Discussion:
Lei[d|t]planken als Symbol
(zu alt für eine Antwort)
Ervin Peters
2010-07-30 08:35:05 UTC
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Raw Message
Grad ist mir aufgefallen, das Leitplanken auch so symbolhafte
Verkerhseinbauten sind, die zu komischen Gedanken und Verhalten anregen.
Früher waren sie fast nur auf deutschen Autobahnen zu finden, heute
werden sie auch häufig auf Landstraßen verbaut.

Das erstmal fiel mir das in Dänemark auf, wo die Autobahnen einen ganz
anderen gefühlten Charakter haben als die Autobahnen hier in [de]. Das
zweite Mal hier an einer Landesstraße, die nach dem Ausbau mit
Leitplanken sich ganz anders anfühlt.

Der befestigte Weg zur Erleichterung der Ortsveränderung wird zu einem
Kanal aus dem man gefühlt nicht ausbrechen kann. Das erklärt für mich
auch das aberwitzige Anbringen eines Z254 hier bei unserer Umleitung im
letzten Jahr. Die Aussage der StVB war: Dort sind Leitplanken vorhanden,
ein Ausweichen von Radfahrern sei nicht möglich, deshalb müssen wir das
Radfahren dort untersagen:

http://www.adfc-weimar.de/radverkehr/umleitung/log/2009-09-10-PI-WE-Einschaetzung.pdf

Erst dachte ich an reine, willkürliche Schikane. Mittlerweile sehe ich
diesen gefühlten Hintergrund.

Wie nehmt ihr diese Unterschiede mit | ohne Leitplanke war?

ervin
--
"Hätte er einen Helm aufgehabt, wäre er ohne jetzt tot!"
Bernd Ullrich
2010-07-30 17:05:24 UTC
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Raw Message
Post by Ervin Peters
Grad ist mir aufgefallen, das Leitplanken auch so symbolhafte
Verkerhseinbauten sind, die zu komischen Gedanken und Verhalten anregen.
Früher waren sie fast nur auf deutschen Autobahnen zu finden, heute
werden sie auch häufig auf Landstraßen verbaut.
Das erstmal fiel mir das in Dänemark auf, wo die Autobahnen einen ganz
anderen gefühlten Charakter haben als die Autobahnen hier in [de]. Das
zweite Mal hier an einer Landesstraße, die nach dem Ausbau mit
Leitplanken sich ganz anders anfühlt.
Der befestigte Weg zur Erleichterung der Ortsveränderung wird zu einem
Kanal aus dem man gefühlt nicht ausbrechen kann. Das erklärt für mich
auch das aberwitzige Anbringen eines Z254 hier bei unserer Umleitung im
letzten Jahr. Die Aussage der StVB war: Dort sind Leitplanken
vorhanden,
ein Ausweichen von Radfahrern sei nicht möglich, deshalb müssen wir das
http://www.adfc-weimar.de/radverkehr/umleitung/log/2009-09-10-PI-WE-Einschaetzung.pdf
Erst dachte ich an reine, willkürliche Schikane. Mittlerweile sehe ich
diesen gefühlten Hintergrund.
Haste ein Fotto gemacht?

Nach der Einschätzungslokick werden Fahrräder eines Tages verboten.
Post by Ervin Peters
Wie nehmt ihr diese Unterschiede mit | ohne Leitplanke war?
Leitplanken suggerieren Sicherheit beim Rasen. Dh wenn jemand wie
auch immer von der Fahrbahn abkommt verschwindet er nicht in der
Botanik und wird eventuell von einem Pilzsammler erst nach 14 Tagen
gefunden.
Es wird in Kauf genommen dass der nach dem Aufprall auf die Leitplanke
möglicherweise in den Gegenverkehr gerät. Hauptsache die Beteiligten
werden schneller auf der Fahrbahn gefunden.
Je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich. Wenn ein LKW die Planke
wegsemmelt und in die Schlucht fällt ist das wie ein Indikator der
Anzeigt das da ein VT unten liegen könnte und auf Hilfe wartet.


