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Regen in Hamburg
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Herbert Albrecht
2018-07-11 08:18:28 UTC
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Hallo,

nanu, werden diejenigen mit Ortskenntnis sagen, das ist doch keine
Nachricht. Das ist so wie 'Hund beisst Mann'!

Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?

Ein Zeit-Autor hat ja neulich geschrieben, bei Regen würde er das Rad
doch lieber stehen lassen und mit dem Taxi fahren, also habe ich auf
Taxis geachtet. Auch vergebens. Merkwürdig.

Herbert
Martin Wohlauer
2018-07-11 08:23:04 UTC
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Post by Herbert Albrecht
Hallo,
nanu, werden diejenigen mit Ortskenntnis sagen, das ist doch keine
Nachricht. Das ist so wie 'Hund beisst Mann'!
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Ein Zeit-Autor hat ja neulich geschrieben, bei Regen würde er das Rad
doch lieber stehen lassen und mit dem Taxi fahren, also habe ich auf
Taxis geachtet. Auch vergebens. Merkwürdig.
Frage: Wie war das sonstige Dosenverkehrsaufkommen? Bei uns merkt man
schon ganz deutlich am Blechbüchsenstau, wie schlecht das Wetter ist.
Und auch am »Füllstand« von Straßenbahnen und Bussen. =)

Grüßle,

Martin.
Herbert Albrecht
2018-07-11 11:08:58 UTC
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Post by Martin Wohlauer
Post by Herbert Albrecht
Hallo,
nanu, werden diejenigen mit Ortskenntnis sagen, das ist doch keine
Nachricht. Das ist so wie 'Hund beisst Mann'!
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Ein Zeit-Autor hat ja neulich geschrieben, bei Regen würde er das Rad
doch lieber stehen lassen und mit dem Taxi fahren, also habe ich auf
Taxis geachtet. Auch vergebens. Merkwürdig.
Frage: Wie war das sonstige Dosenverkehrsaufkommen? Bei uns merkt man
schon ganz deutlich am Blechbüchsenstau, wie schlecht das Wetter ist.
Und auch am »Füllstand« von Straßenbahnen und Bussen. =)
Ich fahre in der Woche wenig mit dem Auto und habe keinen Vergleich aber
gestern war ich mal unterwegs und hatte den Eindruck, dass die
Urlaubszeit den Verkehr deutlich vermindert hatte. Allerdings schien
gestern noch die Sonne und die Radfahrer waren unterwegs.

Herbert
Johann Mayerwieser
2018-07-11 11:27:46 UTC
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Post by Herbert Albrecht
Ich fahre in der Woche wenig mit dem Auto und habe keinen Vergleich aber
gestern war ich mal unterwegs und hatte den Eindruck, dass die
Urlaubszeit den Verkehr deutlich vermindert hatte. Allerdings schien
gestern noch die Sonne und die Radfahrer waren unterwegs.
Eine Verminderung des Verkehrs um 10% führt zumindest in Wien zu einem
wesentlich flotteren Vorankommen.
Am Schlimmsten ist November-Dezember, weil da die Zahl der Urlauber auf
ein Minimum sinkt.
Thomas Sçhlueter
2018-07-11 11:35:48 UTC
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Post by Johann Mayerwieser
Post by Herbert Albrecht
Ich fahre in der Woche wenig mit dem Auto und habe keinen Vergleich aber
gestern war ich mal unterwegs und hatte den Eindruck, dass die
Urlaubszeit den Verkehr deutlich vermindert hatte. Allerdings schien
gestern noch die Sonne und die Radfahrer waren unterwegs.
Eine Verminderung des Verkehrs um 10% führt zumindest in Wien zu einem
wesentlich flotteren Vorankommen.
Seit letzten Donnerstag sind in HH Schulferien.

Hier in MD laufen sie schon seit 28.6., und wie immer ist die Erfahrung,
dass die Verkehrsdichte dann schlagartig auf gefühlt die Hälfte sinkt.
Das betrifft seltsamerweise auch den LKW-Verkehr in dem Industriegebiet
auf meinem Arbeitsweg mit seinem Dutzend Logistik-lastiger Unternehmen.

Tom
Bernd Ullrich
2018-07-11 14:04:23 UTC
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Post by Thomas Sçhlueter
Post by Johann Mayerwieser
Post by Herbert Albrecht
Ich fahre in der Woche wenig mit dem Auto und habe keinen Vergleich aber
gestern war ich mal unterwegs und hatte den Eindruck, dass die
Urlaubszeit den Verkehr deutlich vermindert hatte. Allerdings schien
gestern noch die Sonne und die Radfahrer waren unterwegs.
Eine Verminderung des Verkehrs um 10% führt zumindest in Wien zu einem
wesentlich flotteren Vorankommen.
Seit letzten Donnerstag sind in HH Schulferien.
------------------------------------------
Post by Thomas Sçhlueter
Hier in MD laufen sie schon seit 28.6., und wie immer ist die Erfahrung,
dass die Verkehrsdichte dann schlagartig auf gefühlt die Hälfte sinkt.
Das betrifft seltsamerweise auch den LKW-Verkehr in dem Industriegebiet
auf meinem Arbeitsweg mit seinem Dutzend Logistik-lastiger Unternehmen.
Tom
Fällt mir seit ein paar Jahren auch auf. Mir hat von einer solchen Firma
jemand mal gesagt dass wenn die Leute in Urlaub sind weniger bestellt
wird. Zahlen habe ich keine.

BU
Olaf Schultz
2018-07-11 17:36:33 UTC
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Post by Martin Wohlauer
Post by Herbert Albrecht
Hallo,
nanu, werden diejenigen mit Ortskenntnis sagen, das ist doch keine
Nachricht. Das ist so wie 'Hund beisst Mann'!
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Ein Zeit-Autor hat ja neulich geschrieben, bei Regen würde er das Rad
doch lieber stehen lassen und mit dem Taxi fahren, also habe ich auf
Taxis geachtet. Auch vergebens. Merkwürdig.
Frage: Wie war das sonstige Dosenverkehrsaufkommen?
Heute gings... in HH sind halt seit Ende letzter Woeche Ferien...
gestern war es deutlich merkbar, heute war etwas mehr Blech auf der
Fahrbahn...


Olaf
U***@web.de
2018-07-12 11:56:50 UTC
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Post by Martin Wohlauer
Frage: Wie war das sonstige Dosenverkehrsaufkommen? Bei uns merkt man
schon ganz deutlich am Blechbüchsenstau, wie schlecht das Wetter ist.
Bei einsetzendem Regen hält der erfahrene Kraftfahrer auch deutlich
mehr Längenabstand als zuvor.

Gruß, ULF
Bernhard Kraft
2018-07-11 12:17:44 UTC
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Post by Herbert Albrecht
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Im eigenen PKW?
Einer der Gründe, warum eine eigene Infrastruktur für Radfahrer viel Fläche
kostet. Bei Regen muss die Fahrbahn breiter werden, bei Trockenheit der
Radweg. In Hamburg gibt es doch Richtungsstraßen für den Berufsverkehr. Das
ist schon eine Besonderheit. Wie wäre es mit Schönwetter-Fahrradstraßen?
Überdachte Radwege würden mir aber am besten gefallen.
Herbert Albrecht
2018-07-12 08:05:47 UTC
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Post by Bernhard Kraft
Post by Herbert Albrecht
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Im eigenen PKW?
Auch davon gabs nicht erkennbar mehr als sonst.
Post by Bernhard Kraft
Einer der Gründe, warum eine eigene Infrastruktur für Radfahrer viel Fläche
kostet. Bei Regen muss die Fahrbahn breiter werden, bei Trockenheit der
Radweg.
Ja, genau. Deswegen hat man früher den Radverkehr niedrig priorisiert.
Man musste damals noch, dass Radfahren ein Schönwetterphänomen ist.

In Hamburg gibt es doch Richtungsstraßen für den Berufsverkehr. Das
Post by Bernhard Kraft
ist schon eine Besonderheit.
Na, ja, es gibt seltene Ausnahmen: 1. den Strassenzug
Herbert-Weichmann-Str./Sierichstraße und 2. den zeitgebundenen
Richtungswechsel einer Fahrspur An der Alster.

Wie wäre es mit Schönwetter-Fahrradstraßen?

Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was schönes Wetter ist.
Die einen fahren sogar noch bei Schnee und Eis, solange sie nicht dabei
auf die Nase fallen (BTDT) und andere stellen das Rad im Herbst in den
Keller und holen es erst im Frühling wieder heraus.
Post by Bernhard Kraft
Überdachte Radwege würden mir aber am besten gefallen.
Tolle Idee, aber nicht für Hamburg. Hier bläst der Wind so stark, da
müsstest du auch die Seiten dichtmachen.

Herbert
Wolfgang Strobl
2018-07-12 11:47:00 UTC
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Am Thu, 12 Jul 2018 10:05:47 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was schönes Wetter ist.
Die einen fahren sogar noch bei Schnee und Eis, solange sie nicht dabei
auf die Nase fallen (BTDT) und andere stellen das Rad im Herbst in den
Keller und holen es erst im Frühling wieder heraus.
Hier fahren zur Zeit viele Kabrios mit Saisonkennzeichen herum. Wenn
hier in Bonn der erste Schnee fällt, sind die Straßenbahnen und Busse
gerappelt voll mit Autofahrern, die ihre Fahrzeuge vernünftigerweise
stehen gelassen haben. Autos sind Schönwetterfahrzeuge?
Post by Herbert Albrecht
Post by Bernhard Kraft
Überdachte Radwege würden mir aber am besten gefallen.
Tolle Idee, aber nicht für Hamburg. Hier bläst der Wind so stark, da
müsstest du auch die Seiten dichtmachen.
Es gibt rund ums Radfahren keine Schnapsidee, für die sich nicht irgend
ein Dummkopf mit Helferkomplex oder jemand mit einer Agenda findet, der
sie propagiert. Meist Leute, die weder mit dem, was sie propagieren,
viel Erfahrung haben, noch mit dem, was sie damit ausklammern.

