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Getunte E-Bikes machen zunehmend Radwege unsicher
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thomas ferrer
2018-05-01 20:23:39 UTC
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Mit dem Tuning von E-Bikes lassen sich die meist auf Tempo 25
gedrosselten Elektromotoren überlisten und das Rad fährt flotter.
Experten warnen vor den Gefahren. Aber kann die Polizei frisierte
E-Bikes bereits erkennen?

"Ich halte das für unsere Infrastruktur für absolut gefährlich, so
etwas zu tun", sagt die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht
Niedersachsen, Cornelia Zieseniß. "Andere rechnen nicht damit, dass da
jemand auf dem Radweg ankommt, der fast so schnell ist wie ein Auto."
Da es verlässliche Zahlen zu getunten E-Bikes und Pedelecs bislang
nicht gibt, halten sich der ADAC und der Fahrrad-Club ADFC mit einer
Bewertung des Phänomens noch zurück. "Wir halten E-Bikes schon ungetunt
für relativ gefährlich", sagt die Sprecherin des ADAC
Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Christine Rettig. Die meist ältere
Zielgruppe sei auf den Rädern oft nicht sicher unterwegs.

"Der Punkt ist, dass das Tuning gewaltige Dunkelziffern hat und die
Polizei das nicht erfasst", sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann,
der die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin leitet. "Die
Bausätze sind im Internet rege angefragt." Wenn die Räder mit extra
Schub unterwegs seien, drohten Kollisionen mit anderen Radfahrern und
Fußgängern. Wenn der E-Biker dann nicht versichert sei, sei dies eine
schlechte Nachricht für das Unfallopfer.

Deutschlandweit sind derzeit rund 3,5 Millionen Elektro-Fahrräder
unterwegs, sagt der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands
(ZIV), Siegfried Neuberger. Wie viele davon frisiert seien, dazu gebe
es keine Zahlen. Der Verband gehe aber von einem ernstzunehmenden
Problem aus. "Wir beobachten das mit einer gewissen Sorge", sagt
Neuberger. Die Manipulationen seien illegal, durch sie werde aus einem
Fahrrad ein Kraftfahrzeug. Auch seien die Bremsen und Gabeln der
Fahrräder nicht auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Getunte-E-Bikes-machen-zunehmend-Radwege-unsicher-4038167.html



Eine

gewisse Mordlust kann man diesen kriminellen Radwegrasern nicht absprechen.

th.
Ralph Aichinger
2018-05-02 06:03:16 UTC
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Post by thomas ferrer
Eine
gewisse Mordlust kann man diesen kriminellen Radwegrasern nicht absprechen.
Blödsinn. Sie machen bloß auch Außenstehenden klar, daß Radwege für
Geschwindigkeiten die man auch am unmotorisierten Rad leicht erreichen
könnte meist völlig ungeeignet sind.

Ich könnte mir vorstellen, daß aus der Diskussion sogar was gutes
rauskommt (daß schnellere Radfahrer auf der Fahrbahn stärker
akzeptiert werden oder man Radwege zumindest eine Spur weniger
bescheuert baut).

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Chr. Maercker
2018-05-02 10:48:21 UTC
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Raw Message
Post by Ralph Aichinger
Sie machen bloß auch Außenstehenden klar, daß Radwege für
Geschwindigkeiten die man auch am unmotorisierten Rad leicht erreichen
könnte meist völlig ungeeignet sind.
FULL ACK.
Post by Ralph Aichinger
Ich könnte mir vorstellen, daß aus der Diskussion sogar was gutes
rauskommt (daß schnellere Radfahrer auf der Fahrbahn stärker
akzeptiert werden oder man Radwege zumindest eine Spur weniger
bescheuert baut).
Das wäre das optimistische Szenario. Indes sehe ich Pedelecs genau wie
Fahrräder gelegentlich auf Gehwegen rumgurken. Am ehesten könnte das
Dilemma zu mehr Streifchen führen.
--
CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Chr. Maercker
2018-05-02 10:45:35 UTC
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Post by thomas ferrer
Mit dem Tuning von E-Bikes lassen sich die meist auf Tempo 25
gedrosselten Elektromotoren überlisten und das Rad fährt flotter.
Das sowas passieren wird, ist seit langem absehbar.
Post by thomas ferrer
Experten warnen vor den Gefahren. Aber kann die Polizei frisierte
E-Bikes bereits erkennen?
z.B. durch Tempomessungen?
Post by thomas ferrer
"Ich halte das für unsere Infrastruktur für absolut gefährlich, so etwas
zu tun", sagt die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht
Niedersachsen, Cornelia Zieseniß. "Andere rechnen nicht damit, dass da
jemand auf dem Radweg ankommt, der fast so schnell ist wie ein Auto."
Das ist seltenst eine Frage des Antriebs. Auf fast allen real
existierenden "Radwegen" sind mehr als 15 km/h unangepasste
Geschwindigkeit, wegen Un-Zustands und abenteuerlicher Führung.
Konzipiert sind sie gar nur für 12 km/h, O-Ton Stadtplanungsamt Magdeburg.
Post by thomas ferrer
es verlässliche Zahlen zu getunten E-Bikes und Pedelecs bislang nicht
gibt, halten sich der ADAC und der Fahrrad-Club ADFC mit einer Bewertung
des Phänomens noch zurück. "Wir halten E-Bikes schon ungetunt für
relativ gefährlich", sagt die Sprecherin des ADAC
Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Christine Rettig. Die meist ältere
Zielgruppe sei auf den Rädern oft nicht sicher unterwegs.
Würde man dieser Ziegruppe gleiches unterstellen, wenn sie Moppeds fahren?
Post by thomas ferrer
"Der Punkt ist, dass das Tuning gewaltige Dunkelziffern hat und die
Polizei das nicht erfasst", sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann, der
die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin leitet. "Die
Bausätze sind im Internet rege angefragt."
Senioren würde ich am wenigsten zutrauen, dass sie Pedelecs tunen.
Anderseits kommen manche nicht mal mit gewöhnlichen Fahrrädern klar.
Post by thomas ferrer
Wenn die Räder mit extra
Schub unterwegs seien, drohten Kollisionen mit anderen Radfahrern und
Fußgängern. Wenn der E-Biker dann nicht versichert sei, sei dies eine
schlechte Nachricht für das Unfallopfer.
Tja, die Dinger sind wohl auf dem falschen Straßenteil unterwegs ...
Post by thomas ferrer
Deutschlandweit sind derzeit rund 3,5 Millionen Elektro-Fahrräder
unterwegs, sagt der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands
(ZIV), Siegfried Neuberger. Wie viele davon frisiert seien, dazu gebe es
keine Zahlen. Der Verband gehe aber von einem ernstzunehmenden Problem
aus. "Wir beobachten das mit einer gewissen Sorge", sagt Neuberger. Die
Manipulationen seien illegal, durch sie werde aus einem Fahrrad ein
Kraftfahrzeug. Auch seien die Bremsen und Gabeln der Fahrräder nicht auf
höhere Geschwindigkeiten ausgelegt.
Interessant: die im Vergleich zu Alltagsrädern eher zierlichen Rennräder
fahren 50 km/h Schnitt und schon mal > 100 km/h Spitze. Haben die völlig
andere Bremsen und sind deren Gabeln viel besser als die von anderen Rädern?
Post by thomas ferrer
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Getunte-E-Bikes-machen-zunehmend-Radwege-unsicher-4038167.html
gewisse Mordlust kann man diesen kriminellen Radwegrasern nicht absprechen.
Würden sie ihre Raserei auf Fahrbahnen ausleben, also dort, wo Fahrzeuge
mit solchem Tempo hingehören, würde man ihnen suizidale Neigungen
unterstellen.
--
CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
U***@web.de
2018-05-06 18:02:34 UTC
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Raw Message
Post by Chr. Maercker
Post by thomas ferrer
"Ich halte das für unsere Infrastruktur für absolut gefährlich, so etwas
zu tun", sagt die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht
Niedersachsen, Cornelia Zieseniß. "Andere rechnen nicht damit, dass da
jemand auf dem Radweg ankommt, der fast so schnell ist wie ein Auto."
Das ist seltenst eine Frage des Antriebs.
Bergauf schon.
Post by Chr. Maercker
Auf fast allen real
existierenden "Radwegen" sind mehr als 15 km/h unangepasste
Geschwindigkeit, wegen Un-Zustands und abenteuerlicher Führung.
Konzipiert sind sie gar nur für 12 km/h, O-Ton Stadtplanungsamt Magdeburg.
Huch? Der ADFC postuliert mehr als das Doppelte.

