Discussion:
Positionierung auf der Fahrbahn, zu weit rechts?
(zu alt für eine Antwort)
Thomas Ruf
2018-03-29 08:47:52 UTC
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Raw Message
Hallo,

es gab ein paar Reaktionen auf die Videos, die ich unter dem Thread
„Kameras fürs Fahrrad” gepostet hatte. (Ich hoffe es gibt kein
Durcheinander wegen der fehlenden NG-gemäßen Verlinkung.)

Hier sind noch einmal die Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=Yop87xvJ6WY (2015)
https://www.youtube.com/watch?v=eayPaEDq6ns (2017)

Und hier noch ein älteres, unter ungünstigeren Bedingungen aufgenommen
(schlechtere Kamera, schlechterer Fahrbahnbelag):
https://youtu.be/14Oi4V03j8Q (2014)

Ich denke es ist klar erkennbar, dass ich im Video von 2014 noch
ganz am Fahrbahnrand fahre, generell immer bei Gegenverkehr
überholt werde und die Überholabstände teilweise äußerst knapp sind.

2015 ist es dann schon besser, ich halte deutlich mehr Abstand zum
Fahrbahnrand ein, werde seltener knapp überholt und mir
bleibt — falls es eng wird — mehr Platz, um nach rechts auszuweichen.

2017 fahre ich schließlich ziemlich in der Mitte der Fahrbahn und
werde nur noch selten gefährlich überholt; Kraftfahrer, die keine
Psychopathen sind, bleiben normalerweise hinter mir und überholen
nur, wenn keine Gefahr durch Gegenverkehr ersichtlich ist.

Ich muss sagen, es ist ein langer und immer noch andauernder Prozess,
zu lernen, sich richtig auf der Fahrbahn zu positionieren. In der
Verkehrserziehung lernt man (bis heute!), man solle sich möglichst
weit rechts halten. Die Videos sind der Beweis des Gegenteils.
Immer, wenn ich wieder einmal zu eng überholt werde, fällt mir
auf, dass ich schon wieder zu weit rechts gefahren bin.

Ach ja, noch etwas. Wenn mich jemand absichtlich gefährdet, protestiere
ich. Entweder durch Schreien (macht keinen Spaß, aber hilft beim
Stressabbau) oder wenn möglich, indem ich den Fahrer bei nächster
Gelegenheit (die sich öfter ergibt, als man denkt) zur Rede stelle.
Ich setze immer noch auf die Einsichts- und Lernfähigkeit der Leute;
wenn mich ein Radfahrer anschreien würde, wenn ich zu knapp überhole,
oder wenn er mich an der nächsten Ampel lautstark zur Rede stellen
würde, würde ich in Zukunft mehr Abstand halten, um meine Ruhe zu
haben. Vielleicht ticken Andere ähnlich.

Mit OWI-Anzeigen habe ich es auch schon versucht; aber da weiß man
nie, was davon überhaupt zu einem Bußgeld führt, und es macht viel
Arbeit. Natürlich, im Falle rabiater Busfahrer kann man sich an
den Verkehrsbetrieb wenden; auch das habe ich schon getan, es
hat aber offenbar nicht viel geholfen.

Grüße
Thomas
Bernhard Kraft
2018-03-29 11:22:41 UTC
Permalink
Raw Message
Am Donnerstag, 29. März 2018 10:47:53 UTC+2 schrieb Thomas Ruf:
>
> Hier sind noch einmal die Videos:
> https://www.youtube.com/watch?v=Yop87xvJ6WY (2015)
> https://www.youtube.com/watch?v=eayPaEDq6ns (2017)
>
> Und hier noch ein älteres, unter ungünstigeren Bedingungen aufgenommen
> (schlechtere Kamera, schlechterer Fahrbahnbelag):
> https://youtu.be/14Oi4V03j8Q (2014)
>
> Ich denke es ist klar erkennbar, dass ich im Video von 2014 noch
> ganz am Fahrbahnrand fahre, generell immer bei Gegenverkehr
> überholt werde und die Überholabstände teilweise äußerst knapp sind.
>
Warum wurde 2014 so viel gehupt und später nicht mehr so viel?
Gab es eine Änderung in der RWBP und wenn ja wann?
Martin Wohlauer
2018-03-29 12:09:39 UTC
Permalink
Raw Message
Am 29.03.2018 um 13:22 schrieb Bernhard Kraft:
> Am Donnerstag, 29. März 2018 10:47:53 UTC+2 schrieb Thomas Ruf:
>>
>> Hier sind noch einmal die Videos:
>> https://www.youtube.com/watch?v=Yop87xvJ6WY (2015)
>> https://www.youtube.com/watch?v=eayPaEDq6ns (2017)
>>
>> Und hier noch ein älteres, unter ungünstigeren Bedingungen aufgenommen
>> (schlechtere Kamera, schlechterer Fahrbahnbelag):
>> https://youtu.be/14Oi4V03j8Q (2014)
>>
>> Ich denke es ist klar erkennbar, dass ich im Video von 2014 noch
>> ganz am Fahrbahnrand fahre, generell immer bei Gegenverkehr
>> überholt werde und die Überholabstände teilweise äußerst knapp sind.
>>
> Warum wurde 2014 so viel gehupt und später nicht mehr so viel?
> Gab es eine Änderung in der RWBP und wenn ja wann?


Ich vermute: Gewöhnung. Die ersten Wochen ist das meistens stärker
vertreten. Aber mit andauerndem Widersetzen gegen die automobile
Gewaltorgie raffen es auch die mit dem schnellen Kleinhirn, dass es
nichts bringt und lassen es einfach bleiben. Wenn dann doch mal wieder
einer hupt, ist das meistens ein neuer™. Der kennt sich halt noch nicht
aus. =)

Grüßle,

Martin.
Thomas Ruf
2018-03-29 13:59:17 UTC
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Raw Message
Am Donnerstag, 29. März 2018 13:22:43 UTC+2 schrieb Bernhard Kraft:
> Warum wurde 2014 so viel gehupt und später nicht mehr so viel?
> Gab es eine Änderung in der RWBP und wenn ja wann?

Ich nehme wie Martin an, dass es der Gewöhnungseffekt ist.
Der Gehweg, der die Fahrbahn einseitig begleitet, war bis Anfang 2013
ein gemeinsamer Geh- und Radweg. Dann wurde die RWBP und damit auch
der Radweg(teil) aufgehoben und ein in beiden Richtungen
freigegebener Gehweg daraus gemacht.

Natürlich fahren immer noch die allermeisten auf dem Gehweg, und
natürlich fährt niemand die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit.
Bergab auf dem (dann linken) Gehweg radelnd bekommen manche ein höheres
Tempo drauf als ich auf der Fahrbahn, und ich fahre schon recht zügig.

Anfangs haben sich sicherlich die meisten Autofahrer über den
(oder die) Radfahrer auf der Fahrbahn gewundert und manche haben mehr
oder weniger nachdrücklich auf den „schönen Radweg“ hingewiesen.
Ich denke den meisten wird es nach einer gewissen Zeit zu dumm,
Radfahrer immer anzuhupen, weil es offenbar nichts bringt.
Es gibt aber immer noch welche, die Spaß daran haben.

Mittlerweile gibt es eher selten Huper und „Radweg“-Rufer, aber ich
kann mich doch noch darauf verlassen, dem einen oder anderen
dieser nervigen Zeitgenossen zu begegnen, wenigstens einmal pro Woche.
Auch das Überholen mit viel zu wenig Abstand hat sich reduziert.

Gruß
Thomas
Martin Gerdes
2018-03-29 21:47:55 UTC
Permalink
Raw Message
Thomas Ruf <***@gmail.com> schrieb:

>Der Gehweg, der die Fahrbahn einseitig begleitet, war bis Anfang 2013
>ein gemeinsamer Geh- und Radweg. Dann wurde die RWBP aufgehoben

>und ein in beiden Richtungen freigegebener Gehweg daraus gemacht.

