Discussion:
7-Gang SRAM Nabenschaltung
(zu alt für eine Antwort)
Ruediger
1970-01-01 00:00:00 UTC
Permalink
Hallo Groupies :-)

seit kurzem fahre ein Rad mit o.g. Schaltung. Damit Diese
moeglichst lange haelt 1 Frage zum richtigen Schalten...

Die Gaenge schalten... nur im Leerlauf- oder waehrend man
strampelt? Bei meinem alten Escote' mit 3-Gang Torpedo Sachs hieß
vor Jahrzehnten im Fachhandel... nur im Leerlauf schalten- und
beim rueckwaerz schieben Hinterrad anheben.

Was meint Ihr?
MfG.


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Helmut Fischer
2021-10-16 08:12:52 UTC
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Die Gaenge schalten... nur im Leerlauf- oder waehrend man strampelt?
<https://www.servicearchive.sram.com/sites/default/files/techdocs/Ins_sram_S7_8_2005.pdf>

sagt: "Während des Schaltens ohne Kraft weitertreten"

Das ist auch meine Erfahrung. Unter Last schalten macht fiese Geräusche,
im Stand (z.B. bei Ampelstop) schalten geht, man sollte aber mit wenig
Last losfahren damit der Gang erst einrasten kann.
Bei meinem alten Escote' mit 3-Gang Torpedo Sachs hieß vor
Jahrzehnten im Fachhandel... nur im Leerlauf schalten- und beim
rueckwaerz schieben Hinterrad anheben.
Letzteres war schon bei meiner ersten Torpedo 3-Gang (ca. 1965) nicht nötig.

Grüße, Helmut
Wolfram Jahn
2021-10-16 10:44:57 UTC
Permalink
Post by Helmut Fischer
Letzteres war schon bei meiner ersten Torpedo 3-Gang (ca. 1965) nicht nötig.
Ach ja, die gute alte Torpedo...

Ich habe sie (in meinem damaligen Wohnzimmer) tatsächlich mal komplett
zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder zusammengebaut -

und sie ging noch! Und besser als zuvor!

Das war ein ziemlich gutes Gefühl, ich schraubte schon damals eher and
Bits, Bytes und Code als an Hardware.
--
w
Chr. Maercker
2021-10-18 17:30:28 UTC
Permalink
Post by Wolfram Jahn
Ach ja, die gute alte Torpedo...
Ich habe sie (in meinem damaligen Wohnzimmer) tatsächlich mal komplett
zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder zusammengebaut -
Die ja, etliche Male. Aber noch nie eine mit Getriebe.
Post by Wolfram Jahn
und sie ging noch! Und besser als zuvor!
Auch das. :-)
Bei einer war der Bremskonus total abgeschliffen.
Post by Wolfram Jahn
Das war ein ziemlich gutes Gefühl, ich schraubte schon damals eher and
Bits, Bytes und Code als an Hardware.
In jenen Zeiten waren die Augen noch gut genug für Feinmechanik.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Hannes Kuhnert
2021-10-16 14:52:40 UTC
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Post by Helmut Fischer
Die Gaenge schalten... nur im Leerlauf- oder waehrend man strampelt?
<https://www.servicearchive.sram.com/sites/default/files/techdocs/Ins_sram_S7_8_2005.pdf>
sagt: "Während des Schaltens ohne Kraft weitertreten"
Das ist auch meine Erfahrung. Unter Last schalten macht fiese Geräusche,
im Stand (z.B. bei Ampelstop) schalten geht, man sollte aber mit wenig
Last losfahren damit der Gang erst einrasten kann.
Bei meiner wechseln beim Schalten im Stand die Gänge fast ausnahmslos
unmittelbar. Wenn nicht, merkt man das schon beim Betätigen des Schalters.

Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. Diese Möglichkeit nutze
ich, um schnell anzufahren und zu beschleunigen. Ich fahre bspw. im
zweiten Gang an, schalte tretend umgehend den Schalthebel auf den
vierten, aber nehme erst in dem Moment Kraft von den Pedalen, wenn ich
den Gang tatsächlich gewechselt haben will. Das ergibt die
schnellstmöglichen Schaltvorgänge. Mir macht es großen Spaß, mit dieser
nicht als sportlich geltenden Schaltung meistens mit Abstand der
schnellste zu sein.
--
Hannes Kuhnert
Reindl Wolfgang
2021-10-17 14:17:48 UTC
Permalink
Post by Hannes Kuhnert
Post by Helmut Fischer
sagt: "Während des Schaltens ohne Kraft weitertreten"
Bei meiner wechseln beim Schalten im Stand die Gänge fast ausnahmslos
unmittelbar. Wenn nicht, merkt man das schon beim Betätigen des Schalters.
Hab' aktuell noch original F&S 3er Torpedo und Super 7 in Betrieb. Beide
schalten im Stand völlig problmlos in beiden Richtungen.
Post by Hannes Kuhnert
Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. Diese Möglichkeit nutze
ich, um schnell anzufahren und zu beschleunigen. Ich fahre bspw. im
zweiten Gang an, schalte tretend umgehend den Schalthebel auf den
vierten, aber nehme erst in dem Moment Kraft von den Pedalen, wenn ich
den Gang tatsächlich gewechselt haben will. Das ergibt die
schnellstmöglichen Schaltvorgänge. Mir macht es großen Spaß, mit dieser
nicht als sportlich geltenden Schaltung meistens mit Abstand der
schnellste zu sein.
Geht aber nur beim Raufschalten so (da wird das Schaltseil entlastet).
Beim Runterschalten, z.B. Steigung, wird das Schaltseil gegen Federkraft
in der Nabe/Schaltbox kürzer und das geht unter Last nicht bzw macht
böse Geräusche und es wirkt sofort und nicht erst bei Entlastung vom
Antriebsstrang.