BU
Ralf . K u s m i e r z
2010-07-31 16:38:46 UTC
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Raw Message
X-No-Archive: Yes
Post by Bernd Ullrich
Leitplanken suggerieren Sicherheit beim Rasen. Dh wenn jemand wie
auch immer von der Fahrbahn abkommt verschwindet er nicht in der
Botanik und wird eventuell von einem Pilzsammler erst nach 14 Tagen
gefunden.
Es wird in Kauf genommen dass der nach dem Aufprall auf die Leitplanke
möglicherweise in den Gegenverkehr gerät. Hauptsache die Beteiligten
werden schneller auf der Fahrbahn gefunden.
Du meine Güte, hat dieser Typ eigentlich jemals etwas geschrieben, das
kein Schwachsinn war?


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
Wolfgang Strobl
2010-07-30 18:23:36 UTC
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Raw Message
Post by Ervin Peters
Wie nehmt ihr diese Unterschiede mit | ohne Leitplanke war?
Genau so.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Nico Hoffmann
2010-07-30 18:33:38 UTC
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Raw Message
Post by Ervin Peters
Grad ist mir aufgefallen, das Leitplanken auch so symbolhafte
Verkerhseinbauten sind, die zu komischen Gedanken und Verhalten anregen.
Früher waren sie fast nur auf deutschen Autobahnen zu finden, heute
werden sie auch häufig auf Landstraßen verbaut.
Das erstmal fiel mir das in Dänemark auf, wo die Autobahnen einen ganz
anderen gefühlten Charakter haben als die Autobahnen hier in [de]. Das
zweite Mal hier an einer Landesstraße, die nach dem Ausbau mit
Leitplanken sich ganz anders anfühlt.
So stark ist mir das bisher nicht aufgefallen.
Post by Ervin Peters
Der befestigte Weg zur Erleichterung der Ortsveränderung wird zu einem
Kanal aus dem man gefühlt nicht ausbrechen kann. Das erklärt für mich
auch das aberwitzige Anbringen eines Z254 hier bei unserer Umleitung im
letzten Jahr. Die Aussage der StVB war: Dort sind Leitplanken vorhanden,
ein Ausweichen von Radfahrern sei nicht möglich, deshalb müssen wir das
http://www.adfc-weimar.de/radverkehr/umleitung/log/2009-09-10-PI-WE-Einschaetzung.pdf
Das ist nur zu deiner eigenen Sicherheit! (Derselbe Textbaustein
kommt vielleicht auch, wenn es z.B. um Radwege geht).
Post by Ervin Peters
Erst dachte ich an reine, willkürliche Schikane. Mittlerweile sehe ich
diesen gefühlten Hintergrund.
Wie nehmt ihr diese Unterschiede mit | ohne Leitplanke war?
Ich kan mich erinnern, dass ich außerorts öfter mal rechts rangefahren
bin, um z.B. LKWs/Bussen das weiterfahren zu ermöglichen. Falls
großflächig Leitplanken verbaut sind, geht das nicht mehr so einfach.

Allerdings müssen da einige Umstände zustandekommen: Bergauf, damit
man so langsam ist, dass man wirklich einfach hinter einem Straßenbaum
absteigen kann (wenn ich 25 oder 30 fahre müßte ich erst stark
abbremsen), so enge unübersichtliche Straße, dass der LKW nicht neben
dem Rad vorbeipaßt und/oder viel Gegenverkehr. Das kommt nicht so oft
zusammen.


Der Denkfehler der Polizei liegt aber wo anders. Wie stellt sich die
Polizei eigentlich das "Notausweichen" vor? Liege ich richtig, dass
damit Gefahren aus dem Längsverkehr gemeint sind, genauer gesagt
solche, wo ein schneller motorisierter VT einen "langsamen" Radfahrer
übersieht und von hinten auffährt?

Dann müßte der Radfahrer ja schon beim Annähern des KFZ abschätzen
können, ob er gleich überfahren wird oder nicht. Falls ja
notausweichen, ansonsten weiterfahren.

Das Geschehen hinter einem ist aber praktisch nicht abschätzbar.
Konsequenz: Bis der Radfahrer ans Ausweichen denkt, ist es schon zu
spät. Damit ist es auch egal, ob da eine Leitplanke steht oder
nicht. Also gleich flächendeckend das Z254 aufstellen....

Werden eigentlich auch Straßen mit tieferen Straßengräben, Böschungen
und solche, die an Felswänden vorbeiführen, mit Z254 ausgeschildert?
Auch da ist ein Ausweichen nicht möglich.

