Discussion:
E-Roller und Auswirkungen aufs Radfahren
(zu alt für eine Antwort)
Ralph Aichinger
2018-08-28 15:53:08 UTC
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Ich meine sowas:

https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article181316380/Elektromobilitaet-Regierung-laesst-sich-in-der-E-Roller-Frage-viel-Zeit.html

Elektroroller wie die von Xiaomi sind bei uns in Österreich (da
gelten sie AFAIK aufgrund des Reifendurchmessers als Kinderspielzeug)
wie bei euch in Deutschland verboten, IMHO einfach weil sie durchs
Raster der traditionellen Klassifikation fallen.

Ja, ich würde einem guten (unmotorisierten) Rad auch immer
den Vorzug gegenüber sowas geben, aber:

* Im Gegensatz zu dem ökonomischen und technischen Wahnsinn
Elektro-Auto scheint das richtig verhältnismäßig zu sein:
10kg, 25 km/h, Reichweite 10 oder 20 Kilometer, d.h.
für viele Leute sogar für den Arbeitsweg ausreichend
und mit 300-1000 Euro oder so für jeden finanzierbar.

* Mit 25km/h eine ideale Geschwindigkeit für Innenstädte,
von den Teilen geht auch nicht mehr Risiko auf andere
aus als von einem Radfahrer, aber sicher für die Fahrbahn
geeignet (mal abgesehen von rechtlichen Regelungen).

* Wer sich körperlich nicht anstrengen kann oder will,
für den ist das IMHO eine sinnvollere Alternative als
ein E-Bike, das im Prinzip vieles unnötige weitgehend
sinnlos (für den Motorbetrieb) eingebaut hat, z.B.
den ganzen Antriebsstrang mit Pedalen, Kette, ...

Im obigen Artikel der Welt kann man natürlich die
gleichen Argumente gegen diese Roller vorgebracht wie
gegen Fahrräder (ein betrunkener Autofahrer fährt einer
Rollerfahrerin hinten rein, und das ist kein "Auto-Problem"
oder "Alkohol-Problem" sondern ein "Roller-Problem".

Bei den Sonntagsreden wird immer die Elektromobilität
gepredigt. Gemeint wird damit aber meistens das Auto.
Glaubt ihr, daß diese Roller bald zugelassen werden
(z.B. mit den E-Bikes unter 25km/h gleichgestellt,
wie auch immer die jeweils genannt werden), oder daß
sie weiterhin ein Dasein im Illegalen fristen müssen?

Bei uns in der Firma kenn ich zwei Leute die damit rumfahren und
bis jetzt scheinbar von der Polizei nicht belästigt worden
sind. Ich vermute das ist der Seltenheit der Dinge geschuldet.

Wie glaubt ihr, daß die Dinger sich auf Regelungen für
Radfahrer auswirken? Wenn man z.B. diese Roller auf die
Fahrbahn läßt, dann wär es unlogisch das Radfahrern zu
verbieten (noch unlogischer als es eh schon ist).

/ralph
--
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https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Ralph Aichinger
2018-08-28 16:25:49 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Elektroroller wie die von Xiaomi sind bei uns in Österreich (da
gelten sie AFAIK aufgrund des Reifendurchmessers als Kinderspielzeug)
Hm, gerade noch mal nachgeschaut, das mit dem Reifendurchmesser
ist offenbar mit einem Tempolimit und-verknüpft, und so ist ein
Elektroscooter bei uns offenbar ein Fahrrad, wenn er unter 25km/h
und 600W bleibt. Wenn dem so ist, dann wundert es mich ehrlich
gesagt, daß ich nicht mehr von den Dingern auf der Straße sehe.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Werner Holtfreter
2018-08-28 16:42:09 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Hm, gerade noch mal nachgeschaut, das mit dem Reifendurchmesser
ist offenbar mit einem Tempolimit und-verknüpft, und so ist ein
Elektroscooter bei uns offenbar ein Fahrrad, wenn er unter 25km/h
und 600W bleibt.
Ein Tempolimit kann ich ja noch nachvollziehen, Beschränkungen des
Raddurchmessers und der Leistung aber nicht. Es wird zu viel
reglementiert. Karl Drais und Carl Benz hätten es heute schwer.
--
Gruß Werner|Der Totalitarismusbegriff bezeichnet politische Systeme,
in denen es zum Machtbesitz einer privilegierten politischen Klasse
keine legitime politische Alternative z.B. die AfD, geben darf.
https://vera-lengsfeld.de/2018/07/20/ungehorsam-und-das-recht-auf-widerstand
Johann Mayerwieser
2018-08-28 19:23:38 UTC
Permalink
Hm, gerade noch mal nachgeschaut, das mit dem Reifendurchmesser ist
offenbar mit einem Tempolimit und-verknüpft, und so ist ein
Elektroscooter bei uns offenbar ein Fahrrad, wenn er unter 25km/h und
600W bleibt.
Er darf auch schneller als 25 km/h fahren, allerdings dann nicht mit
Elektroantrieb, sondern durch ausreichendes Abstoßen mit dem Fuß oder
durch Gefälle.
Johann Mayerwieser
2018-08-28 19:22:21 UTC
Permalink
Elektroroller wie die von Xiaomi sind bei uns in Österreich (da gelten
sie AFAIK aufgrund des Reifendurchmessers als Kinderspielzeug)
wie bei euch in Deutschland verboten, IMHO einfach weil sie durchs
Raster der traditionellen Klassifikation fallen.
Der Ansicht bin ich nicht.

StVO § 2
19. Fahrzeug: ein zur Verwendung auf Straßen bestimmtes oder auf Straßen
verwendetes Beförderungsmittel oder eine fahrbare Arbeitsmaschine,
ausgenommen Rollstühle, Kinderwagen, Schubkarren und ähnliche, vorwiegend
zur Verwendung außerhalb der Fahrbahn bestimmte Kleinfahrzeuge sowie
fahrzeugähnliches Kinderspielzeug (etwa Kinderfahrräder mit einem äußeren
Felgendurchmesser von höchstens 300 mm und einer erreichbaren
Fahrgeschwindigkeit von höchstens 5 km/h) und Wintersportgeräte.

Das heißt, ein Kinderfahrrad mit einem äußeren Felgendurchmesser von max.
300 mm ist kein Fahrzeug, ein anderes Fahrrad mit einem äußeren
Felgendurchmesser von unter 300 mm ist aber ein Fahrzeug, denn es steht
nirgends, dass ein Fahrrad nur dann als Fahrzeug gilt, wenn der
Felgendurchmesser > 300 mm ist:

StVO § 2
22. Fahrrad:
a) ein Fahrzeug, das mit einer Vorrichtung zur Übertragung der
menschlichen Kraft auf die Antriebsräder ausgestattet ist,
b) ein Fahrzeug nach lit. a, das zusätzlich mit einem elektrischen
Antrieb gemäß § 1 Abs. 2a KFG 1967 ausgestattet ist (Elektrofahrrad),
c) ein zweirädriges Fahrzeug, das unmittelbar durch menschliche Kraft
angetrieben wird (Roller), oder
d) ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug, dessen Antrieb dem eines
Elektrofahrrads im Sinne des § 1 Abs. 2a KFG 1967 entspricht;
L***@web.de
2018-08-28 19:39:03 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article181316380/Elektromobilitaet-Regierung-laesst-sich-in-der-E-Roller-Frage-viel-Zeit.html
Elektroroller wie die von Xiaomi sind bei uns in Österreich (da
gelten sie AFAIK aufgrund des Reifendurchmessers als Kinderspielzeug)
In Deutschland gibt es aktull fast nur den "Kumpan 1950".
(es ist ein Sitz vorgeschrieben, ob man Ihn praktisch/nicht nur theoretisch
benutzen kann ist aber egal)
Werner Holtfreter
2018-08-29 09:25:35 UTC
Permalink
Post by L***@web.de
In Deutschland gibt es aktull fast nur den "Kumpan 1950".
(es ist ein Sitz vorgeschrieben, ob man Ihn praktisch/nicht nur
theoretisch benutzen kann ist aber egal)
Ich hatte als Kind einen (nicht motorisierten) Tretroller mit
identischer Konstruktion: Der Sitz ist nicht nutzbar, denn das
Fahrzeug ist kaum beherrschbar, wenn man auf dem Hinterrad sitzt.
Wo steht, dass ein Sitz vorhanden sein muss?
--
Gruß Werner|Der Totalitarismusbegriff bezeichnet politische Systeme,
in denen es zum Machtbesitz einer privilegierten politischen Klasse
keine legitime politische Alternative z.B. die AfD, geben darf.
https://vera-lengsfeld.de/2018/07/20/ungehorsam-und-das-recht-auf-widerstand
Dirk Wagner
2018-08-29 13:01:56 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
Ich hatte als Kind einen (nicht motorisierten) Tretroller mit
identischer Konstruktion: Der Sitz ist nicht nutzbar, denn das
Fahrzeug ist kaum beherrschbar, wenn man auf dem Hinterrad sitzt.
Das Kissen als Sitz wurde irgendwann dann von einer Kunstoffkontruktion
abgelöst:
<Loading Image...>

Die aktuellen Modelle haben das aber auch nicht mehr...

ciao
dirk
L***@web.de
2018-08-29 17:59:30 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
Wo steht, dass ein Sitz vorhanden sein muss?
In irgendeiner der Prüfvorschriften, die dann in das Gutachten gem §21StVZO, $4FZO
aufgenommen wird. Ich dachte ich könnte es raus suchen aber mein Rad war wohl
ohne Sitz beim Tüv. Dafür wurde aber das Sichtfeld gemäß 97/24/EG Kap 12 geprüft
und die Verglasung gem. Kap. 11.
Der Tüv Rheinland hat für solche KFZ 30 Prüfpunkte mit entsprechenden Vorschriften.

Das mit dem Sitz habe ich in einem Video gehört, wo der Scooter vorgestellt wurde.
Robert Waldner
2018-08-28 21:09:09 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article181316380/Elektromobilitaet-Regierung-laesst-sich-in-der-E-Roller-Frage-viel-Zeit.html
...
Post by Ralph Aichinger
* Mit 25km/h eine ideale Geschwindigkeit für Innenstädte,
von den Teilen geht auch nicht mehr Risiko auf andere
aus als von einem Radfahrer, aber sicher für die Fahrbahn
geeignet (mal abgesehen von rechtlichen Regelungen).
Das Hauptproblem sehe ich momentan darin, dass die meisten Nutzer *komplett*
unerfahren zu sein scheinen, und ...
Post by Ralph Aichinger
Bei uns in der Firma kenn ich zwei Leute die damit rumfahren und
bis jetzt scheinbar von der Polizei nicht belästigt worden
sind. Ich vermute das ist der Seltenheit der Dinge geschuldet.
.. in der Wiener Innenstadt seh ich taeglich dutzende von den Dingern.
Am Donaukanal nochmal so viele, und da zaehl ich Touristen-Horden auf
Segways noch nicht mal mit.

Die Polizei interessiert das nicht, solange der Kfz-Verkehr nicht behindert
wird.
Post by Ralph Aichinger
Wie glaubt ihr, daß die Dinger sich auf Regelungen für
Radfahrer auswirken? Wenn man z.B. diese Roller auf die
Fahrbahn läßt, dann wär es unlogisch das Radfahrern zu
verbieten (noch unlogischer als es eh schon ist).
Die Dinger wirken wie (Kinder-)Spielzeug, daher denk ich nicht, dass die
jemals auf den "grossen" Kfz zugedachten Fahrbahnen erlaubt sein werden.
Radweg-Pflicht koennte kommen, aber auch da eher nicht auf Dooring-
Streifchen.

Und das natuerlich erst, wenn sie mindestens 10 Jahre aus der (Hipster-)
Mode sind.

cheers,
&rw
--
-- containers are what happens when a dev says "works on my laptop"
-- and the ops guy says "well fuck you I guess we'll just deploy that"
Johann Mayerwieser
2018-08-29 08:22:06 UTC
Permalink
Post by Robert Waldner
Wie glaubt ihr, daß die Dinger sich auf Regelungen für Radfahrer
auswirken? Wenn man z.B. diese Roller auf die Fahrbahn läßt, dann wär
es unlogisch das Radfahrern zu verbieten (noch unlogischer als es eh
schon ist).
Die Dinger wirken wie (Kinder-)Spielzeug, daher denk ich nicht, dass die
jemals auf den "grossen" Kfz zugedachten Fahrbahnen erlaubt sein werden.
Radweg-Pflicht koennte kommen, aber auch da eher nicht auf Dooring-
Streifchen.
Wie gesagt, sie gelten als Fahrräder. Wenn sie nicht mindestens 2
unabhängig voneinender wirkende Bremsen haben, dürfen sie im
Straßenverkehr nicht benutzt werden (also weder auf der Fahrbahn noch auf
der Radfahranlage), auf Gehwegen dürfen sie schon gar nicht benutzt
werden, egal ob sie jetzt als Fahrrad oder nicht als Fahrrad gelten.

Die Dinger haben üblicherweise 2 Bremsen, vorne elektrische Bremse,
hinten ein Schleifdings auf das Hinterrad.
Andreas Oehler
2018-08-31 13:54:46 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Elektroroller wie die von Xiaomi sind bei uns in Österreich (da
gelten sie AFAIK aufgrund des Reifendurchmessers als Kinderspielzeug)
wie bei euch in Deutschland verboten, IMHO einfach weil sie durchs
Raster der traditionellen Klassifikation fallen
Auf der Eurobike gab es jede Menge Hersteller von E-City-Rollern, die in
den Startlöchern f+ür den deutschen Markt stehen. Gesprochen habe ich mit
Mitarbeitern von Metz und BFO. Beide behaupten, eine baldige
(Ausnahme-)Genehmigung als Pedelec in Aussicht zu haben. Wie sie das
deichseln wollen, wird natürlich nicht verraten. Parallel gäbe es
Bestrebungen auf EU-Ebene, E-Rollerchen irgendwie bis 25 km/h zuzulassen.
Man will halt vermeiden, dass dazu Mofa-Nummernschild und Helmpflicht
nötig werden.

Ich befürchte aber, dass es mit weiterer Verbreitung dieses Krücken noch
üblicher als heute schon wird, mit gutem Gewissen bei Tempo 25 auf
Bürgersteigen entlang zu heizen.

Dabei könnte es so einfach sein: ALLE Fahrzeuge die schneller als
Schrittgeschwindigkeit fahren, dürfen das nur auf der Fahrbahn. In für
Fußgänger vorgesehen Bereichen und bei Passieren von Fußgängern mit
weniger als 1m Abstand darf max. Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.
Das ganze müßte dann aber auch durchgestzt werden...