Vgl. ferner Folie 92 auf http://www.vsvi-mv.de/fileadmin/Medienpool/Seminarunterlagen/Strassenbauplanung_2011/Vortrag_2_VSVI-M-V_2011-02-03_Netz.pdf

Gruß, ULF
Joerg Fischer
2018-05-07 08:46:13 UTC
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Post by U***@web.de
Post by Chr. Maercker
Das ist seltenst eine Frage des Antriebs.
Das ist meistens eine Frage des Antriebs.
Post by U***@web.de
Bergauf schon.
Nicht nur das. Die Mehrzahl aller Radfahrer kann auch in der Ebene
rein körperlich keine Geschwindikeit von >25 km/h über mehr als ein
paar Minuten halten.
Post by U***@web.de
Post by Chr. Maercker
Auf fast allen real existierenden "Radwegen" sind mehr als 15 km/h
unangepasste Geschwindigkeit, wegen Un-Zustands und abenteuerlicher
Führung.
Es gibt sie, die blödsinnigen Konstruktionen, wo das oft wegen
eingeschränkter Platzverhältnisse, so ist. Daraus eine Regel
abzuleiten ist Polemik. Ich fahre regelmäßig auf Radwegen deutlich
schneller als 15km/h.

Tschau, Jörg
--
There are only 10 types of people in the world:
Those who understand binary, and those who don't...
L***@web.de
2018-05-06 18:37:32 UTC
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Raw Message
Post by thomas ferrer
Mit dem Tuning von E-Bikes lassen sich die meist auf Tempo 25
gedrosselten Elektromotoren überlisten und das Rad fährt flotter.
Experten warnen vor den Gefahren. Aber kann die Polizei frisierte
E-Bikes bereits erkennen?
Nach meiner Erfahrung definitv nicht. Gemäß des Bekenntnisses von Herrn Timo Payer ist selbst die Polizei im fließenden Verkehr nicht in der Lage legale
schnellere Pedelecs von langsameren (bis 25 km/h) zu unterscheiden. Die Polzei
sieht aufgrund der Behinderung des Verkhers und der Unfallgefahr auch schnelle
Pedelecs und E-Bikes lieber auf den Radwegen.
Da Herr Payer zumindest als Fachvorgesetzer für die ganze bayrische Polizei
spricht/schreibt, gilt dies zumindest in diesem Bundesland.

