Discussion:
Zeit Online: Autorin schwärmt vom Autowandern
(zu alt für eine Antwort)
Jörg "Yadgar" Bleimann
2018-06-30 11:59:56 UTC
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Raw Message
Hi(gh)!

...und keilt dabei kräftig gegen Radfahrer: "Fahrradfahrer wissen das.
Sie wissen es so sehr, dass sie in ihrem unerträglichen moralischen
Überlegenheitsgehabe das Recht beugen, dauernd, in jeder deutschen
Großstadt. Sie fahren kreuz und quer, sie rasen über rote Ampeln, sie
kommen einem stoisch in Einbahnstraßen entgegen. Sie hopsen vom
Bürgersteig auf die Fahrbahn und zurück. Sie zirkeln an anfahrenden
Autos vorbei, sie überholen von allen Seiten. " usw. bla bla bla.

"Unerträgliches moralisches Überlegenheitsgehabe" - da fehlt ja nur noch
das widerliche, dummdreiste neurechte G-Wort! Sorry, das ist AfD-Sound!
Und Critical Mass ist natürlich ein "Fahrrad-Mob"... noch haben nur
sechs Leute kommentiert, aber ich rechne mit frenetischen
Sympathiebekundungen des rechten Netzpöbels, das gibt viiiiiele Klicks,
die Anzeigenabteilung hat Eurozeichen in den Augen und gönnt sich ein
paar Extralinien Ecgonylbenzoat! *schniiiiiiieeeeeefffff*

...aber ursprünglich erschien der Artikel ja auch in "Christ & Welt",
dem ehemaligen "Rheinischen Merkur", jener vom Holtzbrinck-Verlag
geschluckten klerikal-reaktionären Beweihräucherungspostille, wo Christa
Meves und Steffen Heitmann das Sagen hatten oder immer noch haben...

Uärgl!

Yadgar
Gewerkschaft der Gummiboot-Seefahrer
2018-06-30 12:30:34 UTC
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Raw Message
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
...und keilt dabei kräftig gegen Radfahrer: "Fahrradfahrer wissen das.
Sie wissen es so sehr, dass sie in ihrem unerträglichen moralischen
Überlegenheitsgehabe das Recht beugen, dauernd, in jeder deutschen
Großstadt. Sie fahren kreuz und quer, sie rasen über rote Ampeln, sie
kommen einem stoisch in Einbahnstraßen entgegen. Sie hopsen vom
Bürgersteig auf die Fahrbahn und zurück. Sie zirkeln an anfahrenden
Autos vorbei, sie überholen von allen Seiten. " usw. bla bla bla.
Die Wahrheit kommt bei den Fahrradrowdies schlecht an... He he he ...

Bummi
Frank Werner
2018-06-30 13:23:52 UTC
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Raw Message
Post by Gewerkschaft der Gummiboot-Seefahrer
Die Wahrheit kommt bei den Fahrradrowdies schlecht an... He he he ...
Sind m. E. dieselben Leute. Ob Lenkrad oder Lenker: Asozial kann nicht
anders.

FW
Tomas Graser
2018-06-30 13:39:42 UTC
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Raw Message
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
...und keilt dabei kräftig gegen Radfahrer: "Fahrradfahrer wissen das.
Sie wissen es so sehr, dass sie in ihrem unerträglichen moralischen
Überlegenheitsgehabe das Recht beugen, dauernd, in jeder deutschen
Großstadt. Sie fahren kreuz und quer, sie rasen über rote Ampeln, sie
kommen einem stoisch in Einbahnstraßen entgegen. Sie hopsen vom
Bürgersteig auf die Fahrbahn und zurück. Sie zirkeln an anfahrenden
Autos vorbei, sie überholen von allen Seiten. " usw. bla bla bla.
Naja - vor ein paar Tagen (am 22.06.2018 - ebenfalls in "Christ + Welt") hat
ebenfalls ein Zeit-Autor die moralische und generelle Überlegenheit der
Radfahrer herbeigepredigt.