Wolfgang
Hannes Kuhnert
2021-10-18 18:01:04 UTC
Permalink
Post by Reindl Wolfgang
Post by Hannes Kuhnert
Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. Diese Möglichkeit nutze
ich, um schnell anzufahren und zu beschleunigen. Ich fahre bspw. im
zweiten Gang an, schalte tretend umgehend den Schalthebel auf den
vierten, aber nehme erst in dem Moment Kraft von den Pedalen, wenn ich
den Gang tatsächlich gewechselt haben will. Das ergibt die
schnellstmöglichen Schaltvorgänge. Mir macht es großen Spaß, mit dieser
nicht als sportlich geltenden Schaltung meistens mit Abstand der
schnellste zu sein.
Geht aber nur beim Raufschalten so (da wird das Schaltseil entlastet).
Bei meiner geht es meinem Versuch nach in beiden Richtungen.

Wohlbemerkt benutze ich einen alten Super-7-Schalter mit
Zug-Druck-Draht, der die Anschläge von Schaltstange und Schaltrohr sogar
in beiden Richtungen ohne Elastizität unmittelbar mit der
Schalthebelbetätigung verschiebt.
--
Hannes Kuhnert
Reindl Wolfgang
2021-10-18 21:35:57 UTC
Permalink
Post by Hannes Kuhnert
Post by Reindl Wolfgang
Post by Hannes Kuhnert
Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. Diese Möglichkeit nutze
ich, um schnell anzufahren und zu beschleunigen. Ich fahre bspw. im
zweiten Gang an, schalte tretend umgehend den Schalthebel auf den
vierten, aber nehme erst in dem Moment Kraft von den Pedalen, wenn ich
den Gang tatsächlich gewechselt haben will. Das ergibt die
schnellstmöglichen Schaltvorgänge. Mir macht es großen Spaß, mit dieser
nicht als sportlich geltenden Schaltung meistens mit Abstand der
schnellste zu sein.
Geht aber nur beim Raufschalten so (da wird das Schaltseil entlastet).
Bei meiner geht es meinem Versuch nach in beiden Richtungen.
Wohlbemerkt benutze ich einen alten Super-7-Schalter mit
Zug-Druck-Draht, der die Anschläge von Schaltstange und Schaltrohr sogar
in beiden Richtungen ohne Elastizität unmittelbar mit der
Schalthebelbetätigung verschiebt.
Meine Super7 ist von '96, Drehgriffschalter, nur ein Schaltseil in die
Schaltox. Die Schaltbox setzt Zug/Entlastung vom Schaltseil in getennte
Bewegungen vom zentralen Schaltstift in der Nabe (vergleichbar dem Stift
von der 3er Torpedo) und einer 'Hülse' um,; die 'Hülse' wählt zwischen
den 3 Teilgetrieben aus. Beides arbeitet gegen Federn in der Nabe. Mit
'Gewalt' kann man also nur schalten, wenn der Schaltvorgang aktiv gegen
die Feder arbeitet, Feder-Entspannung geht nur bei entlastetem Tritt.
Frühere oder spätere Versionen der Super7 mögen da auch anderst
angesteuert sein, kenn' ich nicht aus eigener Erfahrung. Irgendwo hab'
ich mal was gelesen von einer S7 mit Schaltseil von links und von rechts.

Wolfgang
Hannes Kuhnert
2021-10-18 22:42:45 UTC
Permalink
Post by Reindl Wolfgang
Post by Hannes Kuhnert
Post by Reindl Wolfgang
Post by Hannes Kuhnert
Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. […]
Geht aber nur beim Raufschalten so (da wird das Schaltseil entlastet).
Bei meiner geht es meinem Versuch nach in beiden Richtungen.
Wohlbemerkt benutze ich einen alten Super-7-Schalter mit
Zug-Druck-Draht, der die Anschläge von Schaltstange und Schaltrohr sogar
in beiden Richtungen ohne Elastizität unmittelbar mit der
Schalthebelbetätigung verschiebt.
Meine Super7 ist von '96, Drehgriffschalter, nur ein Schaltseil in die
Schaltox.
Die Schaltbox setzt Zug/Entlastung vom Schaltseil in getennte
Bewegungen vom zentralen Schaltstift in der Nabe (vergleichbar dem Stift
von der 3er Torpedo) und einer 'Hülse' um,; die 'Hülse' wählt zwischen
den 3 Teilgetrieben aus. Beides arbeitet gegen Federn in der Nabe. Mit
'Gewalt' kann man also nur schalten, wenn der Schaltvorgang aktiv gegen
die Feder arbeitet,
Bei mir ist es hinter der Schaltbox genau wie bei Dir.

Allerdings wählt meines Erachtens das Rohr – von Dir Hülse genannt –
zwischen den Getriebenutzungsrichtungen und dem Direktgang, was von der
3-Gang-Torpedo bekannt ist. Der Stift – von mir Stange genannt – wählt
das aktive Planetengetriebe. So lese ich die Explosionszeichnung.

Alle Super 7 und Spectro S7 funktionieren auf diese Weise. Nur die
äußere Technik, mit der Stift und Rohr hineingedrückt werden, ist
verändert worden.
Post by Reindl Wolfgang
Feder-Entspannung geht nur bei entlastetem Tritt.
Die Federabhängigkeit der Lage von Schaltstift und -rohr ist eine
Erklärung, warum man Übersetzung→Direktgang→Untersetzung sowie 5→6→7 und
3→2→1 vorwählend schalten kann.

Dass sich meiner Beobachtung nach auch alles andere vorwählend schalten
lässt, erklärt die Explosionszeichnung so:

• Der Schubklotz für die Planetensatzwahl wird mit einer Feder auf die
vom Schaltstift gegebene Position gedrückt.

• Das Kupplungsrad wird mit einer Feder gegen seinen Schubklotz gedrückt.

Es ist also nichts von Schaltstift oder -rohr zwangsgeführt, sondern
alles in beiden Richtungen federvermittelt.
Post by Reindl Wolfgang
Frühere oder spätere Versionen der Super7 mögen da auch anderst
angesteuert sein, kenn' ich nicht aus eigener Erfahrung. Irgendwo hab'
ich mal was gelesen von einer S7 mit Schaltseil von links und von rechts.
Die Pentasport (1987) hatte ursprünglich zwei Schaltseile. Die Super 7
(1993) ist dagegen von Anbeginn mit Stift und Rohr gebaut worden.
--
Hannes Kuhnert
Hannes Kuhnert
2021-10-16 14:52:23 UTC
Permalink
[Sram S7]
Die Gaenge schalten... nur im Leerlauf- oder waehrend man
strampelt? Bei meinem alten Escote' mit 3-Gang Torpedo Sachs hieß
vor Jahrzehnten im Fachhandel... nur im Leerlauf schalten- und
beim rueckwaerz schieben Hinterrad anheben.
Man kann da durchaus herumprobieren. Letztlich ist alles in Ordnung, was
weder übermäßiges Geräusch verursacht, noch Unsauberkeit im Treten mit
sich bringt.

