Discussion:
Opa (85) "schießt" Fahrradfahrer ab
(zu alt für eine Antwort)
Werner Sondermann
2018-05-30 09:04:34 UTC
Permalink
Raw Message
Treptow-Köpenick Liveticker
30. Mai 2018 09:13

*Radler in Köpenick schwer verletzt*

Der 40-Jährige wurde gestern Abend an der Kreuzung
Oberspreestraße/Köllnischer Platz von einem 85-jährigen Autofahrer
angefahren, wie die Polizei heute mitteilte. Zuvor soll der Rentner
eine rote Ampel übersehen haben. Der Radler kam mit schweren Kopf-
und Beinverletzungen in eine Klinik.

<www.bz-berlin.de/liveticker/radler-in-koepenick-schwer-verletzt>


Vielleicht sollte der 85-Jährige besser aufs Fahrrad wechseln?
Dabei kann er dann weniger Unheil anrichten.

w.
Joerg Fischer
2018-05-31 19:57:30 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Sondermann
eine rote Ampel übersehen haben. Der Radler kam mit schweren Kopf-
und Beinverletzungen in eine Klinik.
Und? Wieder mal kein Helm?
Post by Werner Sondermann
Vielleicht sollte der 85-Jährige besser aufs Fahrrad wechseln?
Warte mal ab bis Du 85 bist. Das ändert sie Sichtweise manchmal. Ich
bin zwar auch der Meinung das ein kognitiv Eingeschränkter nicht
hinters Steuer gehört, aber für viele ist das ihr letztes bissel
Eigenständigkeit und Mobilität vor dem Pflegedienst. Schwer, freiwillig
darauf zu verzichten.

Tschau, Jörg
--
There are only 10 types of people in the world:
Those who understand binary, and those who don't...
HC Ahlmann
2018-05-31 20:50:36 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Joerg Fischer
Warte mal ab bis Du 85 bist. Das ändert sie Sichtweise manchmal.
Die geänderte Sichtweise ist ein Problem, sobald sie verhindert, eigene
Fehler zu erkennen oder richtig zu bewerten.
Post by Joerg Fischer
Ich bin zwar auch der Meinung das ein kognitiv Eingeschränkter nicht
hinters Steuer gehört, aber für viele ist das ihr letztes bissel
Eigenständigkeit und Mobilität vor dem Pflegedienst. Schwer, freiwillig
darauf zu verzichten.
Ich bin nicht sicher, ob die Opfer dieser Fahrer freiwillig auf Leben
oder Gesundheit verzichten, damit dieser seinem Privileg frönen kann,
oder ob die Abwägung der Rechtsgüter bei kognitiver Einschränkung auf
freiwilliger Basis stattfinden kann.

Aber ich habe erfahren, dass eine alle fünf Jahre stattfindende Prüfung
der körperlichen und geistigen Eignung gut zu ertragen ist.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte
Andreas Barth
2018-05-31 21:11:27 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Joerg Fischer
Post by Werner Sondermann
Vielleicht sollte der 85-Jährige besser aufs Fahrrad wechseln?
Warte mal ab bis Du 85 bist. Das ändert sie Sichtweise manchmal. Ich
bin zwar auch der Meinung das ein kognitiv Eingeschränkter nicht
hinters Steuer gehört, aber für viele ist das ihr letztes bissel
Eigenständigkeit und Mobilität vor dem Pflegedienst. Schwer, freiwillig
darauf zu verzichten.
Ende eigener Mobilität bzw Reduzierung der Reichweite bedeutet relativ
schnell Siechtum, ja. Daher ist es durchaus empfohlen, rechtzeitig
(d.h. solange man sich noch umstellen kann) auf andere Verkehrsmittel
umzusteigen. Beispielsweise Salzburg bietet aus genau diesem Grund
Kurse zum Umstieg auf den ÖPNV, die sowohl die Verkehrssicherheit
verbessern, als auch die Lebensqualität der Senioren signifikant
steigern.