https://www.zeit.de/2018/26/radfahren-fahrrad-spiritualitaet-fahrradfahrer
(nur für angemeldete Zuschauer einsehbar)
| Die vollständige Symbiose zwischen Gefährt und Fahrer hat etwas
| Spirituelles. Sind Fahrradfahrer auch die besseren Menschen?
| ...
<schlussatz>
| Jesus würde heute Drahtesel fahren.
</schlussatz>

Vielleicht ist es die Reaktion darauf.
Jörg "Yadgar" Bleimann
2018-06-30 15:04:03 UTC
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Raw Message
Hi(gh)!
Post by Tomas Graser
Vielleicht ist es die Reaktion darauf.
Vielleicht ist es auch einfach nur Clickbait, damit der rechte
Kommentarspaltenpöbel ordentlich Beifall scheißt oder wenigstens einen
strammen Shitstorm veranstaltet... und ich bin SCHON WIEDER drauf
reingefallen!!!

INTERNET VERRECKE!!!

Uärgl!!!
USA First! BRD Last!
2018-06-30 17:25:44 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
INTERNET VERRECKE!!!
Uärgl!!!
Die linke Antifa ruft:

"Deutschland, du mieses Stück Scheiße!"

oder:

"Deutschland verrecke!"

Deppen.
Uwe Schliephake
2018-07-02 09:12:18 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Tomas Graser
https://www.zeit.de/2018/26/radfahren-fahrrad-spiritualitaet-fahrradfahrer
(nur für angemeldete Zuschauer einsehbar)
<http://bugmenot.com/view/zeit.de>
Werner Holtfreter
2018-06-30 21:03:05 UTC
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Raw Message
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
AfD-Sound
Gefällt mir.
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
Christa Meves
Gefällt mir.
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
Steffen Heitmann
Gefällt mir.

Steffen wäre fast Bundespräsident geworden. Sein "Fehler": Er hat
nicht nur eine Meinung sondern äußert sie auch, statt so unbestimmt
zu bleiben, dass sich jeder bestätigt sieht.
--
Gruß Werner
Die Freiheit des Denkens muss grenzenlos sein
www.nzz.ch/feuilleton/inquisition-gibt-es-noch-heute-sie-funktioniert-nur-anders-als-vor-vierhundert-jahren-ld.1380666
Jörg "Yadgar" Bleimann
2018-06-30 22:31:33 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Holtfreter
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
AfD-Sound
Gefällt mir.
Dann geh doch nach Russland!
Post by Werner Holtfreter
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
Christa Meves
Gefällt mir.
Dann geh doch nach Russland!
Post by Werner Holtfreter
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
Steffen Heitmann
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Dann geh doch nach Russland!
Post by Werner Holtfreter
Steffen wäre fast Bundespräsident geworden. Sein "Fehler": Er hat
nicht nur eine Meinung sondern äußert sie auch, statt so unbestimmt
zu bleiben, dass sich jeder bestätigt sieht.
*plonk*
Werner Holtfreter
2018-07-01 15:59:39 UTC
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Raw Message
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
Post by Werner Holtfreter
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
AfD-Sound
Gefällt mir.
Dann geh doch nach Russland!
...
*plonk*
Mit manchen Leuten kann man in stundenlangen Streitgesprächen seine
argumentativen Fähigkeiten verbessern und/oder die eigene Position
korrigieren.

Andere wollen abweichende Meinungen noch nicht einmal zur Kenntnis
nehmen und filtern sie aus.
--
Gruß Werner
Die Freiheit des Denkens muss grenzenlos sein
www.nzz.ch/feuilleton/inquisition-gibt-es-noch-heute-sie-funktioniert-nur-anders-als-vor-vierhundert-jahren-ld.1380666
Johann Mayerwieser
2018-07-01 06:23:46 UTC
Permalink
Raw Message
Steffen wäre fast Bundespräsident geworden. Sein "Fehler": Er hat nicht
nur eine Meinung sondern äußert sie auch, statt so unbestimmt zu
bleiben,
dass sich jeder bestätigt sieht.
Es geht nicht nur um Meinung äußern, sondern auch um die Meinung.
Werner Holtfreter
2018-07-01 16:00:04 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Johann Mayerwieser
Post by Werner Holtfreter
Steffen wäre fast Bundespräsident geworden. Sein "Fehler": Er hat
nicht nur eine Meinung sondern äußert sie auch, statt so
unbestimmt zu bleiben,
dass sich jeder bestätigt sieht.
Es geht nicht nur um Meinung äußern, sondern auch um die Meinung.
Meinungen, egal welche, zu kontrovers diskutierten Themen sind schon
per Definition nicht konsensfähig. Weshalb heutige machtbewusste
Politiker sich lieber unbestimmt äußern und Journalistenfragen
wortreich ausweichen, statt sie zu beantworten.