Zum langfristigen Erhalt ist außer vernünftigem Gebrauch gelegentliches
Reinigen und Neuschmieren ratsam.
--
Hannes Kuhnert
Andreas Oehler
2021-10-17 11:09:02 UTC
Permalink
Post by Ruediger
seit kurzem fahre ein Rad mit o.g. Schaltung. Damit Diese
moeglichst lange haelt 1 Frage zum richtigen Schalten...
Fettgeschmierte Nabenschaltungen versterben nicht durch "falsches
Schalten" sondern mangelnde Wartung. Einmal jährlich öffnen, mit
Getriebeöl einjauchen und abtropfen lassen sowie die Kugellager reinigen
und fetten - dann sollte nahezu ewiges Leben möglich sein.

Andreas
Ruediger
1970-01-01 00:00:00 UTC
Permalink
Sat, 16 Oct 2021 04:53:14 +0200 (GMT+02:00), Ruediger:>seit kurzem fahre ein Rad mit o.g. Schaltung. Damit Diese> moeglichst lange haelt 1 Frage zum richtigen Schalten...Fettgeschmierte Nabenschaltungen versterben nicht durch "falschesSchalten" sondern mangelnde Wartung. Einmal jährlich öffnen, mitGetriebeöl einjauchen und abtropfen lassen sowie die Kugellager reinigenund fetten - dann sollte nahezu ewiges Leben möglich sein.Andreas
OK! Dann ist die Topedo-Sachs 3-Gang ja unverwüstlich. Die laeuft
seit 35 Jahren ganz ohne Wartung :-)
--
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Andreas Oehler
2021-10-18 08:53:17 UTC
Permalink
Post by Ruediger
Sat, 16 Oct 2021 04:53:14 +0200 (GMT+02:00), Ruediger:>seit kurzem fahre ein Rad mit o.g. Schaltung. Damit Diese> moeglichst lange haelt 1 Frage zum richtigen Schalten...Fettgeschmierte Nabenschaltungen versterben nicht durch "falschesSchalten" sondern mangelnde Wartung. Einmal jährlich öffnen, mitGetriebeöl einjauchen und abtropfen lassen sowie die Kugellager reinigenund fetten - dann sollte nahezu ewiges Leben möglich sein.Andreas
OK! Dann ist die Topedo-Sachs 3-Gang ja unverwüstlich. Die laeuft
seit 35 Jahren ganz ohne Wartung :-)
Die 3-Gang-Naben von Sachs waren wesentlich robuster als moderne
Viel-Gang-Nabenschaltungen. Aber auch dort konnte verharztes Fett zu
undefinierten Situationen führen und z.B. der Schubklotz brechen.
Lagerschaden waren selten, weil genug Luft durch di Konstruktion zieht und
kein Dreckwasser in der Nabe stehen bleibt oder hineingesaugt wird.