Andreas
Martin Gerdes
2018-09-05 04:48:57 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Dabei könnte es so einfach sein: ALLE Fahrzeuge die schneller als
Schrittgeschwindigkeit fahren, dürfen das nur auf der Fahrbahn. In für
Fußgänger vorgesehen Bereichen und bei Passieren von Fußgängern mit
weniger als 1m Abstand darf max. Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.
Das ganze müßte dann aber auch durchgesetzt werden...
Jetzt laß uns erstmal §1 StVO durchsetzen (Vorsicht, Rücksicht, keine
Gefährdung und Belästigung anderer Verkehrsteilnehmer), dann braucht man
viele fein- und feinstdetaillierte Einzelfestlegungen nicht mehr.
Karl Müller
2018-09-05 05:51:53 UTC
Permalink
Post by Martin Gerdes
Post by Andreas Oehler
Dabei könnte es so einfach sein: ALLE Fahrzeuge die schneller als
Schrittgeschwindigkeit fahren, dürfen das nur auf der Fahrbahn. In für
Fußgänger vorgesehen Bereichen und bei Passieren von Fußgängern mit
weniger als 1m Abstand darf max. Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.
Das ganze müßte dann aber auch durchgesetzt werden...
Jetzt laß uns erstmal §1 StVO durchsetzen (Vorsicht, Rücksicht, keine
Gefährdung und Belästigung anderer Verkehrsteilnehmer), dann braucht man
viele fein- und feinstdetaillierte Einzelfestlegungen nicht mehr.
Wobei man dabei den Absatz 2 nicht vergessen darf:

im Straßenverkehr darf niemand geschädigt und, das ist wichtig, nicht
einmal gefährdet werden!

Behinderungen sind möglich, aber auf unvermeidbare Fälle zu beschränken.
Für Belästigungen (z.B. durch Lärm oder Abgase [1]) gilt das gleiche.

Karl

[1] Wobei man natürlich trefflich darüber streiten kann, ob Lärm und
Abgase nicht schon unter Schädigung/Gefährdung fallen könnten und damit
nicht auftreten dürfen
Ralph Aichinger
2018-09-05 08:28:17 UTC
Permalink
Post by Karl Müller
[1] Wobei man natürlich trefflich darüber streiten kann, ob Lärm und
Abgase nicht schon unter Schädigung/Gefährdung fallen könnten und damit
nicht auftreten dürfen
Das fällt alles in die gleiche Kategorie wie die Menschenrechte, z.B.
das "Recht auf Arbeit". Absichtserklärungen, die man nicht einklagen
kann.

Es ist kein Zufall, daß die Autofahrerrechte recht genau kodifiziert
sind, die Fußgänger- und Radfahrrerrechte recht vage bleiben.

Letztendlich ist die ganze StVO ein Sammelsurium von Sonderrechten
für Autofahrer, die über das hinausgehen, was man sonst im "normalen"
Bürgerlichen Gesetzbuch erwarten dürfte.

/ralph
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ausserirdische sind gesund
Werner Holtfreter
2018-09-05 08:56:41 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Das fällt alles in die gleiche Kategorie wie die Menschenrechte,
z.B. das "Recht auf Arbeit". Absichtserklärungen, die man nicht
einklagen kann.
So viel ich weiß ist das "Recht auf Arbeit" kein Menschenrecht. In
Deutschland noch nicht einmal einfaches Recht. Aus gutem Grund: Es
wäre ja nur realisierbar entweder durch eine Pflicht der
Unternehmer, jeden einzustellen, der das verlangt (unabhängig vom
Bedarf) oder durch eine Staatswirtschaft wie in der DDR mit den
bekannten Ergebnissen.

Menschenrechte hingegen lassen sich sehr wohl einklagen.
Post by Ralph Aichinger
Es ist kein Zufall, daß die Autofahrerrechte recht genau
kodifiziert sind, die Fußgänger- und Radfahrrerrechte recht vage
bleiben.
Letztendlich ist die ganze StVO ein Sammelsurium von Sonderrechten
für Autofahrer, die über das hinausgehen, was man sonst im
"normalen" Bürgerlichen Gesetzbuch erwarten dürfte.
Im Gegenteil, auf Grund der vom Auto ausgehenden Betriebsgefahr ist
der Betrieb von Autos einem Sammelsurium von Sonderpflichten
unterworfen: Pflichtversicherung, Gefährdungshaftung (statt
schuldabhängig, sie sonst im Haftrecht), Typzulassungspflicht,
Zulassungspflicht, Führerscheinpflicht,
Geschwindigkeitsbegrenzungen, Alkoholverbot, TÜV-Pflicht usw.
--
Gruß Werner|Der Totalitarismusbegriff bezeichnet politische Systeme,
in denen es zum Machtbesitz einer privilegierten politischen Klasse
keine legitime politische Alternative z.B. die AfD, geben darf.
https://vera-lengsfeld.de/2018/07/20/ungehorsam-und-das-recht-auf-widerstand
Ralph Aichinger
2018-09-05 09:45:14 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
So viel ich weiß ist das "Recht auf Arbeit" kein Menschenrecht. In
https://www.menschenrechtserklaerung.de/recht-auf-arbeit-3664/
Post by Werner Holtfreter
Im Gegenteil, auf Grund der vom Auto ausgehenden Betriebsgefahr ist
der Betrieb von Autos einem Sammelsurium von Sonderpflichten
unterworfen: Pflichtversicherung, Gefährdungshaftung (statt
schuldabhängig, sie sonst im Haftrecht), Typzulassungspflicht,
Zulassungspflicht, Führerscheinpflicht,
Geschwindigkeitsbegrenzungen, Alkoholverbot, TÜV-Pflicht usw.
Ich würde das größtenteils unter Sonderrechten subsummieren.
Eine andere ähnlich gefährliche Maschine oder Produktionsanlange
wie das Auto dürfte man mit so wenig Gegenleistung IMHO nicht
betreiben.

/ralph
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ausserirdische sind gesund
Udo Steinbach
2018-09-06 14:31:22 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
Menschenrechte hingegen lassen sich sehr wohl einklagen.
Ich bin sicher, daß man das in Österreich ebenso einfach ändern kann wie in
Deutschland. Zuletzt vor 6 Jahren, Stichwort: Beschneidung. Damit fallen
Menschenrechte noch hinter Absichtserklärungen zurück.
--
Fahrradverkehr in Deutschland: http://radwege.udoline.de/
GPG: A245 F153 0636 6E34 E2F3 E1EB 817A B14D 3E7E 482E
Werner Holtfreter
2018-09-06 19:52:47 UTC
Permalink
Post by Udo Steinbach
Post by Werner Holtfreter
Menschenrechte hingegen lassen sich sehr wohl einklagen.
Ich bin sicher, daß man das in Österreich ebenso einfach ändern
Beschneidung. Damit fallen Menschenrechte noch hinter
Absichtserklärungen zurück.
Ja, ein ganz schlimmes Beispiel: Gesunde Geschlechtsorgane von
wehrlosen Kindern verstümmeln und ihnen einen Teil der sexuellen
Erlebnisfähigkeit nehmen. Viel schlimmer geht es nicht. Ein
klarerer Verstoß gegen Menschenrechte ist kaum vorstellbar.

Aber auch die Meinungsfreiheit ist es ganz schnell am Ende, wenn man
an die Tabus geht: Holocaust oder Nazi-Deutschland überhaupt.

