelesen der von einem
E-Bike-Akku im Keller ausging. Wenn ich mir überlege, dass inzwischen
die Akkus der ersten Pedelecs schon einige Kilometer und Rüttelei auf
dem Buckel haben wird mir ganz anders.
Andererseits bin auch gespannt ob das große Jammern beginnt wenn die
Akkus mal hinüber sind und Ersatz teuer wird.
Passiert sogar in Fahrradlaeden.
http://youtu.be/TLhQZIR638U
https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/846953/explodierter-pedelec-akku-setzt-parkhaus-in-hannover-in-brand

In den Markt geprügelter ConsumerSchrott...

BU
Chr. Maercker
2018-08-14 16:14:01 UTC
Permalink
Post by Bernd Ullrich
In den Markt geprügelter ConsumerSchrott...
Wir dürfen gespannt sein, wie sich das bei E-Autos entwickelt, die haben
größere Akkus. Möglicherweise war der gute alte Trabi dagegen regelrecht
feuerfest, trotz
- Tank direkt über dem Motor
- Motor mit Luftkühlung d.g. Temperaturen >> 100°C prinzipiell möglich
- Plastekarosse
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Robert Waldner
2018-08-15 22:38:37 UTC
Permalink
Post by Anton Ertl
Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen, mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes
mit Anhaenger einer Supermarktkette. Meine Erklaerung dafuer war
bislang, dass E-Bikes halt einfach Freizeitgeraete sind. Heuer habe
ich aber waehrend der Freizeitfahrten drauf geachtet, und da faehrt
auch kaum jemand mit einem E-Bike, vielleicht 1%-2%, und zwar sowohl
im auf dem Donauradweg (flach und Radweg), als auch im Wienerwald
(huegelig und Fahrbahn).
So als Anekdoten dazu:

Als ich vor ein paar Monaten den Donauradweg Passau->Wien gefahren bin,
hab ich einen halben Tag mitgezaehlt (sooo spannend ist der Donauradweg
nicht) die beobachtete Pedelec-Quote war gut 25%. Etwa die Haelfte davon
wuerde ich der Klientel "Pensionisten" zuschreiben.
Am Donauradweg-Teil des Arbeitswegs (also Kloburg<->Nordbruecke) seh ich
- so aus dem Bauch heraus - ca. 10% Pedelecs. Interessanterweise aendern
sich die 10% nicht bei Sommer vs. Winter (im Winter sind halt gefuehlt
95% weniger Fahrraeder unterwegs - die Rennradioten-Gruppen wiegen
vermutlich die Pensionistenausfluegler auf).
Quasi innerstaedtisch (Nordbruecke bis Karlsplatz) sinkt der
Pedelec-Anteil dann Richtung "kaum wahrnehmbar" - was tw. aber sicher
der Tatsache geschuldet ist, dass da genug Rad- und anderer Verkehr auf
meiner Route ist, dass ich kaum Zeit hab, das mitzuverfolgen.