Andreas
Chr. Maercker
2021-10-18 11:11:22 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Fettgeschmierte Nabenschaltungen versterben nicht durch "falsches
Schalten" sondern mangelnde Wartung. Einmal jährlich öffnen, mit
Getriebeöl einjauchen und abtropfen lassen sowie die Kugellager reinigen
und fetten - dann sollte nahezu ewiges Leben möglich sein.
Gibt es einklich nachvollziehbare Gründe, warum bei den billigen
Nabenschaltungen auf Ölnippel verzichtet wird, obwohl sie ja regelmäßige
Schmierung brauchen? Getriebeöl sollte sich mit einer Injektionsspritze
o.ä. darüber einfüllen lassen, Fett eher nicht.
Ab und an mal ölen ist für die meisten Radfahrer kein Problem und die
älteren sind es von Anno-Knips noch gewohnt. Schaltnaben zerlegen tun
eher wenige bzw. sie kommen gar nicht auf die Idee, weil sie mangels
Ölnippel irrtümlich von Wartungsfreiheit ausgehen.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Gerald Eіscher
2021-10-18 13:42:03 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Andreas Oehler
Fettgeschmierte Nabenschaltungen versterben nicht durch "falsches
Schalten" sondern mangelnde Wartung. Einmal jährlich öffnen, mit
Getriebeöl einjauchen und abtropfen lassen sowie die Kugellager reinigen
und fetten - dann sollte nahezu ewiges Leben möglich sein.
Gibt es einklich nachvollziehbare Gründe, warum bei den billigen
Nabenschaltungen auf Ölnippel verzichtet wird,
Ja, weil die ab Werk mit Fett geschmiert sind.
Post by Chr. Maercker
obwohl sie ja regelmäßige
Schmierung brauchen?
Die brauchen keine regelmäßige Schmierung. Wenn allerdings nach >10
Jahren das Fett verharzt ist und Schaltprobleme auftreten, dann kann man
es so machen, wie von Andreas vorgeschlagen.
Ich würde allerdings das Fett erneuern, was zwar aufwändiger ist, als
das Getriebe in Öl zu tauchen, dafür ist für mindestens 10 Jahre wieder
Ruhe.
Post by Chr. Maercker
Getriebeöl sollte sich mit einer Injektionsspritze
o.ä. darüber einfüllen lassen, Fett eher nicht.
Du hast Andreas nicht vollständig gelesen, die Kugellager müssen
weiterhin gefettet werden! Geölte Kugellager würden eine Abdichtung
benötigen, die in dieser Preisklasse nicht drin ist.
--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |
Chr. Maercker
2021-10-18 17:27:22 UTC
Permalink
Schmiernippel an 3-Gang-Naben gab es bis in die 50er Jahre. Man fand sowas
regelmäßig in den 70er/80er Jahren im westdeutschen Sperrmüll.
Torpedonaben hatten die Nippel wesentlich länger.
Vermutlich wäre durch das Schmiernippel eingetreufeltes Öl auch nicht an
die kritischen Stellen gelaufen, sondern recht schnell wieder an den
Bremsmantel und in durch die Lager nach draußen.
Das könnte ein stichhaltiges Argument sein.
Einem Studienfreund hatte ich ein schönes altes Rad mit Uralt-3-Gang-Nabe
und Stempelbremse vorn hergerichtet. Er ist damit schwer beladen von
Kassel Wilhelmshöhe runter in die Stadt dauergebremst - und hat das nicht
optimale Öl in der 3-Gang-Nabe dabei entflammt. Passanten sprachen ihn auf
die Flammen am Hinterrad an...
Handelsübliches Maschinenöl brennt vermutlich leichter als das von Dir
empfohlene, weitaus zähere, Getriebeöl. Alten Gewohnheiten folgend
hätten viele Leute evtl. ersteres in die Getriebenaben gekippt.
Post by Gerald Eіscher
Die brauchen keine regelmäßige Schmierung.
Wenn man nicht regelmäßig schmiert, dann vergißt man es wenn es nötig
wäre.
So habe ich Dich verstanden. Bisher war ich auch der Ansicht, so etwa
alle zehn Jahre reicht. So manche SRAMsch wird gar nicht mehr so alt.
Wenn das Fett innen in der Schaltmechanik mal ernsthaft verharzt ist,
reicht einfaches "einjauchen" der nur grob geöffneten Nabe IMHO nicht
mehr.
Dünnes Öl wie das Spülöl von Rohloff bekommt das nicht weg? Waschbenzin
schließe ich nach obiger Schilderung lieber aus. ;-)
Post by Gerald Eіscher
Ich würde allerdings das Fett erneuern, was zwar aufwändiger ist, als
das Getriebe in Öl zu tauchen, dafür ist für mindestens 10 Jahre wieder
Ruhe.
Hat eine Werkstatt einmal mit meiner SRAMsch gemacht, konnte sie aber
auch nicht mehr flott bekommen.
Das komplette Zerlegen und ordnungsgemäße Zusammenbauen von 7-/8-/9-Gang
Naben ist halt für den Anfänger schon eine Herausforderung. Und selbst der
geübte Mechaniker vermeidet das Gepuzzle wenn es geht.
FULL ACK, das müsste ich auch erst üben. Da es nur alle Jubeljahre dran
ist, bekommt man kaum jemals Routine darin. Und wenn man sie vielleicht
doch endlich hat, gips den Nabentyp garantiert nicht mehr.
Post by Gerald Eіscher
Post by Chr. Maercker
Getriebeöl sollte sich mit einer Injektionsspritze
o.ä. darüber einfüllen lassen, Fett eher nicht.
Du hast Andreas nicht vollständig gelesen, die Kugellager müssen
weiterhin gefettet werden! Geölte Kugellager würden eine Abdichtung
benötigen, die in dieser Preisklasse nicht drin ist.
Danke für den Hinweis, dass der Kauf einer Rohlauf auch im Flachland
kein rausgeschmissenes Geld ist.
Wichtig ist sicherzustellen, dass das Öl bis innen zur Nabe vordringt,
dann gut abtropft und die Lager normal mit Fett geschmiert werden. Das
ist insgesamt ein wenig lästig - aber man kann wenig falsch machen. Wenn
man das Hinterrad zum Wechsel auf/von Spikes eh demontiert, wäre so eine
Nabenwartung keine große Sache.
Die Hauptarbeit ist ja eigentlich die Demontage + Montage der Nabe. Kann
die entfallen, wenn nur die Lager gefettet werden?
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Reindl Wolfgang
2021-10-18 21:50:01 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Die Hauptarbeit ist ja eigentlich die Demontage + Montage der Nabe. Kann
die entfallen, wenn nur die Lager gefettet werden?
Also meinereiner steht mit diesen &$£¢%?§ Konus-Lagern + Konter auf
Kriegsfuß. Die bekomm' ich einfach nicht richtig hin.
Wenn das über schweizer Kräuterzucker [1] gemacht würde, dann wär' es
nullo Problemo, F&S Getriebe zu bearbeiten.

meint
Wolfgang

[1] Rikula!
Andreas Oehler
2021-10-19 09:59:46 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Schmiernippel an 3-Gang-Naben gab es bis in die 50er Jahre. Man fand sowas
regelmäßig in den 70er/80er Jahren im westdeutschen Sperrmüll.
Torpedonaben hatten die Nippel wesentlich länger.
Präziser wäre "bis Mitte der 60er Jahre" gewesen. In meiner Studentenzeit
habe ich sehr viel 3-Gang-Naben aus dem Sperrmüll wieder in Umlauf
gebracht. Laut
http://www.scheunenfun.de/f+s_schaltungsnaben.htm
wurde das "Modell 55" bis 1961 gebaut. Das war das letzte was immer mit
Schmiernippel ausgerüstet war. Bilder siehe
http://www.scheunenfun.de/f+s_modell55.htm

Nachfolger war das "Modell 515" was meines Wissens nur in den
Anfangsjahren noch Schmiernippel hatte:
http://www.scheunenfun.de/f+s_modell515.htm