Dennoch: Menschenrechte lassen sich prinzipiell einklagen. Mit
fraglichem Erfolg zwar, aber immerhin. Im Unterschied dazu ist
ein "Recht auf Arbeit" noch nicht einmal einklagbar und kann
deshalb auch nicht als Recht betrachtet werden.
--
Gruß Werner
www.change.org/p/bundesregierung-frau-bundeskanzler-bitte-belegen-sie-ihre-behauptungen
Ralph Aichinger
2018-09-06 20:10:10 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
Dennoch: Menschenrechte lassen sich prinzipiell einklagen. Mit
fraglichem Erfolg zwar, aber immerhin. Im Unterschied dazu ist
ein "Recht auf Arbeit" noch nicht einmal einklagbar und kann
deshalb auch nicht als Recht betrachtet werden.
Noch einmal: Das "Recht auf Arbeit" ist in Artikel 23 der allgmeinen
Deklaration der Menschenrechte aufgezählt.

https://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger

Und nein, man kann es eher nicht einklagen, genausowenig wie
die anderen Menschenrechte.

/ralph
--
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ausserirdische sind gesund
Werner Holtfreter
2018-09-07 11:08:42 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Werner Holtfreter
Dennoch: Menschenrechte lassen sich prinzipiell einklagen. Mit
fraglichem Erfolg zwar, aber immerhin. Im Unterschied dazu ist
ein "Recht auf Arbeit" noch nicht einmal einklagbar und kann
deshalb auch nicht als Recht betrachtet werden.
Noch einmal: Das "Recht auf Arbeit" ist in Artikel 23 der
allgmeinen Deklaration der Menschenrechte aufgezählt.
https://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger
Ja, ich habe mich bereits vor meinem Posting davon überzeugt.
Post by Ralph Aichinger
Und nein, man kann es eher nicht einklagen, genausowenig wie
die anderen Menschenrechte.
Andere Menschenrechte kann man einklagen. Vor den ordentlichen
Gerichten und wenn das nicht hilft, bis hinauf zum Europäischen
Gerichtshof für Menschenrechte. Dafür ist der da.
--
Gruß Werner
www.change.org/p/bundesregierung-frau-bundeskanzler-bitte-belegen-sie-ihre-behauptungen
Udo Steinbach
2018-09-07 15:06:30 UTC
Permalink
Gesunde Geschlechtsorgane von wehrlosen Kindern verstümmeln
Verzeihung, wenn ich auf dieser Sprachverwirrung herumreite, denn bei
Benachteiligung von Jungs wird stets "Kinder" benutzt, offensichtlich mit
dem Ziel, eben solche Benachteiligung zu verdecken. Besagte
Menschenrechtsbefreiung gilt explizit nur für Jungs, während zusätzlich,
als sollten sie nochmal extra verhöhnt werden, nur wenige Monate später
dasselbe bei Mädchen und Frauen zum Verbrechen erklärt wurde, unabhängig
von deren Zustimmung und den Umständen.
Andere Menschenrechte kann man einklagen.
Das stimmt hierbei eben nicht, wurde aber, soweit ich das sehe, nie
thematisiert. Die kleinen Jungs sind mit dieser Änderung des Gesetzes
faktisch rechtlos gestellt. Klagen, etwa bei Pfusch oder Beschneidung in
der Küche, können sie nicht und die Eltern werden es nicht tun, denn sie
müßten damit rechnen, selbst auf der Anklagebank zu sitzen. Wenn sie dann
alt genug sind, ist alles verjährt und nichts mehr beweisbar.
Dieses Beispiel zeigt meines Erachtens sehr schön, was Menschenrechte Wert
sind, in einem angeblichen Rechtstaat.

Damit solls an dieser Stelle von meiner Seite genug sein.
--
Fahrradverkehr in Deutschland: http://radwege.udoline.de/
GPG: A245 F153 0636 6E34 E2F3 E1EB 817A B14D 3E7E 482E
Andreas Oehler
2018-09-05 08:44:04 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Auf der Eurobike gab es jede Menge Hersteller von E-City-Rollern, die in
den Startlöchern für den deutschen Markt stehen. Gesprochen habe ich mit
Mitarbeitern von Metz und BFO. Beide behaupten, eine baldige
(Ausnahme-)Genehmigung als Pedelec in Aussicht zu haben. Wie sie das
deichseln wollen, wird natürlich nicht verraten. Parallel gäbe es
Bestrebungen auf EU-Ebene, E-Rollerchen irgendwie bis 25 km/h zuzulassen.
Man will halt vermeiden, dass dazu Mofa-Nummernschild und Helmpflicht
nötig werden.
Heute gab es einen kurzen Artikel zum Stand der Zulassung von
"Elektro-Tretrollern" in Deutschland in der hiesigen Tageszeitung
(Mantelteil stammt von der "Südwestpresse"). Online finde ich leider
nichts dazu - weder beim Bundesverkehrsminister noch beim zitierten
FDPler.
Post by Andreas Oehler
ST>E-Roller muss auf Radweg
ST>
ST>Bundesregierung wird die Fahrzeuge
ST>als Verkehrsmittel zulassen.
ST>
ST>Berlin. Mit einem Elektro-Tretrol-
ST>ler muss man künftig auf dem
ST>Radweg fahren. E-Roller werden
ST>nach dem Willen der Bundesre
ST>gierung als Verkehrsmittel zuge
ST>lassen. Damit müssen sich Radler
ST>die Wege künftig mit diesen
ST>E-Rollern, die maximal bis zu
ST>20 Stundenkilometer fahren kön
ST>nen, teilen. Nur wenn kein Rad
ST>weg da ist, dürfen E-Roller auf
ST>Fahrbahnen oder im verkehrsbe
ST>ruhigten Bereich fahren, hat das
ST>Bundesverkehrsministeriums auf
ST>eine Anfrage der FDP mitgeteilt.
ST>Die Nutzung der E-Roller ist an
ST>Pflichten geknüpft. Der Fahrer
ST>muss auf Radwegen „Rücksicht
ST>nehmen und erforderlichenfalls
ST>die Geschwindigkeit anpassen"
ST>und darf Fußgänger nicht behin
ST>dern.
ST>Die FDP begrüßte die Neue
ST>rung. Ihr Verkehrsexperte Chris
ST>tian Jung sagte: „Wir brauchen
ST>besonders für Kurzstrecken oder
ST>bis zur nächsten ÖPNV-Haltestel-
ST>le Fahrzeuge, die man in Bus und
ST>S-Bahn zusammenklappt und mit
ST>nehmen kann." dot
Findet jemand die Quelle dazu (also die Anfrage der FDP samt Antwort der
Bundesregierung? Ich finde bloß die etwas ältere Anfrage der Grünen:
https://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/030/1903006.pdf

Was mir nicht klar ist, ob eine (Haftpflicht-)Versicherungspflicht
bestehen wird oder nicht. "Verkehrsrechtlich wie Fahrräder behandelt"
deutet darauf hin, dass keine Versicherugnspflicht besteht.

Andreas
Ralph Aichinger
2018-09-05 10:39:51 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
ST>E-Rollern, die maximal bis zu
ST>20 Stundenkilometer fahren kön
Logik muß man keine dahinter erwarten, warum bei Pedelecs bei
25, bei Rollern bei 20 limitiert werden soll?