Was mich betrifft, ich bin, sie schon erwähnt, über mehrere Jahrzehnte
hinweg mit dem Rad zur Arbeit gefahren und das nicht im platten Hamburg
im Stadtpark, sondern quer durchs Rheintal und auf einen der örtlichen
Hügel rauf. In der Summe über mehr als ein Jahrzehnt auch im Winter,
auch bei Regen, Eis und Schnee. Aus der Zeit kann ich berichten, daß
erst in solchen Situationen das Fahrrad seine erstaunliche
Gebrauchstauglichkeit auch bei schlechtem Wetter wirklich ausspielen
kann. Ja, man wird manchmal nass. Aber das kann einem auch mit dem Auto
passieren, wenn man nicht bloß von Garage zu Garage fährt.

Wo beim ersten Schneefall regelmäßig an den Steigungen die Busse oder
Lkw querstanden oder völlig überforderte Pkw-Fahrer die Strecke zur
Stoßzeit dichtmachten, woraufhin dann der Verkehr großflächig zum
Erliegen kam, konnte man mit dem Rad ungewohnt ungestört und sehr viel
schneller als mit allen anderen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen.

Die bei naiver oder politisch gefärbter Betrachtung des Fahrrads negativ
erscheinende Reduktion auf das unbedingt Notwendige macht in der
Realität seinen großen Vorteil aus. Es ist anpassungs- und
wandlungsfähig. Wer nur bei Schönwetter fahren will, braucht keine
luftdichte Kabine mit Heizung und Klimaanlage, aber auch keine
Schutzbleche. Zwei Laufräder, ein guter Rahmen und eine auf effizienten
Muskelantrieb optimierte Gruppe reichen, um damit ohne Mühe eine
30km-Runde oder mit etwas mehr Mühe eine 300km-Runde zu drehen.
Spezialisten nehmen etwas breitere Reifen und fahren damit bei jedem
Wetter.

Wer lediglich in Hamburg oder Amsterdam zur Kneipe zwei Straßen weiter
will und nicht laufen und finanziell nichts riskieren mag, nimmt ein
fertig konfektioniertes Hollandrad aus dem nächstgelegenen größeren
Supermarkt, das hält ohne nenneswerte Pflege viele Jahre lang. Wer dabei
eher ein Statussymbol braucht, nimmt ein Cargobike*).

Es gibt ein breites Spektrum an mehr oder weniger spezialisierten
Fahrrädern. Wer genügend Geld und den Platz hat, kauft sich für jeden
Anwendungsfall das genau passende Rad (Rennrad für Tagestouren im
Sommer, MTB für offroad, Reiserad fürs Radwandern, Hollandrad für
Einkaufen und Kneipe, Cargobike für den Kindertransport, Citybike fürs
Alter, Faltrad für die Bahn, Tandem, Liegerad, ...), wer weder Zeit noch
Geld noch Platz hat, kauft sich einen preiswerten Kompromiss, der die
meisten Anwendungsfälle abdeckt. Wieder andere bauen ihre Räder je nach
Bedarf um oder lassen umbauen. Ein Rad für den Sommer, ein anderes für
den Winter. Sieben Fahrräder für vier Familienmitglieder. Oder so.

Der wesentliche Punkt ist nicht, daß man dergl. nicht auch mit Pkw
machen könnte, theoretisch, sondern daß sich das beim Pkw nur Leute im
Einkommensbereich oberhalb saturierter Zahnwälte leisten können bzw. daß
das sehr schnell seine finanziellen oder räumlichen Grenzen findet,
letzteres vor allem in der Stadt. Selbst wenn man einbezieht, in welchem
Umfang der Kfzgebrauch durch die Öffentlichkeit quasi vorfinanziert wird
und Flächen jedweder Art einseitig für den Kfzverkehr vereinnahmt
werden, sie reichen nie. Wenn man Tauben füttert, kommen halt immer
mehr.

Die überwiegende Mehrheit der Autofahrer tut das, was beim Fahrrad nur
eine unter vielen Möglichkeiten ist, es wird ein einziges
Kompromissfahrzeug gekauft und das Transportverhalten dann kompromisslos
daran orientiert. Zwei Drittel aller Haushalte hat nur ein oder gar kein
Auto. Viele Leute geben einen erheblichen Teil ihres Einkommens für
diesen einen Pkw aus, rund die Hälfte verschuldet sich für einen
Neuwagen.

Letzteres erklärt m.E. einen Teil der ideologischen Fixierung auf und
emotionalen Bindung an das Auto, man neigt dazu, Entscheidungen, die
einen umfänglich und für lange Zeit binden, im Nachhinein zu
rationalisieren. Einen entsprechenden Effekt gibt es beim Fahrrad
weniger, es ist eher Gebrauchs- und Verschleißartikel, ähnlich wie eine
Waschmaschine oder ein Schraubendreher. Niemand entwickelt zu seiner
Waschmaschine eine emotionale Beziehung.

TL;DR Einige Leute verlangen in den Medien und anderswo von Radfahrern
eine der Autofixierung entsprechende emotionale Bindung bzw. erheben den
moralischen Zeigefinger, wenn sie bemerken, wenn Radfahrer pragmatisch
handeln. Dies ist eine bizarre Umkehrung des tatsächlichen
Sachverhaltes, für den es den Begriff Projektion gibt. Ein Fahrrad kann
man in die nächste Straßenbahn schieben, wenn einem das aus irgend
welchen Gründen in den Kram passt, wozu auch das Wetter gehören kann.
Dafür hat man sich nicht zu rechtfertigen. Selbst mit einem kleinen
Smart dürfte schon der Versuch auf ziemliche Schwierigkeiten stoßen,
selbst wenn man es sich, etwa bei von Glatteisunfällen verstopften
Straßen, wünschte. Und deswegen macht es niemand. Aus Gründen.


*) Willem R. Boterman (2018): Carrying class and gender: Cargo bikes as
symbolic markers of egalitarian gender roles of urban middle classes in
Dutch inner cities, Social &
Cultural Geography, DOI: 10.1080/14649365.2018.1489975
<https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14649365.2018.1489975>
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
U***@web.de
2018-07-12 12:02:46 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Strobl
Hier fahren zur Zeit viele Kabrios mit Saisonkennzeichen herum. Wenn
hier in Bonn der erste Schnee fällt, sind die Straßenbahnen und Busse
gerappelt voll mit Autofahrern, die ihre Fahrzeuge vernünftigerweise
stehen gelassen haben. Autos sind Schönwetterfahrzeuge?
Teils. Viele haben auch ein geschlossenes Auto mit komplementärem
Saisonkennzeichen.

Gruß, ULF
Wolfgang Strobl
2018-07-12 12:58:01 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Strobl
Hier fahren zur Zeit viele Kabrios mit Saisonkennzeichen herum. Wenn
hier in Bonn der erste Schnee fällt, sind die Straßenbahnen und Busse
gerappelt voll mit Autofahrern, die ihre Fahrzeuge vernünftigerweise
stehen gelassen haben. Autos sind Schönwetterfahrzeuge?
Teils. Viele haben auch ein geschlossenes Auto mit komplementärem
Saisonkennzeichen.
Das sie bei manch widrigen Wetterverhältnissen dann ebenfalls
stehenlassen. So wie andere auch ein Hollandrad und einen Plastikponcho
haben.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Johann Mayerwieser
2018-07-12 15:43:24 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Strobl
Autos sind Schönwetterfahrzeuge?
Am interessantesten wird das Autofahren erst auf Schnee- oder
Eisfahrbahn. Sonst ist es nur Autobewegen.
Herbert Albrecht
2018-07-13 11:31:39 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Strobl
Am Thu, 12 Jul 2018 10:05:47 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was schönes Wetter ist.
Die einen fahren sogar noch bei Schnee und Eis, solange sie nicht dabei
auf die Nase fallen (BTDT) und andere stellen das Rad im Herbst in den
Keller und holen es erst im Frühling wieder heraus.
Hier fahren zur Zeit viele Kabrios mit Saisonkennzeichen herum. Wenn
hier in Bonn der erste Schnee fällt, sind die Straßenbahnen und Busse
gerappelt voll mit Autofahrern, die ihre Fahrzeuge vernünftigerweise
stehen gelassen haben. Autos sind Schönwetterfahrzeuge?
Kabrios in offenem Zustand sind das immer. Die meisten haben ein Dach,
das funktioniert mal besser und mal schlechter. Mein letztes Kabrio
(Audi) hatte sogar ein Hardtop. Das habe ich im Herbst aufsetzen und im
Frühling abnehmen lassen. Damit war es voll wintertauglich.