Viele Grüße,
Andi
Ralf Bader
2018-05-31 21:50:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Barth
Post by Joerg Fischer
Post by Werner Sondermann
Vielleicht sollte der 85-Jährige besser aufs Fahrrad wechseln?
Warte mal ab bis Du 85 bist. Das ändert sie Sichtweise manchmal. Ich
bin zwar auch der Meinung das ein kognitiv Eingeschränkter nicht
hinters Steuer gehört, aber für viele ist das ihr letztes bissel
Eigenständigkeit und Mobilität vor dem Pflegedienst. Schwer, freiwillig
darauf zu verzichten.
Ende eigener Mobilität bzw Reduzierung der Reichweite bedeutet relativ
schnell Siechtum, ja. Daher ist es durchaus empfohlen, rechtzeitig
(d.h. solange man sich noch umstellen kann) auf andere Verkehrsmittel
umzusteigen. Beispielsweise Salzburg bietet aus genau diesem Grund
Kurse zum Umstieg auf den ÖPNV, die sowohl die Verkehrssicherheit
verbessern, als auch die Lebensqualität der Senioren signifikant
steigern.
Ja, schön und gut. Aber auf dem platten Land ist man vielerorts auf ein
Auto angewiesen, schon um sich Lebensmittel zu beschaffen. Eine
Gesellschaft, die im Maße der hiesigen die Verfügung über ein Auto als
selbstverständlich annimmt, hat halt gewisse Probleme. Interessant auch
angesichts des Umfangs, in dem inzwischen über "geschlechtergerechte
Sprache" rabuliert wird, daß man alte Leute nach wie vor in
herablassender Selbstverständlichkeit als "Opa" titulieren kann.
Andreas Barth
2018-05-31 23:02:26 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ralf Bader
Ja, schön und gut. Aber auf dem platten Land ist man vielerorts auf ein
Auto angewiesen, schon um sich Lebensmittel zu beschaffen. Eine
Gesellschaft, die im Maße der hiesigen die Verfügung über ein Auto als
selbstverständlich annimmt, hat halt gewisse Probleme.
So ist es derzeit. Die Probleme angesichts des demographischen Wandels
(auf dem Lande) sind nicht zu unterschätzen.

Als Gesellschaft könnten wir durchaus einiges tun, gutes ÖV-Angebot
(und sicheres Radnetz auf für Schwächere) wäre wichtige Bausteine,
ebenso wie fahrende Geschäfte (damit Lebensmittel auch ohne
Zurücklegen großer Entfernungen kaufbar sind). Auch das Thema
"Leerstand im ländlichen Raum" ist bisher vollkommen unterschätzt. Nur
hat das Thema keine Priorität, es gibt zwar viele Worte für
"ländlicher Raum", aber Geld gibt es im wesentlichen für die
Zersiedlungsprämie und nicht für sinnvolle Strukturen.

Als Einzelner bleibt einem nur, sich rechtzeitig (d.h. solange man es
noch selbst entscheiden kann) zu überlegen, in welcher Umgebung man
den Lebensabend verbringen möchte. Ich kenne durchaus Leute, die in
die Stadt zurückziehen, da die kurzen Wege und das ÖV-Angebot
irgendwann wichtiger werden. Muss jeder für sich selbst entscheiden,
und einfach ist das nicht unbedingt.