Demnach werden eher schnelle E-Bikes von der Verwaltung eher auf Radwege
verdränkt werden, wenn nicht die Innenminister noch ein Machtwort einlegen.
Martin Gerdes
2018-05-06 21:41:51 UTC
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Raw Message
Post by thomas ferrer
Mit dem Tuning von E-Bikes lassen sich die meist auf Tempo 25
gedrosselten Elektromotoren überlisten und das Rad fährt flotter.
Experten warnen vor den Gefahren. Aber kann die Polizei frisierte
E-Bikes bereits erkennen?
Nach meiner Erfahrung definitiv nicht. Gemäß des Bekenntnisses
von Herrn Timo Payer ist selbst die Polizei im fließenden Verkehr
nicht in der Lage, legale schnellere Pedelecs von langsameren (bis 25 km/h)
zu unterscheiden.
Wenns stimmt, wäre das ein Armutszeichen.
Legale "schnellere" Pedelecs, also S-Pedelecs haben ein
Versicherungskennzeichen, normale Pedelecs nicht. Diesen Unterschied
sollte selbst ein bayrischer Polizist erkennen können.
Die Polizei sieht aufgrund der Behinderung des Verkhers und der
Unfallgefahr auch schnelle Pedelecs und E-Bikes lieber auf den Radwegen.
Auch das ist außerhalb der geltenden Verkehrsregeln.
Da Herr Payer zumindest als Fachvorgesetzer für die ganze bayrische Polizei
spricht/schreibt, gilt dies zumindest in diesem Bundesland.
Wo hat er das denn gesagt/geschrieben?
Demnach werden eher schnelle E-Bikes von der Verwaltung eher auf Radwege
verdrängt werden, wenn nicht die Innenminister noch ein Machtwort einlegen.
Es gibt in Germanistan so gut wie keine S-Pedelecs, vermutlich der
geltenden Regeln wegen, die da heißen: Helmpflicht für S-Pedelecs (das
geht ja noch), Versicherung/Versicherungskennzeichen, Rad-weg!-verbot,
Fahrbahnpflicht.
Thomas Bliesener
2018-05-07 01:56:26 UTC
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Raw Message
Post by Martin Gerdes
Es gibt in Germanistan so gut wie keine
legalen
Post by Martin Gerdes
Helmpflicht für S-Pedelecs (das geht ja noch),
Versicherung/Versicherungskennzeichen, Rad-weg!-verbot,
Fahrbahnpflicht.
--
bli
Martin Gerdes
2018-05-10 14:36:04 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Bliesener
Post by Martin Gerdes
Es gibt in Germanistan so gut wie keine
legalen
Post by Martin Gerdes
Helmpflicht für S-Pedelecs (das geht ja noch),
Versicherung/Versicherungskennzeichen, Rad-weg!-verbot,
Fahrbahnpflicht.
Das halte ich jetzt für rabulistisch.

Ich persönlich erinnere mich bewußt an ein einziges gepimptes
Mountainbike* und ein einziges offizielles Pedelec mit Nummernschild und
allem Pi-pa-po, das mir allerdings in der Fußgängerzone entgegenkam (wo
es vermutlich zu Lieferzwecken fuhr, mit dieser Begründung findet ja
auch der ganze Outoverkehr in der Fußgängerzone statt).

*Ich werde auf meinen Wegen ziemlich selten von anderen Radfahrern
überholt (es gibt offenbar keine Jörgs in Hannover), ich erinnere mich
aber an den Fall, daß gleichzeitig mit mir ein E-Mountainbike auf eine
Rennstrecke hier in der Nähe einbog (auf der sogar ich über 30 komme,
bolzgerade, glatter Asphalt). Unter legalen Bedingungen hätte ich dem
Mountainbiker davonziehen müssen, aber der fuhr gefühlt an die 40 und
ließ mich deutlich hinter sich.

Ich bin die hiesigen Verhältnisse gewöhnt, nämlich die der ebenen Stadt.
es gibt hier kaum abschüssige Strecken, auf denen ein Radfahrer deutlich
über 30 fahren könnte. Das ist in Stuttgart beispielsweise sicherlich
anders.
Joerg Fischer
2018-05-07 08:37:49 UTC
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Raw Message
Nach meiner Erfahrung definitv nicht. Gemäß des Bekenntnisses von
Herrn Timo Payer ist selbst die Polizei im fließenden Verkehr nicht
in der Lage legale schnellere Pedelecs von langsameren (bis 25 km/h)
zu unterscheiden.
Ja. Das war schon immer so. Seit Äonen werden Mopeds frisiert und
Autos mit Chiptunung "verbessert". Das kommt nicht nur bei Pedelecs
erst dann heraus wenn ein Unfall passiert und sich mal jemand die Karre
genauer anguckt. Wie will man das auch vermeiden? Die Strafandrohung
ist erheblich, alleine wegen Verlust der Bauartgenehmigung und des
Versicherungsschutzes. Das muß genügen.
Die Polzei sieht aufgrund der Behinderung des Verkhers und der
Unfallgefahr auch schnelle Pedelecs und E-Bikes lieber auf den
Radwegen.
25 km/h Pedelecs sind auch auf Radwegen weit besser aufgehoben als auf
der Fahrbahn. Die 45 km/h Dinger sind eine völlig blödsinnig gewählte
Geschwindigkeitsbegrenzung, weil man damit erfolgreich vermeidet im
innerörtlichen Verkehr mitschwimmen zu können. Die sollte man auf 60
km/h zulassen und dann dürfen sie natürlich nicht mehr auf Radwege.
Demnach werden eher schnelle E-Bikes von der Verwaltung eher auf Radwege
verdränkt werden, wenn nicht die Innenminister noch ein Machtwort einlegen.
Mit 45 km/h über den Radweg wäre schon heftig... Andererseits steht
nirgendwo geschrieben das ein Pedelec immer mit der höchstmöglichen
Geschwindigkeit bewegt werden _muß_. Man kann sein Tempo auch den
Verkehrs- und Fahrbahnbedingungen anpassen, von einem Autofahrer wird
das schließlich auch erwartet.

Tschau, Jörg
--
There are only 10 types of people in the world:
Those who understand binary, and those who don't...
U***@web.de
2018-05-07 11:01:10 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Joerg Fischer
Nach meiner Erfahrung definitv nicht. Gemäß des Bekenntnisses von
Herrn Timo Payer ist selbst die Polizei im fließenden Verkehr nicht
in der Lage legale schnellere Pedelecs von langsameren (bis 25 km/h)
zu unterscheiden.
Ja. Das war schon immer so. Seit Äonen werden Mopeds frisiert und
Autos mit Chiptunung "verbessert". Das kommt nicht nur bei Pedelecs
erst dann heraus wenn ein Unfall passiert und sich mal jemand die Karre
genauer anguckt. Wie will man das auch vermeiden?
Manchmal zieht die Rennleitung auch 45er Mofas
aus dem Verkehr, weil die schon für das bloße
Auge zu schnell über die Straße huschen.