Meine Erfahrung ist, dass bei extremem Schlechtwetter (Blitzeis,
Tiefschnee), wenn man nicht mehr mit dem Auto vorankommt, der ÖPV auch
nicht mehr fährt. Dann ist wirklich zappenduster.
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Post by Bernhard Kraft
Überdachte Radwege würden mir aber am besten gefallen.
Tolle Idee, aber nicht für Hamburg. Hier bläst der Wind so stark, da
müsstest du auch die Seiten dichtmachen.
Es gibt rund ums Radfahren keine Schnapsidee, für die sich nicht irgend
ein Dummkopf mit Helferkomplex oder jemand mit einer Agenda findet, der
sie propagiert. Meist Leute, die weder mit dem, was sie propagieren,
viel Erfahrung haben, noch mit dem, was sie damit ausklammern.
Ich würde solche regengeschützen Radwege auch nicht im Ernst bauen
wollen. Aber die Idee hat was.
Post by Wolfgang Strobl
Was mich betrifft, ich bin, sie schon erwähnt, über mehrere Jahrzehnte
hinweg mit dem Rad zur Arbeit gefahren und das nicht im platten Hamburg
im Stadtpark,
Da gibts auch keine Arbeitsplätze, höchstens für ein paar Stadtgärtner.
Die fahren lieber mit dem Auto, weil sie eh schon den ganzen Tag
draussen rumzappeln müssen.

sondern quer durchs Rheintal und auf einen der örtlichen
Post by Wolfgang Strobl
Hügel rauf. In der Summe über mehr als ein Jahrzehnt auch im Winter,
auch bei Regen, Eis und Schnee. Aus der Zeit kann ich berichten, daß
erst in solchen Situationen das Fahrrad seine erstaunliche
Gebrauchstauglichkeit auch bei schlechtem Wetter wirklich ausspielen
kann. Ja, man wird manchmal nass. Aber das kann einem auch mit dem Auto
passieren, wenn man nicht bloß von Garage zu Garage fährt.
Genau das ist ein Sache, die viele Autofahrer nicht ausreichend
beachten: Man braucht eine Garage! Nicht irgendwo sondern direkt am oder
im Haus. Ich habe bei der Wohnungswahl immer darauf geachtet, dass sowas
da war. Für das Auto *und* für das Fahrrad.
Post by Wolfgang Strobl
Wo beim ersten Schneefall regelmäßig an den Steigungen die Busse oder
Lkw querstanden oder völlig überforderte Pkw-Fahrer die Strecke zur
Stoßzeit dichtmachten, woraufhin dann der Verkehr großflächig zum
Erliegen kam, konnte man mit dem Rad ungewohnt ungestört und sehr viel
schneller als mit allen anderen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen.
Aber - mal ehrlich - schön waren diese Fahrten doch nicht, oder?

Ich lege sehr viel Wert auf praktische Alltagstauglichkeit. Wenn der Weg
zur Arbeit in Sport ausartet, ist er das nicht.
Post by Wolfgang Strobl
Die bei naiver oder politisch gefärbter Betrachtung des Fahrrads negativ
erscheinende Reduktion auf das unbedingt Notwendige macht in der
Realität seinen großen Vorteil aus. Es ist anpassungs- und
wandlungsfähig. Wer nur bei Schönwetter fahren will, braucht keine
luftdichte Kabine mit Heizung und Klimaanlage, aber auch keine
Schutzbleche. Zwei Laufräder, ein guter Rahmen und eine auf effizienten
Muskelantrieb optimierte Gruppe reichen, um damit ohne Mühe eine
30km-Runde oder mit etwas mehr Mühe eine 300km-Runde zu drehen.
Spezialisten nehmen etwas breitere Reifen und fahren damit bei jedem
Wetter.
Ich will (oder besser: muss) bei jedem Wetter zur Arbeit kommen und auch
andere Tätigkeiten lassen sich nicht beliebig verschieben. Wenn ich z.B.
sage, ok, ich komme zum Doppelkopf, aber nur bei Trockenheit, dann sagen
die anderen drei: Nö, dann lassen wirs besser. Mit einer luftdichten
Kabine mit Heizung und Klimaanlage bin ich viel zuverlässiger vor Ort.
Post by Wolfgang Strobl
Wer lediglich in Hamburg oder Amsterdam zur Kneipe zwei Straßen weiter
will und nicht laufen und finanziell nichts riskieren mag, nimmt ein
fertig konfektioniertes Hollandrad aus dem nächstgelegenen größeren
Supermarkt, das hält ohne nenneswerte Pflege viele Jahre lang. Wer dabei
eher ein Statussymbol braucht, nimmt ein Cargobike*).
Da würde ich eher zu Fuß gehen. Seit ich in der neuen Wohnung wohne,
gehe ich in der Woche fast nur noch zu Fuß. Heute bin ich mal mit dem
Rad zum Büro gefahren, aber der Fußweg dauert so lange, wie das Rad aus
der Tiefgarage zu holen und vor dem Büro einigermassen diebstahlsicher
anzuschließen. Vorteil ist, dass man flexibler ist bei der Wahl der
Kantine mittags und beim Einkaufen am Abend.
Post by Wolfgang Strobl
Es gibt ein breites Spektrum an mehr oder weniger spezialisierten
Fahrrädern. Wer genügend Geld und den Platz hat, kauft sich für jeden
Anwendungsfall das genau passende Rad (Rennrad für Tagestouren im
Sommer, MTB für offroad, Reiserad fürs Radwandern, Hollandrad für
Einkaufen und Kneipe, Cargobike für den Kindertransport, Citybike fürs
Alter, Faltrad für die Bahn, Tandem, Liegerad, ...), wer weder Zeit noch
Geld noch Platz hat, kauft sich einen preiswerten Kompromiss, der die
meisten Anwendungsfälle abdeckt. Wieder andere bauen ihre Räder je nach
Bedarf um oder lassen umbauen. Ein Rad für den Sommer, ein anderes für
den Winter. Sieben Fahrräder für vier Familienmitglieder. Oder so.
Und damit ist der geringere Platzbedarf des Fahrrades schon wieder perdu.
Post by Wolfgang Strobl
Der wesentliche Punkt ist nicht, daß man dergl. nicht auch mit Pkw
machen könnte, theoretisch, sondern daß sich das beim Pkw nur Leute im
Einkommensbereich oberhalb saturierter Zahnwälte leisten können bzw. daß
das sehr schnell seine finanziellen oder räumlichen Grenzen findet,
letzteres vor allem in der Stadt. Selbst wenn man einbezieht, in welchem
Umfang der Kfzgebrauch durch die Öffentlichkeit quasi vorfinanziert wird
und Flächen jedweder Art einseitig für den Kfzverkehr vereinnahmt
werden, sie reichen nie. Wenn man Tauben füttert, kommen halt immer
mehr.
Wir leben in Europa eben immer noch in einer Gesellschaft, die den
Mangel verwaltet und haben uns so daran gewöhnt, dass es uns nicht mehr
auffällt. In Amerika haben auch Leute mit geringen Einkommen oft mehrere
Autos, weil die dort nicht so wie hier mit laufenden Kosten belegt
werden. Die ärmeren Leute dort stellen ihr altes Auto in die Ecke, wenn
sie sich mal ein neues kaufen. Sie werfen es nicht weg, denn das neue
könnte ja mal kaputt gehen und dann kann man immer noch das alte
benutzen. Es kostet ihnen offenbar nichts.

Ich höre gerne WUMB, eine öffentliche Radiostation, die ohne Werbung
auszukommen versucht (nicht deswegen, die Musik gefällt mir) und die
fordern dazu auf, ihnen alte Autos zu spenden! Das würden sie nicht tun,
wenn das nicht tatsächlich ab und zu mal vorkommt. Kannst du dir das bei
uns vorstellen: Jemand, der die laufenden Kosten für einen Dritt- oder
Viertwagen zahlt und ihn nie nutzt? Und dann spontan sagt, na ja, die
Kiste könnte ich auch meinem Radiosender spenden. Steht eh nur rum.

Die von dir angesprochenen Zahnwälte spielen in einer anderen Liga.
Deren Viertwagen ist teurer als alle, die ich bisher gehabt habe, den
würden sie nicht aus einer Laune heraus einem Rundfunksender spenden.
Post by Wolfgang Strobl
Die überwiegende Mehrheit der Autofahrer tut das, was beim Fahrrad nur
eine unter vielen Möglichkeiten ist, es wird ein einziges
Kompromissfahrzeug gekauft und das Transportverhalten dann kompromisslos
daran orientiert. Zwei Drittel aller Haushalte hat nur ein oder gar kein
Auto. Viele Leute geben einen erheblichen Teil ihres Einkommens für
diesen einen Pkw aus, rund die Hälfte verschuldet sich für einen
Neuwagen.
Ja, das sehe ich auch so. Der Kompromiss, der dann aber fast immer
funktioniert, stellt eine wesentlich Erleichterung im Alltag dar und
bezieht daraus seinen Wert.
Post by Wolfgang Strobl
Letzteres erklärt m.E. einen Teil der ideologischen Fixierung auf und
emotionalen Bindung an das Auto, man neigt dazu, Entscheidungen, die
einen umfänglich und für lange Zeit binden, im Nachhinein zu
rationalisieren.
Stimmt - oder man erkennt nachträglich, dass das, was zuerst als
Experiment erschien, eine gute und rationale Entscheidung war.

Einen entsprechenden Effekt gibt es beim Fahrrad
Post by Wolfgang Strobl
weniger, es ist eher Gebrauchs- und Verschleißartikel, ähnlich wie eine
Waschmaschine oder ein Schraubendreher. Niemand entwickelt zu seiner
Waschmaschine eine emotionale Beziehung.
Da bin ich inzwischen nicht so sicher. Über Computer und Mobiltelephone
gibt es mindestens so emotionale Streitereien wie früher mal über Autos.
Vielleicht gibts das auch bei Waschmaschinen.
Post by Wolfgang Strobl
TL;DR Einige Leute verlangen in den Medien und anderswo von Radfahrern
eine der Autofixierung entsprechende emotionale Bindung bzw. erheben den
moralischen Zeigefinger, wenn sie bemerken, wenn Radfahrer pragmatisch
handeln. Dies ist eine bizarre Umkehrung des tatsächlichen
Sachverhaltes, für den es den Begriff Projektion gibt. Ein Fahrrad kann
man in die nächste Straßenbahn schieben, wenn einem das aus irgend
welchen Gründen in den Kram passt, wozu auch das Wetter gehören kann.
Dafür hat man sich nicht zu rechtfertigen.
Das sehen die anderen Passagiere der Strassenbahn vielleicht ganz
anders. Sie sind froh, endlich im Trockenen zu sein und dann kommst du
mit deinem triefenden Plastikpocho und pitschnassem Fahrrad und drängst
dich da rein.