N.
--
Nachts ist es genauso kalt wie draußen.
Elke Bock
2010-07-29 22:02:38 UTC
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Raw Message
Post by Nico Hoffmann
Der Denkfehler der Polizei liegt aber wo anders. Wie stellt sich die
Polizei eigentlich das "Notausweichen" vor? Liege ich richtig, dass
damit Gefahren aus dem Längsverkehr gemeint sind, genauer gesagt
solche, wo ein schneller motorisierter VT einen "langsamen" Radfahrer
übersieht und von hinten auffährt?
Ich weiß natürlich nicht, was "die Polizei" so denkt. Aber
da war schon mal ein Erlebnis der dritten Art...

Ich fahre auf einer Ausfallstraße, schon außerorts und
landstraßenmäßig, Richtung außerhalb. Dort bin ich
einigermaßen alleine, während in Gegenrichtung sehr
langsamer, dichter Kollonnenverkehr fließt (Rück"stau" einer
Ampel in 2-3km Entfernung). Plötzlich schert da ein
Lastwagen aus, und überholt die alle. Keine Ahnung, wie das
hinter mir dann ausgegangen ist (eine Möglichkeit zum
baldigen Linksabbiegen ist dort auch nicht vorhanden), ich
hatte erstmal mit Anhalten im Gras und wieder auf die Straße
zurückkommen zu tun.
--
Radwege bauen heißt Fallen stellen.
Bernd Sluka
2010-07-30 19:31:27 UTC
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Raw Message
Post by Nico Hoffmann
Ich kan mich erinnern, dass ich außerorts öfter mal rechts rangefahren
bin, um z.B. LKWs/Bussen das weiterfahren zu ermöglichen. Falls
großflächig Leitplanken verbaut sind, geht das nicht mehr so einfach.
Auf solchen Straßen sollten stets Ausweichbuchten für Pannenfahrzeuge
vorgesehen sein, die sich dazu eignen.
--
A || Bernd Sluka
A A u u ==##== ooo
AAAAA u u || o o Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie
A A uu || ooo Ihren Arzt, die Umwelt oder Ihre Kinder
Robert Bar
2010-07-30 20:10:38 UTC
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Raw Message
Post by Bernd Sluka
Ich kann mich erinnern, dass ...
Auf solchen Straßen sollten stets Ausweichbuchten für Pannenfahrzeuge
vorgesehen sein, die sich dazu eignen.
Meinst du mit

| ..., die sich dazu eignen

die Ausweichbuchten oder die Pannenfahrzeuge?
--
"Raucher sterben früher"
... oder später.
Nichtraucher auch.
Hans Crauel
2010-07-30 19:28:17 UTC
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Raw Message
Ervin Peters schrieb
Post by Ervin Peters
Wie nehmt ihr diese Unterschiede mit | ohne Leitplanke war?
Geht mir ganz genau so. War auch schon zu den Zeiten so,
als ich meine Wege noch ganz ueberwiegend mit dem Motorrad
zurueckgelegt hatte.

Hans Crauel
Wolfgang Strobl
2010-07-30 20:12:04 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Hans Crauel
Ervin Peters schrieb
Post by Ervin Peters
Wie nehmt ihr diese Unterschiede mit | ohne Leitplanke war?
Geht mir ganz genau so. War auch schon zu den Zeiten so,
als ich meine Wege noch ganz ueberwiegend mit dem Motorrad
zurueckgelegt hatte.
Lag mir auch auf der Zunge, allerdings mit einer Ergänzung: mit der Zeit
neigt man auf dem Motorrad dazu, dieses unangenehme Gefühl zu
unterdrücken, und irgendwann hat man es dann ganz vergessen. Mir ging es
jedenfalls so. Vielleicht ist auch das ja ein Grund, warum
Motorradfahren deutlich gefährlich ist als Radfahren: man blendet beim
Fahren seine direkte Umgebung weitgehend aus und konzentriert
entsprechend der höheren Geschwindigkeit sich auf die Situation weiter
vorn.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Bernd Sluka
2010-07-30 19:51:05 UTC
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Raw Message
Post by Ervin Peters
Der befestigte Weg zur Erleichterung der Ortsveränderung wird zu einem
Kanal aus dem man gefühlt nicht ausbrechen kann. Das erklärt für mich
auch das aberwitzige Anbringen eines Z254 hier bei unserer Umleitung im
letzten Jahr. Die Aussage der StVB war: Dort sind Leitplanken vorhanden,
ein Ausweichen von Radfahrern sei nicht möglich, deshalb müssen wir das
Dann müsste man auch den Donauradweg sperren, denn der verläuft zwischen
Passau und Obernzell auf fast der ganzen Strecke zwischen Leitplanken
und einem Geläder eingezwängt. Und da kommen auf engstem Raum Radfahrer
auch in größeren Gruppen entgegen oder - noch schlimmer - überholen.