/ralph
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ausserirdische sind gesund
Andreas Oehler
2018-09-05 13:37:42 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Andreas Oehler
ST>E-Rollern, die maximal bis zu
ST>20 Stundenkilometer fahren kön
Logik muß man keine dahinter erwarten, warum bei Pedelecs bei
25, bei Rollern bei 20 limitiert werden soll?
Bei Pedelecs ist halt die Regel, dass Mittreten erforderlich ist zur
Aktivierung des Elektroantrieb. Möglicherweise lehnt sich die Regelung für
Elektro-Tretroller und andere PLEV (Hooverboards, Segways, BoostedBoards,
etc.) an die sogenannten Leichtmofas an, wo ebenfalls mittreten nicht
erforderlich ist. Wenn man diese Spielzeuge jetzt ohne Helm- und
Versicherungspflicht bis 25 km/h freigegeben hätte, wären die
entsprechenden Vorschriften für normale Mofas unangemessen.

Ohnehin - für Fahrräder (und Pedelecs) hat man über die Jahre immer
anspruchsvollere Prüfnormen für Dauerfestigkeit und Bremsen etabliert. Die
haben mittlerweile Gesetzes-Charakter. Mit Mini-Tretroller oder noch
abenteuerlicherem Spielkram kann man aber beim besten Willen keine hohen
Verzögerungen oder Dauerbremsleistung erzielen und äquivalente
Dauerfestigkeiten machen die Dinger schwer.

Andreas
Ralph Aichinger
2018-09-05 14:29:50 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Bei Pedelecs ist halt die Regel, dass Mittreten erforderlich ist zur
Aktivierung des Elektroantrieb. Möglicherweise lehnt sich die Regelung für
Elektro-Tretroller und andere PLEV (Hooverboards, Segways, BoostedBoards,
etc.) an die sogenannten Leichtmofas an, wo ebenfalls mittreten nicht
erforderlich ist. Wenn man diese Spielzeuge jetzt ohne Helm- und
Versicherungspflicht bis 25 km/h freigegeben hätte, wären die
entsprechenden Vorschriften für normale Mofas unangemessen.
"Normale" Mofas fahren 45 oder 50? Da ist doch noch ein bißchen ein
Unterschied. Die sind auch deutlich schwerer: Sprich können andere
mehr gefährden.

Wo von einem Rollerfahrer mit 10kg Elektroroller mehr Gefahr ausgehen
soll als von einem "normalen" Radfahrer oder einem Elektroradler mit
25 km/h das mußt du mir erklären.
Post by Andreas Oehler
Ohnehin - für Fahrräder (und Pedelecs) hat man über die Jahre immer
anspruchsvollere Prüfnormen für Dauerfestigkeit und Bremsen etabliert. Die
haben mittlerweile Gesetzes-Charakter. Mit Mini-Tretroller oder noch
abenteuerlicherem Spielkram kann man aber beim besten Willen keine hohen
Verzögerungen oder Dauerbremsleistung erzielen und äquivalente
Dauerfestigkeiten machen die Dinger schwer.
In Deutschland gibt es selbstverständlich für alles eine Norm.

In anderen Ländern fahren die Dinger auch 24 oder 25 km/h (15 miles p h)

https://www.cnet.com/news/electric-scooters-bikes-dockless-ride-share-bird-lime-jump-spin-scoot/

Die Xiaomi-Roller haben wohl vorne Rekuperationsbremse und hinten
Scheibenbremse, ich seh jetzt nicht warum das problematischer wäre
als die typische Fahrradbremse.

Hauptsache auf der heiligen Autobahn gibts kein Limit.

/ralph
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ausserirdische sind gesund
Helmut Springer
2018-09-05 15:21:39 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Wo von einem Rollerfahrer mit 10kg Elektroroller mehr Gefahr
ausgehen soll als von einem "normalen" Radfahrer oder einem
Elektroradler mit 25 km/h das mußt du mir erklären.
Mal versucht, mit so einem Roller hart zu bremsen?
Post by Ralph Aichinger
Die Xiaomi-Roller haben wohl vorne Rekuperationsbremse und hinten
Scheibenbremse, ich seh jetzt nicht warum das problematischer wäre
als die typische Fahrradbremse.
Du hast wirklich keine Vorstellung von der Bremsdynamik eines
Zweirades, noch dazu eines mit Rollergeometrie?
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Werner Holtfreter
2018-09-05 17:16:23 UTC
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Post by Helmut Springer
Post by Ralph Aichinger
Die Xiaomi-Roller haben wohl vorne Rekuperationsbremse und hinten
Scheibenbremse, ich seh jetzt nicht warum das problematischer
wäre als die typische Fahrradbremse.
Du hast wirklich keine Vorstellung von der Bremsdynamik eines
Zweirades, noch dazu eines mit Rollergeometrie?
Wenn man vorn zu hart bremst muss man sich am Lenker abstützen. Das
Hinterrad hebt ab und schlimmstenfalls liegt man auf der Nase. Die
Rekuperationsbremse vorn verhindert das, bremst aber auch im
Notfall etwas mit.

Ein blockiertes Hinterrad rutscht natürlich seitlich weg, ist aber
gut beherrschbar und verzögert ganz gut.
--
Gruß Werner|Der Totalitarismusbegriff bezeichnet politische Systeme,
in denen es zum Machtbesitz einer privilegierten politischen Klasse
keine legitime politische Alternative z.B. die AfD, geben darf.
https://vera-lengsfeld.de/2018/07/20/ungehorsam-und-das-recht-auf-widerstand
Helmut Springer
2018-09-05 19:32:17 UTC
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Post by Werner Holtfreter
Post by Helmut Springer
Post by Ralph Aichinger
Die Xiaomi-Roller haben wohl vorne Rekuperationsbremse und
hinten Scheibenbremse, ich seh jetzt nicht warum das
problematischer wäre als die typische Fahrradbremse.
Du hast wirklich keine Vorstellung von der Bremsdynamik eines
Zweirades, noch dazu eines mit Rollergeometrie?
Wenn man vorn zu hart bremst muss man sich am Lenker abstützen.
Das Hinterrad hebt ab und schlimmstenfalls liegt man auf der Nase.
[...]
Post by Werner Holtfreter
Ein blockiertes Hinterrad rutscht natürlich seitlich weg, ist aber
gut beherrschbar und verzögert ganz gut.
Das verzoegert offensichtlich so schlecht, dass man sich nicht am
Lenker abstuetzen muss?

Ich hab' als Kind endlos slides mit blockiertem Hinterrad auf dem
Roller gemacht. Verkehrssicher hart Bremsen ist was anderes.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Werner Holtfreter
2018-09-05 21:43:56 UTC
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Post by Helmut Springer
Post by Werner Holtfreter
Post by Helmut Springer
Post by Ralph Aichinger
Die Xiaomi-Roller haben wohl vorne Rekuperationsbremse und
hinten Scheibenbremse, ich seh jetzt nicht warum das
problematischer wäre als die typische Fahrradbremse.
Du hast wirklich keine Vorstellung von der Bremsdynamik eines
Zweirades, noch dazu eines mit Rollergeometrie?
Wenn man vorn zu hart bremst muss man sich am Lenker abstützen.
Das Hinterrad hebt ab und schlimmstenfalls liegt man auf der
Nase.
[...]
Post by Werner Holtfreter
Ein blockiertes Hinterrad rutscht natürlich seitlich weg, ist
aber gut beherrschbar und verzögert ganz gut.
Das verzoegert offensichtlich so schlecht, dass man sich nicht am
Lenker abstuetzen muss?
Ich hab' als Kind endlos slides mit blockiertem Hinterrad auf dem
Roller gemacht. Verkehrssicher hart Bremsen ist was anderes.
Auch ich hatte so einen Roller. Der hatte nur eine Fußbremse am
Hinterrad. Bei Vollbremsung stand ich da mit meinem ganzen Gewicht
drauf, worauf nicht nur das Hinterrad blockierte sondern auch die
Hauptlast darauf lag. So schlecht hat das nicht gebremst.