Es gibt ein paar Ausnahmen. Früher Stauß, heute Gauland:


--
Gruß Werner
Die Freiheit des Denkens muss grenzenlos sein
www.nzz.ch/feuilleton/inquisition-gibt-es-noch-heute-sie-funktioniert-nur-anders-als-vor-vierhundert-jahren-ld.1380666
Martin Gerdes
2018-06-30 21:13:34 UTC
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Raw Message
Jörg "Yadgar" Bleimann <***@gmx.de> schrieb:

nämlich hier

https://www.zeit.de/2018/27/autowandern-fahren-fahrrad-leidenschaft-vorliebe/komplettansicht

"Mein Auto ist mir heilig"
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
...und keilt dabei kräftig gegen Radfahrer
Was will man von einer Autorin, die sich selbst eine "Besessene" nennt,
anders erwarten?

| Und passionierte Autofahrer, nun, vererben ihre Besessenheit. So war es
| bei mir. Ich konnte früher einen Autoreifen wechseln als einen
| Fahrradschlauch flicken.


Schon der erste Kommentator gibt ihr die richtige Antwort:

| Lenticularis

| Nein, wir Radfahrer benehmen uns nicht alle so wie im Anfang
| des Artikels beschrieben.

| Ja, wir Radfahrer sehnen uns nach ähnlich gut ausgebauter
| Infrastruktur wie sie die Menschen für Autos als
| selbstverständlich empfinden.

| Und ansonsten hat die Autorin das Thema verfehlt, denn
| eigentlich wollte sie doch darüber schreiben, wie sehr sie
| das Autofahren liebt, anstatt wie sehr sie sich angesichts
| der moralischen, ethischen und sportlichen Überlegenheit
| der Radfahrer so sehr grämt, daß sie hier ein so armselig
| und hilflos wirkendes Bashing lostreten muß, daß man sie
| weinend in die Arme nehmen möchte, und ihr sagen will,
| daß es völlig in Ordnung ist, sich auf das Rennrad zu
| setzen, und Zeit zu genießen. Und darüber dann hoffentlich
| einen Artikel mit lauter positiven Gefühlen, und Wohlwollen
| den Mitmenschen und der Natur gegenüber zu schreiben.

| Ich freue mich darauf, und verbleibe in Hoffnung für
| das Seelenheil der Autorin.
Werner Holtfreter
2018-07-01 15:58:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Martin Gerdes
nämlich hier
https://www.zeit.de/2018/27/autowandern-fahren-fahrrad-leidenschaft-vorliebe/komplettansicht
Post by Martin Gerdes
"Mein Auto ist mir heilig"
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
...und keilt dabei kräftig gegen Radfahrer
Ein bisschen pauschal, obwohl es das natürlich gibt, was sie
beschreibt.
Post by Martin Gerdes
Was will man von einer Autorin, die sich selbst eine "Besessene"
nennt, anders erwarten?
Immerhin ein paar plausible Gedanken: Die Freude an der *mühelosen*
Fortbewegung - die der Radfahrer mit immer ausgefeilterer Technik
anstrebt (hochkomplizierte Nabenschaltungen,
elektronisch/elektrischer Gangwechsel, Leichtbaurahmem, Pedelecs
usw.) ohne sie erreichen zu können.