Sowohl 55 als auch 515 haben wir damals mit dem Tandem aufgeknackt an der
Schmiernippelbohrung.
Post by Chr. Maercker
Wenn das Fett innen in der Schaltmechanik mal ernsthaft verharzt ist,
reicht einfaches "einjauchen" der nur grob geöffneten Nabe IMHO nicht
mehr.
Dünnes Öl wie das Spülöl von Rohloff bekommt das nicht weg? Waschbenzin
schließe ich nach obiger Schilderung lieber aus. ;-)
Reines Benetzen des verharzten Fett mit Öl hilft erfahrungsgemäß nicht.
Man muß schon ein wenig Wischen/Bürsten, um den alten klebrigen Schlonz zu
entfernen. Dazu muß man aber das Getriebe komplett zerlegen. Das ist
aufwändig und bietet die Chance bei der Montage etwas falsch zu machen.
Post by Chr. Maercker
Post by Gerald Eіscher
Ich würde allerdings das Fett erneuern, was zwar aufwändiger ist, als
das Getriebe in Öl zu tauchen, dafür ist für mindestens 10 Jahre wieder
Ruhe.
Hat eine Werkstatt einmal mit meiner SRAMsch gemacht, konnte sie aber
auch nicht mehr flott bekommen.
Eben. Wenn man erst Tätig wird, wenn ernsthafte Schaltprobleme auftreten,
ist komplettes zerlegen und reinigen unvermeidlich. Das mag/kann kaum
jemand tun. Die wenigsten Werkstätten werden sich zudem trauen, Dir dann
mehr als 100 Euro für diese Arbeit in Rechnung zu stellen.
Post by Chr. Maercker
Wichtig ist sicherzustellen, dass das Öl bis innen zur Nabe vordringt,
dann gut abtropft und die Lager normal mit Fett geschmiert werden. Das
ist insgesamt ein wenig lästig - aber man kann wenig falsch machen. Wenn
man das Hinterrad zum Wechsel auf/von Spikes eh demontiert, wäre so eine
Nabenwartung keine große Sache.
Die Hauptarbeit ist ja eigentlich die Demontage + Montage der Nabe. Kann
die entfallen, wenn nur die Lager gefettet werden?
Das demontieren der gesamten Getriebeeinheit ist ja kein Aufwand.
Mutter(n) auf der Rücktritt-Seite abschrauben, Brems-Bauteile und Lager
entnehmen, Getriebe zur anderen Seite rausziehen. Dann kann man von Aussen
Reinigen, Öl-Spülen, Fetten. Komplizierter wird es erst, wenn man das
Getriebe nun weiter zerlegen will, um an die Innereien zu gelangen.

Andreas
Chr. Maercker
2021-10-19 11:03:51 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Präziser wäre "bis Mitte der 60er Jahre" gewesen.
Dann müssen wir weiter präzisieren: in der DDR hatten die Hinterräder
bis mind. Anfang 1980er Ölnippel. Ab Mitte 1960er wurden sie bei
Vorderrädern eingespart.
Post by Andreas Oehler
In meiner Studentenzeit
habe ich sehr viel 3-Gang-Naben aus dem Sperrmüll wieder in Umlauf
gebracht. Laut
http://www.scheunenfun.de/f+s_schaltungsnaben.htm
wurde das "Modell 55" bis 1961 gebaut. Das war das letzte was immer mit
Schmiernippel ausgerüstet war. Bilder siehe
http://www.scheunenfun.de/f+s_modell55.htm
Eine 3-Gang-Nabe auf einer DDR-Müllkippe wäre ein Lotto-6er gewesen. ;-)
Post by Andreas Oehler
Sowohl 55 als auch 515 haben wir damals mit dem Tandem aufgeknackt an der
Schmiernippelbohrung.
Aufgeknackt mit Werkzeug oder sind sie dort kaputt gegangen?
Post by Andreas Oehler
Post by Chr. Maercker
Wenn das Fett innen in der Schaltmechanik mal ernsthaft verharzt ist,
reicht einfaches "einjauchen" der nur grob geöffneten Nabe IMHO nicht
mehr.
Dünnes Öl wie das Spülöl von Rohloff bekommt das nicht weg? Waschbenzin
schließe ich nach obiger Schilderung lieber aus. ;-)
Reines Benetzen des verharzten Fett mit Öl hilft erfahrungsgemäß nicht.
Man muß schon ein wenig Wischen/Bürsten, um den alten klebrigen Schlonz zu
entfernen. Dazu muß man aber das Getriebe komplett zerlegen. Das ist
aufwändig und bietet die Chance bei der Montage etwas falsch zu machen.
Rohloff empfielt ein paar km Fahrt mit Spülöl oder geraume Zeit manuell
kurbeln. Bewegte Teile werden so sauber, aber soviel ich weiß verharzt
das Fett in den Naben an Klinken u.a. Teilen, die evtl. nur selten
bewegt werden. Wär ja auch zu einfach gewesen.
Post by Andreas Oehler
Post by Chr. Maercker
Post by Gerald Eіscher
Ich würde allerdings das Fett erneuern, was zwar aufwändiger ist, als
das Getriebe in Öl zu tauchen, dafür ist für mindestens 10 Jahre wieder
Ruhe.
Hat eine Werkstatt einmal mit meiner SRAMsch gemacht, konnte sie aber
auch nicht mehr flott bekommen.
Eben. Wenn man erst Tätig wird, wenn ernsthafte Schaltprobleme auftreten,
ist komplettes zerlegen und reinigen unvermeidlich. Das mag/kann kaum
jemand tun. Die wenigsten Werkstätten werden sich zudem trauen, Dir dann
mehr als 100 Euro für diese Arbeit in Rechnung zu stellen.
Wurde gemacht, und der Werkstattmensch arbeitete quasi gegen Spende.
Post by Andreas Oehler
Post by Chr. Maercker
Die Hauptarbeit ist ja eigentlich die Demontage + Montage der Nabe. Kann
die entfallen, wenn nur die Lager gefettet werden?
Das demontieren der gesamten Getriebeeinheit ist ja kein Aufwand.
Mutter(n) auf der Rücktritt-Seite abschrauben, Brems-Bauteile und Lager
entnehmen, Getriebe zur anderen Seite rausziehen. Dann kann man von Aussen
Reinigen, Öl-Spülen, Fetten. Komplizierter wird es erst, wenn man das
Getriebe nun weiter zerlegen will, um an die Innereien zu gelangen.
Liest sich noch fast wie bei der Torpedonabe. Gilt aber nur für
3-Gangnaben, oder haben die größeren auch einen Getriebeblock, der sich
komplett rausziehen lässt? Hatte vor Jahren mal eine Explosionszeichnung
der Pentasport gesehen, sah irknwie komplizierter aus. Vielleicht
deswegen, weil in *sämtliche* Einzelteile zerlegt.
--
CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Reindl Wolfgang
2021-10-19 12:50:04 UTC
Permalink
Post by Chr. Maercker
Post by Andreas Oehler
In meiner Studentenzeit
habe ich sehr viel 3-Gang-Naben aus dem Sperrmüll wieder in Umlauf
gebracht.
Eine 3-Gang-Nabe auf einer DDR-Müllkippe wäre ein Lotto-6er gewesen. ;-)
'Sperrmüll' BRD (ca. bis Mitte 1980er) != Müllkippe DDR