Richtig dosiert wirkt die Vorderradbremse besser. Aber frage mal,
wer von den Gelegenheitsradlern die Vorderradbremse seines Fahrrads
benutzt. Ist ja auch nicht ganz leicht zu dosieren. Ich habe vor
ein paar Monaten einen Abflug über den Lenker damit gemacht: Ich
sehe im letzten Moment eine Stufe in Fahrtrichtung, bremse noch, um
die Felge nicht einzudellen, aber in dem Bruchteil einer Sekunde
verkrampft man dann eben doch, das Vorderrad wird voll gebremst,
nun kommt die Stufe, ein gleiten auf der Straße geht gar nicht mehr
und der Abflug erfolgt.

Ganz fein wäre eine Vorderradbremse, die sich automatisch löst,
sobald das Hinterrad entlastet wird. Sofern eine Hinterradschwinge
vorhanden ist, mechanisch durchaus realisierbar.
--
Gruß Werner|Der Totalitarismusbegriff bezeichnet politische Systeme,
in denen es zum Machtbesitz einer privilegierten politischen Klasse
keine legitime politische Alternative z.B. die AfD, geben darf.
https://vera-lengsfeld.de/2018/07/20/ungehorsam-und-das-recht-auf-widerstand
Helmut Springer
2018-09-06 07:14:20 UTC
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Post by Werner Holtfreter
Auch ich hatte so einen Roller. Der hatte nur eine Fußbremse am
Hinterrad. Bei Vollbremsung stand ich da mit meinem ganzen Gewicht
drauf, worauf nicht nur das Hinterrad blockierte sondern auch die
Hauptlast darauf lag.
Mit einem Roller hart bremsen kann man, wenn man den Schwerpunkt
nach hinten unten verlagert und sich nach vorne abstuetzt. Also zB
auf das Hinterrad hocken und mit den Armen und uU einem Bein nach
vorne abstuetzen. BTDT.

Das duerfte die Zielgruppe aber idR nicht hinbekommen. Schon
garnicht die, die nichtmal ein Fahrrad ausreichend bremsen koennen.
Post by Werner Holtfreter
So schlecht hat das nicht gebremst.
Das duerfte eine Illusion gewesen sein.
Post by Werner Holtfreter
Richtig dosiert wirkt die Vorderradbremse besser.
Sie wirkt auf gutem Grund immer besser.
Post by Werner Holtfreter
Aber frage mal, wer von den Gelegenheitsradlern die
Vorderradbremse seines Fahrrads benutzt.
Erstaunlich viele, die mal als Kind nach heutigen VErhaeltnissen
etwas wilder gefahren sind, und frueher war das normal. Und alle,
die eine Motorrad-Fahrerlaubnis erworben haben, da wird das gelehrt
und geprueft.
Post by Werner Holtfreter
Ist ja auch nicht ganz leicht zu dosieren.
Es ist relativ einfach, wenn man es nur ein wenig uebt und weiss,
was man da tut bzw. tun muss. Vielen scheint nicht klar zu sein,
dass man sich gegen die Verzoergerung am Lenker abstuetzen muss.

Wer als Kind nach heutigen Verhaeltnissen etwas wilder gefahren ist,
hat das auf die harte aber einfache Tour gelernt. Wobei heutige
Kinderraeder idR gute Vorderrad-Bremsen haben, und zumindest die
Kids, deren MTB-erfahrene Eltern ihnen hier am Platz das
Runterfahren von Treppen beibringen, koennen auch alle bremsen.
Post by Werner Holtfreter
Ich habe vor ein paar Monaten einen Abflug über den Lenker damit
gemacht: Ich sehe im letzten Moment eine Stufe in Fahrtrichtung,
bremse noch, um die Felge nicht einzudellen, aber in dem Bruchteil
einer Sekunde verkrampft man dann eben doch, das Vorderrad wird
voll gebremst, nun kommt die Stufe, ein gleiten auf der Straße
geht gar nicht mehr und der Abflug erfolgt.
Und weil Du nicht sicher Radfahren kannst, sollte man generell
schnelle und ungebremste Elektrodrohnen auf die Menschheit los
lassen?
Post by Werner Holtfreter
Ganz fein wäre eine Vorderradbremse, die sich automatisch löst,
sobald das Hinterrad entlastet wird. Sofern eine Hinterradschwinge
vorhanden ist, mechanisch durchaus realisierbar.
Der Traum vom problemlosen Fahrrad-ABS. Bis dahin koenntest Du
bremsen lernen oder halt langsam fahren.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Werner Holtfreter
2018-09-06 10:52:00 UTC
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Post by Helmut Springer
Post by Werner Holtfreter
Ich habe vor ein paar Monaten einen Abflug über den Lenker damit
gemacht: Ich sehe im letzten Moment eine Stufe in Fahrtrichtung,
bremse noch, um die Felge nicht einzudellen, aber in dem
Bruchteil einer Sekunde verkrampft man dann eben doch, das
Vorderrad wird voll gebremst, nun kommt die Stufe, ein gleiten
auf der Straße geht gar nicht mehr und der Abflug erfolgt.
Und weil Du nicht sicher Radfahren kannst, sollte man generell
schnelle und ungebremste Elektrodrohnen auf die Menschheit los
lassen?
Du urteilst vorschnell, was meine Fähigkeiten anbelangt. Ich möchte
den sehen, der in einer Schrecksituation stets planvoll handelt.
--
Gruß Werner
www.change.org/p/bundesregierung-frau-bundeskanzler-bitte-belegen-sie-ihre-behauptungen
Andreas Oehler
2018-09-05 22:40:46 UTC
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Post by Ralph Aichinger
Post by Andreas Oehler
Bei Pedelecs ist halt die Regel, dass Mittreten erforderlich ist zur
Aktivierung des Elektroantrieb. Möglicherweise lehnt sich die Regelung für
Elektro-Tretroller und andere PLEV (Hooverboards, Segways, BoostedBoards,
etc.) an die sogenannten Leichtmofas an, wo ebenfalls mittreten nicht
erforderlich ist. Wenn man diese Spielzeuge jetzt ohne Helm- und
Versicherungspflicht bis 25 km/h freigegeben hätte, wären die
entsprechenden Vorschriften für normale Mofas unangemessen.
"Normale" Mofas fahren 45 oder 50?
In Deutschland gilt für Mofas max. 25 km/h - und so ein gedrosselter
Mofa-Roller fährt auch nicht wesentlich schneller.
Post by Ralph Aichinger
Da ist doch noch ein bißchen ein
Unterschied. Die sind auch deutlich schwerer: Sprich können andere
mehr gefährden.
Dank längerem Radstand und tieferem Schwerpunkt gegenüber einem
Falt-Cityroller mit E-Motor, sowie größeren und breiteren Reifen, läßt
sich mit einem aktuellen Mofa-Roller erheblich wirksamer bremsen.
Post by Ralph Aichinger
Wo von einem Rollerfahrer mit 10kg Elektroroller mehr Gefahr ausgehen
soll als von einem "normalen" Radfahrer oder einem Elektroradler mit
25 km/h das mußt du mir erklären.
Wirksamere Bremsen. Nicht-Benutzung (-spflicht) von städtischen Radwegen.
Pflicht für ernsthafte Helme.
Post by Ralph Aichinger
Post by Andreas Oehler
Ohnehin - für Fahrräder (und Pedelecs) hat man über die Jahre immer
anspruchsvollere Prüfnormen für Dauerfestigkeit und Bremsen etabliert. Die
haben mittlerweile Gesetzes-Charakter. Mit Mini-Tretroller oder noch
abenteuerlicherem Spielkram kann man aber beim besten Willen keine hohen
Verzögerungen oder Dauerbremsleistung erzielen und äquivalente
Dauerfestigkeiten machen die Dinger schwer.
In Deutschland gibt es selbstverständlich für alles eine Norm.
Für Fahrräder gelten schon lange nur noch EN- und ISO-Normen. Da sollte
kein wesentlicher Unterschied zwischen Östereich und Deutschland bestehen.
Post by Ralph Aichinger
In anderen Ländern fahren die Dinger auch 24 oder 25 km/h (15 miles p h)
https://www.cnet.com/news/electric-scooters-bikes-dockless-ride-share-bird-lime-jump-spin-scoot/
Die Xiaomi-Roller haben wohl vorne Rekuperationsbremse und hinten
Scheibenbremse, ich seh jetzt nicht warum das problematischer wäre
als die typische Fahrradbremse.
Schau Dir mal die Lage des Schwerpunktes des Fahrzeuges zum Aufstandpunkt
des Vorderrad an. Beim Tretroller ist der Schwerpunkt etwas höher als beim
Fahrrad (weil der Fahrer aufrecht steht), aber vor allem viel dichter am
Aufstandpunkt des Vorderad. Zudem erlaubt das Fahrzeug kein kräftiges
Abstützen mit den Armen gegen den Lenker - um beim ernsthaften Bremsen
nicht über den Lenker zu gehen. Mini-kleine Bremsscheiben erlauben zudem
keine hohen Dauerbremsleistungen.