Viele Grüße,
Andi
Martin Wohlauer
2018-06-01 06:49:29 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ralf Bader
Post by Andreas Barth
Post by Joerg Fischer
Post by Werner Sondermann
Vielleicht sollte der 85-Jährige besser aufs Fahrrad wechseln?
Warte mal ab bis Du 85 bist. Das ändert sie Sichtweise manchmal. Ich
bin zwar auch der Meinung das ein kognitiv Eingeschränkter nicht
hinters Steuer gehört, aber für viele ist das ihr letztes bissel
Eigenständigkeit und Mobilität vor dem Pflegedienst. Schwer, freiwillig
darauf zu verzichten.
Ende eigener Mobilität bzw Reduzierung der Reichweite bedeutet relativ
schnell Siechtum, ja. Daher ist es durchaus empfohlen, rechtzeitig
(d.h. solange man sich noch umstellen kann) auf andere Verkehrsmittel
umzusteigen. Beispielsweise Salzburg bietet aus genau diesem Grund
Kurse zum Umstieg auf den ÖPNV, die sowohl die Verkehrssicherheit
verbessern, als auch die Lebensqualität der Senioren signifikant
steigern.
Ja, schön und gut. Aber auf dem platten Land ist man vielerorts auf ein
Auto angewiesen, schon um sich Lebensmittel zu beschaffen.
Gar nicht schön und gar nicht gut, aber warum genau schafft es diese
Gesellschaft nicht, ihre Gemeinden und Städte so zu gestalten, dass
nicht a) man ständig tot gefahren wird (oder stark in die Richtung) und
b) man trotzdem versorgt sein kann, wenn man an a) selbst etwas ändern
will, indem man keine gefährliche Maschine im öffentlichen Raum bewegt?
Ausnahmslos jeder kann davon ausgehen, dass er davon betroffen ist.
Selbst der Knacki kommt relativ sicher irgendwann wieder »raus«. Und
auch der wird relativ wahrscheinlich irgendwann alt sein, mit allem was
das so mit sich bringt.
Post by Ralf Bader
Eine Gesellschaft, die im Maße der hiesigen die Verfügung über ein
Auto als selbstverständlich annimmt, hat halt gewisse Probleme.
Das Verfügen ist es ja nicht mal. Wäre ja OK, wenn man sagt, für gewisse
Gelegenheiten haben viele den Zugriff drauf (was so auch stimmt,
Leihwägen gibt es sicherlich.) Es sind die vielen kleinen Probleme die
dadurch entstehen, dass jeder meint, alles müsse und könne damit
geregelt werden.

Grüßle,

Martin.
Martin Gerdes
2018-06-01 22:12:08 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Martin Wohlauer
Post by Ralf Bader
Post by Andreas Barth
Post by Werner Sondermann
Vielleicht sollte der 85-Jährige besser aufs Fahrrad wechseln?
Warte mal ab, bis Du 85 bist. Das ändert sie Sichtweise manchmal. Ich
bin zwar auch der Meinung das ein kognitiv Eingeschränkter nicht
hinters Steuer gehört, aber für viele ist das ihr letztes bissel
Eigenständigkeit und Mobilität vor dem Pflegedienst. Schwer, freiwillig
darauf zu verzichten.
ACK.
Post by Martin Wohlauer
Post by Ralf Bader
Post by Andreas Barth
Ende eigener Mobilität bzw Reduzierung der Reichweite bedeutet relativ
schnell Siechtum, ja.
Das andererseits ist unvermeidlich. Dieses Schicksal wird letztlich
jeden von uns treffen, selbst "ich fahr mal kurz 60 Meilen zum
Sprudelholen"-Joerg.
Post by Martin Wohlauer
Post by Ralf Bader
Post by Andreas Barth
Daher ist es durchaus empfohlen, rechtzeitig (d.h. solange man sich
noch umstellen kann) auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.
Dazu braucht man halt gute öffentliche Verkehrsnetze (auch wäre es dafür
praktisch, wie früher in der Familie zu leben). Beides ist in unserer
hochindividualisierten und outoorientierten Gesellschaft nicht mehr der
Fall.