"Autowandern" finde ich gut. Aber ob dafür die Autobahnen die
geeigneten Straßen sind - insbesondere nachdem inzwischen der Blick
auf besiedelte Landschaft durch Schallschutzmauern und Wälle
zerstört wurde?
--
Gruß Werner
Die Freiheit des Denkens muss grenzenlos sein
www.nzz.ch/feuilleton/inquisition-gibt-es-noch-heute-sie-funktioniert-nur-anders-als-vor-vierhundert-jahren-ld.1380666
Chr. Maercker
2018-07-02 11:12:24 UTC
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Raw Message
Post by Martin Gerdes
| Ja, wir Radfahrer sehnen uns nach ähnlich gut ausgebauter
| Infrastruktur wie sie die Menschen für Autos als
| selbstverständlich empfinden.
Diese Infrastruktur ist für *Fahrzeuge*, nicht nur für Autos. Ob die
Leute sie sich zu meinen Lebzeiten wieder nehmen, mit Fahrrädern? Sie
waren ja schon mal soweit.
Ein Redakteur des hiesigen Lokalblattes beklagt sich allen Ernstes über
eine wenig befahrene vierspurige Straße der Magdeburger Innenstadt, weil
dort "nur" Gehweg "Radfahrer frei" angeordnet ist! Die Jakobstr. ist die
Straße schlechthin, in der ängstliche Radfahrer das Fahren auf der
Fahrbahn üben könnten. Statt dessen bevorzugen sie es, durch eine
parallel verlaufende Fußgängerzone zu fahren, mit überhöhtem Tempo,
versteht sich, in der irrigen Annahme, der graue Streifen dort sei ein
Radweg. Der Begriff Radwegsucht hat was.
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Martin Gerdes
2018-07-03 12:22:31 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Gerdes
| Ja, wir Radfahrer sehnen uns nach ähnlich gut ausgebauter
| Infrastruktur wie sie die Menschen für Autos als
| selbstverständlich empfinden.
Diese Infrastruktur ist für *Fahrzeuge*, nicht nur für Autos.
Der Kommentar stand in der Zeit, nicht in de.rec.fahrrad.
Post by Chr. Maercker
Ob die Leute sie sich zu meinen Lebzeiten wieder nehmen, mit
Fahrrädern?
Vermutlich nicht.
Post by Chr. Maercker
Sie waren ja schon mal soweit.
Eigentlich nicht.
Post by Chr. Maercker
Ein Redakteur des hiesigen Lokalblattes beklagt sich allen Ernstes über
eine wenig befahrene vierspurige Straße der Magdeburger Innenstadt, weil
dort "nur" Gehweg "Radfahrer frei" angeordnet ist!
Die Jakobstr. ist die Straße schlechthin, in der ängstliche Radfahrer
das Fahren auf der Fahrbahn üben könnten.
Statt dessen bevorzugen sie es, durch eine parallel verlaufende Fußgängerzone
zu fahren, mit überhöhtem Tempo, versteht sich, in der irrigen Annahme,
der graue Streifen dort sei ein Radweg.
Ich habe versucht, als nicht Ortskundiger Deine Angabe mittels Google
Maps nachzuvollziehen. Es ist mir nicht gelungen. Ich finde die parallel
verlaufende Fußgängerzone mit dem grauen Streifen nicht.

Aber sonst: Der Wurm muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Man ist
als Radfahrer ständig gezwungen, seine Wege selbst zu finden. Könnte
schon sein, daß ich an dieser Stelle auch durch die Fußgängerzone führe.

"Überhöhte Geschwindigkeit" ist eine wertende Bezeichnung, die man aus
unterschiedlichem Blickwinkel unterschiedlich bewerten kann. Aus
Fußgängersicht fährt jeder Radfahrer mit "überhöhter Geschwindigkeit",
die ihn in die Bredouille bringt, wenn er sein Menschenrecht auf
Benutzung des Radwegs als Fußgänger wahrnimmt.
Post by Chr. Maercker
Der Begriff Radwegsucht hat was.
Klar. Und doch muß man halt immer den Gesamtzusammenhang sehen. Solange
es üblich, vielleicht sogar erwünscht ist, daß Outofahrer mittels
Selbstjustiz die Fahrbahnen radfahrerfrei halten, braucht man sich über
Ausweichaktionen von Radfahrern nicht erstaunen.
Wolfgang Strobl
2018-07-03 17:44:24 UTC
Permalink
Raw Message
Am Mon, 2 Jul 2018 13:12:24 +0200 schrieb "Chr. Maercker"
Post by Chr. Maercker
Post by Martin Gerdes
| Ja, wir Radfahrer sehnen uns nach ähnlich gut ausgebauter
| Infrastruktur wie sie die Menschen für Autos als
| selbstverständlich empfinden.
Diese Infrastruktur ist für *Fahrzeuge*, nicht nur für Autos. Ob die
Leute sie sich zu meinen Lebzeiten wieder nehmen, mit Fahrrädern? Sie
waren ja schon mal soweit.
Falsche Reaktion.