Andreas
Werner Holtfreter
2018-09-06 11:08:02 UTC
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Post by Andreas Oehler
Dank längerem Radstand und tieferem Schwerpunkt gegenüber einem
Falt-Cityroller mit E-Motor, sowie größeren und breiteren Reifen,
läßt sich mit einem aktuellen Mofa-Roller erheblich wirksamer
bremsen.
Die Reifendimensionen beeinflussen die Bremsmöglichkeit kaum, denn
eine kleinere Kontaktfläche mit der Straße wird kompensiert durch
höherer Flächenpressung.
Post by Andreas Oehler
Wirksamere Bremsen.
Wenn die Bremse in der Lage ist, das Rad zu blockieren, lässt sich
die Wirksamkeit nicht weiter steigern.
Post by Andreas Oehler
Post by Ralph Aichinger
Die Xiaomi-Roller haben wohl vorne Rekuperationsbremse und hinten
Scheibenbremse, ich seh jetzt nicht warum das problematischer
wäre als die typische Fahrradbremse.
Schau Dir mal die Lage des Schwerpunktes des Fahrzeuges zum
Aufstandpunkt des Vorderrad an. Beim Tretroller ist der
Schwerpunkt etwas höher als beim Fahrrad (weil der Fahrer aufrecht
steht), aber vor allem viel dichter am Aufstandpunkt des Vorderad.
Zudem erlaubt das Fahrzeug kein kräftiges Abstützen mit den Armen
gegen den Lenker - um beim ernsthaften Bremsen nicht über den
Lenker zu gehen.
Das stimmt, deshalb ist eine schwach wirkende Rekuperationsbremse am
Vorderrad auch angemessen.
Post by Andreas Oehler
Mini-kleine Bremsscheiben erlauben zudem keine
hohen Dauerbremsleistungen.
Relevant nur bei langen, steilen Bergabstrecken, die mit der
Rekuperation allein nicht abgefangen werden. Dann muss man eben
Pausen einlegen. Jedes Fahrzeug hat Grenzen - insbesondere, wenn es
klein und leicht sein soll.
--
Gruß Werner
www.change.org/p/bundesregierung-frau-bundeskanzler-bitte-belegen-sie-ihre-behauptungen
Andreas Oehler
2018-09-06 12:28:27 UTC
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Post by Werner Holtfreter
Post by Andreas Oehler
Dank längerem Radstand und tieferem Schwerpunkt gegenüber einem
Falt-Cityroller mit E-Motor, sowie größeren und breiteren Reifen,
läßt sich mit einem aktuellen Mofa-Roller erheblich wirksamer
bremsen.
Die Reifendimensionen beeinflussen die Bremsmöglichkeit kaum, denn
eine kleinere Kontaktfläche mit der Straße wird kompensiert durch
höherer Flächenpressung.
Mit einem über 10 Zentimeter breiten Mofa-Roller-Reifen mit niedrigem
Luft-Druck läßt sich kontrollierter verzögern als mit einem schmalen
Vollgummireifen und harter Gummimischung. Das entscheidendere ist aber die
erheblich andere Schwerpunktlage des Rollers samt Fahrer.
Post by Werner Holtfreter
Post by Andreas Oehler
Wirksamere Bremsen.
Wenn die Bremse in der Lage ist, das Rad zu blockieren, lässt sich
die Wirksamkeit nicht weiter steigern.
Es mag Elektro-Tretroller geben, die ein Blockieren des Vorderrad
zulassen. Unter den real verkauften (z.B. in Supermärkten) war vorne aber
nie so etwas montiert. Aber durch die äußerst ungünstige Schwerpunktlage
ist per se eine erheblich geringere Maximal-Versögerung (ohne Akrobatik)
gegenüber Fahrrad oder Mofa-Roller möglich.
Post by Werner Holtfreter
Post by Andreas Oehler
Schau Dir mal die Lage des Schwerpunktes des Fahrzeuges zum
Aufstandpunkt des Vorderrad an. Beim Tretroller ist der
Schwerpunkt etwas höher als beim Fahrrad (weil der Fahrer aufrecht
steht), aber vor allem viel dichter am Aufstandpunkt des Vorderad.
Zudem erlaubt das Fahrzeug kein kräftiges Abstützen mit den Armen
gegen den Lenker - um beim ernsthaften Bremsen nicht über den
Lenker zu gehen.
Das stimmt, deshalb ist eine schwach wirkende Rekuperationsbremse am
Vorderrad auch angemessen.
Ich wollte erläutern, warum eine niedrige zulässige Geschwindigkeit bei
E-Tretrollern sachlich begründet sein dürfte. Du widersprichst mir -
bestätigst mich dann aber doch.
Post by Werner Holtfreter
Post by Andreas Oehler
Mini-kleine Bremsscheiben erlauben zudem keine
hohen Dauerbremsleistungen.
Relevant nur bei langen, steilen Bergabstrecken, die mit der
Rekuperation allein nicht abgefangen werden.
Quark. Schon bei einer einzigen Vollbremsung des 100kg Fahrer mit 5 kg
Rucksack auf 20kg Roller auf sagen wir 5% Gefällestrecke wird die winzigen
Scheibenbremsen, wie man sie an den besseren E-Tretrollern sieht, wird man
die Bremse zum Glühen bringen.
Post by Werner Holtfreter
Dann muss man eben
Pausen einlegen. Jedes Fahrzeug hat Grenzen - insbesondere, wenn es
klein und leicht sein soll.
Eben. Deshalb scheint es mir problematisch, diese für nennenswert mehr als
Schrittgeschwindigkeit und ohne an die Fahrrad-Prüfungen angelehte
Prüfnormen zuzulassen.