Das Wohnviertel meiner Kinderzeit sieht auf den ersten Blick noch so aus
wie damals. Genauer hingeschaut fehlt heute die Nahversorgung. Meine Oma
konnte damals noch selbst zum Kaufmann schlurfen (übrigens: zum Arzt
schon damals nicht, der nächste Arzt war zu weit weg), meine Eltern
können das nicht, die brauchen dafür ihr Outo.
Post by Martin Wohlauer
Post by Ralf Bader
Ja, schön und gut. Aber auf dem platten Land ist man vielerorts auf ein
Auto angewiesen, schon um sich Lebensmittel zu beschaffen.
Gar nicht schön und gar nicht gut, aber warum genau schafft es diese
Gesellschaft nicht, ihre Gemeinden und Städte so zu gestalten, dass
nicht a) man ständig totgefahren wird (oder stark in die Richtung)
Man wird a) nicht "ständig totgefahren" (ohnehin wird jeder allenfalls
einmal totgefahren, das mit dem "häufiger sterben" ist
Versicherungsjargon)
Post by Martin Wohlauer
und b) man trotzdem versorgt sein kann,
Tja, das ist halt der Preis des Eigenheims in der Vorstadt (oder gar im
Vorort).
Post by Martin Wohlauer
Ausnahmslos jeder kann davon ausgehen, dass er davon betroffen ist.
So sicher ist das auch wieder nicht. Es gibt Leute, die bis ins hohe
Alter mobil bleiben, ggf. auch outomobil oder auch radmobil. Eine
Bekannte meiner Kindertage fährt noch heute jeden Tag mit ihrem Fahrrad
in hügeliger Stadt auf der Fahrbahn ins lokale Hallenbad, schwimmt eine
Runde und fährt dann wieder zurück. Ich traue ihr zu, daß sie mit dem
Fahrrad auch einkaufen fährt. Sie ist 96.
Post by Martin Wohlauer
Selbst der Knacki kommt relativ sicher irgendwann wieder »raus«. Und
auch der wird relativ wahrscheinlich irgendwann alt sein, mit allem was
das so mit sich bringt.
Was hat das mit unserem Thema zu tun?
Ralph Aichinger
2018-06-01 07:11:39 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ralf Bader
Ja, schön und gut. Aber auf dem platten Land ist man vielerorts auf ein
Auto angewiesen, schon um sich Lebensmittel zu beschaffen. Eine
Gesellschaft, die im Maße der hiesigen die Verfügung über ein Auto als
selbstverständlich annimmt, hat halt gewisse Probleme.
In vielen Fällen wird es sinnvoller sein, wenn ältere Leute ab einem
gewissen alter (und nicht erst wenn sie gebrechlich werden) näher an
Ortskerne mit Infrastruktur ziehen. Stichwort "betreubares Wohnen".

Das Einfamilienhaus 40km von der ehemaligen Arbeitsstelle, wo der
Grund am billigsten war, und nichts und niemand ist, ist ab einem
gewissen Alter wohl die schlechteste Wohnform. Da hilft es auch
nix, wenn man Leute die dazu eigentlich nicht mehr im Stande sind
weiter mit dem Auto fahren läßt.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Martin Wohlauer
2018-06-01 07:21:37 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ralph Aichinger
Post by Ralf Bader
Ja, schön und gut. Aber auf dem platten Land ist man vielerorts auf ein
Auto angewiesen, schon um sich Lebensmittel zu beschaffen. Eine
Gesellschaft, die im Maße der hiesigen die Verfügung über ein Auto als
selbstverständlich annimmt, hat halt gewisse Probleme.
In vielen Fällen wird es sinnvoller sein, wenn ältere Leute ab einem
gewissen alter (und nicht erst wenn sie gebrechlich werden) näher an
Ortskerne mit Infrastruktur ziehen. Stichwort "betreubares Wohnen".
Das Einfamilienhaus 40km von der ehemaligen Arbeitsstelle, wo der
Grund am billigsten war, und nichts und niemand ist, ist ab einem
gewissen Alter wohl die schlechteste Wohnform. Da hilft es auch
nix, wenn man Leute die dazu eigentlich nicht mehr im Stande sind
weiter mit dem Auto fahren läßt.
Alternativ könnte man auch wieder zurückkehren zu so etwas wie
Nahversorgung. Gut, in einem 100-Seelen-Dorf ist das immer noch
schwierig. Aber ich behaupte mal, in einem Großteil der Ortschaften
ginge es sehr wohl, auch wirtschaftlich, entsprechende Läden und
Einrichtungen zu haben. Aber wie schon andernposts geschrieben, jeder
geht ja davon aus, dass schon alle anderen mit der Büchse überall hin
fahren. Auch die, die den ÖPNV dort vor sich hin siechen lassen, was das
ganze ein bisschen zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung macht.