Herbert
U***@web.de
2018-07-13 14:18:46 UTC
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Raw Message
Post by Herbert Albrecht
Meine Erfahrung ist, dass bei extremem Schlechtwetter (Blitzeis,
Tiefschnee), wenn man nicht mehr mit dem Auto vorankommt, der ÖPV auch
nicht mehr fährt. Dann ist wirklich zappenduster.
Hab hier nach mäßigem Neuschnee auch mal eine Stunde abgewartet,
bis ich zur Haltestelle ging. Dort bei recht normalem
Autoverkehr noch eine Stunde, bis die hiesige Mobilitätsstörung
wieder Busse schickte.

Gruß, ULF
Wolfgang Strobl
2018-07-13 21:48:08 UTC
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Raw Message
Am Fri, 13 Jul 2018 13:31:39 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Am Thu, 12 Jul 2018 10:05:47 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was schönes Wetter ist.
Die einen fahren sogar noch bei Schnee und Eis, solange sie nicht dabei
auf die Nase fallen (BTDT) und andere stellen das Rad im Herbst in den
Keller und holen es erst im Frühling wieder heraus.
Hier fahren zur Zeit viele Kabrios mit Saisonkennzeichen herum. Wenn
hier in Bonn der erste Schnee fällt, sind die Straßenbahnen und Busse
gerappelt voll mit Autofahrern, die ihre Fahrzeuge vernünftigerweise
stehen gelassen haben. Autos sind Schönwetterfahrzeuge?
Kabrios in offenem Zustand sind das immer. Die meisten haben ein Dach,
das funktioniert mal besser und mal schlechter. Mein letztes Kabrio
(Audi) hatte sogar ein Hardtop. Das habe ich im Herbst aufsetzen und im
Frühling abnehmen lassen. Damit war es voll wintertauglich.
Was für ein Aufwand. Mein Kombi steht vor der Haustür und wurde in den
letzten rund fünfzehn Jahren i.w. nur im Sommer für die Fahrt in den
Urlaub verwendet. Die Bereifung ist nur für Frühjahr, Sommer und Herbst
geeignet, dafür aber besser als die inzwischen leider üblichen
gewordenen Allwetterreifen, weniger Laufgeräusch, besserer Bremsweg,
weniger Verbrauch. Was man von einem Kabrio hat, habe ich bis heute
nicht verstanden. Wenn ich mir den Wind um die Nase pusten lassen und
von der Natur was sehen will, fahre bzw. fuhr ich Motorrad oder,
vorzugsweise, Fahrrad.
Post by Herbert Albrecht
Meine Erfahrung ist, dass bei extremem Schlechtwetter (Blitzeis,
Tiefschnee), wenn man nicht mehr mit dem Auto vorankommt, der ÖPV auch
nicht mehr fährt. Dann ist wirklich zappenduster.
(Nicht nur) meine Erfahrung ist, wie gesagt, daß man, wenn der
Kfzverkehr witterungsbedingt bereits zusammenbricht, selbst mit einem
nicht dafür besonders ausgelegten Fahrrad noch gut vorankommt. Im
klimatisch recht begünstigten Rheintal ist das nicht nötig, von vielen
Postern hier konnte und kann man aber erfahren, daß mit Spikereifen
selbst Blitzeis nicht wirklich ein Problem ist. Komfortabel ist anders,
aber man kommt voran, wo Kfz schon im Graben liegen.
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Post by Bernhard Kraft
Überdachte Radwege würden mir aber am besten gefallen.
Tolle Idee, aber nicht für Hamburg. Hier bläst der Wind so stark, da
müsstest du auch die Seiten dichtmachen.
Es gibt rund ums Radfahren keine Schnapsidee, für die sich nicht irgend
ein Dummkopf mit Helferkomplex oder jemand mit einer Agenda findet, der
sie propagiert. Meist Leute, die weder mit dem, was sie propagieren,
viel Erfahrung haben, noch mit dem, was sie damit ausklammern.
Ich würde solche regengeschützen Radwege auch nicht im Ernst bauen
wollen. Aber die Idee hat was.
Die meisten Schnapsideen haben was. Wenn man auf so etwas steht.
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Was mich betrifft, ich bin, sie schon erwähnt, über mehrere Jahrzehnte
hinweg mit dem Rad zur Arbeit gefahren und das nicht im platten Hamburg
im Stadtpark,
Da gibts auch keine Arbeitsplätze, höchstens für ein paar Stadtgärtner.
Auf der Rheinbrücke, die ich mit dem Rad gequert habe, gibt es auch
keine Arbeitsplätze, höchstens für ein paar Plakatkleber. Arbeitsplätze
liegen üblicherweise am Ende des Arbeitswegs, nicht auf der Strecke.
Außer man ist Vertreter, Trucker oder so etwas, natürlich.
Post by Herbert Albrecht
Die fahren lieber mit dem Auto, weil sie eh schon den ganzen Tag
draussen rumzappeln müssen.
Vielleicht, kann ich nachvollziehen. Es könnte aber auch andere Gründe
haben. Die Operateure, die zu Großrechnerzeiten bei uns das Papier aus
den Schnelldruckern zu verteilen hatten, wenn sie nicht Fernsehen
schauten, hatten auch immer die dicksten Autos auf dem Parkplatz.
Einer meiner Ärzte macht Patientenbesuche mit dem Kleinwagen, weil das
einen besseren Eindruck macht als der Porsche.
Post by Herbert Albrecht
sondern quer durchs Rheintal und auf einen der örtlichen
Post by Wolfgang Strobl
Hügel rauf. In der Summe über mehr als ein Jahrzehnt auch im Winter,
auch bei Regen, Eis und Schnee. Aus der Zeit kann ich berichten, daß
erst in solchen Situationen das Fahrrad seine erstaunliche
Gebrauchstauglichkeit auch bei schlechtem Wetter wirklich ausspielen
kann. Ja, man wird manchmal nass. Aber das kann einem auch mit dem Auto
passieren, wenn man nicht bloß von Garage zu Garage fährt.
Genau das ist ein Sache, die viele Autofahrer nicht ausreichend
beachten: Man braucht eine Garage! Nicht irgendwo sondern direkt am oder
im Haus. Ich habe bei der Wohnungswahl immer darauf geachtet, dass sowas
da war. Für das Auto *und* für das Fahrrad.
"Das" Fahrrad? Für die Fahrräder vermisse ich sie auch, aber man kann
nicht alles haben. Dafür haben wir uns durch die Standortwahl den Luxus
geleistet, das Auto nicht zu brauchen. Nicht jeder gefällt sich in der
Rolle als Chauffeur seiner Kinder. Ich nicht und meine Frau auch nicht.

Abgesehen davon, eine Garage _im_ Haus wäre für mich ein Ausschlußgrund
beim Hauskauf. Aber das ist ein Thema, das Du besser in eine andere
Gruppe trägst.
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Wo beim ersten Schneefall regelmäßig an den Steigungen die Busse oder
Lkw querstanden oder völlig überforderte Pkw-Fahrer die Strecke zur
Stoßzeit dichtmachten, woraufhin dann der Verkehr großflächig zum
Erliegen kam, konnte man mit dem Rad ungewohnt ungestört und sehr viel
schneller als mit allen anderen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen.
Aber - mal ehrlich - schön waren diese Fahrten doch nicht, oder?
Doch, die zählen zu den schönsten, an die ich mich gerne erinnere. Die
Ruhe, die sich ergibt, wenn der Autoverkehr mal zum Stehen kommt und man
zwar ungewohnt langsam, aber ungestört durch die stille, schneebedeckte
Landschaft fährt, das hat eine ganz eigene Note, insbesondere, wenn das
etwas unerwartet kommt.

Es gibt Wettersituationen, die ziemlich unerträglich sind, ja. Viele
davon sind auch im Auto unerträglich, andere nicht. Regen, Schnee und
Kälte gehören beim Radfahren eher nicht dazu, jedenfalls nicht zwingend.
Post by Herbert Albrecht
Ich lege sehr viel Wert auf praktische Alltagstauglichkeit. Wenn der Weg
zur Arbeit in Sport ausartet, ist er das nicht.
Noch so ein Kalenderspruch, genauer gesagt, zwei davon. Was bitte ist
"praktische Alltagstauglichkeit"? Und warum sollte man es nicht nutzen,
sich den lästigen Weg in den Turnhallenmief des Sportcenters ersparen zu
können, der sonst nötig ist, damit man nicht verfettet, zum adipösen
Diabetiker wird und/oder frühzeitig dem Killer No 1, Herzkreislauf, zum
Opfer fällt? Und was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Ich kombiniere die beiden Plattitüden mal in einer Weise, daß es einen
Sinn ergibt:

Als Ersatz für Sport den Weg zur Arbeit mit einem Rennrad zurücklegen,
_das_ ist praktizierte Alltagstauglichkeit.
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Die bei naiver oder politisch gefärbter Betrachtung des Fahrrads negativ
erscheinende Reduktion auf das unbedingt Notwendige macht in der
Realität seinen großen Vorteil aus. Es ist anpassungs- und
wandlungsfähig. Wer nur bei Schönwetter fahren will, braucht keine
luftdichte Kabine mit Heizung und Klimaanlage, aber auch keine
Schutzbleche. Zwei Laufräder, ein guter Rahmen und eine auf effizienten
Muskelantrieb optimierte Gruppe reichen, um damit ohne Mühe eine
30km-Runde oder mit etwas mehr Mühe eine 300km-Runde zu drehen.
Spezialisten nehmen etwas breitere Reifen und fahren damit bei jedem
Wetter.
Ich will (oder besser: muss) bei jedem Wetter zur Arbeit kommen und auch
andere Tätigkeiten lassen sich nicht beliebig verschieben.
Das hat mit meinem Absatz, unter dem das steht, nahezu nichts zu tun,
denn ich habe im weiteren Zusammenhang ja gerade ausgeführt, dass man
das Fahrrad eben entsprechend den jeweiligen Bedingungen und Zwecken
konfiguriert. Weil man das kann. Aber egal.