Man sollte die Kirche im Dorf lassen und nicht mutwillig den positiven
Teil des status quo aufgeben, denn damit arbeitet man denen zu, die ihn
noch mehr in Richtung "autogerechte Stadt, autogerechtes Land,
autogerechte Welt" und Marginalisierung des Radverkehrs verbiegen
wollen. Noch haben die meisten mit dem Rad befahrbaren Strassen keine
Radwege und noch kann man dort sehr angenehm radfahren. Solche positiven
Beispiele gilt es hervorzuheben und zu nutzen, statt die Situation
schwärzer darzustellen, als sie ist.

Mir erscheint es anders als Martin Gerdes und Dir ziemlich
offensichtlich, daß der obige Schnipsel eine verklausulierte Forderung
nach Separierung und Radwegen darstellt. _Diese_ Infrastruktur meint der
Autor, nach der er sich sehnt, denn nach der Infrastruktur, die Du
meinst, muss sich niemand sehnen, die ist schon vorhanden und man hat
hierzulande, heutzutage das durch die STVO verbriefte Recht, sie mit dem
Fahrrad zu nutzen. Man muß es sich nicht nehmen, man hat es schon, so
lange es einem nicht genommen wird. Um das zu verhindern, muß man es
nutzen ("use it or lose it").
Post by Chr. Maercker
Ein Redakteur des hiesigen Lokalblattes beklagt sich allen Ernstes über
eine wenig befahrene vierspurige Straße der Magdeburger Innenstadt, weil
dort "nur" Gehweg "Radfahrer frei" angeordnet ist!
Als ob das etwas Neues wäre. Das hier ist von 1997, also über zwanzig
Jahre her.

<http://www.mystrobl.de/ws/fahrrad/suchbild.html>
<http://www.mystrobl.de/ws/fahrrad/lbrief.htm> (sorry für die Kodierung,
ich arbeite dran, auf Westlich oder Latin 1 umstellen hilft vorläufig)