Grüßle,

Martin.
Andreas Barth
2018-06-01 08:43:37 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Martin Wohlauer
Alternativ könnte man auch wieder zurückkehren zu so etwas wie
Nahversorgung. Gut, in einem 100-Seelen-Dorf ist das immer noch
schwierig.
Es gibt da durchaus Konzepte wie einem Lokalversorger, der 2x die
Woche für 2 Stunden mit seinem mobilen Ladengeschäft (= direkt im
Lieferwagen kaufen) öffnet. Und alles wesentliche dabei hat, man Geld
abheben kann und Pakete bekommt und abgeben kann.

Und/Oder Busse als Transport für die letzte Meile, Lebensmittel beim
Busfahrer abholen.

Etc.

Frage ist halt: Will man Probleme lösen (anstrengend) und die
Gesellschaft zusammenhalten (noch anstrengender)? Oder lieber drüber
jammern, dass "die ganzen Ausländer (was auch immer gerade am meisten
Angst einjagt)" oder ähnliches und die Kluft und den Haß vergrößern?
Und dann kann man auch noch überlegen, wer von ersterem und wer von
letzterem profitiert, und dann ist die Prognose sehr negativ. Nicht
weil die objektiven Probleme so groß sind, sondern weil wir sie nicht
angehen und uns von irrelevanten "Sorgen" ablenken lassen.



Viele Grüße,
Andi
Helmut Springer
2018-06-01 06:06:28 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Barth
Ende eigener Mobilität bzw Reduzierung der Reichweite bedeutet
relativ schnell Siechtum, ja. Daher ist es durchaus empfohlen,
rechtzeitig (d.h. solange man sich noch umstellen kann) auf andere
Verkehrsmittel umzusteigen. Beispielsweise Salzburg bietet aus
genau diesem Grund Kurse zum Umstieg auf den ÖPNV, die sowohl die
Verkehrssicherheit verbessern, als auch die Lebensqualität der
Senioren signifikant steigern.
Und nicht nur den Senioren, sondern auch aller anderen Mitbuerger,
die aus welchen Gruenden auch immer eben nicht mit dem Auto fahren
koennen. Mobilitaet ist die notwendige Basisinfrastruktur, um jeden
Preis Autofahren zu koennen nicht.

Ich finde dieses "ohne Auto geht es nicht auf dem Land" Mythos ja
ziemlich irre. Da wohnen nicht nur Autofahrer, und da haben nie nur
Autofahrer gewohnt.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Ralph Aichinger
2018-06-01 07:19:57 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Helmut Springer
Ich finde dieses "ohne Auto geht es nicht auf dem Land" Mythos ja
ziemlich irre. Da wohnen nicht nur Autofahrer, und da haben nie nur
Autofahrer gewohnt.
"Auf dem Land" kann auch sehr unterschiedliche Dinge bedeuten.
Eine traditionelle dörfliche Struktur oder Kleinstadt ist
etwas ganz anderes als "Zersiedelungswüsten" (die sind bei
uns in Österreich viel schlimmer als in .de) wo das teuerste
am Baugrund der Kanalanschluß war, ein jeder "irgendwo" ein Haus
an völlig untauglicher Stelle hinsetzt, wo er möglichst viel "Ruhe"
hat, d.h. der Nachbar grade so weit weg ist, daß man ihn nicht mehr
sieht, aber den Kanalanschluß noch zahlen kann. Oder eben die
Individualität von einem Einfamilienhaus neben dem anderen, aber
als Gruppe so weit weg von Infrastruktur, daß wirklich ein jeder
die Doppelgarage und den dritt-Carport braucht, und selbst dann
kein Lebensmittelgeschäft innerhalb von 15 Minuten (mit dem Auto)
hat.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Helmut Springer
2018-06-01 07:42:15 UTC
Permalink
Raw Message
ein jeder "irgendwo" ein Haus an völlig untauglicher Stelle
hinsetzt, wo er möglichst viel "Ruhe" hat, d.h. der Nachbar grade
so weit weg ist, daß man ihn nicht mehr sieht, aber den
Kanalanschluß noch zahlen kann. Oder eben die Individualität von
einem Einfamilienhaus neben dem anderen, aber als Gruppe so weit
weg von Infrastruktur, daß wirklich ein jeder die Doppelgarage und
den dritt-Carport braucht, und selbst dann kein
Lebensmittelgeschäft innerhalb von 15 Minuten (mit dem Auto) hat.
D'accord...da ist dann Umzug zu besserer Infrastruktur oft das
sinnvollste, zumal das Haus im Alter idR nicht unbedingt
altersgerecht oder schlicht zu gross ist.
--
Best Regards
helmut springer panta rhei
Joerg Fischer
2018-06-01 06:12:52 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Andreas Barth
schnell Siechtum, ja. Daher ist es durchaus empfohlen, rechtzeitig
(d.h. solange man sich noch umstellen kann) auf andere Verkehrsmittel
umzusteigen. Beispielsweise Salzburg bietet aus genau diesem Grund
Theoretisch. IMHO ist es egal wann man umsteigt. Wenn man nicht mehr
in der Lage ist Radfahrer so rechtzeitig zu erkennen das man sie nicht
umnietet ist man auch nicht mehr in der Lage den richtigen Bus zu
finden. Von der Unmöglichkeit eine mittelschwere Einkaufstasche mehr
als ein paar Meter zu schleppen ganz abgesehen.