Wow! Eine tolle Straßenverkehrtbehörde habt ihr da, die Gehwege sogar in
beide Richtungen freigibt. Gibts auch welche, die nur in einer Richtung
freigegeben sind?

>Anfangs haben sich sicherlich die meisten Autofahrer über den
>(oder die) Radfahrer auf der Fahrbahn gewundert und manche haben mehr
>oder weniger nachdrücklich auf den „schönen Radweg“ hingewiesen.

Das hat immer schon einer von zehn gemacht, ich sehe da auch keine
Änderung.

>Ich denke den meisten wird es nach einer gewissen Zeit zu dumm,
>Radfahrer immer anzuhupen, weil es offenbar nichts bringt.
>Es gibt aber immer noch welche, die Spaß daran haben.

Eben.

>Mittlerweile gibt es eher selten Huper und „Radweg“-Rufer, aber ich
>kann mich doch noch darauf verlassen, dem einen oder anderen
>dieser nervigen Zeitgenossen zu begegnen, wenigstens einmal pro Woche.
>Auch das Überholen mit viel zu wenig Abstand hat sich reduziert.

Klar. Du fährst ja jetzt auch so weit im Fahrstreifen, daß sich niemand
mehr "vorbeiquetschen" kann.
Martin Wohlauer
2018-03-29 12:08:25 UTC
Permalink
Raw Message
Am 29.03.2018 um 10:47 schrieb Thomas Ruf:
> Ich muss sagen, es ist ein langer und immer noch andauernder Prozess,
> zu lernen, sich richtig auf der Fahrbahn zu positionieren. In der
> Verkehrserziehung lernt man (bis heute!), man solle sich möglichst
> weit rechts halten. Die Videos sind der Beweis des Gegenteils.
> Immer, wenn ich wieder einmal zu eng überholt werde, fällt mir
> auf, dass ich schon wieder zu weit rechts gefahren bin.

Genau - DAS! JEDES mal wenn mich wieder so ein Affe bedrängt, war ich
doch mal wieder zu weit rechts. Genau wie eben. Hier in der
Parallelstraße hat es einige Bushaltestellen, in deren Bereichen die
tonnenschweren Busse über die Jahre schöne Asphaltfalten aufgetürmt
haben. Die sind ein guter Indikator, wo man ist. Fährt man zu weit dran,
geht es los. Fährt man so, dass der Lenker nicht mehr drüber ist, hört
sich das schlagartig auf. Grund hier so den Larry zu machen: Eine
Verkehrsinsel. Da muss man™ natürlich sich noch vorher vorbei drücken.
Scheiß auf die StVO.

> Ach ja, noch etwas. Wenn mich jemand absichtlich gefährdet, protestiere
> ich. Entweder durch Schreien (macht keinen Spaß, aber hilft beim
> Stressabbau) oder wenn möglich, indem ich den Fahrer bei nächster
> Gelegenheit (die sich öfter ergibt, als man denkt) zur Rede stelle.

Kommt auf die Nähe und den Gefährdungsgrad an. Mache ich aber auch.
Wenn's einer zu sehr übertreibt, kann's auch mal sein, dass der Fuß in
die Tür fliegt. Gab's auch schon. Komischerweise wusste das Arschloch
dann sofort, wo die Bremse ist.

> Ich setze immer noch auf die Einsichts- und Lernfähigkeit der Leute;
> wenn mich ein Radfahrer anschreien würde, wenn ich zu knapp überhole,
> oder wenn er mich an der nächsten Ampel lautstark zur Rede stellen
> würde, würde ich in Zukunft mehr Abstand halten, um meine Ruhe zu
> haben. Vielleicht ticken Andere ähnlich.

Es geht letztlich ums negative Feedback. Auch wenn es maximal
lernresistente Arschgeigen gibt, bei denen sprichwörtlich Hopfen und
Malz verloren sind, bei den meisten hat das einen Effekt, der vermutlich
kumulativ ist. Nur: Es macht ja keiner. Jeder lässt es sich gefallen und
statt dem Stinker zu zeigen, dass er einer ist, wird nächstes mal halt
auf dem Gehweg gefahren.

> Mit OWI-Anzeigen habe ich es auch schon versucht; aber da weiß man
> nie, was davon überhaupt zu einem Bußgeld führt,

Einfach mal zwanglos fragen. Die Grünen können das hier in ihren
Rechnern sehen. Z. B. wenn zwar das Verfahren wegen Nötigung (natürlich)
vom StA eingestellt wurde, wohl aber die Owi weiter läuft, die damit
verbunden war.

> und es macht viel Arbeit. Natürlich, im Falle rabiater Busfahrer kann
> man sich an den Verkehrsbetrieb wenden; auch das habe ich schon
> getan, es hat aber offenbar nicht viel geholfen.
Ein Bekannter ist Polizist, und der sagt inzwischen auch: Es ist für den
Arsch, bei der AVG anzurufen. Die versuchen einen dann nur abzuwimmeln,
bzw. verhonepiepeln einen dann mit »Missverständnis«. Ja klar, die
Schleppe vm Bus, die einen gegen die Parker schiebt ist ein
Missverständnis, logo. Er zeigt inzwischen direkt an. Gut, mag sein,
dass bei einer Anzeige durch einen Polizeibeamten evtl. etwas
ernsthafter an die Sache ran gegangen wird, aber wir haben ja am
Berliner Beispiel gesehen, dass das lange lange kein Automatismus ist.

Grüßle,

Martin.
Martin Gerdes
2018-03-29 21:47:55 UTC
Permalink
Raw Message
Martin Wohlauer <***@yahoo.de> schrieb:


>> Ich setze immer noch auf die Einsichts- und Lernfähigkeit der Leute;

Vergebliche Liebesmüh.

>> wenn mich ein Radfahrer anschreien würde, wenn ich zu knapp überhole,
>> oder wenn er mich an der nächsten Ampel lautstark zur Rede stellen
>> würde, würde ich in Zukunft mehr Abstand halten, um meine Ruhe zu
>> haben. Vielleicht ticken andere ähnlich.

>Es geht letztlich ums negative Feedback. Auch wenn es maximal
>lernresistente Arschgeigen gibt, bei denen sprichwörtlich Hopfen und
>Malz verloren sind, bei den meisten hat das einen Effekt, der vermutlich
>kumulativ ist.

Das glaube ich nicht. Der Durchschnittsautofahrer weiß, was er tut.
Einen Radfahrer weghupen will nur ein Autofahrer mit ausgesprochen
pädagogischer Ader, und diese Spezies ist unbelehrbar.

Überholt mich einer zu knapp oder hupt er mich an, spüre ich mein Herz
schneller schlagen und mir das Blut zu Kopf steigen. Das tut mir nicht
gut, das möchte ich eigentlich gern vermeiden.

Wenn ich diesen Outofahrer auch noch zur Rede stellen würde, würde ich
mir allenfalls eine freche Antwort einfangen, die den Blutdruck noch
höher treibt.

Für mich ist das ein No-No.

Ich bin auch fasziniert von Radfahrern, die hierzugroup davon berichten,
daß sie Engüberholern während der Fahrt in die Beifahrertür treten. Ich
kann mir noch nicht einmal vorstellen, wie das mechanisch geht (ohne daß
ich mich selbst gefährde -- Kraft und Gegenkraft), geschweige denn, wie
ein solcher Outofahrer dann reagiert (mich beispielsweise direkt
anfährt).

>Nur: Es macht ja keiner. Jeder lässt es sich gefallen und statt dem
>Stinker zu zeigen, dass er einer ist, wird nächstes Mal halt
>auf dem Gehweg gefahren.