Trotzdem, die Radwegepest hat sich in den größten Teil der Straßen des
Viertels nicht hineingefressen, einfach weil der Platz dafür gar nicht
vorhanden ist. Und bis auf einen kleinen Prozentsatz von bedauerlichen
Radfahrern, die man genügend erschreckt hat, so daß sie lieber auf den
handtuchbreiten Restbürgersteigen zwischen parkenden Pkw und Wand
fahren, fährt der Großteil der Radfahrer recht selbstbewusst und zügig
auf der Fahrbahn.
Post by Chr. Maercker
Die Jakobstr. ist die
Straße schlechthin, in der ängstliche Radfahrer das Fahren auf der
Fahrbahn üben könnten.
Sieht aus wie unsere Adenauerallee, bevor sie Radstreifen hatte.
Post by Chr. Maercker
Statt dessen bevorzugen sie es, durch eine
parallel verlaufende Fußgängerzone zu fahren, mit überhöhtem Tempo,
versteht sich, in der irrigen Annahme, der graue Streifen dort sei ein
Radweg. Der Begriff Radwegsucht hat was.
Es ist eher eine Kfzphobie.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Chr. Maercker
2018-07-04 16:43:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Wolfgang Strobl
Man sollte die Kirche im Dorf lassen und nicht mutwillig den positiven
Teil des status quo aufgeben, denn damit arbeitet man denen zu, die ihn
noch mehr in Richtung "autogerechte Stadt, autogerechtes Land,
autogerechte Welt" und Marginalisierung des Radverkehrs verbiegen
wollen. Noch haben die meisten mit dem Rad befahrbaren Strassen keine
Radwege und noch kann man dort sehr angenehm radfahren. Solche positiven
Beispiele gilt es hervorzuheben und zu nutzen, statt die Situation
schwärzer darzustellen, als sie ist.
Für relativ verkehrsarme Straßen ACK, aber Hauptstraßen? Ich kenne kaum
noch welche ohne "Radwege", es sei denn sie sind (abschnittsweise) zu
schmal.
Post by Wolfgang Strobl
Mir erscheint es anders als Martin Gerdes und Dir ziemlich
offensichtlich, daß der obige Schnipsel eine verklausulierte Forderung
nach Separierung und Radwegen darstellt. _Diese_ Infrastruktur meint der
Autor, nach der er sich sehnt, denn nach der Infrastruktur, die Du
meinst, muss sich niemand sehnen, die ist schon vorhanden und man hat
hierzulande, heutzutage das durch die STVO verbriefte Recht, sie mit dem
Fahrrad zu nutzen. Man muß es sich nicht nehmen, man hat es schon, so
lange es einem nicht genommen wird. Um das zu verhindern, muß man es
nutzen ("use it or lose it").
Genau das meine ich. Lt. BASt V184 nutzen 96..99% aller Radfahrer sie
*nicht*, sobald Sonderwege vorhanden sind. Deckt sich ganz gut mit
eigenen Beobachtungen.
Post by Wolfgang Strobl
Post by Chr. Maercker
Ein Redakteur des hiesigen Lokalblattes beklagt sich allen Ernstes über
eine wenig befahrene vierspurige Straße der Magdeburger Innenstadt, weil
dort "nur" Gehweg "Radfahrer frei" angeordnet ist!
Als ob das etwas Neues wäre. Das hier ist von 1997, also über zwanzig
Jahre her.
<http://www.mystrobl.de/ws/fahrrad/suchbild.html>
<http://www.mystrobl.de/ws/fahrrad/lbrief.htm> (sorry für die Kodierung,
ich arbeite dran, auf Westlich oder Latin 1 umstellen hilft vorläufig)
Trotzdem, die Radwegepest hat sich in den größten Teil der Straßen des
Viertels nicht hineingefressen, einfach weil der Platz dafür gar nicht
vorhanden ist. Und bis auf einen kleinen Prozentsatz von bedauerlichen
Radfahrern, die man genügend erschreckt hat, so daß sie lieber auf den
handtuchbreiten Restbürgersteigen zwischen parkenden Pkw und Wand
fahren, fährt der Großteil der Radfahrer recht selbstbewusst und zügig
auf der Fahrbahn.
Ist Deine Befürchtung jetzt, die kleineren Straßen sollen "Radwege"
bekommen?
Post by Wolfgang Strobl
Post by Chr. Maercker
Die Jakobstr. ist die
Straße schlechthin, in der ängstliche Radfahrer das Fahren auf der
Fahrbahn üben könnten.
Sieht aus wie unsere Adenauerallee, bevor sie Radstreifen hatte.
Wenn es nach einigen Leuten hier ginge, sieht die Jakobstr. bald aus wie
die Adenauerallee.
Post by Wolfgang Strobl
Post by Chr. Maercker
Statt dessen bevorzugen sie es, durch eine
parallel verlaufende Fußgängerzone zu fahren, mit überhöhtem Tempo,
versteht sich, in der irrigen Annahme, der graue Streifen dort sei ein
Radweg. Der Begriff Radwegsucht hat was.
Es ist eher eine Kfzphobie.
Passt noch besser als "Fahrbahnphobie", was hierzugroups auch gern
benutzt wird. Es nennt die Verursacher beim Namen.
--
CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.
Wolfgang Strobl
2018-07-04 20:37:52 UTC
Permalink
Raw Message
Am Wed, 4 Jul 2018 18:43:02 +0200 schrieb "Chr. Maercker"
Post by Chr. Maercker
Post by Wolfgang Strobl
Man sollte die Kirche im Dorf lassen und nicht mutwillig den positiven
Teil des status quo aufgeben, denn damit arbeitet man denen zu, die ihn
noch mehr in Richtung "autogerechte Stadt, autogerechtes Land,
autogerechte Welt" und Marginalisierung des Radverkehrs verbiegen
wollen. Noch haben die meisten mit dem Rad befahrbaren Strassen keine
Radwege und noch kann man dort sehr angenehm radfahren. Solche positiven
Beispiele gilt es hervorzuheben und zu nutzen, statt die Situation
schwärzer darzustellen, als sie ist.
Für relativ verkehrsarme Straßen ACK, aber Hauptstraßen? Ich kenne kaum
noch welche ohne "Radwege", es sei denn sie sind (abschnittsweise) zu
schmal.
Ich kenne ziemlich viele Hauptstraßen ohne Radwege. Dies mag daran
liegen, daß hierzulande wenig Geld zur Verfügung stand und steht, die
vorhandenen, eher schmalen Straßen "fahrradfreundlich" umzugestalten. So
bedauerlich das ist, wenn man sich den Zustand der meisten Straßen
anschaut, in dieser Hinsicht war das von Vorteil. Im Osten stand
augenscheinlich mehr Geld zur Verfügung, im Guten wie im Schlechten.