Ersnthaft: Das ist eine Ausrede der Polizei oder StVB. Ausweichen von
Radfahren, erst recht ein "Notausweichen" sieht die
Straßenverkehrsordnung nicht vor. Also muss auch die StVB dazu keine
Vorsorge treffen. Das haben sie sich einfach in kranken Hirnen
ausgedacht.

Wozu soll ein "Notausweichen" gut sein? Was ist dabei die Not? Wie soll
das funktionieren? Und wenn, warum kann man dann nicht einfach selbst
genug Platz dazu lassen?
Post by Ervin Peters
Erst dachte ich an reine, willkürliche Schikane. Mittlerweile sehe ich
diesen gefühlten Hintergrund.
Mir ist es völlig egal, ob die Straße einseitig oder zweiseitig
Leitplanken hat, solange sie breit genug zum Überholen ist. Je breiter,
und je mehr Fahrstreifen, desto besser.
--
A || Bernd Sluka
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A A uu || ooo Ihren Arzt, die Umwelt oder Ihre Kinder
Wolfgang Strobl
2010-07-30 20:45:44 UTC
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Raw Message
Post by Bernd Sluka
Mir ist es völlig egal, ob die Straße einseitig oder zweiseitig
Leitplanken hat, solange sie breit genug zum Überholen ist. Je breiter,
und je mehr Fahrstreifen, desto besser.
Mir auch und das sowieso.

Dennoch bereitet mir eine Leitplanke in direkter Nähe fast schon
körperliche Schmerzen. Präziser: eine Landstraße, die rechts neben der
Fahrbahnbegrenzung nach ein paar handbreit Asphalt in Gras übergeht,
wird i.A. praktisch bis zu diesem Randstreifen vom Kfzverkehr befahren.
Dort läßt sich mit dem Rad hervorragend knapp links von der
Fahrbahnbegrenzung fahren, das läßt immer noch viel Spielraum für
Ausweichmanöver oder Abbremsen auf Asphalt. Und niemand erwartet, daß
man anders fährt, Friede Freude Eierkuchen.

Nicht so, wenn direkt an diesen Rand eine Leitplanke gebaut wird. Von
der möchte man respektvollen Abstand halten und muß sich auf Ärger
gefasst machen, wenn man es - der eigenen Sicherheit zuliebe - auch
wirklich tut.

Schaue Dir mal die schon mal erwähnte D4 Richtung Bram
<https://www.mystrobl.de/rmanage/Plone/radfahren/fahrten/urlaub/canal-du-midi-nach-bram>
vor und hinter der Kanalquerung an. Zum Abbildungszeitpukt ist das
gerade im Bau.

Ich finde derartige Verschandelungen der Landschaft ätzend und meine,
daß sie einen wesentlichen Vorzug des Fahrrades gegenüber dem
mehrspurigen Kfz weitgehend zunichte machen, nämlich das man an nahezu
jeder Stelle neben der Fahrbahn anhalten kann und nicht auf der Fahrbahn
stehenbleiben muß. Dabei ist es unerheblich, ob dieses Anhalten durch
äußere Umstände erzwungenes oder ein freiwilliges Anhalten ist.

Bei breiteren Fahrbahnen bzw. zurückgesetzten Leitplanken ist es nicht
wesentlich besser, sofern die Leitplanke nicht sehr weit zurückgesetzt
ist. Von denen halten die Autofahrer dann nämlich auch einen gewissen
Abstand, mit der Folge, daß sich neben der Leitplanke eine breiite
Dreckzone bildet, die man auch nicht befahren möchte. Der aus Sicht des
Autofahrers befahrbare Teil der Fahrbahn ist so breiter als der sicher
befahrbare - schlecht. Und ganz katastrophal wird es dann, wenn sich
zwischen Fahrbahnbegrenzung und Leitplanke etwas befindet, das wie ein
Seitenstreifen aussieht. In Frankreich ist das - mit gelegentlichen
weißen oder grünen Fahrradsymbolen, wie bei uns bei den sog.
"Schutzstreifen" - inzwischen die Standardausstattung von überörtlichen
Straßen mit Verkehrsbedeutung, wobei die Streifen erheblich dreckiger
sind als bei uns und auch erheblich stärker in der Breite variieren.
Unbefahrbar.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Susi
2010-08-01 21:35:58 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Bernd Sluka
Ersnthaft: Das ist eine Ausrede der Polizei oder StVB.
Das "Leitplankenproblem" mag wirklich nur ein gefühltes sein, solange
nur eine Minderheit der Radfahrer einen Rückspiegel hat. (Wobei ja
auch der Autofahrer in den Graben ausweichen kann, wenn er den
Radfahrer zu spät sieht.)