Andreas
Werner Holtfreter
2018-09-06 20:06:54 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Ich wollte erläutern, warum eine niedrige zulässige
Geschwindigkeit bei E-Tretrollern sachlich begründet sein dürfte.
Du widersprichst mir - bestätigst mich dann aber doch.
Es scheint mir, du verwechselst mich. Ich schrieb:

| Ein Tempolimit kann ich ja noch nachvollziehen, Beschränkungen
| des Raddurchmessers und der Leistung aber nicht. Es wird zu viel
| reglementiert. Karl Drais und Carl Benz hätten es heute schwer.
Post by Andreas Oehler
Post by Werner Holtfreter
Post by Andreas Oehler
Mini-kleine Bremsscheiben erlauben zudem keine
hohen Dauerbremsleistungen.
Relevant nur bei langen, steilen Bergabstrecken, die mit der
Rekuperation allein nicht abgefangen werden.
Quark. Schon bei einer einzigen Vollbremsung des 100kg Fahrer mit
5 kg Rucksack auf 20kg Roller auf sagen wir 5% Gefällestrecke wird
die winzigen Scheibenbremsen, wie man sie an den besseren
E-Tretrollern sieht, wird man die Bremse zum Glühen bringen.
Das will ich sehen. Und selbst wenn: Glühen dürfte noch ein
akzeptabler Betriebszustand sein.
--
Gruß Werner
www.change.org/p/bundesregierung-frau-bundeskanzler-bitte-belegen-sie-ihre-behauptungen
Thomas Bliesener
2018-09-12 13:16:39 UTC
Permalink
Post by Werner Holtfreter
Die Reifendimensionen beeinflussen die Bremsmöglichkeit kaum, denn
eine kleinere Kontaktfläche mit der Straße wird kompensiert durch
höherer Flächenpressung.
Nein. Du läßt die Verzahnung des Gummis mit der Fahrbahnoberfläche
außer acht.
--
bli
Gerald Eіscher
2018-09-12 20:35:41 UTC
Permalink
Post by Thomas Bliesener
Post by Werner Holtfreter
Die Reifendimensionen beeinflussen die Bremsmöglichkeit kaum, denn
eine kleinere Kontaktfläche mit der Straße wird kompensiert durch
höherer Flächenpressung.
Nein. Du läßt die Verzahnung des Gummis mit der Fahrbahnoberfläche
außer acht.
Wie der Motorsport demonstriert. Die verwenden nicht zum Spass den
Luftwiderstand verschlechternde breite Reifen.
--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |
Werner Holtfreter
2018-09-12 20:39:57 UTC
Permalink
Post by Gerald Eіscher
Post by Thomas Bliesener
Post by Werner Holtfreter
Die Reifendimensionen beeinflussen die Bremsmöglichkeit kaum,
denn eine kleinere Kontaktfläche mit der Straße wird kompensiert
durch höherer Flächenpressung.
Nein. Du läßt die Verzahnung des Gummis mit der
Fahrbahnoberfläche außer acht.
Wie der Motorsport demonstriert. Die verwenden nicht zum Spass den
Luftwiderstand verschlechternde breite Reifen.
Ich habe vor Jahren mal an einem Verkehrssicherheitstraining mit
einem Lada teilgenommen und schnitt zur allgemeinen Überraschung
besonders gut ab. Das liegt an den schmalen Reifen des Lada meinte
der Trainer.

Offenbar ist die Sache nicht so eindeutig.
--
Gruß Werner
www.change.org/p/bundesregierung-frau-bundeskanzler-bitte-belegen-sie-ihre-behauptungen
Reindl Wolfgang
2018-09-05 14:12:40 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Logik muß man keine dahinter erwarten, warum bei Pedelecs bei
25, bei Rollern bei 20 limitiert werden soll?
Zumindest wenn die eRoller die gleiche Fahrgeometrie haben wie normale
Tretroller, dann hab' ich durchaus eine sachliche Erklärung:

Als die Tretroller vor ca. 18 Jahren in Mode kamen ist in Freund von mir
(der sehr Rad-affin war) mal mit so einem Teil sehr schnell berab
gerollert und - hat ziemlich die Kontrolle verloren, weil der Roller
keinen Nachlauf hatte, mit zunehmender Geschwindigkeit also das
Fahrverhalten zunehmend instabil wurde.

Wolfgang
--
Ceterum censeo, Seehofum magistrato solutum esse (Cato)
Ralph Aichinger
2018-09-05 14:31:22 UTC
Permalink
Post by Reindl Wolfgang
Als die Tretroller vor ca. 18 Jahren in Mode kamen ist in Freund von mir
(der sehr Rad-affin war) mal mit so einem Teil sehr schnell berab
gerollert und - hat ziemlich die Kontrolle verloren, weil der Roller
keinen Nachlauf hatte, mit zunehmender Geschwindigkeit also das
Fahrverhalten zunehmend instabil wurde.
Die Elektroroller haben wohl größere Luftreifen. Ich sag mal:
Wenn die Physik das in anderen Ländern erlaubt, dann will ich
hoffen, daß das auch in Deutschland funktioniert.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Reindl Wolfgang
2018-09-05 15:30:13 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Reindl Wolfgang
Als die Tretroller vor ca. 18 Jahren in Mode kamen ist in Freund von mir
(der sehr Rad-affin war) mal mit so einem Teil sehr schnell berab
gerollert und - hat ziemlich die Kontrolle verloren, weil der Roller
keinen Nachlauf hatte, mit zunehmender Geschwindigkeit also das
Fahrverhalten zunehmend instabil wurde.
Wenn die Physik das in anderen Ländern erlaubt, dann will ich
hoffen, daß das auch in Deutschland funktioniert.
Die pure Göße der Bereifung sagt llerdings nix darüber aus, ob das
gelenkte Rad einen Nchlauf hat (wie alle vernünftigen Fahrräder) oder
aber keinen Nachlauf oder sogar einen Vorlauf (wie die Roller).

Und das Fahrverhalten ist bei den eRollern trotz Gummireifen halt nur
bis 20 km/h einigermaßen beherrschbar und darüber wirds schnell instabil.

Wolfgang
--
Ceterum censeo, Seehofum magistrato solutum esse (Cato)
Andreas Oehler
2018-09-05 22:46:46 UTC
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Post by Reindl Wolfgang
Post by Ralph Aichinger
Logik muß man keine dahinter erwarten, warum bei Pedelecs bei
25, bei Rollern bei 20 limitiert werden soll?
Zumindest wenn die eRoller die gleiche Fahrgeometrie haben wie normale
Als die Tretroller vor ca. 18 Jahren in Mode kamen ist in Freund von mir
(der sehr Rad-affin war) mal mit so einem Teil sehr schnell berab
gerollert und - hat ziemlich die Kontrolle verloren, weil der Roller
keinen Nachlauf hatte, mit zunehmender Geschwindigkeit also das
Fahrverhalten zunehmend instabil wurde.
Die neuen "Micro-Mobilitäts-E-Tretroller" werden in erster Linie beworben
mit schneller, kompakter Faltbarkeit - um sie mit in Bus/Bahn zu nehmen
und sie im Büro unterm Schreibtisch verschwinden zu lassen. Das ist nichts
verwerfliches - aber es kommt dabei ein Fahrzeug mit sehr geringem
Radstand, eher kleinen Laufrädern und niedrigem Lenker heraus. Das kann
durchaus schlechter sein im Fahrverhalten als die Roller der 2000er Jahre,
wo kleines Faltmaß nicht so im Mittelpunkt stand.

Andreas
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