Aber das ist ein Nebenaspekt. Du hast übersehen, daß es nicht darum
geht, wie wir das sehen, die wir das Radfahren auf übersichtlichen,
breiten Hauptstraßen bevorzugen. Diejenigen, bei denen man der
jahrzehntelangen Angstkampagne gegen das Radfahren auf Straßen etwas
entgegensetzen sollte, bevorzugen erfahrungsgemäß eh die immer noch
weitgehend radwegefreien schmalen Nebenstrecken.

Man sollte aufhören, den Leuten unsinnigerweise das Befahren von
Nebenstrecken zu empfehlen, die Zielgruppe mit der Hauptstrassenphobie
tut das ohnehin, sofern sie überhaupt radfährt. Im Gegenteil sollte man
alles unterlassen, was "fahrradfreundliche" Maßnahmen auf diesen
Nebenstrecken herbeirufen könnte, aber den Umstand nutzen, daß ein
Großteil des Radverkehrs eben doch auf Strassen ohne Radwege
stattfindet. Im übrigen ist die Erfahrung hier in Bonn, dass die meisten
Radwege, die man entlang von stark befahrenen Hauptstraßen neu angelegt
hat, auch nicht mehr frequentiert werden als die Hauptstraßen vorher,
sondern eher weniger, und dass die Leute eher Umwege über die
radwegefreien Nebenstrecken fahren, als sie zu benutzen.
Post by Chr. Maercker
Post by Wolfgang Strobl
Mir erscheint es anders als Martin Gerdes und Dir ziemlich
offensichtlich, daß der obige Schnipsel eine verklausulierte Forderung
nach Separierung und Radwegen darstellt. _Diese_ Infrastruktur meint der
Autor, nach der er sich sehnt, denn nach der Infrastruktur, die Du
meinst, muss sich niemand sehnen, die ist schon vorhanden und man hat
hierzulande, heutzutage das durch die STVO verbriefte Recht, sie mit dem
Fahrrad zu nutzen. Man muß es sich nicht nehmen, man hat es schon, so
lange es einem nicht genommen wird. Um das zu verhindern, muß man es
nutzen ("use it or lose it").
Genau das meine ich. Lt. BASt V184 nutzen 96..99% aller Radfahrer sie
*nicht*, sobald Sonderwege vorhanden sind. Deckt sich ganz gut mit
eigenen Beobachtungen.
Ich kenne nur eine viel frühere Auflage dieser Studie, der Abstract
dieser strotzt aber von Formulierungen, die nach "policy based evidence"
stinken. "Auf Radwegen begegnen Radfahrer seltener Behinderungen durch
andere Verkehrsteilnehmer als auf den Straßen mit Radfahrstreifen oder
Schutzstreifen.". Nachts ist es kälter als draußen. Ja danke.

"Ausreichenden Sichtbeziehungen zwischen der Radverkehrsanlage und
Kraftfahrzeugen-Fahrstreifen sowie ausreichenden Sicherheitsräumen zu
Kraftfahrzeugen-Parkständen kommt hohe Bedeutung für die Sicherheit zu."