Allerdings ist dieses "Leiplankenproblem" eines, was in der
Fahrradakademie als reales Problem verkauft wird. Im Vortrag von
Gwiasda und Haase ist auf Folie 13 eine Landstraße mit beidseitigen
Leitplanken zu sehen und es heißt:

"Der abgebildete Straßenraum stellt außerorts eine Gefährdung für
Radfahrer und
Fußgänger dar, weil bei Bedarf nicht in den Seitenraum ausgewichen
werden kann und
auch kein separater Weg vorhanden ist."

Entsprechend folgern Gwiasda und Haase, dass ein Tempolimit von 70km/h
an derartigen Straßen nötig ist:

"Außerorts sah die VwV bisher die Möglichkeit einer
Geschwindigkeitsbeschränkung dort
vor, wo Radfahrer oder Fußgänger häufiger angefahren oder gefährdet
worden sind. Die
Höhe der Geschwindigkeitsbeschränkung wurde nicht konkret benannt,
sondern war aus
Untersuchungen der real gefahrenen Geschwindigkeiten abzuleiten.
Seit der Novelle 2009 reicht die Prognose der besonderen Gefährdung
von Fußgängern
oder Radfahrern durch die Behörde aus. Für diese Fälle benennt die VwV
nunmehr auch
die anzuordnende zulässige Höchstgeschwindigkeit mit maximal 70 km/h."

Zitate aus: http://edoc.difu.de/edoc.php?id=KBGN45WD

Ich habe mir allerdings den Spaß noch nicht erlaubt, aufgrund dieser
Aussagen ein Tempolimit von einer Straßenverkehrsbehörde einzufordern.
Der Erfolg ist aber vielleicht sogar größer, als eine
Benutzungspflicht aufgrund von § 45 (9) abzuschaffen, denn diese
"Leitplankengefahr" passt ja in die intuitive Sichtweise, dass
Radfahrer eh schon enorm auf einer Fahrbahn gefährdet wären.
Bernd Sluka
2010-08-02 08:07:35 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Susi
Post by Bernd Sluka
Ersnthaft: Das ist eine Ausrede der Polizei oder StVB.
Das "Leitplankenproblem" mag wirklich nur ein gefühltes sein, solange
nur eine Minderheit der Radfahrer einen Rückspiegel hat. (Wobei ja
auch der Autofahrer in den Graben ausweichen kann, wenn er den
Radfahrer zu spät sieht.)
Es steht ihm immer noch der Gegenfahrstreifen zur Verfügung.
Post by Susi
Allerdings ist dieses "Leiplankenproblem" eines, was in der
Fahrradakademie als reales Problem verkauft wird. Im Vortrag von
Gwiasda und Haase ist auf Folie 13 eine Landstraße mit beidseitigen
"Der abgebildete Straßenraum stellt außerorts eine Gefährdung für
Radfahrer und
Fußgänger dar, weil bei Bedarf nicht in den Seitenraum ausgewichen
werden kann und
auch kein separater Weg vorhanden ist."
... aber völlig ohne Begründung. Ich frag sie mal.
--
A || Bernd Sluka
A A u u ==##== ooo
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Benjamin Hell
2010-07-30 20:43:44 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ervin Peters
Grad ist mir aufgefallen, das Leitplanken auch so symbolhafte
Verkerhseinbauten sind, die zu komischen Gedanken und Verhalten anregen.
Früher waren sie fast nur auf deutschen Autobahnen zu finden, heute
werden sie auch häufig auf Landstraßen verbaut.
Das erstmal fiel mir das in Dänemark auf, wo die Autobahnen einen ganz
anderen gefühlten Charakter haben als die Autobahnen hier in [de]. Das
zweite Mal hier an einer Landesstraße, die nach dem Ausbau mit
Leitplanken sich ganz anders anfühlt.
Noch ein skandinavisches Beispiel: Hier in Schweden wurden viele
größere Landstraßen lange Zeit zweispurig mit geräumigen
Seitenstreifen (oft ca. 3m) ausgeführt. Der relativ dünne Verkehr
fuhr zivilisiert auf den breiten Fahrstreifen, meist nur durch eine
gestrichelte Linie vom (seltenen) Gegenverkehr getrennt, an
unübersichtlichen Stellen auch durch eine durchgezogene.
Höchstgeschwindigkeit in der Regel 90km/h, Leitplanken nicht nötig.
Fahrern von Traktoren, Hängergespannen, LKWs und anderen etwas
langsameren Fahrzeugen hatten den Verkehr hinter sich im Rückspiegel
unter Beobachtung und sind zum überholt werden nach rechts auf den
Seitenstreifen ausgewichen. Als Radfahrer hatte man dort reichlich
und gemütlich Platz und eine erstaunlich gute Fahrbahn. Überholen
von Radlern war natürlich kein Problem.