Gruß, ULF
U***@web.de
2018-05-07 11:51:05 UTC
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Raw Message
Moin,
Post by Joerg Fischer
Mit 45 km/h über den Radweg wäre schon heftig...
Du möchtest mit einem brauchbaren Fahrrad
gerade Gefällstrecken ausprobieren.

Gruß, ULF
Joerg Fischer
2018-05-07 15:57:15 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Post by Joerg Fischer
Mit 45 km/h über den Radweg wäre schon heftig...
Du möchtest mit einem brauchbaren Fahrrad
gerade Gefällstrecken ausprobieren.
Danke, hab ich schon. Möglicherweise wäre es hilfreich gewesen meinen
Text nicht sinnentstellend zu quoten, dann stände über Deiner Antwort
Post by U***@web.de
Andererseits steht nirgendwo geschrieben das ein Pedelec immer mit
der höchstmöglichen Geschwindigkeit bewegt werden _muß_. Man kann
sein Tempo auch den Verkehrs- und Fahrbahnbedingungen anpassen, von
einem Autofahrer wird das schließlich auch erwartet.
Tschau, Jörg
--
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U***@web.de
2018-05-08 12:42:37 UTC
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Raw Message
Post by Joerg Fischer
Post by U***@web.de
Post by Joerg Fischer
Mit 45 km/h über den Radweg wäre schon heftig...
Du möchtest mit einem brauchbaren Fahrrad
gerade Gefällstrecken ausprobieren.
Danke, hab ich schon. Möglicherweise wäre es hilfreich gewesen meinen
Text nicht sinnentstellend
Ich habe zu dem Teil geschrieben, der zu meiner Entgegnung paßte.

Warum sollte ich für Bergabradfahrer Deine
Ansichten zur Ausnutzung oder Nichtausnutzung der HG von
Motorfahrzeugen mitzieren? Auf daß man mich als Vollqoter beschimpfe?
Post by Joerg Fischer
zu quoten, dann stände über Deiner Antwort
Post by U***@web.de
Andererseits steht nirgendwo geschrieben das ein Pedelec immer mit
der höchstmöglichen Geschwindigkeit bewegt werden _muß_. Man kann
sein Tempo auch den Verkehrs- und Fahrbahnbedingungen anpassen, von
einem Autofahrer wird das schließlich auch erwartet.
Sind 45 km/h bergab auf Radweg immer unpassend?

Das Problem an Bergauf-Expreß-Pedelecs ist nicht zuletzt, daß
kaum jemand damit rechnet.
Joerg Fischer
2018-05-08 16:23:11 UTC
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Raw Message
Post by U***@web.de
Ich habe zu dem Teil geschrieben, der zu meiner Entgegnung paßte.
Nein, Du hast ihn soweit verkürzt bis er zu der Antwort, die Du gerade
los werden wolltest, gepasst hat.
Post by U***@web.de
Warum sollte ich für Bergabradfahrer Deine Ansichten zur Ausnutzung
oder Nichtausnutzung der HG von Motorfahrzeugen mitzieren?
Weil die Antriebsart bei der Beurteilung einer sicher beherrschbaren
Geschwindigkeit keine Rolle spielt.
Post by U***@web.de
Sind 45 km/h bergab auf Radweg immer unpassend?
Nein, weshalb ich ganz ausdrücklich von an die Verkehrs- und
Fahrbahnbedingungen angepasster Geschwindigkeit schrieb.
Post by U***@web.de
Das Problem an Bergauf-Expreß-Pedelecs ist nicht zuletzt, daß
kaum jemand damit rechnet.
Ok, das ist ein Punkt.

Tschau, Jörg
--
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Thomas Sçhlueter
2018-05-07 14:05:58 UTC
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Raw Message
Post by Joerg Fischer
Die 45 km/h Dinger sind eine völlig blödsinnig gewählte
Geschwindigkeitsbegrenzung,
Im Gegenteil: die Geschwindigkeit ist genial gewählt, weil dieses Tempo
verhindert, dass die meist jugendlichen Zweiradfahrer sich in
übertriebenem Maße selber zerlegen können.
Post by Joerg Fischer
weil man damit erfolgreich vermeidet im
innerörtlichen Verkehr mitschwimmen zu können. Die sollte man auf 60
km/h zulassen
Und wo wäre das Problem, wenn nicht? Dann schwimmt der Autoverkehr halt
mit dem Zweirad mit. Angepasste Geschwindigkeit rules. Ich kenne nicht
einen einzigen Auffahrunfall, bei dem im fließenden Stadtverkehr ein
Moped von hinten gerammt wurde.
Post by Joerg Fischer
und dann dürfen sie natürlich nicht mehr auf Radwege.
Warum das nicht? Angepasste Geschwindigkeit rules.

In NL müssen 45-km/h-Bromfietser übrigens auf entsprechend
gekennzeichneten Radwegen mitfahren. Wenn das der Fall ist, gilt für sie
Vmax 30km/h (innerorts) bzw 40 (außerorts).

Tom
Anton Ertl
2018-05-07 16:15:14 UTC
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Raw Message
Post by Joerg Fischer
Die 45 km/h Dinger sind eine völlig blödsinnig gewählte
Geschwindigkeitsbegrenzung, weil man damit erfolgreich vermeidet im
innerörtlichen Verkehr mitschwimmen zu können. Die sollte man auf 60
km/h zulassen und dann dürfen sie natürlich nicht mehr auf Radwege.
Warum duerfen sie nicht mehr?
Post by Joerg Fischer
Mit 45 km/h über den Radweg wäre schon heftig...
Warum?