Da hat die Gemeinde 1 bis 3 mal im Jahr einen Termin bekanntgegeben, zu
dem man alles auf die Straße stellen durfte, was man für unbrauchbar
hielt. Im Lauf des Tages kam dann die Abfuhr und hat alles unsortiert
eingesammelt.
War zwar nicht ganz legal, wurde aber geduldet, wenn da Passanten sich
bedient haben bei Sachen, die sie noch für brauchbar hielten. Wie
manchmal bei 'Kunst und Krempel' angesprochen wird waren z.T. auch echte
Wertgegenstände auf dem Sperrmüll zu finden, dazu viel wirklich
brauchbares. Zu Studentenzeiten waren z.B. die Bullaugengläser von
Waschmaschinen als große Salatschüsseln beliebt- habe immernoch etliche
davon in Betrieb ;-)
Post by Chr. Maercker
Post by Andreas Oehler
Sowohl 55 als auch 515 haben wir damals mit dem Tandem aufgeknackt an der
Schmiernippelbohrung.
Aufgeknackt mit Werkzeug oder sind sie dort kaputt gegangen?
So wie ich den Andreas interpretiert hab: durch Rückschrittbremse derart
aufgeheizt, daß die Nabe an der Schwachstelle aufgerissen ist.
Mir ist eine (Nichtschalt-)Torpedo auf 500 m Strecke mit 32 % Gefälle
verstorben *schnüff*
Post by Chr. Maercker
Liest sich noch fast wie bei der Torpedonabe.
Jain
Post by Chr. Maercker
Gilt aber nur für 3-Gangnaben,
ja
Post by Chr. Maercker
oder haben die größeren auch einen Getriebeblock, der sich
komplett rausziehen lässt?
AFAIK im Prinzip schon, aber nach weitergehenden Vereinzelung der
Getriebeteile wird die Rekonstruktion schwierig und braucht eine
Schablone, um die Einzelteile wieder richtig gegeneinander auszurichten.
Andernfalls blockiert da was.

Aber ich steh' halt grundsätzlich mit Konuslagern auf Kriegsfuß, die
bekomm' ich einfach nicht richtig eingestellt. Entweder da wackelts oder
es schleift - dazwischen gips nix.

Wolfgang
Chr. Maercker
2021-10-19 16:51:44 UTC
Permalink
Post by Reindl Wolfgang
'Sperrmüll' BRD (ca. bis Mitte 1980er) != Müllkippe DDR
Schon klar. Beim Sperrmüll West war das Angebot besser, die wilden
Müllkippen hierzugegend hatten dafür 24/7 geöffnet. ;-)
Post by Reindl Wolfgang
Da hat die Gemeinde 1 bis 3 mal im Jahr einen Termin bekanntgegeben, zu
dem man alles auf die Straße stellen durfte, was man für unbrauchbar
hielt. Im Lauf des Tages kam dann die Abfuhr und hat alles unsortiert
eingesammelt.
War zwar nicht ganz legal, wurde aber geduldet, wenn da Passanten sich
bedient haben bei Sachen, die sie noch für brauchbar hielten. Wie
manchmal bei 'Kunst und Krempel' angesprochen wird waren z.T. auch echte
Wertgegenstände auf dem Sperrmüll zu finden, dazu viel wirklich
brauchbares. Zu Studentenzeiten waren z.B. die Bullaugengläser von
Waschmaschinen als große Salatschüsseln beliebt- habe immernoch etliche
davon in Betrieb ;-)
In den 1990ern gab es solche Sperrmülltage auch hierzuregion. Und
Gruppen, die sich geradezu bandenmäßig am Sperrmüll bedienten. Wegen
denen wurde später dieses blöde Bestellsystem eingeführt.
Post by Reindl Wolfgang
Post by Chr. Maercker
Post by Andreas Oehler
Sowohl 55 als auch 515 haben wir damals mit dem Tandem aufgeknackt an
der Schmiernippelbohrung.
Aufgeknackt mit Werkzeug oder sind sie dort kaputt gegangen?
So wie ich den Andreas interpretiert hab: durch Rückschrittbremse derart
aufgeheizt, daß die Nabe an der Schwachstelle aufgerissen ist.
Mir ist eine (Nichtschalt-)Torpedo auf 500 m Strecke mit 32 % Gefälle
verstorben *schnüff*
Das hätte mir auf einer Tour Anno 1990 durch Franken auch passieren
können. Aber die DDR-Torpedos hielten was aus. Von mittig gerissenen
Hinterradnaben habe ich damals nie gehört, genauso wie es damals so gut
wie keine Achsenbrüche oder gar von Tretlagerwellen gab. Nach der
Vereinigung bekamen wir das dann alles frei Haus. :-\
Post by Reindl Wolfgang
Post by Chr. Maercker
Liest sich noch fast wie bei der Torpedonabe.
Jain
Post by Chr. Maercker
Gilt aber nur für 3-Gangnaben,
ja
Post by Chr. Maercker
oder haben die größeren auch einen Getriebeblock, der sich
komplett rausziehen lässt?
AFAIK im Prinzip schon, aber nach weitergehenden Vereinzelung der
Getriebeteile wird die Rekonstruktion schwierig und braucht eine
Schablone, um die Einzelteile wieder richtig gegeneinander auszurichten.
Andernfalls blockiert da was.
Aber ich steh' halt grundsätzlich mit Konuslagern auf Kriegsfuß, die
bekomm' ich einfach nicht richtig eingestellt. Entweder da wackelts oder
es schleift - dazwischen gips nix.
Etwas Abgleicharbeit ist nötig, aber im Grunde habe ich es zumindest bei
den Torpedos immer hinbekommen. Jedenfalls gut zu wissen, dass die
Getriebenaben gar nicht soo viel komplizierter aufgebaut sind.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Joachim Mannheim
2021-10-19 11:18:15 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Das demontieren der gesamten Getriebeeinheit ist ja kein Aufwand.
Mutter(n) auf der Rücktritt-Seite abschrauben, Brems-Bauteile und Lager
entnehmen, Getriebe zur anderen Seite rausziehen. Dann kann man von Aussen
Reinigen, Öl-Spülen, Fetten. Komplizierter wird es erst, wenn man das
Getriebe nun weiter zerlegen will, um an die Innereien zu gelangen.
Gibts eine Chance, so eine Getriebeeinheit käuflich zu erwerben?
Das könnte ein sinnvoller Kompromiss sein, falls man ohne
Komplettzerlegung nicht weiterkäme.
Spart Zeit und Nerven, und man schmeißt nicht das ganze Laufrad weg.
--
Joachim
Andreas Oehler
2021-10-19 13:20:57 UTC
Permalink
Post by Joachim Mannheim
Post by Andreas Oehler
Das demontieren der gesamten Getriebeeinheit ist ja kein Aufwand.
Mutter(n) auf der Rücktritt-Seite abschrauben, Brems-Bauteile und Lager
entnehmen, Getriebe zur anderen Seite rausziehen. Dann kann man von Aussen
Reinigen, Öl-Spülen, Fetten. Komplizierter wird es erst, wenn man das
Getriebe nun weiter zerlegen will, um an die Innereien zu gelangen.
Gibts eine Chance, so eine Getriebeeinheit käuflich zu erwerben?
Das könnte ein sinnvoller Kompromiss sein, falls man ohne
Komplettzerlegung nicht weiterkäme.
Spart Zeit und Nerven, und man schmeißt nicht das ganze Laufrad weg.
Originale Getriebeeinheiten für Sachs/SRAM ("Austauschkit Getriebe
S7")dürften kaum noch aufzutreiben sein, weil die Produktion von deren
besseren Getriebenaben ja seit langem eingestellt ist.