Das steigende Verkehrsaufkommen der letzten gut 10 Jahre und die
zunehmende Raserei hat auf diesen Landstraßen den einen oder anderen
Verkehrstoten gefordert, oft bei waghalsigen Überholmanövern mit
Gegenverkehr oder an den reichlich vorhandenen Bäumen im Wald neben
der Straße. Deshalb werden diese Straßen nun im großen Stil in sog.
2+1-Straßen umgebaut: Leitplanken auf beiden Seiten, je eine
Fahrspur fest in jede Richtung und eine dritte Spur abwechselnd für
je ein paar Kilometer als Überholspur in jede Richtung freigegeben.
Natürlich mit Leitplanken zwischen den Richtungen.
Höchstgeschwindigkeit oft 100 oder 110km/h und keinerlei
Seitenstreifen. Als Radler wird man nun in den einspurigen
Abschnitten an die Leitplanke geklemmt während einen die LKWs mit
knapp 100 Sachen überholen - Sicherheitsabstand baulich nicht
vorgesehen. Weil das natürlich gefährlich ist und eh kaum Radler
über Land unterwegs (und die keine Lobby haben) sind werden auch
immer mehr Strecken gleich ganz für alles unmotorisierte gesperrt.
Oft ist das aber nicht nötig weil man freiwillig da eh nicht fahren
will.

Dank Öffentlichkeitsprinzip gibt es in Schweden keine versteckten
und unangekündigten Radarfallen. Aber 2+1 gilt als Wundermittel
gegen Verkehrstote. Rasen statt Radeln...

Man könnte kotzen...

Gruß,

Beni
Bernhard Agthe
2010-08-03 13:34:20 UTC
Permalink
Raw Message
Hi,
Post by Ervin Peters
Grad ist mir aufgefallen, das Leitplanken auch so symbolhafte
Verkerhseinbauten sind, die zu komischen Gedanken und Verhalten anregen.
Früher waren sie fast nur auf deutschen Autobahnen zu finden, heute
werden sie auch häufig auf Landstraßen verbaut.
Wie schon geschrieben: Leidplanken vermitteln dem Raser eine höhere
gefühlte Sicherheit. Irgendwie erinnert mich das grad an die alten
Cuomputer-Autorennen: in einer Röhre möglichst schnell fahren...

Die eigentliche Lösung für das Problem "Leidplanke" wäre eine
angemessene Geschwindigkeitsbegrenzung und ein oder mehrere fest
installierte Blitzkästen. Aber dann könnte man da ja nicht rasen :-(
Post by Ervin Peters
Wie nehmt ihr diese Unterschiede mit | ohne Leitplanke war?
Viele Straßen mit Leidplanke sind mit dem Fahrrad nur dann befahrbar,
wenn man Nerven wie Drahtseile hat. Zumindest in meiner Erfahrung neigen
die Töff-Töff-Treiber an solchen Stellen an geisteigerter
Hup-Drängel-und-Radweg-Schrei-Krankheit. Vor allem, wenn in der Nähe der
Straße noch eine Kamikaze-Piste existiert.

Im Endeffekt ist die Leidplanke in vielen (nicht allen) Fällen die
falsche Lösung für das Problem, getrieben vom übersteigerten
Geschwindigkeitswahn der Blechkolonnen... "Sicherheit für wenig Geld"
statt "Sicherheit durch Verstand"...

Ciao..

;-)

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