Klar. Das spart die Blutdruckspitze.
Patrick Rammelt
2018-03-30 14:14:35 UTC
Permalink
Raw Message
Martin Gerdes wrote:
> Überholt mich einer zu knapp oder hupt er mich an, spüre ich mein Herz
> schneller schlagen und mir das Blut zu Kopf steigen. Das tut mir nicht
> gut, das möchte ich eigentlich gern vermeiden.
>
> Wenn ich diesen Outofahrer auch noch zur Rede stellen würde, würde ich
> mir allenfalls eine freche Antwort einfangen, die den Blutdruck noch
> höher treibt.

Ich kann mir das nicht verkneifen, auch wenn es tatsächlich den eigenen
Stresslevel eher noch weiter hochtreibt als irgendwie hilft. In Berlin
hatte ich nie irgendeine erkennbare Einsicht erreicht (allenfalls hatte
ich den Eindruck, dass Frauen das An-die-Scheibe-Klopfen bzw. angebrüllt
werden tendenziell unangenehmer ist und sich evtl. rein deshalb
zukünftig eine Änderung im Fahrverhalten einstellen könnte).
Einen der ersten Engüberholer und Huper dem ich in Basel an der nächsten
roten Ampel (die zum Zeitpunkt des Überholens schon gut sichtbar war)
meine Meinung kundtat, hat danach mit gaaanz viel Abstand überholt. Aber
auch hier hatte ich schon einige ganz andere Kandidaten.

> Für mich ist das ein No-No.
>
> Ich bin auch fasziniert von Radfahrern, die hierzugroup davon berichten,
> daß sie Engüberholern während der Fahrt in die Beifahrertür treten. Ich
> kann mir noch nicht einmal vorstellen, wie das mechanisch geht (ohne daß
> ich mich selbst gefährde -- Kraft und Gegenkraft), geschweige denn, wie
> ein solcher Outofahrer dann reagiert (mich beispielsweise direkt
> anfährt).

Könnte ich auch nicht. Habe aber vor vielen Jahren mal einen gesehen,
der dem Auto, dass ihn durch Rechtsabbiegen den Vorrang nahm, lässig das
vorher am Lenker hängende Bügelschloss in die Heckleuchte gerammt hat.
Artistische Leistung aber für mich dennoch nicht erstrebenswert.

--
Patrick
Martin Gerdes
2018-03-31 15:36:39 UTC
Permalink
Raw Message
Patrick Rammelt <***@web.de> schrieb:

>> Überholt mich einer zu knapp oder hupt er mich an, spüre ich mein Herz
>> schneller schlagen und mir das Blut zu Kopf steigen. Das tut mir nicht
>> gut, das möchte ich eigentlich gern vermeiden.

>> Wenn ich diesen Outofahrer auch noch zur Rede stellen würde, würde ich
>> mir allenfalls eine freche Antwort einfangen, die den Blutdruck noch
>> höher treibt.

>Ich kann mir das nicht verkneifen, auch wenn es tatsächlich den eigenen
>Stresslevel eher noch weiter hochtreibt als irgendwie hilft.

Der eine sieht das so, der andere sieht das so.

Jeder fährt für sich allein..

>> Ich bin auch fasziniert von Radfahrern, die hierzugroup davon berichten,
>> daß sie Engüberholern während der Fahrt in die Beifahrertür treten. Ich
>> kann mir noch nicht einmal vorstellen, wie das mechanisch geht

>Könnte ich auch nicht. Habe aber vor vielen Jahren mal einen gesehen,
>der dem Auto, das ihn durch Rechtsabbiegen den Vorrang nahm, lässig das
>vorher am Lenker hängende Bügelschloss in die Heckleuchte gerammt hat.

Das kann ich mir wenigstens mechanisch vorstellen.

>Artistische Leistung, aber für mich dennoch nicht erstrebenswert.
Chr. Maercker
2018-04-03 16:36:10 UTC
Permalink
Raw Message
Martin Gerdes wrote:
> Vergebliche Liebesmüh.

... jedenfalls wenn es mitten im Straßenverkehr erfolgt.

>> Es geht letztlich ums negative Feedback. Auch wenn es maximal
>> lernresistente Arschgeigen gibt, bei denen sprichwörtlich Hopfen und
>> Malz verloren sind, bei den meisten hat das einen Effekt, der vermutlich
>> kumulativ ist.

> Das glaube ich nicht. Der Durchschnittsautofahrer weiß, was er tut.
> Einen Radfahrer weghupen will nur ein Autofahrer mit ausgesprochen
> pädagogischer Ader, und diese Spezies ist unbelehrbar.

Vermutlich hat diese Spezies eine große Schnittmenge mit jenen, die auch
anderen Autofahrer und der Rennleitung regelmäßig unangenehm auffallen.
Solchen Leuten gehört der Lappen entzogen, wenn sie wirklich unbelehrbar
sind. Sie gefährden beileibe nicht nur Radfahrer.

> Überholt mich einer zu knapp oder hupt er mich an, spüre ich mein Herz
> schneller schlagen und mir das Blut zu Kopf steigen. Das tut mir nicht
> gut, das möchte ich eigentlich gern vermeiden.

Ich auch. Aber mit einem gewissen Bodensatz finde ich mich ab und
provoziere ihn ganz bewusst durch StVO-konformes Radfahren.

> Wenn ich diesen Outofahrer auch noch zur Rede stellen würde, würde ich
> mir allenfalls eine freche Antwort einfangen, die den Blutdruck noch
> höher treibt.

So weit gehe ich nur, wenn mich die Gegner im Auto dazu zwingen. In
solchen Fällen gips dann auch mal 'ne Anzeige.

> Ich bin auch fasziniert von Radfahrern, die hierzugroup davon berichten,
> daß sie Engüberholern während der Fahrt in die Beifahrertür treten.

Wie alt ist der letzte Bericht dieser Art? Ich kenne nur Klopfen aufs
Dach oder Schlag auf den Rückspiegel, letzteres äußerst selten
berichtet, zumal hierzugroups.

> Klar. Das spart die Blutdruckspitze.

Dafür brauchen einige dann eine Blut-Transfusion. Falls es nicht sogar
dfür zu spät ist.
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Martin Gerdes
2018-04-05 17:22:33 UTC
Permalink
Raw Message
"Chr. Maercker" <***@gmx-topmail.de> schrieb:

>> Überholt mich einer zu knapp oder hupt er mich an, spüre ich mein Herz
>> schneller schlagen und mir das Blut zu Kopf steigen. Das tut mir nicht
>> gut, das möchte ich eigentlich gern vermeiden.

> Ich auch. Aber mit einem gewissen Bodensatz finde ich mich ab und
> provoziere ihn ganz bewusst durch StVO-konformes Radfahren.

Das beeindruckt solche Leute immer mächtig.

>> Wenn ich diesen Outofahrer auch noch zur Rede stellen würde, würde ich
>> mir allenfalls eine freche Antwort einfangen, die den Blutdruck noch
>> höher treibt.

>So weit gehe ich nur, wenn mich die Gegner im Auto dazu zwingen. In
>solchen Fällen gips dann auch mal 'ne Anzeige.

Formlos, fristlos, fruchtlos.

Neulich habe ich wirklich mal einen angezeigt, dessen Fahrverhalten
wirklich extrem war: Er ist auf einem Geh/Radweg mit etwa 35 km/h
entlanggebraust und hätte mich (der ich queren wollte) fast auf die
Hörner genommen.

Ich habe nie wieder von der Anzeige gehört, vermutlich sah die
Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse.

Das bringt also nichts. Wenn kein Unfall passiert ist, juckt das den
Staat offensichtlich nicht.
Johann Mayerwieser
2018-04-05 20:30:15 UTC
Permalink
Raw Message
Am Thu, 05 Apr 2018 19:22:33 +0200 schrieb Martin Gerdes:

> Formlos, fristlos, fruchtlos.
>
> Neulich habe ich wirklich mal einen angezeigt, dessen Fahrverhalten
> wirklich extrem war: Er ist auf einem Geh/Radweg mit etwa 35 km/h
> entlanggebraust und hätte mich (der ich queren wollte) fast auf die
> Hörner genommen.
>
> Ich habe nie wieder von der Anzeige gehört, vermutlich sah die
> Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse.
>
> Das bringt also nichts. Wenn kein Unfall passiert ist, juckt das den
> Staat offensichtlich nicht.