Von Shimano sollte es möglich sein über einen größeren, gut organisierten
Händler Ersatzgetriebe zu bekommen.

Andreas
Joachim Mannheim
2021-10-19 13:44:32 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Post by Joachim Mannheim
Post by Andreas Oehler
Das demontieren der gesamten Getriebeeinheit ist ja kein Aufwand.
Mutter(n) auf der Rücktritt-Seite abschrauben, Brems-Bauteile und Lager
entnehmen, Getriebe zur anderen Seite rausziehen. Dann kann man von Aussen
Reinigen, Öl-Spülen, Fetten. Komplizierter wird es erst, wenn man das
Getriebe nun weiter zerlegen will, um an die Innereien zu gelangen.
Gibts eine Chance, so eine Getriebeeinheit käuflich zu erwerben?
Das könnte ein sinnvoller Kompromiss sein, falls man ohne
Komplettzerlegung nicht weiterkäme.
Spart Zeit und Nerven, und man schmeißt nicht das ganze Laufrad weg.
Originale Getriebeeinheiten für Sachs/SRAM ("Austauschkit Getriebe
S7")dürften kaum noch aufzutreiben sein, weil die Produktion von deren
besseren Getriebenaben ja seit langem eingestellt ist.
Von Shimano sollte es möglich sein über einen größeren, gut organisierten
Händler Ersatzgetriebe zu bekommen.
Oh danke. Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
"SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
(meint die wikipedalia)
Martin Τrautmann
2021-10-19 14:02:19 UTC
Permalink
Post by Joachim Mannheim
Oh danke. Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
"SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
(meint die wikipedalia)
Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Aber der Markt für Pedelecs mit
Nabenschaltung ist leider mehr als überschaubar - dabei würde ich gerade
die Kombination von Mittelmotor und Nabenschaltung mit gekapseltem
Kettenschutz als ideal erwarten. Einziger Wermutstropfen ist das Last
wegnehmen zum Gangwechsel.

Tatsächlich finde ich z.B. die 8-Gang-Nexus vorrangig an Billigrädern
(1000 bis 1500 €) mit Frontmotor.
Joachim Mannheim
2021-10-19 14:14:50 UTC
Permalink
Post by Martin Τrautmann
Post by Joachim Mannheim
Oh danke. Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
"SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
(meint die wikipedalia)
Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Aber der Markt für Pedelecs mit
Nabenschaltung ist leider mehr als überschaubar - dabei würde ich gerade
die Kombination von Mittelmotor und Nabenschaltung mit gekapseltem
Kettenschutz als ideal erwarten. Einziger Wermutstropfen ist das Last
wegnehmen zum Gangwechsel.
Tatsächlich finde ich z.B. die 8-Gang-Nexus vorrangig an Billigrädern
(1000 bis 1500 €) mit Frontmotor.
Beim Frontmotor muss man sich keine Gedanken machen, ob die
Schaltungsnabe der höheren Belastung gewachsen ist.
Martin Τrautmann
2021-10-19 14:47:41 UTC
Permalink
Post by Joachim Mannheim
Post by Martin Τrautmann
Post by Joachim Mannheim
Oh danke. Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
"SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
(meint die wikipedalia)
Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Aber der Markt für Pedelecs mit
Nabenschaltung ist leider mehr als überschaubar - dabei würde ich gerade
die Kombination von Mittelmotor und Nabenschaltung mit gekapseltem
Kettenschutz als ideal erwarten. Einziger Wermutstropfen ist das Last
wegnehmen zum Gangwechsel.
Tatsächlich finde ich z.B. die 8-Gang-Nexus vorrangig an Billigrädern
(1000 bis 1500 €) mit Frontmotor.
Beim Frontmotor muss man sich keine Gedanken machen, ob die
Schaltungsnabe der höheren Belastung gewachsen ist.
War auch meine Vermutung - für Tandembetrieb darf man nur noch die
Rohloff hernehmen, die alte Pentasport gibt's nicht mehr neu.

Aber Shimano behaupet bei fast allen Naben:
"Optimierung sowohl für E-Bikes als auch für herkömmliche Fahrräder
geeignet"
"Die Naben der Serie SHIMANO NEXUS SG-C6000 lassen sich selbst bei der
hohen Kettenspannung von E-Bikes leichtgängig schalten"
"Weiche Schaltvorgänge selbst bei hoher Kettenspannung infolge von
E-Bike-Motoren"
https://bike.shimano.com/de-DE/product/component/nexus-c6000-int8/SG-C6011-8V.html

Das klingt explizit nach Mittelmotoren.
Sepp Ruf
2021-10-19 15:19:25 UTC
Permalink
Post by Martin Τrautmann
Post by Joachim Mannheim
Oh danke. Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
"SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
(meint die wikipedalia)
Den Zusammenhang verstehe ich nicht.
Die Begruendung ist ja auch schoengelogen von SRAM.
Ignatios Souvatzis
2021-10-19 16:12:58 UTC
Permalink
Post by Martin Τrautmann
Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Aber der Markt für Pedelecs mit
Nabenschaltung ist leider mehr als überschaubar -
Der Markt für Pedelecs mit Schaltung ist überschaubar. Die dienen nur
als Zierde, es ist immer der längste Gang drin. Wozu schalten, es kann
doch der Motor die Arbeit machen.