Wer muß das nicht, bei jedem Wetter auf Arbeit erscheinen? Aber es gibt
bei Bürojobs Telearbeit, nicht jeder Arbeitgeber ist von vorgestern und
viele Tätigkeiten lassen sich zwar nicht beliebig schieben, aber in
ausreichendem Umfang. Es ist hauptsächlich eine Frage, wie gut die
Arbeit organisiert ist.

Abgesehen davon, ich bin, wie bereits erwähnt, bei jedem Wetter zur
Arbeit gekommen, ohne die üblichen, von Autopendlern in Anspruch
genommenen Spielräume und Ausreden - "musste das Auto zur Inspektion
bringen", "es gab einen Unfall auf der Nordbrücke", "A1 war gesperrt"
verwenden zu können oder zu müssen. Über eine Distanz, die länger ist
als der im Mittel per Auto zurückgelegte Arbeitsweg.

Wer in einer solchen Zwangslage ist, daß er jederzeit ohne Vorwarnung
ins Auto springen und vor Ort Männchen machen muß, hat mein Bedauern.
Wer das nicht tun muß, aber tun möchte, kann das tun, ohne irgendwen
fragen zu müssen, sollte dann aber vermeiden, sich oder anderen einreden
zu wollen, er könne nicht anders, und alle anderen ebenfalls.
Post by Herbert Albrecht
Wenn ich z.B.
sage, ok, ich komme zum Doppelkopf, aber nur bei Trockenheit, dann sagen
die anderen drei: Nö, dann lassen wirs besser.
Erstaunlich. Ich würde mir andere Freunde suchen. Wenn mir jemand
sagt, ich komme demnächst mal mit dem Motorrad zu Besuch, damit fahre
ich aber nicht gerne bei Regen, das ist mir zu gefährlich, dann sage ich
nicht, dann bleib lieber weg.

Aber jeder wie er mag.
Post by Herbert Albrecht
Mit einer luftdichten
Kabine mit Heizung und Klimaanlage bin ich viel zuverlässiger vor Ort.
Post by Wolfgang Strobl
Wer lediglich in Hamburg oder Amsterdam zur Kneipe zwei Straßen weiter
will und nicht laufen und finanziell nichts riskieren mag, nimmt ein
fertig konfektioniertes Hollandrad aus dem nächstgelegenen größeren
Supermarkt, das hält ohne nenneswerte Pflege viele Jahre lang. Wer dabei
eher ein Statussymbol braucht, nimmt ein Cargobike*).
Da würde ich eher zu Fuß gehen. Seit ich in der neuen Wohnung wohne,
gehe ich in der Woche fast nur noch zu Fuß. Heute bin ich mal mit dem
Rad zum Büro gefahren, aber der Fußweg dauert so lange, wie das Rad aus
der Tiefgarage zu holen und vor dem Büro einigermassen diebstahlsicher
anzuschließen. Vorteil ist, dass man flexibler ist bei der Wahl der
Kantine mittags und beim Einkaufen am Abend.
Tja, das Fahrrad als Ersatz fürs Laufen ist von begrenztem Nutzen, außer
man ist fußkrank. Ich will das gar nicht abtun, z.T. fahre ich Rad,
weil ich beim strammen Marschieren mit den Kniegelenken Problem bekomme.

Trotzdem, das Fahrrad spielt i.A. seien Vorzüge erst auf Distanzen
richtig aus, die heutzutage kein Mensch mehr freiwillig zu Fuß
zurücklegt, außer vielleicht als Freizeitvergnügen.
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Es gibt ein breites Spektrum an mehr oder weniger spezialisierten
Fahrrädern. Wer genügend Geld und den Platz hat, kauft sich für jeden
Anwendungsfall das genau passende Rad (Rennrad für Tagestouren im
Sommer, MTB für offroad, Reiserad fürs Radwandern, Hollandrad für
Einkaufen und Kneipe, Cargobike für den Kindertransport, Citybike fürs
Alter, Faltrad für die Bahn, Tandem, Liegerad, ...), wer weder Zeit noch
Geld noch Platz hat, kauft sich einen preiswerten Kompromiss, der die
meisten Anwendungsfälle abdeckt. Wieder andere bauen ihre Räder je nach
Bedarf um oder lassen umbauen. Ein Rad für den Sommer, ein anderes für
den Winter. Sieben Fahrräder für vier Familienmitglieder. Oder so.
Und damit ist der geringere Platzbedarf des Fahrrades schon wieder perdu.
Nicht wirklich. Der Platzbedarf des Fahrrades ist beim Fahren wie beim
Stehen größer, als es aus der Windschutzscheibenperspektive erscheint
(man ihn gerne sehen möchte), aber derart groß wie beim Autos nun doch
wieder nicht. Alle diese sieben Fahrräder, beispielsweise, kann man
einzeln und fallweise in die Straßenbahn schieben, in den Keller tragen,
in den Vorgarten stellen, wettergeschützt und griffbereit im Flur
parken, zwei davon in den Kofferraum des Autos packen, eines ist
verliehen, macht zusammen acht, usw. Den Kombi müsste ich komplett
zerlegen, um ihn überhaupt in den Flur zu bekommen und dann hochkant
stellen, und das ist nur ein Fahrzeug und der Flur ziemlich groß.

Wie gesagt, das Zauberwort ist Flexibilität und Reduktion auf das
jeweils gerade Notwendige.
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Der wesentliche Punkt ist nicht, daß man dergl. nicht auch mit Pkw
machen könnte, theoretisch, sondern daß sich das beim Pkw nur Leute im
Einkommensbereich oberhalb saturierter Zahnwälte leisten können bzw. daß
das sehr schnell seine finanziellen oder räumlichen Grenzen findet,
letzteres vor allem in der Stadt. Selbst wenn man einbezieht, in welchem
Umfang der Kfzgebrauch durch die Öffentlichkeit quasi vorfinanziert wird
und Flächen jedweder Art einseitig für den Kfzverkehr vereinnahmt
werden, sie reichen nie. Wenn man Tauben füttert, kommen halt immer
mehr.
Wir leben in Europa eben immer noch in einer Gesellschaft, die den
Mangel verwaltet
Der Mangel besteht darin, daß nicht jeder eine Flotte von
unterschiedlich dimensionierten Kfz, von Smart über Volvo bis zum Hummer
in seinen zwanzig Garagen im und neben dem Haus stehen hat?

Ich denke, jetzt wird es absurd und wir beenden das lieber. Aber Danke
für das Gespräch.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
U***@web.de
2018-07-14 08:48:16 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Post by Bernhard Kraft
Überdachte Radwege würden mir aber am besten gefallen.
Tolle Idee, aber nicht für Hamburg. Hier bläst der Wind so stark, da
müsstest du auch die Seiten dichtmachen.
Es gibt rund ums Radfahren keine Schnapsidee, für die sich nicht irgend
ein Dummkopf mit Helferkomplex oder jemand mit einer Agenda findet, der
sie propagiert. Meist Leute, die weder mit dem, was sie propagieren,
viel Erfahrung haben, noch mit dem, was sie damit ausklammern.
Ich würde solche regengeschützen Radwege auch nicht im Ernst bauen
wollen. Aber die Idee hat was.
Die meisten Schnapsideen haben was. Wenn man auf so etwas steht.
Bitte, auf Ebene -1, mit äußerst sinnvoller
Brückenlastreduzierungsmaßnahme: https://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Realer-Irrsinn-Sperrma%C3%9Fnahmen-auf-der-S/NDR-Fernsehen/Video?documentId=45563888

Gruß, ULF
Michael Heydenbluth
2018-07-14 15:30:36 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Post by Bernhard Kraft
Überdachte Radwege würden mir aber am besten gefallen.
Tolle Idee, aber nicht für Hamburg. Hier bläst der Wind so stark, da
müsstest du auch die Seiten dichtmachen.
Es gibt rund ums Radfahren keine Schnapsidee, für die sich nicht irgend
ein Dummkopf mit Helferkomplex oder jemand mit einer Agenda findet, der
sie propagiert. Meist Leute, die weder mit dem, was sie propagieren,
viel Erfahrung haben, noch mit dem, was sie damit ausklammern.
Ich würde solche regengeschützen Radwege auch nicht im Ernst bauen
wollen. Aber die Idee hat was.
Die meisten Schnapsideen haben was. Wenn man auf so etwas steht.
Bitte, auf Ebene -1, mit äußerst sinnvoller
Brückenlastreduzierungsmaßnahme: https://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Realer-Irrsinn-Sperrma%C3%9Fnahmen-auf-der-S/NDR-Fernsehen/Video?documentId=45563888
Die vollständige Begründung ist allerdings, daß man Menschenansammlungen
zu besonderen Gelegenheiten, z.B. Silverster o.ä. wenn man von dort
prima was auch immer gucken könnte, unterbinden wollte. Ob sich in der
Vergangenheit dort zu solchen Terminen tatsächlich so viele Menschen
dort versammelten (einige bringen Musik mit, alle tanzen da rum, bringen
die Brücken zum Schwingen....), entzieht sich meiner Kenntnis.