Angeblich sind Radwege ja dazu da, den Radverkehr zu foerdern. Dann
muessen sie auch so schnell befahrbar sein wie Fahrbahnen, und zwar
mit mindestens so guter Sicherheit. Wenn Du also meinst, dass man
60km/h fuer die Fahrbahn braucht (warum eigentlich? Die normale
Geschwindigkeitsbeschraenkung im Ortsgebiet fuer Fahrbahnen ist
50km/h), dann solltest Du folgerichtigerweise auch fordern, dass
Radwege fuer 60km/h ausgelegt werden sollten. Und dann sollte es auch
kein Problem sein, wenn man dort mit 60km/h faehrt.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben
Thomas Bliesener
2018-05-08 01:31:27 UTC
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Raw Message
Post by Joerg Fischer
25 km/h Pedelecs sind auch auf Radwegen weit besser aufgehoben als auf
der Fahrbahn. Die 45 km/h Dinger sind eine völlig blödsinnig gewählte
Geschwindigkeitsbegrenzung, weil man damit erfolgreich vermeidet im
innerörtlichen Verkehr mitschwimmen zu können. Die sollte man auf 60
km/h zulassen und dann dürfen sie natürlich nicht mehr auf Radwege.
Wenn ich mit dem innerörtlichen Verkehr mit dem Fahrrad mitschwimmen
will, mache ich das nach Deiner Meinung dann besser auf der Fahrbahn
oder dem Radweg?
--
bli
Chr. Maercker
2018-05-07 11:11:35 UTC
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Raw Message
Post by L***@web.de
Demnach werden eher schnelle E-Bikes von der Verwaltung eher auf Radwege
verdränkt werden, wenn nicht die Innenminister noch ein Machtwort einlegen.
Also noch mehr tunen, damit sie 50 km/h schaffen.
--
CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Thomas Bliesener
2018-05-10 00:56:59 UTC
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Raw Message
"Wir halten E-Bikes schon ungetunt für relativ gefährlich", sagt die
Sprecherin des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Christine Rettig.
Die meist ältere Zielgruppe sei auf den Rädern oft nicht sicher
unterwegs.
Die Stuttgarter Zeitung stößt ins selbe Horn:

| Das Statistische Landesamt stellt in seiner jüngsten Bilanz zu
| Fahrradunfällen fest, dass das Risiko eines tödlichen Unfalls „bei Nutzern
| von Elektrofahrrädern doppelt so hoch liegt wie bei Fahrradnutzern“. In
| Baden-Württemberg wurden 51 Radler getötet, auf E-Bikes waren es 109.

Klar, 109 ist etwa doppelt soviel wie 51. Nur, werden die
Elektroradunfälle nicht unter den Fahrradunfällen summiert? Bei letzteren
gibt es jährlich knapp 400 Todesopfer bundesweit, und davon die Hälfte in
BW?? Glaub ich nicht. Und gibt es bereits ebenso viele E-Bikes wie
Fahrräder? Irgendetwas paßt hier nicht.

Helmchenpropaganda darf im Jahr 2018 natürlich in keinen Artikel übers
Fahrrad fehlen:

| Der 29-Jährige zählt zu den 36 Prozent der verunglückten Radler, die ohne
| Helm unterwegs waren.

64 % der verunglückten Radfahrer waren also mit Helm unterwegs?

Oder lag der nur im Korb?
| „Nur 33 Prozent der verunfallten Radfahrer“, so Lutz, „haben den Helm
| richtig genutzt.“

Das Unfallrisiko in Stuttart scheint vergleichsweise gering zu sein:
| Wo Licht ist, hat das Statistische Landesamt einen Trost parat: Das
| Radfahren in Stuttgart ist sicherer als im Landesschnitt. Rechnerisch
| verunglücken auf 10 000 Einwohner hochgerechnet nur 6,2 Radler. Im Land
| sind es 7,8 Radfahrer. Landesweit am besten schneidet Stuttgart ab, wenn
| es um getötete oder schwer verletzte Fahrradfahrer geht. Nur 4,9 Opfer auf
| 10 000 Einwohner gibt es in keinem anderen Landkreis.

Von 6,2 verunglückten Radfahrern werden 4,9 schwer verletzt oder getötet??
Wer hilft mir vom Schlauch?

Wie sieht es mit der Abdeckung von "Infrastruktur" in Stuttgart aus? Gibt
es mehr oder weniger Blauseuche als anderswo?