<Loading Image...>

Das aber nur nebenbei bemerkt. Wie sollen unbedarfte Radfahrer die
Fahrbahn denn nutzen, sobald die Sonderwege (aka Radwege)
benutzungspflichtig sind oder aus dem Rechtsfahrgebot oder per
Verkehrserziehung mit der Stoßstange eine indirekte Benutzungspflicht
ensteht? Und, wie gesagt, es ist auffällig, wie untergenutzt die
Sonderwege entlang von Hauptstraßen sind.
Post by Chr. Maercker
Post by Wolfgang Strobl
Post by Chr. Maercker
Ein Redakteur des hiesigen Lokalblattes beklagt sich allen Ernstes über
eine wenig befahrene vierspurige Straße der Magdeburger Innenstadt, weil
dort "nur" Gehweg "Radfahrer frei" angeordnet ist!
Als ob das etwas Neues wäre. Das hier ist von 1997, also über zwanzig
Jahre her.
<http://www.mystrobl.de/ws/fahrrad/suchbild.html>
<http://www.mystrobl.de/ws/fahrrad/lbrief.htm> (sorry für die Kodierung,
ich arbeite dran, auf Westlich oder Latin 1 umstellen hilft vorläufig)
Trotzdem, die Radwegepest hat sich in den größten Teil der Straßen des
Viertels nicht hineingefressen, einfach weil der Platz dafür gar nicht
vorhanden ist. Und bis auf einen kleinen Prozentsatz von bedauerlichen
Radfahrern, die man genügend erschreckt hat, so daß sie lieber auf den
handtuchbreiten Restbürgersteigen zwischen parkenden Pkw und Wand
fahren, fährt der Großteil der Radfahrer recht selbstbewusst und zügig
auf der Fahrbahn.
Ist Deine Befürchtung jetzt, die kleineren Straßen sollen "Radwege"
bekommen?
Ja. Oder dass eine eine Bundesanstalt eine Pflichtstudie produziert, der
zu entnehmen ist, daß ein nicht zu vernachlässigender Teil der Radfahrer
lieber zusammen mit Fußgängern auf dem einen Meter zwischen
Vorgartenmauer und Parkstreifenblech fährt, als auf der mäßig und meist
nur mit Radfahrertempo befahrenen, über sechs mal so breiten Fahrbahn.
HINT, HINT!
Post by Chr. Maercker
Post by Wolfgang Strobl
Post by Chr. Maercker
Die Jakobstr. ist die
Straße schlechthin, in der ängstliche Radfahrer das Fahren auf der
Fahrbahn üben könnten.
Sieht aus wie unsere Adenauerallee, bevor sie Radstreifen hatte.
Wenn es nach einigen Leuten hier ginge, sieht die Jakobstr. bald aus wie
die Adenauerallee.
Oder die Reuterstraße. Im letzteren Falle haben wir es i.W. dem Bonner
ADFC zu verdanken, daß es da ein striktes Fahrbahnverbot für Radfahrer
gibt und einen Radweg, der in Teilen so lächerlich ist, daß er nicht mal
als Gehweg taugt, sondern nur noch als Abstellplatz für Mülltonnen.
Post by Chr. Maercker
Post by Wolfgang Strobl
Post by Chr. Maercker
Statt dessen bevorzugen sie es, durch eine
parallel verlaufende Fußgängerzone zu fahren, mit überhöhtem Tempo,
versteht sich, in der irrigen Annahme, der graue Streifen dort sei ein
Radweg. Der Begriff Radwegsucht hat was.
Es ist eher eine Kfzphobie.
Passt noch besser als "Fahrbahnphobie", was hierzugroups auch gern
benutzt wird. Es nennt die Verursacher beim Namen.
Den Radfahrer? Der ist es nämlich, der an der Kfzphobie leidet. Wie
bekämpft man eine Spinnenphobie?
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Arno Welzel
2018-07-01 20:54:57 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Jörg "Yadgar" Bleimann
...und keilt dabei kräftig gegen Radfahrer: "Fahrradfahrer wissen das.
Der Vollständigkeit halber:

<https://www.zeit.de/2018/27/autowandern-fahren-fahrrad-leidenschaft-vorliebe>
--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
https://de-rec-fahrrad.de
http://fahrradzukunft.de
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