Vorstellen könnte ich es mir immerhin.
Tomas Graser
2018-07-15 15:26:29 UTC
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Raw Message
Post by Michael Heydenbluth
Die vollständige Begründung ist allerdings, daß man Menschenansammlungen
zu besonderen Gelegenheiten, z.B. Silverster o.ä. wenn man von dort
prima was auch immer gucken könnte, unterbinden wollte. Ob sich in der
Vergangenheit dort zu solchen Terminen tatsächlich so viele Menschen
dort versammelten (einige bringen Musik mit, alle tanzen da rum, bringen
die Brücken zum Schwingen....), entzieht sich meiner Kenntnis.
Vorstellen könnte ich es mir immerhin.
Die passende Massnahme zu dieser etwas abwegigen Begründung wäre demnach die
Sperrung zu diesen besonderen Gelegenheiten - statt eine Verkehrsart
dauerhaft zu behindern.

Wolfgang Strobl
2018-07-14 21:11:44 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Post by Bernhard Kraft
Überdachte Radwege würden mir aber am besten gefallen.
Tolle Idee, aber nicht für Hamburg. Hier bläst der Wind so stark, da
müsstest du auch die Seiten dichtmachen.
Es gibt rund ums Radfahren keine Schnapsidee, für die sich nicht irgend
ein Dummkopf mit Helferkomplex oder jemand mit einer Agenda findet, der
sie propagiert. Meist Leute, die weder mit dem, was sie propagieren,
viel Erfahrung haben, noch mit dem, was sie damit ausklammern.
Ich würde solche regengeschützen Radwege auch nicht im Ernst bauen
wollen. Aber die Idee hat was.
Die meisten Schnapsideen haben was. Wenn man auf so etwas steht.
Bitte, auf Ebene -1, mit äußerst sinnvoller
Brückenlastreduzierungsmaßnahme: https://www.ardmediathek.de/tv/extra-3/Realer-Irrsinn-Sperrma%C3%9Fnahmen-auf-der-S/NDR-Fernsehen/Video?documentId=45563888
Danke, das perfekte Beispiel, aufhebenswert.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Martin Gerdes
2018-07-12 17:35:40 UTC
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Raw Message
Post by Herbert Albrecht
Post by Bernhard Kraft
Einer der Gründe, warum eine eigene Infrastruktur für Radfahrer viel Fläche
kostet. Bei Regen muss die Fahrbahn breiter werden, bei Trockenheit der
Radweg.
Ja, genau. Deswegen hat man früher den Radverkehr niedrig priorisiert.
Früher? Ist das denn heute anders?
Post by Herbert Albrecht
Man musste damals noch, dass Radfahren ein Schönwetterphänomen ist.
Man mußtmaßte?
Post by Herbert Albrecht
Wie wäre es mit Schönwetter-Fahrradstraßen?
Es gibt sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was schönes Wetter ist.
... was zum Fahrradfahren geeignetes Wetter ist.
Post by Herbert Albrecht
Die einen fahren sogar noch bei Schnee und Eis, solange sie nicht dabei
auf die Nase fallen (BTDT) und andere stellen das Rad im Herbst in den
Keller und holen es erst im Frühling wieder heraus.
Der Alltagsradfahrer hat meist nicht die Wahl, sich das Wetter
auszusuchen. Wer zur Arbeit muß und dafür nur das Fahrrad zur Verfügung
hat, kann allenfalls in Extremfällen auf andere Verkehrsmittel
umsteigen. Der Schwellenwert dafür ist jedenfalls hoch.

Bei trockenem Frost kann man gut fahren; Glatteis ist natürlich blöd
(wenn man keine Spikes hat).
Herbert Albrecht
2018-07-13 10:30:36 UTC
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Raw Message
Post by Martin Gerdes
Post by Herbert Albrecht
Post by Bernhard Kraft
Einer der Gründe, warum eine eigene Infrastruktur für Radfahrer viel Fläche
kostet. Bei Regen muss die Fahrbahn breiter werden, bei Trockenheit der
Radweg.
Ja, genau. Deswegen hat man früher den Radverkehr niedrig priorisiert.
Früher? Ist das denn heute anders?
Post by Herbert Albrecht
Man musste damals noch, dass Radfahren ein Schönwetterphänomen ist.
Man mußtmaßte?
Sorry, Tippfehler: es sollte 'wusste' heißen.

Herbert
Wolfgang Strobl
2018-07-11 17:32:55 UTC
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Raw Message
Am Wed, 11 Jul 2018 10:18:28 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Hallo,
nanu, werden diejenigen mit Ortskenntnis sagen, das ist doch keine
Nachricht. Das ist so wie 'Hund beisst Mann'!
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Das kann ich aus eigener Erfahrung aus langjähriger Fahrt zur Arbeit zum
Teil beantworten. Radfahrer sind anders als traurige Gestalten im Auto
zwar wetterabhängig, aber schlau, die haben herausgefunden, daß es
Wetterberichte, Regenradar und andere moderne Erfindungen gibt. Mit
der Zeit entwickelt man ein recht gutes Gespür, wann sich das Abpassen
einer Lücke lohnt und es braucht im Mittel auch nicht viel mehr Zeit,
als das Herumstehen mit dem Auto im Stau, weil man es ja sooo eilig hat.
Post by Herbert Albrecht
Ein Zeit-Autor hat ja neulich geschrieben, bei Regen würde er das Rad
doch lieber stehen lassen und mit dem Taxi fahren, also habe ich auf
Taxis geachtet. Auch vergebens. Merkwürdig.
Tja. Wer an seinen Vorurteilen hängt, pflegt sie. Und die wenigsten
Radfahrer dürften Lust haben, ihre Wege nicht zu optimieren, bloß damit
sich dieser oder jener dann das nächste pflegebedürftige Vorurteil
sucht.
--
Thank you for observing all safety precautions
Herbert Albrecht
2018-07-12 08:17:00 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Strobl
Am Wed, 11 Jul 2018 10:18:28 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Hallo,
nanu, werden diejenigen mit Ortskenntnis sagen, das ist doch keine
Nachricht. Das ist so wie 'Hund beisst Mann'!
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Das kann ich aus eigener Erfahrung aus langjähriger Fahrt zur Arbeit zum
Teil beantworten. Radfahrer sind anders als traurige Gestalten im Auto
zwar wetterabhängig, aber schlau, die haben herausgefunden, daß es
Wetterberichte, Regenradar und andere moderne Erfindungen gibt.
Damit habe ich jahrelang intensiv herumexperimentiert...

Mit
Post by Wolfgang Strobl
der Zeit entwickelt man ein recht gutes Gespür, wann sich das Abpassen
einer Lücke lohnt und es braucht im Mittel auch nicht viel mehr Zeit,
als das Herumstehen mit dem Auto im Stau, weil man es ja sooo eilig hat.
und bin dabei immer wieder mal total hereingefallen. Im langjährigen
statistischen Durchschnitt musste ich morgens etwa zweimal pro Jahr auf
dem Weg zur Arbeit umkehren und mich zu Hause total umziehen, weil der
Regen eben nicht 'gleich aufhört (da hinten wirds schon hell)' sondern
ganz im Gegenteil...
Und abends auf dem Rückweg musste ich es genauso oft durch den
strömenden Regen schieben, damit es morgen früh vor Ort ist.
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Ein Zeit-Autor hat ja neulich geschrieben, bei Regen würde er das Rad
doch lieber stehen lassen und mit dem Taxi fahren, also habe ich auf
Taxis geachtet. Auch vergebens. Merkwürdig.
Tja. Wer an seinen Vorurteilen hängt, pflegt sie.
Hmm, dieses Vorurteil könnte sein, dass ich ZEIT-Autoren generell für
sehr gut bezahlt halte, so gut, dass Taxifahrten für um 50 Euro immer gehen.

Herbert
Wolfgang Strobl
2018-07-12 12:52:05 UTC
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Raw Message
Am Thu, 12 Jul 2018 10:17:00 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Am Wed, 11 Jul 2018 10:18:28 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Das kann ich aus eigener Erfahrung aus langjähriger Fahrt zur Arbeit zum
Teil beantworten. Radfahrer sind anders als traurige Gestalten im Auto
zwar wetterabhängig, aber schlau, die haben herausgefunden, daß es
Wetterberichte, Regenradar und andere moderne Erfindungen gibt.
Damit habe ich jahrelang intensiv herumexperimentiert...
Die Erfolglosigkeit hätte dafür gesprochen, die Methodik des
Experimentieres zu ändern. Worin bestand sie denn eigentlich?
Post by Herbert Albrecht
Mit
Post by Wolfgang Strobl
der Zeit entwickelt man ein recht gutes Gespür, wann sich das Abpassen
einer Lücke lohnt und es braucht im Mittel auch nicht viel mehr Zeit,
als das Herumstehen mit dem Auto im Stau, weil man es ja sooo eilig hat.
und bin dabei immer wieder mal total hereingefallen.
Immer wieder mal total hereingefallen bin ich auch mit dem Motorrad, dem
Auto oder mit Bussen und Bahnen. Mal fällt eine Bahn aus, mal sind die
Schranken zu - das Rad hätte man durch die Unterführung getragen oder
geschoben -, mal ist überfrierende Nässe und die Straßen sind dicht. Da
ist man, wenn man sich wg. Termin kurzfristig eine Alternative suchen
muß, schneller kletschnass, als einem lieb ist. Und ist dann froh, daß
man im Büro noch eine zweite Garnitur Kleidung hat, die da im Schrank
hängt, weil man zu Beginn der Arbeit eh umzieht, wenn man mit dem Rad
kommt.

Ich glaube, das ist zum Teil selektive Wahrnehmung. Ja, man entwickelt,
wenn man längere Strecken schnell mit dem Rad zurücklegt, mit der Zeit
eine gewisse Robustheit, was Wetterverhältnisse angeht. Und man achtet
mehr drauf. Das erklärt aber nichts.