-is
Chr. Maercker
2021-10-19 16:54:21 UTC
Permalink
Post by Joachim Mannheim
"SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
(meint die wikipedalia)
Kann mir gut vorstellen, dass es ganz andere Gründe gab: Meine originale
Pentasport ist ziemlich zählebig, von der viel später gekauften SRAM5
lässt sich das nicht mehr behaupten.
--
CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren
Hannes Kuhnert
2021-10-20 10:29:47 UTC
Permalink
Post by Joachim Mannheim
Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
"SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
(meint die wikipedalia)
Das klingt wie aus der Firmenchronik, von SRAMs PR-Abteilung verfasst.

Das Pedelec mag sich teils zu Lasten des Fahrradmarkts ausgebreitet
haben. Aber das hält sich in Grenzen; selbst wenn eine
pedelec-kompatible Nabenschaltung undenkbar wäre, wäre das keine
Tatsache, die das Nabenschaltungsgeschäft an sich auch nur ansatzweise
in Frage stellte.

Vielmehr steht einem etwaigen Abgang in den mal angenommenermaßen
nabenschaltungsfernen Pedelec-Bereich eine Unmenge von Käufern von
Fahrrädern mit Kettenschaltung gegenüber, für die ein Fahrrad mit
Nabenschaltung die zweckmäßigere Wahl wäre. Draußen seh ich immerzu
Leute, für die die denkbaren Vorteile einer Kettenschaltung praktisch
keine Rolle spielen, die aber von ihrer Komplexität offensichtlich
überfordert sind. Ein Marktsegment, mit dem das Nabenschaltungs-Geschäft
selbst bei einem „Pedelec-Totalverlust“ unterm Strich wachsen könnte!

SRAM hat 1997 das Fahrradgeschäft von Sachs übernommen. Später hat SRAM
die Produktion aus Schweinfurt nach Taiwan verlagert. Durch
Wechselkursprobleme ist das wirtschaftlich schief gegangen. 2017 haben
sie die Nabenschaltungsproduktion gänzlich beendet.

So hat SRAM durch unternehmerische Fehlentscheidungen einen der drei
oder vier großen Nabenschaltungs-Entwicklungsstränge überhaupt in der
Welt gegen die Wand gefahren.

Derweilen hat Shimano eine Produktion in Tschechien aufgebaut, um auf
dem europäischen Markt günstig mitspielen zu können.

<https://edb.eu/tschechische-firme-95664-produktion-montage-von-komponenten-fur-fahrrader-ersatzteile-von>

Soviel zum Nabenschaltungsgeschäft im internationalen Zusammenhang!
--
Hannes Kuhnert
Sascha Dungs
2021-10-19 19:28:03 UTC
Permalink
Post by Andreas Oehler
Eben. Wenn man erst Tätig wird, wenn ernsthafte Schaltprobleme auftreten,
ist komplettes zerlegen und reinigen unvermeidlich.
Ich zitiere mich diesbezüglich einmal selbst <s262og$qjr$***@dont-email.me>:

Ich habe vor ca. 10 Jahren für sehr kleines Geld ein komplettes Fahrrad
mit SRAM 7-Gang Nabe gekauft, bei der zu dem Zeitpunkt gerade 'mal noch
2 Gänge funktionierten (und auch die nur eher zäh). Da ich zu der Zeit
kein oder kaum Werkzeug zur Verfügung hatte (temporäre WG), habe ich
damals als ersten quick and dirty Versuch einfach auf der rechten Seite
die Schaltsteuerung abgenommen, den Metallpin entfernt, das Fahrrad auf
die linke Seite gelegt und dann von oben vielleicht max. 5ml Getriebeöl
in das Loch getropft. Nach kurzer anschließender Fahrt funktionierten
alle 7 Gänge wieder.

Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass das nur wenige Monate
vorhalten wird und ich die Nabe irgendwann zerlege und halbwegs
fachgerecht reinige und schmiere, aber bislang war das noch nicht nötig
und die Nabe tut es seit der Zeit am Winterfahrrad (erst bei mir, dann
bei meiner Frau) ziemlich klaglos, allerdings bei vergleichsweise
geringer Laufleistung, denn Winter sind ja meist nur recht kurz.
--
Gruß, Sascha
Andreas Oehler
2021-10-21 10:35:28 UTC
Permalink
Post by Sascha Dungs
Ich habe vor ca. 10 Jahren für sehr kleines Geld ein komplettes Fahrrad
mit SRAM 7-Gang Nabe gekauft, bei der zu dem Zeitpunkt gerade 'mal noch
2 Gänge funktionierten (und auch die nur eher zäh). Da ich zu der Zeit
kein oder kaum Werkzeug zur Verfügung hatte (temporäre WG), habe ich
damals als ersten quick and dirty Versuch einfach auf der rechten Seite
die Schaltsteuerung abgenommen, den Metallpin entfernt, das Fahrrad auf
die linke Seite gelegt und dann von oben vielleicht max. 5ml Getriebeöl
in das Loch getropft. Nach kurzer anschließender Fahrt funktionierten
alle 7 Gänge wieder.
Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass das nur wenige Monate
vorhalten wird und ich die Nabe irgendwann zerlege und halbwegs
fachgerecht reinige und schmiere, aber bislang war das noch nicht nötig
und die Nabe tut es seit der Zeit am Winterfahrrad (erst bei mir, dann
bei meiner Frau) ziemlich klaglos, allerdings bei vergleichsweise
geringer Laufleistung, denn Winter sind ja meist nur recht kurz.
Gratulation! Ich hatte halt mehrere Shimano Inter-8 und zwei SRAM S7 und
eine imotion9, bei denen zu spätes Ölen ohne Zerlegen alleine nicht mehr
half.

Andreas

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