<https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fahrradunfaelle-in-stuttgart-schwere-radunfaelle-meist-ohne-helm.9785f52c-90e9-4364-a3cd-285e71e81579.html>
--
bli
Helmut Springer
2018-05-10 09:14:26 UTC
Antworten
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Bliesener
Helmchenpropaganda darf im Jahr 2018 natürlich in keinen Artikel
Stuttgarter Zeitung wie Stuttgarter Nachrichten, ohnehin seit
einiger Zeit per Zentralredaktion grossteils deckungsgleich,
zeichnen sich seit langem durch fast religioese Helmpropaganda aus.
Post by Thomas Bliesener
Wie sieht es mit der Abdeckung von "Infrastruktur" in Stuttgart
aus? Gibt es mehr oder weniger Blauseuche als anderswo?
Geht so, es fehlt an Platz fuer Radwege, dafuer wurde viele
Einbahnstrassen geoeffnet. Allerdings arbeiten Gruene und ADFC an
mehr Radsonderwegen, mit teilweise bizarren Konstrukten.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Thomas Bliesener
2018-05-11 23:08:06 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Springer
Post by Thomas Bliesener
Wie sieht es mit der Abdeckung von "Infrastruktur" in Stuttgart
aus? Gibt es mehr oder weniger Blauseuche als anderswo?
Geht so, es fehlt an Platz fuer Radwege,
Genau die meinte ich.
Post by Helmut Springer
dafuer wurde viele Einbahnstrassen geoeffnet. Allerdings arbeiten
Gruene und ADFC an mehr Radsonderwegen, mit teilweise bizarren
Konstrukten.
Die Intention meiner Frage war wohl nicht deutlich. Wenn es in Stuttgart
signifikant weniger Unfälle als im Landesdurchschnitt gibt, dann finde
ich die Frage interessant, ob es dort mehr oder weniger blaue Wegelchen
als in anderen Städten in BW gibt.
--
bli
Martin Gerdes
2018-05-10 14:36:04 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Bliesener
"Wir halten E-Bikes schon ungetunt für relativ gefährlich", sagt die
Sprecherin des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Christine Rettig.
Die Leute sollten wohl besser Outo fahren, Outos sind nämlich nicht
gefährlich, und Outofahrer dürfen bekanntlich alles. Sagt der Club.
Post by Thomas Bliesener
Die meist ältere Zielgruppe sei auf den Rädern oft nicht sicher
unterwegs.
Ist die ältere Zielgruppe denn mit dem Outo sicher unterwegs (Gemeint
ist vor allem: Sicher für andere)?
Post by Thomas Bliesener
| Das Statistische Landesamt stellt in seiner jüngsten Bilanz zu
| Fahrradunfällen fest, dass das Risiko eines tödlichen Unfalls „bei Nutzern
| von Elektrofahrrädern doppelt so hoch liegt wie bei Fahrradnutzern“. In
| Baden-Württemberg wurden 51 Radler getötet, auf E-Bikes waren es 109.
Klar, 109 ist etwa doppelt soviel wie 51. Nur, werden die
Elektroradunfälle nicht unter den Fahrradunfällen summiert? Bei letzteren
gibt es jährlich knapp 400 Todesopfer bundesweit, und davon die Hälfte in
BW?? Glaub ich nicht. Und gibt es bereits ebenso viele E-Bikes wie
Fahrräder? Irgendetwas paßt hier nicht.
Das macht nix. Gedruckt ist gedruckt, wer schert sich darum, ob die
Zahlen stimmen?
Post by Thomas Bliesener
Helmchenpropaganda darf im Jahr 2018 natürlich in keinen Artikel übers
| Der 29-Jährige zählt zu den 36 Prozent der verunglückten Radler, die ohne
| Helm unterwegs waren.
Ich mache mir gelegentlich den Spaß, die Helmtragequote aller mir
entgegenkommender Radler mitzuzählen. Meist lande ich zwischen 1:3 und
1:6 (1 Helmträger auf 3 bis 6 Nicht-Helmträger).

25% Helmtragequote ist wohl ein realistischer Schnitt.
Post by Thomas Bliesener
64% der verunglückten Radfahrer waren also mit Helm unterwegs?
Oder lag der nur im Korb?
| „Nur 33 Prozent der verunfallten Radfahrer“, so Lutz, „haben den Helm
| richtig genutzt.“
| Wo Licht ist, hat das Statistische Landesamt einen Trost parat: Das
| Radfahren in Stuttgart ist sicherer als im Landesschnitt. Rechnerisch
| verunglücken auf 10.000 Einwohner hochgerechnet nur 6,2 Radler. Im Land
| sind es 7,8 Radfahrer. Landesweit am besten schneidet Stuttgart ab, wenn
| es um getötete oder schwer verletzte Fahrradfahrer geht. Nur 4,9 Opfer auf
| 10?000 Einwohner gibt es in keinem anderen Landkreis.
Von 6,2 verunglückten Radfahrern werden 4,9 schwer verletzt oder getötet??
Wer hilft mir vom Schlauch?
Sobald die Statistik angeworfen wird, gilt die Plausibilität der
zugrundegelegten Zahlen als gegeben. Wo kämen wir auch hin, wenn für
jede Statistik die Zahlen stimmen müßten!
Post by Thomas Bliesener
<https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fahrradunfaelle-in-stuttgart-schwere-radunfaelle-meist-ohne-helm.9785f52c-90e9-4364-a3cd-285e71e81579.html>
| In Stuttgart spielte sich ein tödliches Drama im Juni 2017 ab:
| Ein 70jähriger wollte mit seinem E-Bike einen Gleisüberweg am Kursaal
| in Bad Cannstatt überqueren. Dabei übersah er eine herannahende
| Stadtbahn. Der Mann ohne Helm wurde von der Bahn erfaßt und
| mitgeschleift. Er starb noch an der Unfallstelle.

Wäre er auf dem Fahrrad gefahren (statt auf so einem brandgefährlichen
E-Bike) und hätte er vor allem einen Helm getragen, dann lebte er noch
heute. Oder?

Hinweis speziell für Jörg: Das war sarkastisch.

Wer unter eine Straßenbahn kommt, hat wenig Überlebenschance, auch mit
Helmchen. Hierzustadt laufen immer mal wieder (oft betrunkene) Fußgänger
vor die Straßenbahn. Von denen kommt öfter mal einer ums Leben.

Eine hellsichtige Bemerkung aus diesem Artikel soll aber nicht vergessen
werden:

| Für die Polizei ist bedenklich, daß laut ihrer Statistik etwas mehr
| als die Hälfte der Radler den Unfall selbst ausgelöst haben. Allerdings
| bekommt die Polizei nur einen kleinen Teil der Unfälle mit. Studien,
| unter anderem eine des Gesamtverbands der Versicherer, haben über den
| Abgleich mit Krankenhausfällen festgestellt, daß 70 Prozent der
| Unfälle im polizeilichen Dunkel bleiben.

Vermutlich sind es sogar noch mehr, denn auch die Versicherer bauen auf
Daten auf Krankenhäusern, das heißt: Alle Unfälle, bei denen hinterher
keine Krankenhausbehandlung erfolgt (und das dürften nicht wenige sein),
fallen unter den Tisch.