Wenn Leute, die gern zelten oder wandern gehen und sich dabei alle
möglichen Unbilden der Witterung freiwillig zumuten, die ich mir nie
antun würde, sich bei dem Thema Wetterfestigkeit beim Radfahren prompt
zu Mimosen und Zuckerpuppen entwickeln, die schon beim kleinsten
Regentropfen aus der Form gehen, dann finde ich das bizzar. Genau so
übrigens wie Bekannte, die mit Unverständnis reagierten, wenn man bei
leichtem Nieselregen von der Arbeit kam ("... könnte ich niiieee!") und
man sich an den Spruch von der Woche zuvor erinnert ("Nein, bin schon
mit dem Auto da, keinen Parkplatz in der Nähe gefunden, Schirm vergessen
und vom Wolkenbruch überrascht worden").
Post by Herbert Albrecht
Im langjährigen
statistischen Durchschnitt musste ich morgens etwa zweimal pro Jahr auf
dem Weg zur Arbeit umkehren und mich zu Hause total umziehen, weil der
Regen eben nicht 'gleich aufhört (da hinten wirds schon hell)' sondern
ganz im Gegenteil...
Dafür gibt es mehrere Lösungen, bei denen jeder für sich selber wissen
muss, was geht und was er anstrebt. Ich für meinen Teil habe meine
Arbeit und Fahrt zur Arbeit lange Jahre so organisiert, daß ich an
praktisch jedem Arbeitstag mit dem Rad zur Arbeit fahren konnte und das
auch so praktiziert habe. Das lief im konkreten Fall auf
Funktionskleidung und Kleidung wechseln heraus.

Ich kenne Kollegen, Freunde und Bekannte, die die Fazilitäten ihres
Unternehmens nutzen, um vor oder nach der Arbeit Sport zu treiben, auch
schweißtreibenden wie etwa Joggen. Bei denen fragt niemand "geht denn
das, Schwitzen, Anstrengung, ohgottogott". Beim Radfahren ist die
Situation nicht viel anders, es kann mit Anstrengung und Nässe
einhergehen. Nur ist damit halt auch ein erheblicher direkter
praktischer Nutzen verbunden, und nicht nur der gesundheitliche oder
Spaßaspekt. Jedenfalls fördern es viele Unternehmen, wenn ihre
Mitarbeiter sich sportlich betätigen, manche haben zu diesem Zwecke
(oder aus betrieblichen Gründen) auch Duschen und Umkleideräume.

Wenn das nicht geht, kann man, vor allem in der Ebene, auch
wettergeschützt fahren. Eine Weile, an einem anderen Arbeitsplatz, bin
ich in der Ebene, entlang einer Bahntrasse und nur gut sechs Kilometer
gefahren, eher langsam. Mit einem ordentlichen Plastikponcho (ich hatte
einen Jeantex Regenponcho) und auf einem Hollandrad wird man da weder
von innen noch von außen naß. Wer langjährig zweimal im Jahr in der
Hoffnung, daß der Regen "gleich aufhört", ohne so einen Poncho in der
Packtasche losfährt und dann so klettschnass wird, daß er umkehren muß,
macht mehr als nur eine Sache falsch.

Heutige Wetterberichte erlauben einem eine lokale Wettervorhersage incl.
einer Zuverlässigkeitsabschätzung, mit der man Lücken recht gut
ausnutzen und unerwarteten Regen praktisch ausschließen kann. Je nach
persönlicher Präferenz kann man das entweder dazu nutzen, sich
entsprechender Kleidung zu bedienen, oder für die Fälle unvermeidbaren
Regens dann halt rechtzeitig das Verkehrsmittel zu wechseln.
Post by Herbert Albrecht
Und abends auf dem Rückweg musste ich es genauso oft durch den
strömenden Regen schieben, damit es morgen früh vor Ort ist.
Verstehe ich nicht. Warum schieben, wenn man fahren kann?
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Ein Zeit-Autor hat ja neulich geschrieben, bei Regen würde er das Rad
doch lieber stehen lassen und mit dem Taxi fahren, also habe ich auf
Taxis geachtet. Auch vergebens. Merkwürdig.
Tja. Wer an seinen Vorurteilen hängt, pflegt sie.
Hmm, dieses Vorurteil könnte sein, dass ich ZEIT-Autoren generell für
sehr gut bezahlt halte, so gut, dass Taxifahrten für um 50 Euro immer gehen.
Das war anders gemeint, aber egal.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Herbert Albrecht
2018-07-13 12:07:22 UTC
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Permalink
Raw Message
Post by Wolfgang Strobl
Am Thu, 12 Jul 2018 10:17:00 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Post by Wolfgang Strobl
Am Wed, 11 Jul 2018 10:18:28 +0200 schrieb Herbert Albrecht
Post by Herbert Albrecht
Interessant sind die Folgen: Während ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Das kann ich aus eigener Erfahrung aus langjähriger Fahrt zur Arbeit zum
Teil beantworten. Radfahrer sind anders als traurige Gestalten im Auto
zwar wetterabhängig, aber schlau, die haben herausgefunden, daß es
Wetterberichte, Regenradar und andere moderne Erfindungen gibt.
Damit habe ich jahrelang intensiv herumexperimentiert...
Die Erfolglosigkeit hätte dafür gesprochen, die Methodik des
Experimentieres zu ändern. Worin bestand sie denn eigentlich?
Zu Anfang gabs nur den Wetterbericht im Radio. Zusätzlich habe ich
rausgeguckt, wo ist die nächste Regenwolke, woher weht der Wind, wohin
will ich fahren?

Die Wetterberichte wurden langsam etwas besser und dazu kam mit den
Privatsendern und später mit den Internetwetterdiensten eine bessere
Regionalisierung.

Die Ergebnisse waren recht brauchbar und ergaben für mich, dass ich
ungefähr an 2/3 der Tage mit dem Rad losgefahren bin. Dass ich dabei 1-2
mal pro Jahr so bös vom Regen überrascht wurde, dass ich die Fahrt
abbrechen musste oder total nass ankam, hatte ich lange Zeit toleriert.
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Mit
Post by Wolfgang Strobl
der Zeit entwickelt man ein recht gutes Gespür, wann sich das Abpassen
einer Lücke lohnt und es braucht im Mittel auch nicht viel mehr Zeit,
als das Herumstehen mit dem Auto im Stau, weil man es ja sooo eilig hat.
und bin dabei immer wieder mal total hereingefallen.
Immer wieder mal total hereingefallen bin ich auch mit dem Motorrad, dem
Auto oder mit Bussen und Bahnen. Mal fällt eine Bahn aus, mal sind die
Schranken zu - das Rad hätte man durch die Unterführung getragen oder
geschoben -, mal ist überfrierende Nässe und die Straßen sind dicht. Da
ist man, wenn man sich wg. Termin kurzfristig eine Alternative suchen
muß, schneller kletschnass, als einem lieb ist. Und ist dann froh, daß
man im Büro noch eine zweite Garnitur Kleidung hat, die da im Schrank
hängt, weil man zu Beginn der Arbeit eh umzieht, wenn man mit dem Rad
kommt.
Wenn das erforderlich wird, dann ist das Verkehrsmittel für mich nicht
mehr alltagstauglich.
Post by Wolfgang Strobl
Ich glaube, das ist zum Teil selektive Wahrnehmung. Ja, man entwickelt,
wenn man längere Strecken schnell mit dem Rad zurücklegt, mit der Zeit
eine gewisse Robustheit, was Wetterverhältnisse angeht. Und man achtet
mehr drauf. Das erklärt aber nichts.
Wenn Leute, die gern zelten oder wandern gehen und sich dabei alle
möglichen Unbilden der Witterung freiwillig zumuten, die ich mir nie
antun würde, sich bei dem Thema Wetterfestigkeit beim Radfahren prompt
zu Mimosen und Zuckerpuppen entwickeln, die schon beim kleinsten
Regentropfen aus der Form gehen, dann finde ich das bizzar.
Richtig, zelten und wandern kommt auch für mich nicht in die Tüte. Egal,
ob vorher oder nachher Rad gefahren wird oder nicht.

Genau so
Post by Wolfgang Strobl
übrigens wie Bekannte, die mit Unverständnis reagierten, wenn man bei
leichtem Nieselregen von der Arbeit kam ("... könnte ich niiieee!") und
man sich an den Spruch von der Woche zuvor erinnert ("Nein, bin schon
mit dem Auto da, keinen Parkplatz in der Nähe gefunden, Schirm vergessen
und vom Wolkenbruch überrascht worden").
Parkplätze irgendwo suchen zu müssen, vermeide ich wenn möglich, es ist
(leider) nicht mehr alltagtauglich.
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Im langjährigen
statistischen Durchschnitt musste ich morgens etwa zweimal pro Jahr auf
dem Weg zur Arbeit umkehren und mich zu Hause total umziehen, weil der
Regen eben nicht 'gleich aufhört (da hinten wirds schon hell)' sondern
ganz im Gegenteil...
Dafür gibt es mehrere Lösungen, bei denen jeder für sich selber wissen
muss, was geht und was er anstrebt. Ich für meinen Teil habe meine
Arbeit und Fahrt zur Arbeit lange Jahre so organisiert, daß ich an
praktisch jedem Arbeitstag mit dem Rad zur Arbeit fahren konnte und das
auch so praktiziert habe. Das lief im konkreten Fall auf
Funktionskleidung und Kleidung wechseln heraus.
Für mich hat 20 Jahre der Wechsel 1/3 Auto und 2/3 Fahrrad gut
funktioniert. ÖPV habe ich selbstverständlich auch ausprobiert, aber
damit war ich viel länger unterwegs. War also nicht alltagstauglich.
Post by Wolfgang Strobl
Ich kenne Kollegen, Freunde und Bekannte, die die Fazilitäten ihres
Unternehmens nutzen, um vor oder nach der Arbeit Sport zu treiben, auch
schweißtreibenden wie etwa Joggen. Bei denen fragt niemand "geht denn
das, Schwitzen, Anstrengung, ohgottogott".
Ich jogge auch, auch bei Schnee und Regen. Dafür habe ich passende
Kleidung und - ganz wichtig - nachher gehe ich eh duschen.