Das ist das Schöne in Österreich:
Anzeige.
Der Halter erhält eine Aufforderung zur Lenkerauskunft, d.h. er muss
innerhalb von 14 Tagen angeben, wem er das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt
zum Lenken überlassen hat.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
Entweder er sagt nichts, dann bekommt er wegen der Verweigerung der
Lenkerauskunft die Strafe aufgebrummt, die für das Delikt angesagt
gewesen wäre.
Oder er gibt den Lenker (auch sich) bekannt und es geht wegen des
Deliktes weiter.

Die Verweigerung der Lenkerauskunft ist aber kein Grund, dass das
Verfahren eingestellt wird. Kommt die Behörde auf anderen Weg drauf, wer
das Fahrzeug gelenkt hat, dann gibts die Strafe für das Delikt und auch
dann, wenn es der war, der schon wegen Verweigerung der Lenkerauskunft
bestraft wurde.
Chr. Maercker
2018-04-06 06:37:36 UTC
Permalink
Raw Message
Johann Mayerwieser wrote:
> Das ist das Schöne in Österreich:
> Anzeige.
> Der Halter erhält eine Aufforderung zur Lenkerauskunft, d.h. er muss
> innerhalb von 14 Tagen angeben, wem er das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt
> zum Lenken überlassen hat.

Was passiert, wenn behauptet wird, das Fahrzeug wäre zum genannten
Zeitpunkt nicht am Tatort gewesen? So lief das bei einer Anzeige
meinerseits. Ohne Fotos mit erkennbarem Kennzeichen + Ort/Zeit ist da
kaum was zu holen, oder?

--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Johann Mayerwieser
2018-04-06 08:10:30 UTC
Permalink
Raw Message
Am Fri, 06 Apr 2018 08:37:36 +0200 schrieb Chr. Maercker:

> Johann Mayerwieser wrote:
>> Das ist das Schöne in Österreich:
>> Anzeige.
>> Der Halter erhält eine Aufforderung zur Lenkerauskunft, d.h. er muss
>> innerhalb von 14 Tagen angeben, wem er das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt
>> zum Lenken überlassen hat.
>
> Was passiert, wenn behauptet wird, das Fahrzeug wäre zum genannten
> Zeitpunkt nicht am Tatort gewesen? So lief das bei einer Anzeige
> meinerseits. Ohne Fotos mit erkennbarem Kennzeichen + Ort/Zeit ist da
> kaum was zu holen, oder?

Im Verwaltungsstrafverfahren geht es durchaus auch um Glaubwürdigkeit
einer Aussage.
Wenn man Kennzeichen, Farbe und Marke, eventuell auch Type angibt und das
passt zusammen, tut sich der Zulassungsbesitzer schwer, da braucht er
schon Beweise. Da der Anzeiger als Zeuge einer strafgestützten
Wahrheitspflicht unterliegt, ist er erst einmal glaubwürdiger. Aber auch
Kennzeichen, Farbe und Fahrzeugart können auch schon genügen.
Marcus Jodorf
2018-04-07 01:10:21 UTC
Permalink
Raw Message
Johann Mayerwieser <***@gmail.com> schrieb:

>> Was passiert, wenn behauptet wird, das Fahrzeug wäre zum genannten
>> Zeitpunkt nicht am Tatort gewesen? So lief das bei einer Anzeige
>> meinerseits. Ohne Fotos mit erkennbarem Kennzeichen + Ort/Zeit ist da
>> kaum was zu holen, oder?
>
> Im Verwaltungsstrafverfahren geht es durchaus auch um Glaubwürdigkeit
> einer Aussage. Wenn man Kennzeichen, Farbe und Marke, eventuell auch Type
> angibt und das passt zusammen, tut sich der Zulassungsbesitzer schwer, da
> braucht er schon Beweise. Da der Anzeiger als Zeuge einer strafgestützten
> Wahrheitspflicht unterliegt, ist er erst einmal glaubwürdiger. Aber auch
> Kennzeichen, Farbe und Fahrzeugart können auch schon genügen.

Ich hab vor einiger Zeit mal einen Wisch aus Österreich bekommen, weil
ich angeblich irgendwo in der Steiermark oder so falsch geparkt habe.
Fand das Ding relativ krass, weil da direkt im ersten Absatz von
drohender Haft die Rede war.
Nur waren ich und mein Auto zum fraglichen Zeitpunkt im Rheinland und
seit Jahren nicht in Ö.
Angerufen, sie gebeten, den Bindestrich auf dem Kennzeichen doch bitte
mal eine Stelle nach links zu schieben und das Knöllchen dem richtigen
Halter zu schicken.
2 Wochen später kam dann noch ein Entschuldigungsbrief.
Sie haben mir geglaubt ;-)


Gruß,

Marcus
⚂⚃
Johann Mayerwieser
2018-04-07 07:12:22 UTC
Permalink
Raw Message
Am Sat, 07 Apr 2018 03:10:21 +0200 schrieb Marcus Jodorf:

> Ich hab vor einiger Zeit mal einen Wisch aus Österreich bekommen, weil
> ich angeblich irgendwo in der Steiermark oder so falsch geparkt habe.
> Fand das Ding relativ krass, weil da direkt im ersten Absatz von
> drohender Haft die Rede war.

Verwaltungsstrafen werden immer als Geldstrafe ausgesprochen, im Falle,
dass die Geldstrafe nicht einbringbar ist, gibt es die
Ersatzfreiheitsstafe, die entsprechend der Höhe der Geldstrafe ausfällt
und durchaus auch in Stunden bemessen sein kann.

> Nur waren ich und mein Auto zum fraglichen Zeitpunkt im Rheinland und
> seit Jahren nicht in Ö.
> Angerufen, sie gebeten, den Bindestrich auf dem Kennzeichen doch bitte
> mal eine Stelle nach links zu schieben und das Knöllchen dem richtigen
> Halter zu schicken.
> 2 Wochen später kam dann noch ein Entschuldigungsbrief.
> Sie haben mir geglaubt ;-)

Ist gut gegangen, eigentlich hättest einen Einspruch (oder eine Berufung,
die beiden Dinger verwechsle ich immer) schreiben müssen, sonst wär die
Gschiche in Rechtskraft erwachsen.
U***@web.de
2018-04-06 13:30:59 UTC
Permalink
Raw Message
Am Donnerstag, 5. April 2018 22:30:17 UTC+2 schrieb "Johann Mayerwieser":
> Am Thu, 05 Apr 2018 19:22:33 +0200 schrieb Martin Gerdes:
>
> > Formlos, fristlos, fruchtlos.
> >
> > Neulich habe ich wirklich mal einen angezeigt, dessen Fahrverhalten
> > wirklich extrem war: Er ist auf einem Geh/Radweg mit etwa 35 km/h
> > entlanggebraust und hätte mich (der ich queren wollte) fast auf die
> > Hörner genommen.
> >
> > Ich habe nie wieder von der Anzeige gehört, vermutlich sah die
> > Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse.
> >
> > Das bringt also nichts. Wenn kein Unfall passiert ist, juckt das den
> > Staat offensichtlich nicht.
>
> Das ist das Schöne in Österreich:
> Anzeige.
> Der Halter erhält eine Aufforderung zur Lenkerauskunft

Eiernieser, wie ermittelt die Polizei bei Euch
den Halter eines davoneilenden Fahrrads?
Chr. Maercker
2018-04-06 06:33:22 UTC
Permalink
Raw Message
Martin Gerdes wrote:
>>> Überholt mich einer zu knapp oder hupt er mich an, spüre ich mein Herz
>>> schneller schlagen und mir das Blut zu Kopf steigen. Das tut mir nicht
>>> gut, das möchte ich eigentlich gern vermeiden.
>
>> Ich auch. Aber mit einem gewissen Bodensatz finde ich mich ab und
>> provoziere ihn ganz bewusst durch StVO-konformes Radfahren.
>
> Das beeindruckt solche Leute immer mächtig.