Ich kann mir beispielsweise gut vorstellen, daß die gesamte Unfallklasse
"Outofahrer zieht aus seiner Grundstücksausfahrt heraus und wirft
dadurch Radfahrer auf Rad-weg! um" völlig unter dem Radar segelt.
Tomas Graser
2018-05-14 16:58:22 UTC
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Post by Martin Gerdes
Eine hellsichtige Bemerkung aus diesem Artikel soll aber nicht vergessen
| Für die Polizei ist bedenklich, daß laut ihrer Statistik etwas mehr
| als die Hälfte der Radler den Unfall selbst ausgelöst haben. Allerdings
| bekommt die Polizei nur einen kleinen Teil der Unfälle mit. Studien,
| unter anderem eine des Gesamtverbands der Versicherer, haben über den
| Abgleich mit Krankenhausfällen festgestellt, daß 70 Prozent der
| Unfälle im polizeilichen Dunkel bleiben.
Vermutlich sind es sogar noch mehr, denn auch die Versicherer bauen auf
Daten auf Krankenhäusern, das heißt: Alle Unfälle, bei denen hinterher
keine Krankenhausbehandlung erfolgt (und das dürften nicht wenige sein),
fallen unter den Tisch.
Aus einem Interview mit UDV - Siegfried Brockmann ist zu entnehmen, dass die
Polizei nur von 25% Kenntnis bekommt. Über die allgemein unterstellte hohe
Unfall-Dunkelziffer habe ich noch nirgends eine konkrete Aussage gefunden.

Meine Stürze in den letzten 5 Jahren waren allesamt ohne Arztbesuch.
Wenn danach tatsächlich "ein Pflaster aufs Knie" reicht, gehört das
vielleicht auch nicht in eine Unfallstatistik.

http://www.sueddeutsche.de/auto/verkehrssicherheit-wir-nehmen-zusaetzliche-tote-radfahrer-in-kauf-1.3592366

| Da täuscht uns allerdings die Statistik. Aus einer Studie in Münster, die
| wir gemeinsam mit Krankenhäusern und Polizei gemacht haben, kennen wir die
| Dunkelziffer bei Rad-Unfällen. Nur einen von vier Unfällen, bei dem ein
| Radfahrer in ein Krankenhaus musste, erfasste die Polizei und er ging in
| die Statistik ein.
| Dazu gehen viele nur zum Hausarzt oder kleben sich ein Pflaster aufs Knie.
| Die reale Dunkelziffer ist viel höher. Ausnahme sind die Senioren, weil
| diese viel verletzlicher sind als junge Menschen. Da werden die
| allermeisten Unfälle gemeldet und registriert.
Thomas Sçhlueter
2018-05-14 20:34:46 UTC
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Post by Tomas Graser
Meine Stürze in den letzten 5 Jahren waren allesamt ohne Arztbesuch.
Wenn danach tatsächlich "ein Pflaster aufs Knie" reicht, gehört das
vielleicht auch nicht in eine Unfallstatistik.
Oder anders herum: wenn man schon partout Alleinunfälle und/oder
Bagetellen mitzählen möchte, um auf möglichst beeindruckende Fallzahlen
zu kommen, dann bitte auch sämtliche Alleinstürze von Fußgängern auf den
öffentlichen Straßen quantitativ erfassen. Und natürlich auch sämtliche
in Autotüren eingeklemmte Finger, an Kofferraumklappen erlittene
Platzwunden und beim Langstreckenfahren zugezogene Bandscheibenvorfälle
dem "Risiko" des KFZ zuschreiben...
Post by Tomas Graser
| Dazu gehen viele nur zum Hausarzt oder kleben sich ein Pflaster aufs Knie.
| Die reale Dunkelziffer ist viel höher. Ausnahme sind die Senioren, weil
| diese viel verletzlicher sind als junge Menschen. Da werden die
| allermeisten Unfälle gemeldet und registriert.
Ausnahmen sind v.a. alle Unfälle mit KFZ-Beteiligung, weil hier immer
ein Haftpflichtschaden im Raum steht. Eigentlich interessiert uns als
Verkehrsteilnehmer ebenso wie Polizei und Versicherer an den
Unfallrisiken der Verkehrsmittel auch nur der Anteil der Schäden, der
durch anderer Leute Fehlverhalten bedingt ist. Man darf IMO beruhigt
davon ausgehen, dass diese Risiken mit der amtlichen Unfallstatistik
auch quantitativ abgebildet werden.

Tom
Anton Ertl
2018-05-14 21:04:19 UTC
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Post by Thomas Sçhlueter
Eigentlich interessiert uns als
Verkehrsteilnehmer ebenso wie Polizei und Versicherer an den
Unfallrisiken der Verkehrsmittel auch nur der Anteil der Schäden, der
durch anderer Leute Fehlverhalten bedingt ist.
Nein, mich interessieren auch Alleinunfaelle. Denn die koennen auch
durch entsprechende Strassengestaltung reduziert oder gefoerdert
werden. Und zwar werden sie fuer Autofahrer reduziert, fuer Radfahrer
dagegen gefoerdert. Und am Ende kommt heraus, dass Radfahrer so
gefaehrlich sei, besonders wenn man dann nach km rechnet und nicht
nach Zeiteinheit; und damit machen sie dann wieder Werbung gegen das
Radfahren.