Beim Radfahren ist die
Post by Wolfgang Strobl
Situation nicht viel anders, es kann mit Anstrengung und Nässe
einhergehen. Nur ist damit halt auch ein erheblicher direkter
praktischer Nutzen verbunden, und nicht nur der gesundheitliche oder
Spaßaspekt. Jedenfalls fördern es viele Unternehmen, wenn ihre
Mitarbeiter sich sportlich betätigen, manche haben zu diesem Zwecke
(oder aus betrieblichen Gründen) auch Duschen und Umkleideräume.
Haben wir auch, im Fachbereich Bewegungswissenschaften, das ist ein
Stückchen weg von meinem Arbeitsplatz. Ich habe dort lange Jahre Tennis
gespielt. Die Tennisplätze gibt es nicht mehr, dort steht jetzt ein
chinesisches Teehaus. Manchmal, wenn ich keine Zeit habe um lange
Strecken durch die Stadt zu joggen, laufe ich dort ein paar Runden.
Post by Wolfgang Strobl
Wenn das nicht geht, kann man, vor allem in der Ebene, auch
wettergeschützt fahren. Eine Weile, an einem anderen Arbeitsplatz, bin
ich in der Ebene, entlang einer Bahntrasse und nur gut sechs Kilometer
gefahren, eher langsam. Mit einem ordentlichen Plastikponcho (ich hatte
einen Jeantex Regenponcho) und auf einem Hollandrad wird man da weder
von innen noch von außen naß. Wer langjährig zweimal im Jahr in der
Hoffnung, daß der Regen "gleich aufhört", ohne so einen Poncho in der
Packtasche losfährt und dann so klettschnass wird, daß er umkehren muß,
macht mehr als nur eine Sache falsch.
So etwas habe ich mir mal von einer Kollegin geliehen. Von oben hielt er
dicht, aber Hosenbeine und Schuhe wurden durch Spritzwasser nass und
schmutzig. Was habe ich falsch gemacht?
Post by Wolfgang Strobl
Heutige Wetterberichte erlauben einem eine lokale Wettervorhersage incl.
einer Zuverlässigkeitsabschätzung, mit der man Lücken recht gut
ausnutzen und unerwarteten Regen praktisch ausschließen kann. Je nach
persönlicher Präferenz kann man das entweder dazu nutzen, sich
entsprechender Kleidung zu bedienen, oder für die Fälle unvermeidbaren
Regens dann halt rechtzeitig das Verkehrsmittel zu wechseln.
Bei Tiefdruck und kaltem Wind kann man recht gut abschätzen, wann die
Regenwolken wo sind. Bei warmem Hochdruckwetter überrascht mich immer
wieder eine Gewitterwolke an unvorhergeseher Stelle.
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Und abends auf dem Rückweg musste ich es genauso oft durch den
strömenden Regen schieben, damit es morgen früh vor Ort ist.
Verstehe ich nicht. Warum schieben, wenn man fahren kann?
Das war meistens bei Dunkelheit. Die Regentropfen auf der Brille und die
Reflektionen der viele Lichter machte es schwer, dunkle
Menschen/Tiere/Sensationen rechtzeitig zu bemerken.

Herbert
U***@web.de
2018-07-13 14:15:49 UTC
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Raw Message
Post by Wolfgang Strobl
Post by Herbert Albrecht
Und abends auf dem Rückweg musste ich es genauso oft durch den
strömenden Regen schieben, damit es morgen früh vor Ort ist.
Verstehe ich nicht. Warum schieben, wenn man fahren kann?
Bei extremem oder stückig werdendem Regen will man nicht fahren
müssen.
Hans CraueI
2018-07-11 23:41:14 UTC
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Raw Message
Herbert Albrecht schrieb
Interessant sind die Folgen: WÀhrend ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Hier hat es auch just in dem Moment, in dem ich von der Arbeit
losfahren wollte, begonnen zu regnen. Habe ich halt noch etwas
abgewartet, ich hatte ohnehin noch zu tun. Etwa eine halbe Stunde,
und dann war es auch schon wieder einigermassen trocken. Auf dem
Weg habe ich sogar etwas mehr Fahrraeder beobachtet als sonst;
war vielleicht ein Haeufungseffekt.
Allerdings gab es spuerbar weniger Autoverkehr. Hier und da
konnte man noch eine solche erbaermliche Kreatur im Auto
beobachten, doch wo sind die anderen alle?

Hans
Herbert Albrecht
2018-07-12 08:28:32 UTC
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Raw Message
Post by Hans CraueI
Herbert Albrecht schrieb
Interessant sind die Folgen: WÀhrend ich bisher auf dem kurzen Weg zur
Arbeit so zwischen 10 und 20 Radfahrer beobachtete (und ich meistens
mittendrin) sah ich heute nur noch eine traurige Gestalt auf einem
Fahrrad. Wo sind die alle hin?
Hier hat es auch just in dem Moment, in dem ich von der Arbeit
losfahren wollte, begonnen zu regnen. Habe ich halt noch etwas
abgewartet, ich hatte ohnehin noch zu tun. Etwa eine halbe Stunde,
und dann war es auch schon wieder einigermassen trocken. Auf dem
Weg habe ich sogar etwas mehr Fahrraeder beobachtet als sonst;
war vielleicht ein Haeufungseffekt.
Abends geht das oft so und ich habe es auch so gemacht. Dabei sollten
wir aber bedenken, dass wir mit unserer gleitenden Arbeitszeit einen
Vorteil haben, der nicht für alle gilt. Mit festen Arbeitszeiten kannst
du im Büro zwar weiterarbeiten, wirst aber nicht dafür bezahlt. Hmm,
nicht so schlau, oder?

Wenn du im Schichtdienst bist, geht nicht mal das, denn da steht oder
sitzt ja nun ein Kollege an deinem Arbeitsplatz.

Anders ist es am Morgen. Für mich gilt - wie für fast alle gleitenden
Arbeitszeiten - eine Kernzeit, die beginnt um 9 Uhr. Wenn ich beim
Frühstück sehe, dass es regnet, kann ich nicht einfach eine halbe Stunde
warten, obs vielleich aufhört, weil ich dann gegen meinen Arbeitsvertrag
verstoße. Das sollte man aus juristisch/formalen Gründen vermeiden.

Und dann gibts oft Termine, die einzuhalten sind. Wenn ich meinen
Kollegen sage, ich komme nur bei Sonnenschein zur Besprechung, gucken
die sicher ziemlich genervt.
Post by Hans CraueI
Allerdings gab es spuerbar weniger Autoverkehr. Hier und da
konnte man noch eine solche erbaermliche Kreatur im Auto
beobachten, doch wo sind die anderen alle?
Ich vermute, sie sind im Urlaub. Sobald die Schulferien beginnen, fühlt
sich Hamburg halbleer an.

Herbert
Hans CraueI
2018-07-12 21:30:59 UTC
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Raw Message
Herbert Albrecht schrieb
[bei Regen Fahrtantritt verschieben]
Post by Herbert Albrecht
Abends geht das oft so und ich habe es auch so gemacht.
Es geht nicht, wenn man Termine einhalten muss.
Post by Herbert Albrecht
Anders ist es am Morgen. FÃŒr mich gilt - wie fÃŒr fast alle gleitenden
Arbeitszeiten - eine Kernzeit, die beginnt um 9 Uhr.
Das ist dann halt so ein Termin.
Muss man halt durch den Regen fahren und eine andere Strategie
verwenden. Etwa: Wechselkleidung und Handtuch im Buero. Oder
eben diese zum Termin mitnehmen. Ortlieb rulez, Hemd und Hose
passen da leicht rein.

Man muss ggf. frueher losfahren, aber das ist keineswegs
fahrradtypisch. Fahrtplanung muss immer die jeweiligen Bedingungen
einbeziehen, die Wetterbedingungen sind nur ein Aspekt. Gilt fuer
alle Verkehrsmittel. Beim Fahrrad steht man dahingehend insoweit
gut da, dass u.a. Stau-Unwaegbarkeiten weitgehend entfallen.
Lieber rechtzeitig eintreffen, auch wenn man dabei nass geworden
ist, als trocken im Stau haengenbleiben.

Es geht trotzdem immer wieder mal was schief. Meiner Erfahrung
nach ist die Ausfallquote bei Fahrradnutzung jedoch eher etwas
niedriger als bei anderen Verkehrsmitteln.

Hans
L***@web.de
2018-07-14 16:31:22 UTC
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Raw Message
Post by Hans CraueI
Herbert Albrecht schrieb
[bei Regen Fahrtantritt verschieben]
Post by Herbert Albrecht
Abends geht das oft so und ich habe es auch so gemacht.
Es geht trotzdem immer wieder mal was schief. Meiner Erfahrung
nach ist die Ausfallquote bei Fahrradnutzung jedoch eher etwas
niedriger als bei anderen Verkehrsmitteln.
Wenn man auf dem Weg nach hause ist, ist es eine Sache der Gewöhnung im Regen
zu fahren. Der Mensch ist nicht aus Salz und Zucker und solange es nicht wirklich massive schüttet, gehts.

Nicht überall hat man die eine Umkleidemöglichkeit und da wirds schwieriger
(aber nicht unmöglich).

Bei mittleren Regen bin ich sagar schon einge Male schneller als normal
unterwegs gewesen (Grund: Ausfall von Ampeln wegen Regen und Wind,
keine Fußgänger, weniger Autofahrer, ...). Erstaunlich wie verlassen eine
Stadt bei ein bischen Regen sein kann. Leider gibt es einige Städte wo bei ein
bischen Regen quer über den Straßen ganze Baumstämme und Äste liegen.
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