Nö, gegen das - verständliche - verzweifelte Festhalten an der eigenen
Mobilität würden nur verpflichtende Überprüfungen, ab 75 in max.
Zweijahresabständen, helfen. Will man das? Vielleicht. Aber Rentner
sind auch Wähler. Und die, die solche Gesetze beschließen könnten,
wissen, das es sie auch in ein paar Jahren selber betreffen wird.

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe sprechen die Zahlen auch eher
dafür den testosterongeladenen Jünglingen das Autofahren zu
verbieten...

Tschau, Jörg
--
There are only 10 types of people in the world:
Those who understand binary, and those who don't...
Sabine Wittrock
2018-06-01 06:29:28 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Joerg Fischer
Nö, gegen das - verständliche - verzweifelte Festhalten an der eigenen
Mobilität würden nur verpflichtende Überprüfungen, ab 75 in max.
Zweijahresabständen, helfen. Will man das? Vielleicht. Aber Rentner
sind auch Wähler. Und die, die solche Gesetze beschließen könnten,
wissen, das es sie auch in ein paar Jahren selber betreffen wird.
Die Antwort scheint ja zu sein. Will man. Denn wenn man jemanden
totfährt, gibt es 3000,- Euro Strafe, und eine kleine Bewährung ohne
Fahrverbot. Mobilität unfähiger Menschen wird höher bewertet als ein
Menschenleben, wenn Du Dir da mal die Urteile ansiehst.
Post by Joerg Fischer
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe sprechen die Zahlen auch eher
dafür den testosterongeladenen Jünglingen das Autofahren zu
verbieten...
Die haben "zumindest" noch Probezeit....
Sabine
Martin Wohlauer
2018-06-01 06:53:59 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Sabine Wittrock
Post by Joerg Fischer
Nö, gegen das - verständliche - verzweifelte Festhalten an der eigenen
Mobilität würden nur verpflichtende Überprüfungen, ab 75 in max.
Zweijahresabständen, helfen. Will man das? Vielleicht. Aber Rentner
sind auch Wähler. Und die, die solche Gesetze beschließen könnten,
wissen, das es sie auch in ein paar Jahren selber betreffen wird.
Die Antwort scheint ja zu sein. Will man. Denn wenn man jemanden
totfährt, gibt es 3000,- Euro Strafe, und eine kleine Bewährung ohne
Fahrverbot. Mobilität unfähiger Menschen wird höher bewertet als ein
Menschenleben, wenn Du Dir da mal die Urteile ansiehst.
Und das alles unter dem Vorzeichen, dass jeder einzelne von solchen
Blindgängern betroffen sein kann. Oder wer hier, in dieser Runde, meint,
dass er garantiert nie an so einen Geraten wird, der ihn/sie dann ins
Jenseits befördert? Und das betrifft natürlich auch und gerade jene
Wähler, die mit steigendem Alter geringere Überlebensaussichten bei
solchen Unfällen haben.
Post by Sabine Wittrock
Post by Joerg Fischer
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe sprechen die Zahlen auch eher
dafür den testosterongeladenen Jünglingen das Autofahren zu
verbieten...
Die haben "zumindest" noch Probezeit....
WIMRE auch nur ein Jahr. Und mancher scheint ja noch mit 50 so zu
fahren, wie andere mit 20 schon nicht mehr.