FULL ACK, sie teilen es mir regelmäßig mit und tun damit gleichzeitig
kund, dass sie mich nicht "übersehen" haben. :-)

>>> Wenn ich diesen Outofahrer auch noch zur Rede stellen würde, würde ich
>>> mir allenfalls eine freche Antwort einfangen, die den Blutdruck noch
>>> höher treibt.

>> So weit gehe ich nur, wenn mich die Gegner im Auto dazu zwingen. In
>> solchen Fällen gips dann auch mal 'ne Anzeige.
>
> Formlos, fristlos, fruchtlos.

1. Die Polizei muss sich damit befassen/wird auf das Problem aufmerksam
gemacht. Gerade, weil es so selten passiert, könnte es dort auffallen.
2. $Taeter bekommt Post von der Staatsanwaltschaft (Anhörungsbogen) =
Arbeit/Stress.

Mehr erwarte ich gar nicht. Bußgelder sind ziemlich sinnlos, selbst wenn
sie denn mal verhängt werden. Welche Möglichkeiten die Rennleitung bei
Leuten hat, die elementare Lücken in puncto StVO-Kenntnis zu Protokoll
geben, werde ich bei Gelegenheit mal abfragen. In der Fahrschule würden
sie ohne Kenntnis von § 2 StVO definitiv durchfallen.

> Neulich habe ich wirklich mal einen angezeigt, dessen Fahrverhalten
> wirklich extrem war: Er ist auf einem Geh/Radweg mit etwa 35 km/h
> entlanggebraust und hätte mich (der ich queren wollte) fast auf die
> Hörner genommen.

> Ich habe nie wieder von der Anzeige gehört, vermutlich sah die
> Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse.

In diesem Fall wäre sogar eine Untätigkeitsklage drin. Meine letzte
Anzeige wurde zunächst per eMail quittiert, später per Post vom
Staatsanwalt "Verfahren eingestellt".

> Das bringt also nichts. Wenn kein Unfall passiert ist, juckt das den
> Staat offensichtlich nicht.

Im Grunde ticken die so, das ist bekannt. In geeigneten Fällen sollte
deshalb gleich angedroht werden, man würde die Anzeige gegen sie
verwenden, *falls* später aus gleicher Ursache ein Unfall oder eine
Straftat passiert. Oder der Spieß wird völlig umgedreht: Wenn amtlich
anerkannt keine Unfälle passiert sind, müssen die Blauschilder ab!

--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Martin Gerdes
2018-04-06 15:14:23 UTC
Permalink
Raw Message
"Chr. Maercker" <***@gmx-topmail.de> schrieb:

>>>> Überholt mich einer zu knapp oder hupt er mich an, spüre ich mein Herz
>>>> schneller schlagen und mir das Blut zu Kopf steigen. Das tut mir nicht
>>>> gut, das möchte ich eigentlich gern vermeiden.

>>> Ich auch. Aber mit einem gewissen Bodensatz finde ich mich ab und
>>> provoziere ihn ganz bewusst durch StVO-konformes Radfahren.

>> Das beeindruckt solche Leute immer mächtig.

> FULL ACK, sie teilen es mir regelmäßig mit und tun damit gleichzeitig
> kund, dass sie mich nicht "übersehen" haben. :-)

Ich kann auf derlei Rückmeldungen von Outofahren gern vollständig
verzichten (mit Ausnahme eines möglichst großen Bogens, den sie beim
Überholen um mich herum fahren).

Ich lasse mir von Dir allerdings gern erklären, was Du unter "bewußt
StVO-konformem Radfahren" verstehst.

>>> In solchen Fällen gips dann auch mal 'ne Anzeige.

>> Formlos, fristlos, fruchtlos.

>1. Die Polizei muss sich damit befassen/wird auf das Problem aufmerksam
>gemacht.

Ein bürokratischer Vorgang mehr, versandet vermutlich bald.

>Gerade, weil es so selten passiert, könnte es dort auffallen.

Oder vielleicht auch nicht.

>2. $Taeter bekommt Post von der Staatsanwaltschaft (Anhörungsbogen) =
>Arbeit/Stress.

Vielleicht.

>Mehr erwarte ich gar nicht. Bußgelder sind ziemlich sinnlos, selbst wenn
>sie denn mal verhängt werden. Welche Möglichkeiten die Rennleitung bei
>Leuten hat, die elementare Lücken in puncto StVO-Kenntnis zu Protokoll
>geben, werde ich bei Gelegenheit mal abfragen. In der Fahrschule würden
>sie ohne Kenntnis von § 2 StVO definitiv durchfallen.

Mancher Outofahrer pflegt im Straßenverkehr regelmäßig (und regelmäßig
folgenlos) Sitten, mit denen er in der Fahrprüfung durchfallen würde. So
what?

>> Neulich habe ich wirklich mal einen angezeigt, dessen Fahrverhalten
>> wirklich extrem war: Er ist auf einem Geh/Radweg mit etwa 35 km/h
>> entlanggebraust und hätte mich (der ich queren wollte) fast auf die
>> Hörner genommen.
>
>> Ich habe nie wieder von der Anzeige gehört, vermutlich sah die
>> Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse.

>In diesem Fall wäre sogar eine Untätigkeitsklage drin. Meine letzte
>Anzeige wurde zunächst per eMail quittiert, später per Post vom
>Staatsanwalt "Verfahren eingestellt".

Eben drum, weil ich das weiß, kann ich mich beherrschen.
Chr. Maercker
2018-04-09 11:16:27 UTC
Permalink
Raw Message
Martin Gerdes wrote:
[Hupen/Schimpfen als Zeichen, gesehen worden zu sein, auslegen]
> Ich kann auf derlei Rückmeldungen von Outofahren gern vollständig
> verzichten (mit Ausnahme eines möglichst großen Bogens, den sie beim
> Überholen um mich herum fahren).

Ich auch, der Bogen genügt völlig, um das gleiche zu signalisieren.

> Ich lasse mir von Dir allerdings gern erklären, was Du unter "bewußt
> StVO-konformem Radfahren" verstehst.

Einhaltung aller wichtigen Verkehrsregeln mit Ausnahme von
(vermeintlicher) Radwegbenutzungspflicht.

>>>> In solchen Fällen gips dann auch mal 'ne Anzeige.
>
>>> Formlos, fristlos, fruchtlos.
>
>> 1. Die Polizei muss sich damit befassen/wird auf das Problem aufmerksam
>> gemacht.
>
> Ein bürokratischer Vorgang mehr, versandet vermutlich bald.
>
>> Gerade, weil es so selten passiert, könnte es dort auffallen.

> Oder vielleicht auch nicht.

>> 2. $Taeter bekommt Post von der Staatsanwaltschaft (Anhörungsbogen) =
>> Arbeit/Stress.

> Vielleicht.

Kriegen sie. Hab ich auch bekommen, als ich 2000 einen auf einer
Radwegfurt geparkten Benz infolge Nebel + Schneetreiben übersehen und
verbeult habe. Der Typ, den ich vor zwei Jahren angezeigt habe, (weil er
dgl. umgekehrt kundgetan hatte), ebenfalls.

>> Mehr erwarte ich gar nicht. Bußgelder sind ziemlich sinnlos, selbst wenn
>> sie denn mal verhängt werden. Welche Möglichkeiten die Rennleitung bei
>> Leuten hat, die elementare Lücken in puncto StVO-Kenntnis zu Protokoll
>> geben, werde ich bei Gelegenheit mal abfragen. In der Fahrschule würden
>> sie ohne Kenntnis von § 2 StVO definitiv durchfallen.