Soweit ich weiss, ist der Anteil der Alleinunfaelle bei Deiner
Totenstatistik betraechtlich, das sind also nicht alles Lapalien.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben
Thomas Schlueter
2018-05-10 18:41:11 UTC
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Post by Thomas Bliesener
| Das Statistische Landesamt stellt in seiner jüngsten Bilanz zu
| Fahrradunfällen fest, dass das Risiko eines tödlichen Unfalls „bei Nutzern
| von Elektrofahrrädern doppelt so hoch liegt wie bei Fahrradnutzern“. In
| Baden-Württemberg wurden 51 Radler getötet, auf E-Bikes waren es 109.
Klar, 109 ist etwa doppelt soviel wie 51. Nur, werden die
Elektroradunfälle nicht unter den Fahrradunfällen summiert?
Pedelecs werden statistisch als Fahrräder abgerechnet, jedoch zusätzlich
gesondert spezifiziert. Die 109 muss ein Tippfehler sein, ich habe für
2017 55 Fälle insgesamt mit 10 Pedelecs für Baden-Württemberg (incl.
Overhead durch mitgezählte Kollaps-Fälle).
Post by Thomas Bliesener
Helmchenpropaganda darf im Jahr 2018 natürlich in keinen Artikel übers
Insbesondere die polizeilichen Meldungen glänzen neuerdings vermehrt mit
der Erwähnung. Als ob es da einen zentralen Ukas gegeben hätte.
Post by Thomas Bliesener
| Wo Licht ist, hat das Statistische Landesamt einen Trost parat: Das
| Radfahren in Stuttgart ist sicherer als im Landesschnitt. Rechnerisch
| verunglücken auf 10 000 Einwohner hochgerechnet nur 6,2 Radler. Im Land
| sind es 7,8 Radfahrer. Landesweit am besten schneidet Stuttgart ab, wenn
| es um getötete oder schwer verletzte Fahrradfahrer geht. Nur 4,9 Opfer auf
| 10 000 Einwohner gibt es in keinem anderen Landkreis.
Wenn man die Stichprobe nur beliebig klein macht, sorgt der Zufall für
spektakuläre Ausschläge. Statistischer Humbug. Abgesehen davon ist der
Vergleich der Opferzahlen pro Einwohner auch bei repräsentativer
Stichprobe absoluter Blödsinn, weil sie die Fahrleistung/Expositionszeit
vollkommen unberücksichtigt lässt. Wenn man diese Größe heranzieht, dann
ist das Radeln in den westlichen Industrieländern wahrscheinlich
nirgendwo so sicher wie in den USA, und ganz besonders gefährlich in NL.

Anyways: ich habe die Einwohner-normierten Getötetenzahlen der
Bundesländer trotzdem spaßeshalber mal für den Zeitraum 2013-2017
ausgerechnet. And the winner iiiis:
.
.
.
.
.
.
.
.
das Saarland!
<Loading Image...
War ja klar, die haben einfach die alles überragende vorbildliche
"Infra" dort. ;-)
Post by Thomas Bliesener
Von 6,2 verunglückten Radfahrern werden 4,9 schwer verletzt oder getötet??
Wer hilft mir vom Schlauch?
Vielleicht meinen sie: 4,9 pro *100.000* Einwohner, wären 0,49/10.000
und damit nur 8% der Verunglückten (wäre in der Tat wenig; bundesweit
liegt die Quote bei ca. 18%)?

Tom
Martin Gerdes
2018-05-12 00:30:55 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Schlueter
Post by Thomas Bliesener
| Das Statistische Landesamt stellt in seiner jüngsten Bilanz zu
| Fahrradunfällen fest, dass das Risiko eines tödlichen Unfalls „bei Nutzern
| von Elektrofahrrädern doppelt so hoch liegt wie bei Fahrradnutzern“. In
| Baden-Württemberg wurden 51 Radler getötet, auf E-Bikes waren es 109.
Klar, 109 ist etwa doppelt soviel wie 51. Nur, werden die
Elektroradunfälle nicht unter den Fahrradunfällen summiert?
Pedelecs werden statistisch als Fahrräder abgerechnet, jedoch zusätzlich
gesondert spezifiziert. Die 109 muss ein Tippfehler sein, ich habe für
2017 55 Fälle insgesamt mit 10 Pedelecs für Baden-Württemberg (incl.
Overhead durch mitgezählte Kollaps-Fälle).
Das kann schon ein Tippfehler sein (die 9 liegt neben der 0), die
Stuttgarter Zeitung zieht daraus aber weitere Schlüsse ("Pedelecs
doppelt so gefährlich wie normale Fahrräder"), und das stimmt vorn wie
hinten nicht. Noch nicht einmal der Schluß, Pedelecfahrern sei 20% so
gefährlich wie Fahrradfahren, wäre zulässig, solange man die Zahlen der
beteiligten Pedelecs und Fahrräder nicht kennt.
Post by Thomas Schlueter
Post by Thomas Bliesener
Helmchenpropaganda darf im Jahr 2018 natürlich in keinen Artikel übers
Insbesondere die polizeilichen Meldungen glänzen neuerdings vermehrt mit
der Erwähnung. Als ob es da einen zentralen Ukas gegeben hätte.
Nicht neuerdings, sondern eigentlich immer schon. Das mit dem Ukas
erscheint dennoch plausibel.
Manni Stein
2018-05-12 08:32:46 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Schlueter
trotzdem spaßeshalber mal für den Zeitraum 2013-2017
.
das Saarland!
<https://radunfaelle.files.wordpress.com/2018/04/unbenannt1.jpg?w=1200&h=>
War ja klar, die haben einfach die alles überragende vorbildliche
"Infra" dort. ;-)
...
Tom
Sind halt gemütliche Leut da, das hilft. Saarland ist schliesslich das
Vorbild für Mittelerde
Helmut Springer
2018-05-12 08:51:19 UTC
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Saarland ist schliesslich das Vorbild für Mittelerde
Mit einem radfahrenden(!) Hobbit als Tatort-Kommissar.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Juergen Thome
2018-05-13 20:16:53 UTC
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Raw Message
Post by Helmut Springer
Saarland ist schliesslich das Vorbild für Mittelerde
Mit einem radfahrenden(!) Hobbit als Tatort-Kommissar.
Rad gefahren habend.

Vor einigen Wochen gestorben in einem Berliner Pflegeheim.

Gruß
Jürgen
Manni Stein
2018-05-13 20:37:32 UTC
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Raw Message
War er jetzt Frodo oder Bilbo? Sowieso nie der echte Saarländer,
Baskenmütze und Baguette, Jeanette, eher untypische Accessoires. Long live
Lyoner.
Juergen Thome
2018-05-14 08:06:09 UTC
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Permalink
Raw Message
War er [Jochen Senf] jetzt Frodo oder Bilbo?
Die müßt ich beide googeln.
Sowieso nie der echte Saarländer,
Baskenmütze und Baguette, Jeanette, eher untypische Accessoires. Long live
Lyoner.
Nieder mit allen Klischees und weg mit diesem Zwergstaat, dessen
Landtag in einem ehemaligen Casino Platz findet:

https://www.flickr.com/photos/mountrabbit/42056203871/in/dateposted/

Gruß
Jürgen
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