Grüßle,

Martin.
Ralph Aichinger
2018-06-01 07:25:25 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Joerg Fischer
Nö, gegen das - verständliche - verzweifelte Festhalten an der eigenen
Mobilität würden nur verpflichtende Überprüfungen, ab 75 in max.
Zweijahresabständen, helfen. Will man das? Vielleicht. Aber Rentner
sind auch Wähler. Und die, die solche Gesetze beschließen könnten,
wissen, das es sie auch in ein paar Jahren selber betreffen wird.
Wenn es erst mal in die Richtung geht, ist es schon zu spät.
Das muß schon in der Raumordnung und bei den Bebauungsplänen
mitbedacht werden. Eine Lebensweise, bei der man innerhalb einer
ganzen Stunde Fußweg quasi "nix" an Infrastruktur (Geschäfte,
Arbeitsstellen, Behörden/Verwaltungen, Polizei, medizinische Versorgung)
findet ist IMHO untragbar. Die Leute die so wohnen haben
am meisten Probleme damit das Auto aufzugeben.
Post by Joerg Fischer
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe sprechen die Zahlen auch eher
dafür den testosterongeladenen Jünglingen das Autofahren zu
verbieten...
Ja, und trotzdem geht es nicht, daß Leute mit einer gefährlichen Waffe
andere nach dem Motto "tut mir leid, hab ich nicht gesehen" umbringen.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Ralph Aichinger
2018-06-01 06:56:26 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Joerg Fischer
hinters Steuer gehört, aber für viele ist das ihr letztes bissel
Eigenständigkeit und Mobilität vor dem Pflegedienst. Schwer, freiwillig
darauf zu verzichten.
Bin ich froh, daß bei uns die Eigenständigkeit im Alter zumindest
nicht mit Schußwaffen ausgelebt wird.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Thomas Bliesener
2018-06-04 22:10:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ralph Aichinger
Bin ich froh, daß bei uns die Eigenständigkeit im Alter zumindest
nicht mit Schußwaffen ausgelebt wird.
Sind Rollwaffen besser als Schußwaffen?
--
bli
Martin Wohlauer
2018-06-05 06:14:23 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Bliesener
Post by Ralph Aichinger
Bin ich froh, daß bei uns die Eigenständigkeit im Alter zumindest
nicht mit Schußwaffen ausgelebt wird.
Sind Rollwaffen besser als Schußwaffen?
Schwerer zu verstecken...

Grüßle,

Martin.
Ralph Aichinger
2018-06-05 07:34:54 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Thomas Bliesener
Sind Rollwaffen besser als Schußwaffen?
Doch, ja.

/ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund
Martin Gerdes
2018-06-01 22:12:08 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Sondermann
Treptow-Köpenick Liveticker
30. Mai 2018 09:13
*Radler in Köpenick schwer verletzt*
Der 40-Jährige wurde gestern Abend an der Kreuzung
Oberspreestraße/Köllnischer Platz von einem 85-jährigen Autofahrer
angefahren, wie die Polizei heute mitteilte. Zuvor soll der Rentner
eine rote Ampel übersehen haben.
Vermutlich lag die Ampel im toten Winkel. Sie hätte aber doch mal auf
ihre Vorfahrt verzichten können!
Post by Werner Sondermann
<www.bz-berlin.de/liveticker/radler-in-koepenick-schwer-verletzt>
Loading...