> Mancher Outofahrer pflegt im Straßenverkehr regelmäßig (und regelmäßig
> folgenlos) Sitten, mit denen er in der Fahrprüfung durchfallen würde. So
> what?

Andere Autofahrer ärgert/behindert/gefährdet das genauso wie Radfahrer
oder Fußgänger. *Darauf* muss die Rennleitung aufmerksam gemacht werden,
nicht (nur) auf gelegentliche Gefährdung von Radfahrern.

>>> Neulich habe ich wirklich mal einen angezeigt, dessen Fahrverhalten
>>> wirklich extrem war: Er ist auf einem Geh/Radweg mit etwa 35 km/h
>>> entlanggebraust und hätte mich (der ich queren wollte) fast auf die
>>> Hörner genommen.
>>
>>> Ich habe nie wieder von der Anzeige gehört, vermutlich sah die
>>> Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse.
>
>> In diesem Fall wäre sogar eine Untätigkeitsklage drin. Meine letzte
>> Anzeige wurde zunächst per eMail quittiert, später per Post vom
>> Staatsanwalt "Verfahren eingestellt".
>
> Eben drum, weil ich das weiß, kann ich mich beherrschen.

Ich gehe ebenfalls sparsam mit Anzeigen um. Andererseits lassen sie sich
heutzutage einfach einwerfen, ergo werde ich Behörden und
Verkehrsrowdies weiter damit beschäftigen, wenn es triftige Gründe dafür
gibt.
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Reinhard Zwirner
2018-04-09 11:34:18 UTC
Permalink
Raw Message
Chr. Maercker schrieb:

[...]
> Einhaltung aller wichtigen Verkehrsregeln mit Ausnahme von
> (vermeintlicher) Radwegbenutzungspflicht.

Allerdings leider erst dann vermeintlich, wenn das im Fall der Fälle
der Richter ebenso sieht ... Ansonsten: 11. Gebot!

Ciao

Reinhard
Chr. Maercker
2018-04-10 11:36:59 UTC
Permalink
Raw Message
Reinhard Zwirner wrote:
> Allerdings leider erst dann vermeintlich, wenn das im Fall der Fälle
> der Richter ebenso sieht ...

... falls es wirklich mal so weit kommt. Bei mir nach gut 40
Fahrradjahren noch nie. Die meisten Fälle sind obendrein mangels
Blauschild eindeutig. Autos parken viel zu selten auf "Radwegen" und
Baustellen gips auch nicht so viele.
Es gibt übrigens Straßen, wo sich Autofahrer trotz vorhandener
Blauschilder praktisch nie aufregen. Die Fahrbahn muss nur breit genug
zum Überholen sein.

> Ansonsten: 11. Gebot!

Das von der 1. allg. Verunsicherung?
"Du sollst Dir keine falschen Platten kaufen ..."
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Reinhard Zwirner
2018-04-10 12:01:39 UTC
Permalink
Raw Message
Chr. Maercker schrieb:
> Reinhard Zwirner wrote:

>> Allerdings leider erst dann vermeintlich, wenn das im Fall der Fälle
>> der Richter ebenso sieht ...

> ... falls es wirklich mal so weit kommt. [...]

Stimmt, ändert aber nix an der Sachlage.

>> Ansonsten: 11. Gebot!

> Das von der 1. allg. Verunsicherung?
> "Du sollst Dir keine falschen Platten kaufen ..."

Nö: "Du sollst dich nicht erwischen lassen!"

HTH

Reinhard
U***@web.de
2018-04-10 12:19:43 UTC
Permalink
Raw Message
Am Dienstag, 10. April 2018 14:01:39 UTC+2 schrieb Reinhard Zwirner:

> Nö: "Du sollst dich nicht erwischen lassen!"

Vgl. auch "Die Nürnberger hängen keinen..."

https://de.wikipedia.org/wiki/Eppelein_von_Gailingen#Leben

Gruß, ULF
Martin Gerdes
2018-04-10 21:15:58 UTC
Permalink
Raw Message
"Chr. Maercker" <***@gmx-topmail.de> schrieb:

>> Ich lasse mir von Dir allerdings gern erklären, was Du unter "bewußt
>> StVO-konformem Radfahren" verstehst.

>Einhaltung aller wichtigen Verkehrsregeln mit Ausnahme von
>(vermeintlicher) Radwegbenutzungspflicht.

Und das machst Du normalerweise nicht? (Das Einhalten aller wichtigen
(Was ist das?) Verkehrsregeln mit Ausnahme der (vermeintlichen)
Radwegbenutzungspflicht?)

Wenn Du aber alle wichtigen Verkehrsregeln einhältst, provozierst Du die
Outofahrer? Staun! Das hätte ich jetzt nicht erwartet.

>>> 2. $Taeter bekommt Post von der Staatsanwaltschaft (Anhörungsbogen) =
>>> Arbeit/Stress.

>> Vielleicht.

>Kriegen sie. Hab ich auch bekommen, als ich 2000 einen auf einer
>Radwegfurt geparkten Benz infolge Nebel + Schneetreiben übersehen und
>verbeult habe.

Und was ist dabei dann herausgekommen?

>Der Typ, den ich vor zwei Jahren angezeigt habe, (weil er
>dgl. umgekehrt kundgetan hatte), ebenfalls.

Er hat Deinen auf der Radwegfurt geparkten Benz infolge Nebel +
Schneetreiben übersehen und deswegen verbeult?

>> Mancher Outofahrer pflegt im Straßenverkehr regelmäßig (und regelmäßig
>> folgenlos) Sitten, mit denen er in der Fahrprüfung durchfallen würde. So
>> what?

>Andere Autofahrer ärgert/behindert/gefährdet das genauso wie Radfahrer
>oder Fußgänger. *Darauf* muss die Rennleitung aufmerksam gemacht werden,
>nicht (nur) auf gelegentliche Gefährdung von Radfahrern.

Ja, ja. Ich habs schon geschrieben: Formlos, fristlos, fruchtlos.
Chr. Maercker
2018-04-11 12:03:59 UTC
Permalink
Raw Message
Martin Gerdes wrote:
>>> Ich lasse mir von Dir allerdings gern erklären, was Du unter "bewußt
>>> StVO-konformem Radfahren" verstehst.

>> Einhaltung aller wichtigen Verkehrsregeln mit Ausnahme von
>> (vermeintlicher) Radwegbenutzungspflicht.

> Und das machst Du normalerweise nicht? (Das Einhalten aller wichtigen
> (Was ist das?) Verkehrsregeln mit Ausnahme der (vermeintlichen)
> Radwegbenutzungspflicht?)

Welche Verkehrsregeln für Radfahrer überlebenswichtig sind, erkläre ich
Dir kein zweites Mal. Das solltest Du als Alltagsfahrer inzwischen wissen.
Und nein, allzu viele Radfahrer missachten regelmäßig Rechtsfahrgebot,
Gehwegverbot, ausreichend Rechtsabstand zu halten, Grundregeln beim
Linksabbiegen u.a.m. *Diese* Regeln halte ich weitestgehend ein.

> Wenn Du aber alle wichtigen Verkehrsregeln einhältst, provozierst Du die
> Outofahrer? Staun! Das hätte ich jetzt nicht erwartet.

Dazu genügt strikte Einhaltung von § 2 (1) StVO. Gelegentlich
Missachtung von § 2 (4) StVO, aber das macht kaum einen Unterschied, was
die Reaktion von Autofahrern betrifft.

>> Kriegen sie. Hab ich auch bekommen, als ich 2000 einen auf einer
>> Radwegfurt geparkten Benz infolge Nebel + Schneetreiben übersehen und
>> verbeult habe.
>
> Und was ist dabei dann herausgekommen?

Nix. Verfahren eingestellt. Obwohl heiliges Blech beschädigt wurde.

>> Der Typ, den ich vor zwei Jahren angezeigt habe, (weil er
>> dgl. umgekehrt kundgetan hatte), ebenfalls.