cheers,
&rw
--
-- "Those who cast the votes decide nothing. Those who count the
-- votes decide everything." - Josef Stalin
Matthias Wendt
2018-08-18 20:38:11 UTC
Permalink
Hallo,
hier in Krefeld ist der Ebikeanteil innerstädtisch sehr überschaubar.
Vor Rewe oder Aldi sehe ich praktisch kaum mal ein Ebike stehen.
Ich war jetzt aber gerade eine Woche an der Ostsee und dort ist der
Ebikeanteil überwältigend. In Kappeln am Hafen vor den ganzen
Restaurants standen die dutzendweise rum. Entweder die ganzen
Pensionen und Ferienwohnungen bieten sowas gratis an oder die Leute
bringen sich die mit. Fahrer natürlich alle mit Helm und furchtlos
voran fahrend.
Gruß
Matthias
Post by Anton Ertl
E-Bikes aller Art (ich kenne die Unterschiede nicht so genau) spielen
in Medien und in den Diskussionen hier eine relativ grosse Rolle.
Diejenigen, die sich "Radverkehrsfoerderung" auf die Fahnen
geschrieben haben, versprechen sich einen Radfahrboom davon (ob das
jetzt wirklich Radfahren ist, will ich jetzt hier nicht betrachten);
andere befuerchten Schlimmes von E-Bikes. der Handel freut sich ueber
einen grossen Umsatz durch E-Bikes. Z.B. sind laut
<https://www.elektrobike-online.com/e-bike-statistik> 2017 (wohl in
Deutschland) 720.000 E-Bikes bei 3,85Mio Fahrraedern und E-Bikes
insgesamt verkauft worden (also 18.7% E-Bike-Anteil), davon 99%
E-Bikes 25, 1% E-Bikes 45.
Auf den Strassen habe ich im Alltagsgebrauch von dem E-Bike-Boom aber
wenig gesehen, mit Ausnahme von Lastenfahrraedern bzw. Liefer-E-Bikes
mit Anhaenger einer Supermarktkette. Meine Erklaerung dafuer war
bislang, dass E-Bikes halt einfach Freizeitgeraete sind. Heuer habe
ich aber waehrend der Freizeitfahrten drauf geachtet, und da faehrt
auch kaum jemand mit einem E-Bike, vielleicht 1%-2%, und zwar sowohl
im auf dem Donauradweg (flach und Radweg), als auch im Wienerwald
(huegelig und Fahrbahn).
Mir scheint also, E-Bikes werden noch mehr als normale Fahrraeder
gekauft, um dann in die Garage oder den Abstellraum gestellt zu
werden, und vielleicht einmal im Jahr zur Biergartenfahrt herausgeholt
zu werden. Das ist nicht unbedingt das, was sich die Kaeufer
erwarten, aber das ist offenbar das, was sie tun.
Und das wundert mich auch nicht: E-Bikes werden mit dem Versprechen
ver- und gekauft, einen (vorgeblichen) Grund fuer das Nicht-Radfahren
zu eliminieren (und deswegen sind die meisten "Radverkehrsfoerderer"
auch so begeistert), dann wird das Ding probiert, ja, ok, ist weniger
anstrengend, aber dann tut einem der Hintern weh, oder man hat am
naechsten Wochenende bzw. bei der naechsten Nutzfahrt einfach keine
Zeit bzw. was anderes zu tun, oder die Batterie ist nicht aufgeladen
etc. Ganz wie bei Radwegen, nur dass es keine
E-Bike-Benutzungspflicht gibt und dass Radwege alle Radfahrer bremsen,
E-Bikes nur einige.
- anton
R.Stein-Cadenbach
2018-08-22 04:36:27 UTC
Permalink
Letzes Jahr habe ich mir eine "Bike-Bild" gekauft - einfach, um zu
erfahren, wie andere denken, die nicht im Dunstkreis der Radfahrer
-Szene(n) zuhause sind.
Darunter war auch eine Aufforderung der Uni Hannover, sich für ein
empirisches Forschungsprojekt zu melden, in dem der Gesundheitseffekt
auf Pedelc-Fahren erprobt werden soll.
Meine erste Reaktion: hier werden sich hauptsächlich begeisterte
Pedelc-Fahrer finden, die gemeinsam mit dem Medizinern und den ZEG als
Drittmittelgeber (so interpretiere ich "Zusammenarbeit") das zu
erwartende Jubel-Ergebnisse liefert.
Nun zum Zwischenergebnis:

https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-08/pedelec-gesundheit-alter-bewegung-radfahren

60% mehr sollen danach Pedelc-Fahrer gegenüber Radfahrern fahren.

Mir ist wirklich nicht klar, wie hier der subjektive Einfluss
herausgerechnet wird.

Guten Morgen

Ralf
Sepp Ruf
2018-08-22 14:08:42 UTC
Permalink
Post by R.Stein-Cadenbach
Letzes Jahr habe ich mir eine "Bike-Bild" gekauft - einfach, um zu
erfahren, wie andere denken, die nicht im Dunstkreis der Radfahrer
-Szene(n) zuhause sind.
Ein fast schon ehrenwertes Motiv, aber ob sich die Baikbilt-Leserschaft von
denen anderer Paleobaik- und E-baik-Presse tatsaechlich wie gedacht
unterscheidet?
Post by R.Stein-Cadenbach
Darunter war auch eine Aufforderung der Uni Hannover, sich für ein
empirisches Forschungsprojekt zu melden, in dem der Gesundheitseffekt
auf Pedelc-Fahren erprobt werden soll.
Meine erste Reaktion: hier werden sich hauptsächlich begeisterte
Pedelc-Fahrer finden, die gemeinsam mit dem Medizinern und den ZEG als
Drittmittelgeber (so interpretiere ich "Zusammenarbeit") das zu
erwartende Jubel-Ergebnisse liefert.
https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-08/pedelec-gesundheit-alter-bewegung-radfahren
(Wer liest das Fischblatt? /danisch)

Aehnliche Zielgruppe fuer die Phantasie von schweissfreier 50+Fitness durch
eMofa-fizierung:

Ob der Onkel Doktor wohl seit 2014 seinen elektroradblousonverkleideten
Aeroplusbelly in einen Waschbrettbauch umwandeln konnte?
Post by R.Stein-Cadenbach
60% mehr sollen danach Pedelc-Fahrer gegenüber Radfahrern fahren.
Mir ist wirklich nicht klar, wie hier der subjektive Einfluss
herausgerechnet wird.
Wird er nicht, ist eh alles gaga: Einfach hinter einem Euro5-Diesel
herfahren, so gips den Jungbrunnen NOx subber guenschtig ohne Elektro.
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