> Er hat Deinen auf der Radwegfurt geparkten Benz infolge Nebel +
> Schneetreiben übersehen und deswegen verbeult?

Nee, der wollte mich anzeigen, weil mit einem Fahrzeug die Fahrbahn
benutzt habe, trotz freigegebenem Gehweg.

>> Andere Autofahrer ärgert/behindert/gefährdet das genauso wie Radfahrer
>> oder Fußgänger. *Darauf* muss die Rennleitung aufmerksam gemacht werden,
>> nicht (nur) auf gelegentliche Gefährdung von Radfahrern.
>
> Ja, ja. Ich habs schon geschrieben: Formlos, fristlos, fruchtlos.

Die Rennleitung selbst übrigens sehr daran interessiert, dass sich das
ändert. Nur die Justiz nicht.
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Chr. Maercker
2018-04-03 11:31:09 UTC
Permalink
Raw Message
Thomas Ruf wrote:
> Hier sind noch einmal die Videos:
> https://www.youtube.com/watch?v=Yop87xvJ6WY (2015)
> https://www.youtube.com/watch?v=eayPaEDq6ns (2017)
>
> Und hier noch ein älteres, unter ungünstigeren Bedingungen aufgenommen
> (schlechtere Kamera, schlechterer Fahrbahnbelag):
> https://youtu.be/14Oi4V03j8Q (2014)

> Ich denke es ist klar erkennbar, dass ich im Video von 2014 noch
> ganz am Fahrbahnrand fahre, generell immer bei Gegenverkehr
> überholt werde und die Überholabstände teilweise äußerst knapp sind.

> 2015 ist es dann schon besser, ich halte deutlich mehr Abstand zum
> Fahrbahnrand ein, werde seltener knapp überholt und mir
> bleibt — falls es eng wird — mehr Platz, um nach rechts auszuweichen.

Die Kamera befindet sich etwa in der Fahrlinie Deines Rades, also
mittig, oder? So weit rechts fahre ich schon seit Jahren nicht mehr.

> 2017 fahre ich schließlich ziemlich in der Mitte der Fahrbahn und
> werde nur noch selten gefährlich überholt; Kraftfahrer, die keine
> Psychopathen sind, bleiben normalerweise hinter mir und überholen
> nur, wenn keine Gefahr durch Gegenverkehr ersichtlich ist.

Selbst 2017 waren es noch allerhand Engüberholer. Wobei ich das bei der
nach vorn gerichteten Kamera nur bedingt erkennen kann, vor allem durch
das teilweise verdammt frühe Einscheren. Die meisten Überholer wirkten
auf mich zumindest unangenehm. Zum Vergleich muss ich mir Deine älteren
Videos noch komplett anschauen, ob es da noch knapper zuging.

BTW: Ist die Straße zu schmal dafür oder warum hat sie keinen "Radweg"?
Sie bietet doch jene "besondere Gefahrenlage", mit der Behörden so gern
Anordnung von Radwegzwang begründen, seit sie mit ihren Nasen in § 45
(9) StVO getunkt wurden: hohe Kfz-Belastung und diverse Engüberholer.
Und wie sieht die Unfallbilanz aus? Passieren (häufig?) Fahrradunfälle
auf der Fahrbahn oder nur auf den Gehwegen?

> Ich muss sagen, es ist ein langer und immer noch andauernder Prozess,
> zu lernen, sich richtig auf der Fahrbahn zu positionieren.

Es erfordert auf jeden Fall Übung bzw. Gewöhnung. Das Schwierigste ist
wohl, sich ein entsprechend dickes Fell anzutrainieren. Alles übrige
ergibt sich mehr oder weniger aus der StVO.


> In der Verkehrserziehung lernt man (bis heute!), man solle sich möglichst
> weit rechts halten.

"Möglichst weit rechts" ist absolut StVO-konform. Bei Radfahrern ist
aber was anderes gemeint: "äußerster rechter Fahrbahnrand". So war die
Formulierung in der StVO der DDR. Radfahrern wird seltenst beigebracht,
dass sie prinzipiell den gleichen Rechtsabstand halten dürfen wie Kfz.
Die StVO selbst unterscheidet nicht nach Fahrzeugart. Allenfalls die
berühmt-berüchtigten Kommentare dazu (meist Ergebnisse von
Gerichtsurteilen) könnten konkretere Vorgaben, abhängig von der
Geschwindigkeit, enthalten. Ist mir aber nicht bekannt.

> Die Videos sind der Beweis des Gegenteils.
> Immer, wenn ich wieder einmal zu eng überholt werde, fällt mir
> auf, dass ich schon wieder zu weit rechts gefahren bin.

Wobei Du im Video von 2017 den Abstand kaum verändert hast. Was ich seit
langem mache, ist vorsichtig einige cm nach links zu ziehen, sobald der
erste Engüberholer vorbei ist. Vorher natürlich Umschauen.

> Ach ja, noch etwas. Wenn mich jemand absichtlich gefährdet, protestiere
> ich. Entweder durch Schreien (macht keinen Spaß, aber hilft beim
> Stressabbau) oder wenn möglich, indem ich den Fahrer bei nächster
> Gelegenheit (die sich öfter ergibt, als man denkt) zur Rede stelle.
> Ich setze immer noch auf die Einsichts- und Lernfähigkeit der Leute;

Prinzipiell ist das richtig, leider ist die Straße dafür meist der
falsche Ort. Gilt ebenso für Geisterradler u.a.

> wenn mich ein Radfahrer anschreien würde, wenn ich zu knapp überhole,
> oder wenn er mich an der nächsten Ampel lautstark zur Rede stellen
> würde, würde ich in Zukunft mehr Abstand halten, um meine Ruhe zu
> haben. Vielleicht ticken Andere ähnlich.

> Mit OWI-Anzeigen habe ich es auch schon versucht; aber da weiß man
> nie, was davon überhaupt zu einem Bußgeld führt, und es macht viel
> Arbeit.

Bei Engüberholern ist der Nachweis schwierig. Der Aufwand hält sich in
Grenzen, seit es Online-Portale für Anzeigen gibt. Mit Bußgeld rechne
ich seltenst, trotzdem wird die Rennleitung auf das Problem aufmerksam
gemacht.

> Natürlich, im Falle rabiater Busfahrer kann man sich an
> den Verkehrsbetrieb wenden; auch das habe ich schon getan, es
> hat aber offenbar nicht viel geholfen.

Bei dem, der mich auf einen freigegebenen Gehweg verweisen wollte
(obwohl er nicht mal im Liniendienst fuhr!), evtl. schon. Nachdem ich
mit Anzeige wegen mangelhafter StVO-Kenntnis gedroht hatte, wurde der
Mensch am Telefon deutlich kooperativer.
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Thomas Ruf
2018-04-09 13:34:34 UTC
Permalink
Raw Message
Am Dienstag, 3. April 2018 13:31:11 UTC+2 schrieb Chr. Maercker:
> Die Kamera befindet sich etwa in der Fahrlinie Deines Rades, also
> mittig, oder? So weit rechts fahre ich schon seit Jahren nicht mehr.

Ja, die Kamera ist am Lenker links neben der Mitte montiert.

> BTW: Ist die Straße zu schmal dafür oder warum hat sie keinen "Radweg"?

Die Straße hat einen einzigen Gehweg, der für Radfahrer freigegeben ist.
Also einen Radweg, nach allgemein verbreiteter (wenn auch falscher)
Auffassung. Einen „richtigen“ Radweg gibt es nicht, weil der Gehweg
angeblich für einen gemeinsamen Geh- und Radweg (mit Benutzungspflicht)
zu schmal ist. Aber das spielt keine Rolle, anscheinend bin ich der
einzige, der (jedenfalls in der schnellen Bergabrichtung) unbedingt
„auf der Straße“ statt „auf dem schönen Radweg“ fahren möchte.

Der Gehweg hat im unteren Bereich einige kritische Stellen: eine
nicht ungefährliche Querung, einen Discounter, diverse Ein- und
Ausfahrten. Kein Problem, wenn man Schrittgeschwindigkeit fährt,
oder? ;-)

Wie die Unfallbilanz auf der Strecke aussieht, kann ich nicht sagen.
Es gibt aber doch immer wieder KFZ-Unfälle (ohne Radfahrerbeteiligung).
Eine „besondere Gefahrenlage“ sehe ich da schon gegeben.

Geplant ist auf der Strecke in den nächsten Jahren ein richtiger
Radweg, möglicherweise sogar ein Radschnellweg (an dessen Umsetzung
ich erhebliche Zweifel habe; ich weiß nicht, wo man den nötigen Raum
dazu schaffen soll).

Ich finde, die Strecke belegt recht gut, dass benutzungspflichtige
Radwege überflüssig sind. Wenn es etwas gibt, das auch nur entfernt
wie ein Radweg aussieht, wird darauf gefahren. Wenn es nichts
dergleichen gibt, wird sogar (bei individuell oder kollektiv
konstatierter „besonderer Gefahrenlage“) unerlaubt
auf Gehwegen gefahren. Und wenn Radfahrer abseits der Fahrbahn
fahren, werden sie angehupt, weil sie gefälligst den schönen
Radweg benutzen sollen (auch wenn es keinen gibt).
Radfahrer haben die Pflicht zur Radwegbenutzung so sehr verinnerlicht,
dass es keines extra Zwanges mehr bedarf.
Chr. Maercker
2018-04-10 11:54:58 UTC
Permalink
Raw Message
Thomas Ruf wrote:
> Die Straße hat einen einzigen Gehweg, der für Radfahrer freigegeben ist.
> Also einen Radweg, nach allgemein verbreiteter (wenn auch falscher)
> Auffassung. Einen „richtigen“ Radweg gibt es nicht, weil der Gehweg
> angeblich für einen gemeinsamen Geh- und Radweg (mit Benutzungspflicht)
> zu schmal ist. Aber das spielt keine Rolle, anscheinend bin ich der
> einzige, der (jedenfalls in der schnellen Bergabrichtung) unbedingt
> „auf der Straße“ statt „auf dem schönen Radweg“ fahren möchte.

Davon ist auszugehen. Zufällig bekannt, wie hoch die Kfz-Verkehrsdichte
ist? Könnte mir gut vorstellen, dass sie im Belastungsbereich III liegt,
ab dem die Empfehlungen(!!) für Randverkehrtanlagen (ERA) angeblich
Radwegzwang vorschreiben. Ich sammle gerade Fälle, wo das offenbar keine
Rolle spielt.

> Der Gehweg hat im unteren Bereich einige kritische Stellen: eine
> nicht ungefährliche Querung, einen Discounter, diverse Ein- und
> Ausfahrten. Kein Problem, wenn man Schrittgeschwindigkeit fährt,
> oder? ;-)

Sieht man sich die Unfallbilanz solcher Straßen an, fällt auf, dass die
Fahrradunfälle überwiegend auf den Gehwegen passieren, egal, ob sie
freigegeben sind oder nicht.

> Wie die Unfallbilanz auf der Strecke aussieht, kann ich nicht sagen.
> Es gibt aber doch immer wieder KFZ-Unfälle (ohne Radfahrerbeteiligung).
> Eine „besondere Gefahrenlage“ sehe ich da schon gegeben.

Für alle. "Radwege" würden sie nicht bzw. bestenfalls für eine einzige
Fahrzeugart entschärfen.

> Geplant ist auf der Strecke in den nächsten Jahren ein richtiger
> Radweg, möglicherweise sogar ein Radschnellweg (an dessen Umsetzung
> ich erhebliche Zweifel habe; ich weiß nicht, wo man den nötigen Raum
> dazu schaffen soll).

Schlag ihnen vor, die gesamte Straße zum Radschnellweg umzuwidmen. Das
wäre dann wirklich einer. :-)

> Ich finde, die Strecke belegt recht gut, dass benutzungspflichtige
> Radwege überflüssig sind. Wenn es etwas gibt, das auch nur entfernt
> wie ein Radweg aussieht, wird darauf gefahren. Wenn es nichts
> dergleichen gibt, wird sogar (bei individuell oder kollektiv
> konstatierter „besonderer Gefahrenlage“) unerlaubt
> auf Gehwegen gefahren. Und wenn Radfahrer abseits der Fahrbahn
> fahren, werden sie angehupt, weil sie gefälligst den schönen
> Radweg benutzen sollen (auch wenn es keinen gibt).

Die BASt hat mit V184 längst mit Zahlen belegt, dass Radwegpflicht gegen
§ 39 (1) StVO verstößt, jedenfalls was das damit verbundene
Fahrbahnverbot betrifft. Beobachten lässt sich das an *jeder* mittleren
bis größeren Straße.

> Radfahrer haben die Pflicht zur Radwegbenutzung so sehr verinnerlicht,
> dass es keines extra Zwanges mehr bedarf.

Muss glatt mal nachschlagen, womit diesers Argument meinerseits in der
Antwort auf meinen letzten Widerspruch abgebügelt wurde. Ah, hier:
"... muss auf die Intention des Gesetzgebers zu verweisen, die
grundsätzliche Möglichkeit der Anordnung einer Radwegebenutzungspflicht
beizubehalten."
Danach das "schlagende" Argument, nicht pflichtige "Radwege" würden nur
87% aller Radfahrer nutzen, davon wohlgemerkt 9% Gehwegradler. Als ob
die bei Benutzungsplicht woanders fahren würden!
Es ging damals um eine vierstreifige Straße mit gut 16.000 Kfz/Tag.
Könnte mir vorstellen, auf der, wo Du gefilmt hast, ist ähnlich viel
los. Bei nur einem Fahrstreifen/Richtung sind die Werte eh niedriger.
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Martin Gerdes
2018-04-10 21:15:58 UTC
Permalink
Raw Message
Thomas Ruf <***@gmail.com> schrieb:

>Ich finde, die Strecke belegt recht gut, dass benutzungspflichtige
>Radwege überflüssig sind. Wenn es etwas gibt, das auch nur entfernt
>wie ein Radweg aussieht, wird darauf gefahren.

Das will ich ängstlichen Radfahrern gern zubilligen. Warum auch nicht?

>Wenn es nichts dergleichen gibt, wird sogar (bei individuell oder kollektiv
>konstatierter „besonderer Gefahrenlage“) unerlaubt auf Gehwegen gefahren.

Hier gilt dito. Oma Kasulzke mit ihren 7 km/h auf dem Rad stört auf dem
Gehweg nicht.

>Und wenn Radfahrer abseits der Fahrbahn fahren,

?? Vermutlich meinst Du:
... trotz vorhandenem "Radweg" auf der Fahrbahn fahren.

>werden sie angehupt, weil sie gefälligst den schönen
>Radweg benutzen sollen (auch wenn es keinen gibt).

>Radfahrer haben die Pflicht zur Radwegbenutzung so sehr verinnerlicht,
>dass es keines extra Zwanges mehr bedarf.

Es gibt genügend Outofahrer, die diesen Zwang ständig ausüben (Du
schreibst es oben ja selbst).
Udo Steinbach
2018-04-06 16:57:00 UTC
Permalink
Raw Message
Am 2018-03-29 um 10:47 schrieb Thomas Ruf:
> Die Videos sind der Beweis des Gegenteils.

Nur wenn andere Parameter gleich blieben. Hier etwa hat sich das Überholen
durch Radfahrer-Dürfen-Jetzt-Auf-Die-Fahrbahn-Berichterstattung geändert.
Den erwähnten Gewöhnungeffekt gibt es hier nicht, denn in der Zeit der
Änderung stand mein Rad im Keller.
--
Fahrradverkehr in Deutschland: http://radwege.udoline.de/
GPG: A245 F153 0636 6E34 E2F3 E1EB 817A B14D 3E7E 482E
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